August 2012


Ein Jahr ist wieder rum und die nächste Rudeleröffnung steht an.

Sie haben oder kennen ein 7 jähriges Kind, das zu den Pfadfindern möchte?

Das Lust auf Abenteuer im Wald und Abende am Lagerfeuer hat?

Das weg von der Glotze und PC möchte, weil man da einfach nichts erlebt?

Kein Problem!

Am nächsten Mittwoch (05.September) eröffnen die Pfadfinder eine neue Gruppe für 7-jährige Jungen und Mädchen, die Lust auf das Pfadfinden haben.

Der Elternabend startet um 16 Uhr im Pfadfinderheim in der Burgstraße 1 in Wachenheim. Bringen Sie die Kinder gleich mit, denn kurz darauf startet eine kleine Gruppenstunde, damit die Kinder sich gegenseitig und auch ihren Akela (Leiter) schon mal beschnuppern können.

Luisa Manz (Stammesakela) und der Leiter der Gruppe, Elias Peschke, freuen sich auf Sie und ihre Kinder.

Sollten noch Fragen bestehen, schreiben Sie einfach eine Email an woelflingsstufe@vcp-wachenheim.de (gerne auch mit Telefonnummer)

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Mal ehrlich, ideales Fahrradwetter war das gestern nicht. Immer mal wieder ein Schauer und böiger Wind – das sind nicht zwingend die Bedingungen, die des Radlers Herz lachen lassen. Aber hat wirklich nur das Wetter dafür gesorgt, dass statt der rund 350.000 Leute in den vergangenen Jahren gestern nur 200.000 kamen?

Oder ist es vielleicht so, dass die Teilnehmerzahl gleich bleibt, bloß immer weniger als Radler, dafür aber immer mehr als Ausschenker teilnehmen? Hier in Wachenheim gilt vielen der Weinstraßentag als eine prima Alternative zum Weinfest: geringe Gebühren, nur für 8 Stunden (plus Auf- und Abbau) Leute motivieren, und jede Menge durstige und hungrige Kundschaft.

Ja, ja, ich löse es gleich auf, es handelt sich um eine satirische Übertreibung. Aber Tatsache ist, dass aus der Idee der autofreien Weinstraße (in diesem Jahr gab es meiner Wahrnehmung nach ziemlich viele Autofahrer, die sich trotzdem an den nicht immer schwer zu umfahrenden Absperrungen auf die Weinstraße geschlichen haben) ein 85 km langes Weinfest geworden ist. Auch eine feine Sache. Aber der Schwerpunkt scheint sich vom Streckenradeln wegzuverlagern.

Oder droht die Veranstaltung an ihrem Erfolg zu ersticken? Im den letzten Jahren war an manchen Stellen so viel los, dass es bisweilen krachte. Ich bin in den vergangenen Jahren ein paar Mal an Radlern vorbeigekommen, die bei einer Kontrolle sicher eine Weile getrennt von ihren Führerscheinen hätten leben müssen. Das lädt nicht zu einem entspannten Radausflug mit den Kindern ein.

Uns diesmal jedenfalls nicht. Statt dessen sind wir zu Fuß über die Weinstrasse gezogen. Denn da gab es ja mehr Ausschankstellen als beim Weinfest, und ähnlich viele Freunde zu treffen – die auch zu Fuß unterwegs waren oder selber hinter einem Tresen standen. Kaffee beim Bella Bici, Waffel beim Altersheim und dann keine Schorle am Marktplatz, weil das Wetter zickte und es außerdem schon sechs Uhr geworden war, bis wir uns soweit vorgearbeitet hatten.

Ich kann mich noch gut an die Tage erinnern, als meine Kinder im zarten Babyalter waren. Ich konnte auf einmal Dinge tun, die ich als nicht Kinder habender Mensch einfach noch nicht konnte. Ich säuberte die Kleinen von Fäkalien, ich wischte Erbrochenes auf und versorgte Wunden.
Was ich nie konnte, war bei Dingen zuzusehen, bei denen meinen Kindern bewusst Schmerzen zugefügt wurden. Wie zum Beispiel Impfungen, Nähereien an Körperteilen usw..

