Ende Oktober 1940 wurden sieben Wachenheimer von den Nazis ins französische Lager Gurs (an Fuß der Pyrenäen) deportiert. Warum? Weil sie nicht Christen, sondern Juden waren. Fünf von ihnen starben später in Konzentrationslagern.

Die Wachenheimer waren sieben von über 6500 Menschen, die aus Baden und der Pfalz stammten, und am 21./22. Oktober 1940 leichtes Gepäck und 100 Reichsmark zusammenpacken mussten, um mit Zügen weggeschafft zu werden. Das alles geschah im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion, benannt nach den Gauleitern von Baden und der Pfalz. Die beiden meldeten dann auch prompt stolz, dass ihre Gaue als erste im Reich „judenfrei“ waren. Ein trauriges Vorreitertum der Pfalz. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar.

Wachenheimer Bürger nehmen den 74. Jahrestag der Reichsprogromnacht vom 9. November 1938 zum Anlass, den sieben verschleppten Wachenheimer zu gedenken. Sie treffen sich dazu morgen, Freitag, um 18 Uhr am jüdischen Friedhof im Römerweg. Michael Wendel wird an die Wachenheimer erinnern, die damals ihres Glaubens wegen nicht mehr in unserem Städtchen weiterleben durften.

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