Man muss das Leben von der virtuellen Realität, an sich ein Paradoxon, in die reale Realität, schöne Tautologie, bringen.

So heisst es jedenfalls immer. Daß sich dies nicht immer trennen lässt, bzw. ineinander verzahnt ist, konnte ich kürzlich am eigenen Leib erfahren.

Ich ging mit meiner Familie auf die sogenannte After Work Party im Isegrimm Hof in Ungstein. An einem Tisch, an dem zufälligerweise ein ehemaliger Kollege, den ich ewig nicht gesehen hatte, ebenfalls mit Familie, von mir saß, fanden wir noch Platz, und bei Schorle und Käseplatte, bei der man übrigens das Brot extra bezahlen musste!!, kamen wir so ins Reden.

Im Laufe des Gesprächs kam das Thema auf Wachenheim, Kommunalpolitik, Supermarkt usw. Auch wurde von der Ehefrau die Berichterstattung unserer Rheinpfalz bemängelt, die doch sehr eindimensional sei. Ich konnte dann natürlich nicht umhin, ohne mich vorerst zu outen, nach dem Wachtenblog zu fragen, ob der denn bekannt sei.

Na ja, die Antwort war nicht unbedingt so, wie ich mir das gewünscht oder vorgestellt hatte. Es gab die volle Breitseite. Provinziell, ahnungslos waren da noch die harmloseren Dinge. Ich versuchte dagegen anzudiskutieren, aber ich drang mit meinen Argumenten nicht gegen die Vehemenz der Ablehnung durch.

OK, das muss man schlucken. Kennen wir ja.

Im weiteren Verlauf kamen dann die typischen Fragen, wenn man sich jahrelang nicht gesehen hat. Ich stellte die Frage, nach dem Beruf, bzw. dem Job der Ehefrau meines Exkollegen.

Und da schloss sich der Kreis, Strom floss und meines Unverständnis wandelte sich, mit einem Lächeln, in Verständnis für die vehemente negative Beurteilung unseres kleinen Blogs.

Der Arbeitsplatz der Frau meines ehemaligen Kollegen ist bei den Pfalzwerken, 123 Strom oder so. Und man war sich schon ein Mal auf dem Blog begegnet, indirekt eigentlich, aber doch direkt. Bei der Diskussion um Strompreis und Schwimmbad war sie führend mit im Team der Pfalzwerke, das in der Pressearbeit gegen meinen lieben Mitblogger Achim argumentierte.

Es war dann noch ein schöner Abend, der mit einigen Schorle und der Erkenntnis zu Ende ging, daß auch Ablehnung eine Form der Wertschätzung sein kann. Und dass es eine Realität neben dem Netz gibt, in der man sich begegnet, in die Augen schaut, und trotz verschiedener Meinungen viel Spaß miteinander haben kann.

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