Nun seit Tagen verfolge ich mit Interesse die Diskussion um die Beschneidung aus religiösen Gründen. Gestern auf der Heimfahrt von einer Dienstreise kam mir, durch eine Reportage im Radio, die Idee zu einem Artikel, der das Thema humoristisch/zotig aufarbeiten sollte. Zufälligerweise kam dann ein Kommentar auf unseren Blog, der aus anderen Gründen vom Blog genommen wurde, zu genau diesem Thema. Ein als Kommentar verkleideter Artikel, zu einem Beitrag über Weihnachtsbaumsammlungen.

Soweit die Vorgeschichte. Hier die Meinung eines fiktiven Lesers, nennen wir Ihn Johannes Benedikt Abu Shalom Hörmalzu:

Lieber Wachtenblog!

Eine Gruppe von Menschen, die einem religiösen Kult anhängen, dessen Werte auf tausende Jahren Alten Ritualen einer Wüstengesellschaft, oder ist es eine wüste Gesellschaft in diesem Fall, gründen, geht hin und schneidet ihrem männlichen Nachwuchs die Vorhaut ab. Ohne Betäubung. Ohne medizinische Vorsichtsmaßnahmen. Eine obskure religiöse Begründung wird mitgeliefert. Ohne, daß das Opfer eingewilligt hätte. Es wird einfach bestimmt.

Nun diskutiert die politische Führungsspitze von mehreren Nationen darüber, ob das rechtlich in Ordnung ist oder nicht. Ob das mit Betäubung in Ordnung ist oder nicht. Ob das mit Desinfektion in Ordnung ist oder nicht.

Nun ich bin gerade religiös geworden. Meine Religion, die ich eben gefunden und gegründet habe, sagt mir und allen anderen Gläubigen aus rituellen Gründen, wir sollten unseren Kindern und Ehefrauen, nur diesen natürlich, nicht den Männern, den wahren Menschen, das linke Ohr abschneiden. Wir werden natürlich betäuben und desinfizieren!

Aber das Ohr muss weg, mein Gott sagte mir, ist das Ohr weg, dann kann es nicht mehr jucken, genau so wie die anderen Ungläubigen die Vorhaut entfernen, damit es (länger) juckt. Ich bin da auch nicht bereit, darüber zu diskutieren, es ist Gottes Wort. Ich folge nur.

Ich bin sicher die Gesellschaft versteht das, sie versteht es zwar noch nicht, aber wir haben immerhin Religionsfreiheit im Lande.

Diese anderen aber, die ihre Kinder genital verstümmeln, wie sind die denn drauf? Die klauen Ihren Jungs doch so vieles.

Das ist mit unseren Ohren alles anders, das hat einen tieferen Sinn. Das bringt Heil über die Welt…

Das aus der Cuiserystrasse gestohlene Fahrrad ist wieder aufgetaucht. Dank der knalligen Farbe fand es auf verschlungenen Wegen zu seinem alten Besitzer zurück. Diese verschlungenen Wege sind es wert, in diesem kleinen Artikel beschrieben zu werden.

Also chronologisch.
Das Fahrrad wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag geklaut.
Sonntags Besuch bei der Polizei in Bad Dürkheim.
Anzeige wurde da noch keine erstattet, da der Papierkram noch ausgefüllt werden musste.
Trotzdem ruft dann die Polizei Neustadt an und teilt mit Rad gefunden. WIE DAS?!?! Ohne den Namen des Eigentümers, ohne dass das Fahrrad zur Fahndung ausgeschrieben war.

Der Dieb, ein fünfzehnjähriger Neustädter, konnte wohl nicht an sich halten und fuhr mit dem Rad zur Schule.

