Es ist ja eine schöne Tradition, dass wir hier in unserem kleinen Blog auf Schriften der politischen Organisationen vor Ort eingehen. Da scheinbar nur die FWG ein Bedürfnis verspürt, ihre Sicht der Dinge an die Wachenheimer heranzutragen, beschäftigen wir uns scheinbar nur mit den Schriften dieses Vereins. Und da wir meist anderer Meinung sind, entsteht selbstredend der Eindruck, wir seien weit davon entfernt, mit der FWG zu sympathisieren. Dem Eindruck kann ich nicht widersprechen.

Wären wir nicht unlängst noch unter anwaltlicher Drohung aufgefordert worden, ein Impressum auf dem Blog anzulegen, würde ich wohl nicht erwähnen, dass die aktuelle „FWG im Gespräch“ auf ein solches Impressum verzichtet. Schwamm drüber, wir denken uns die Urheberschaft und Verantwortlichkeit dazu.

Richtig lustig ist die Vorteile – Nachteile Gegenüberstellung zum Bischofsgarten. Den mag die FWG gar nicht. Hat sie deshalb auf ernsthafte Argumente verzichtet?
Landschaftsbild gefährdet? Das tut die Halle des Aussiedlerhofes knapp außerhalb des Bildes auch – hätte man sie deshalb nicht genehmigen sollen?
Keine Entwicklung der Altstadt? Das entscheiden Leute, die einkaufen. Und die fehlten vielen Läden in letzter Zeit, auch denen, die man zu Fuß gut erreichen kann.
Kein Einkaufen für immobile Personen? Ja, stimmt. Immobile Personen können im Bischofsgarten nicht einkaufen. GENAU WIE ÜBERALL SONST. Denn immobile Personen sind bewegungsunfähige Personen. Die kommen nicht mal aus dem Bett!
Gefährdung der Versorgung von Freidelsheim-Gönnheim? Erstens hat der Gutachter im VG Rat explizit gesagt, dass ein Markt im Bischofsgarten keinen Einfluss auf eine Entscheidung über einen Markt zwischen Friedelsheim und Gönnheim hat. Zweitens scheinen dort die Bemühungen bisher nicht sehr dringend gewesen zu sein. Tatsächlich wäre ein Markt im Bischofsgarten wohl die realistischste Chance für Friedelsheimer, relativ nah einkaufen zu können.
Gefährdung der Schul- und Kindergartenkinder? Das hat die FWG am Pfortenstück nicht interessiert. Und da wäre noch der Liefer- und Entsorgungsverkehr dazu gekommen. Tatsächlich ist es, egal wie man nun zum Bischofsgarten steht, ein Vorteil, dass der LKW-Verkehr gar nicht erst in den Ort rein muss.

Und dann ist da schon wieder das Pfortenstück! Ein Parkplatz dort soll die Altstadt beleben? Das ist total realitätsfremd. Autofahrer sind mehrheitlich nicht bereit 100 oder gar 200 Meter zu gehen. Das sieht man tagtäglich an der Apotheke. Hinter der Kirche sind Parkplätze – wo stellen die Leute, die zur Apotheke oder zum Bäcker oder zur Eisdiele gehen, ihr Auto ab? Vor der Apotheke oder direkt vor der Eisdiele.
Oder im Poppental: Hier steht eine Schranke direkt aus Schilda, sie wird nämlich nie geschlossen, weil es angeblich zu viel Aufwand ist, alle Nutzer mit einem Schlüssel auszustatten. Gut, ein Zahlenschloss bräuchte keine Schlüssel… Hinter der Schranke beginnt das Wasserschutzgebiet, ein Schild weist darauf hin, dass die Durchfahrt für Otto-Normalverbraucher verboten ist. Aber wie sollen denn dann die Wanderer den weiten Weg bis an den Bauwagen der Waldameisen zurücklegen? Zu Fuß sicher nicht! Und so stehen die Autos der Naherholenden nicht vor der Schranke, sondern am Bauwagen. Jeden Tag, immer gleich mehrere.
Ziemlich sicher nutzen Parkplätze nur direkt vor einem Laden und nicht ein paar hundert Meter weiter weg.

Obacht: Ja, kleine Läden in der Ringstraße sind eine schöne Idee.

Neuer Absatz, damit es nicht ein ja, aber Satz ist. Bitte, bitte, die gute Idee der Läden an der Ringstraße nicht mit dem Haus der Zukunft/Kurpfalzauditorium/Mehrzweckhalle verknüpfen. Das geht doch auch ohne. Die Zukunfstauditoriums-Idee ist zu teuer. Ich jedenfalls kann die angeblich zugesagten, sagenhaften Zuschüsse nicht glauben. Genausowenig wie an eine kostenneutrale Unterhaltung.

Überhaupt, warum ist denn die Umfrage zum Haus der Zukunft besser als die zum Standort? Ach so, da hat die FWG die Fragen selber auf eine Antwort hin gestellt, beinahe vergessen. Und glücklicherweise hat uns ja Herr Kittelberger am letzten Sonntag vor Meinungsäußerungen der Bürger gewarnt, weil die solche Dinge ja nie richtig beurteilen können.

Und warum hätte die Verbandsgemeinde dem Schulstandort eine halbe Million Euro zugeschossen? Träger der Grundschule ist die Stadt, Träger der IGS ist der Kreis – wie kommt da die VG ins Spiel?

Und warum verliert der Schulstandort durch welche Blockade 2,5 Millionen Euro? Heißt es jetzt Blockade, wenn eine Mehrheit gegen ein Projekt stimmt? Gab es dann im VG-Rat neulich eine Blockade gegen den Bischofsgarten? Zahlen aus der Luft zu greifen, die niemand nachvollziehen kann, finde ich unseriös.

Ich hoffe, dass nun möglichst bald die Bürger auch aus anderen Lagern zum Standortthema mit deren Sicht der Dinge versorgt werden. Vielleicht ergibt sich dann die Chance, das Ganze zu beurteilen.
Ohne Informationen der Stadt oder der anderen Parteien macht die kommende Bürgerbefragung keinen Sinn. Aber da kommt bestimmt noch was. Oder? Hallo? Kommt da mal was?

Und die Erkenntnis, dass ein Parkplatz vor der eigenen Haustür eine schlechtere Idee ist als ein Parkplatz vor der Haustür anderer Leute, hat sich auch in den Reihen der FWG scheinbar eingestellt, wie neulich zu lesen war.

 

 

 

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