Ein Lehrer mit Ahnung von Rädern sah den Burschen auf dem außergewöhnlichen Vehikel und wusste auf Grund des sozialen Hintergrundes des Delinquenten, daß dieser sich ein solches Rad nicht leisten konnte und sprach ihn an.
Dieser sagte es sei von seiner Oma geschenkt, flitzte aber davon.
Worauf der Lehrer die Polizei verständigte.

Auf dem Rad war ein Aufkleber unseres tollen Wachenheimer Fahrradgeschäftes BellaBici.
Die Polizei ruft dort an und fragt ob das Rad bekannt sei.
BellaBici gibt die Telefonnummer des Kunden weiter.

Das wars. Manchmal ist das Leben doch pink und freundlich.

Natürlich gibt es am Fahrrad noch einen Schaden, der nicht unerheblich ist. Der 15 jährige hat nichts auf der Kante, aber dafür voll einen an der Latte, weshalb er das gute Teil völlig demoliert hat. Normalerweise deckt die Hausratversicherung Diebstahl ab, jetzt ist das Ding wieder da und dann noch kaputt.

Werden die Reparaturkosten von der Versicherung ersetzt werden?
Kann der Delinquent belangt werden?
Bleibt der Eigentümer und Geschädigte auf seinen Kosten sitzen?

Es bleibt spannend. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist in der Cuiserystrasse von der Einfahrt eines Einfamilienhauses ein sehr hochwertiges und auffallendes Mountainbike entwendet worden. Der Tatzeitpunkt ist wohl zwischen 01.00 Uhr und 07.00 Uhr morgens anzunehmen.

Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein sehr hochwertiges und vor allem sehr auffallendes Rad der Firma Müssing. Die Lackierung ist in knallpink, mit einer weißen Sattelstange und einem weißen Lenkeraufbau. Die Lenkergriffe und der Sattel sind schwarz. Die gefederte weiße Gabel ist von Fox und der Sattel von SQ Lab. Eine weitere Besonderheit ist die 29″ Bereifung.

Für Hinweise jeder Art können Sie sich unter den im Blog angegebenen Kontaktdaten melden.

Der Eigentümer setzt eine Belohnung von €200, – für sachdienliche Hinweise, bzw. das Wiederabliefern des Fahrrades aus.

Ja, wir hatten sowohl spektakulärere als auch spekulativere Überschriften. Aber es geht ja auch um nichts anderes als ein Fahrradtrikot. Ganz ohne parteipolitischen Grabenkampf, ohne städtebauliche Auswirkungen – einfach nur ein Radtrikot.
Die Idee dazu entstand schon im Mai 2011. Damals fuhren 12 Wachenheimer beim Lambrechter Gäsbock, dem kultigen Mountainbike Marathon, mit. Damit stellten wir  mit den Lauterer und den Lambrechter Bikern das größte Kontingent. Allerdings musste man in die Teilnehmerliste blicken, um das wahrzunehmen. Vielen anderen Radlern konnte man am Trikot ablesen, wo sie herkommen. Und zwar nicht nur bei Vereinsfahrern. Und so kam an der letzten Verpflegungsstelle bei Kölsch und Käse die Idee auf, ein Wachenheimer Trikot zu fabrizieren.

Das hat zugegebenermaßen etwas gedauert. So ein Trikot ist eine nette Sache, aber es schafft es einfach bei niemandem, sich in der Prioritätenliste einen der vorderen Plätze zu erkämpfen. Egal. Nachdem die Stadtwerke großzügig als Hauptsponsor im Boot waren, die radsportafinen Jürgen Zimmermann und Klaus Hambel mit einstiegen, die Sektkellerei ebenfalls und das Bella Bici neben einem Batzen Sponsorengeld auch das Handling mit dem italienischen Hersteller übernimmt, hat sich ein Design herauskristallisiert, mit dem ich dann tatsächlich gestern 30 Trikots bestellen konnte. Der Link führt zu einem Bild vom Trikot für Wachenheimer Radsportler und Radsportlerinnen: _WACHENHEIM_MMC_ARTWORK

26 der 30 Trikots sind schon vergeben. Das gute Stück ist ein tailliert geschnittenes Trikot. Sehr gute Qualität, durchgehender Reißverschluss, drei Taschen am Rücken. Dank der Sponsoren bekommen wir das Teil für 36,20 Euro (ist der Stand der Dinge). Ab 30 Trikots waren die Graphik-Kosten inklusive, daher sind vier Trikots noch zu haben. Zwei davon in L, zwei davon in XL. Alle Interessierten: Ihr habt jetzt wohl etwa sechs Wochen Zeit, es euch zu überlegen – solange dauert die Produktion wohl mindestens. Natürlich können sich schnell entschlossene hier per Kommentar melden oder direkt bei mir.

Sobald die Trikots fertig sind, schreibe ich ein Rundmail, und dann kann jede und jeder sein Trikot beim Bella Bici abholen und auch dort bezahlen. Also, wer immer schon dachte, Radfahren sei eigentlich ein schöner Sport (ist es wirklich), aber ohne Doping sei das ja alles für die Katz (ist es auch, jedenfalls, wenn man Profi ist oder werden möchte), dann ist dieses Trikot doch wohl der letzte Anstoß, der noch fehlte. Ach so, und ein Rad noch, aber das kriegen wir nicht so leicht gesponsort…

Man muss das Leben von der virtuellen Realität, an sich ein Paradoxon, in die reale Realität, schöne Tautologie, bringen.

So heisst es jedenfalls immer. Daß sich dies nicht immer trennen lässt, bzw. ineinander verzahnt ist, konnte ich kürzlich am eigenen Leib erfahren.

Ich ging mit meiner Familie auf die sogenannte After Work Party im Isegrimm Hof in Ungstein. An einem Tisch, an dem zufälligerweise ein ehemaliger Kollege, den ich ewig nicht gesehen hatte, ebenfalls mit Familie, von mir saß, fanden wir noch Platz, und bei Schorle und Käseplatte, bei der man übrigens das Brot extra bezahlen musste!!, kamen wir so ins Reden.

Im Laufe des Gesprächs kam das Thema auf Wachenheim, Kommunalpolitik, Supermarkt usw. Auch wurde von der Ehefrau die Berichterstattung unserer Rheinpfalz bemängelt, die doch sehr eindimensional sei. Ich konnte dann natürlich nicht umhin, ohne mich vorerst zu outen, nach dem Wachtenblog zu fragen, ob der denn bekannt sei.

Na ja, die Antwort war nicht unbedingt so, wie ich mir das gewünscht oder vorgestellt hatte. Es gab die volle Breitseite. Provinziell, ahnungslos waren da noch die harmloseren Dinge. Ich versuchte dagegen anzudiskutieren, aber ich drang mit meinen Argumenten nicht gegen die Vehemenz der Ablehnung durch.

OK, das muss man schlucken. Kennen wir ja.

Im weiteren Verlauf kamen dann die typischen Fragen, wenn man sich jahrelang nicht gesehen hat. Ich stellte die Frage, nach dem Beruf, bzw. dem Job der Ehefrau meines Exkollegen.

Und da schloss sich der Kreis, Strom floss und meines Unverständnis wandelte sich, mit einem Lächeln, in Verständnis für die vehemente negative Beurteilung unseres kleinen Blogs.

Der Arbeitsplatz der Frau meines ehemaligen Kollegen ist bei den Pfalzwerken, 123 Strom oder so. Und man war sich schon ein Mal auf dem Blog begegnet, indirekt eigentlich, aber doch direkt. Bei der Diskussion um Strompreis und Schwimmbad war sie führend mit im Team der Pfalzwerke, das in der Pressearbeit gegen meinen lieben Mitblogger Achim argumentierte.

Es war dann noch ein schöner Abend, der mit einigen Schorle und der Erkenntnis zu Ende ging, daß auch Ablehnung eine Form der Wertschätzung sein kann. Und dass es eine Realität neben dem Netz gibt, in der man sich begegnet, in die Augen schaut, und trotz verschiedener Meinungen viel Spaß miteinander haben kann.