Oktober 2013


Wie heute bekannt wurde ist der Chef der NSA, der National Swig Association, Keith Alexander, zu Gast in Wachenheim. Er trifft sich mit dem Geschäftsführer eines sehr renommierten Weingutes um die Vorgehensweise einer gesellschaftsübergreifenden und umfassenden Spionierattacke zu besprechen.

Das Weingut selbst ist an die NSA herangetreten, nachdem eine Riesling Spählese vom Weingut entwickelt worden war.

Man darf gespannt sein, wie sich der Prädikatswein am Markt etablieren lässt. Erste Einsätze dürfte der edle Tropfen bei einem Staatsbankett erfahren, das anlässlich des Besuches des Französischen Präsidenten Hollande gehalten werden wird.

Der Bürgermeister zeigt sich zuversichtlich, dass die NSA ein eigenes Vertriebszentrum in Wachenheim bauen wird. Man sagt es solle sogar das Pfortenstück werden. Was natürlich mit dem Supermarkt Im Bischofsgarten der ganz grosse Wurf wäre.

Der Wein zeichnet sich durch eine hervorragende Zungenlöslichkeit aus. Ein kleines Richt-Mikro mit Kamera soll im Korken versteckt sein, was auch zu einer Renaissance der Naturkorken führen dürfte, da diese modernste Technik keine Glaskorken zulässt.

Eine Flasche dieses Edlen Tropfens ‚Wachenheimer Schmierenstück‘ soll um die 11 Euro Kosten. Die Erlöse und Spenden der NSA fliessen in den Ausbau der Ringstrasse.

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag eines Lesers, den wir gerne veröffentlichen. Ursprünglich ist es ein Protestbrief an die Verleger des neuen Telefonbuchs für den Bereich Neustadt a.d.Weinstrasse, den Telemedia-Verlag.

Die absolut verständliche Entrüstung wird einem klar, wenn man aufmerksam das Deckblatt des Telefonbuches beschaut, welches mit Werbung versehen ist. Dort prangt bei näherem Hinsehen ‚Combat Support’also Schlacht- oder Gefechtsunterstützungs- Werbung für eine Firma, die mit Waffenhandel ihr Geld verdient. Zynischerweise ist diese Werbung dann noch zwischen den Werbungen mehrerer Bestattungsinstitute platziert.

Ob es da Absprachen gibt?

Zitat: „Sehr geehrte Damen und Herren,

mit heutiger Post erhielten wir neu ‚Das blaue Telefonbuch‘ 2013/2014 für
Neustadt an der Weinstraße und Umgebung. Beim Blick auf das Deckblatt
traute ich meinen Augen nicht. Im Zentrum der Seite prangt eine Werbung für
‚Sniper – Modern Combat Support‘.

Ich möchte Ihnen nicht unbedingt unterstellen, dass Sie sich der Bedeutung
der in dieser Werbung verwendeten Begriffe klar sind. Sofern allerdings
doch dürfen Sie sich getrost als schamlos schätzen. Eine Massenpublikation
wie das Telefonbuch an exponiertester Stelle (Deckblatt) als Werbeträger
für Waffenhändler missbrauchen zu lassen, noch dazu mit Attributen, die
darauf hindeuten, dass der Werber auf eine Clientel mit kriminellen
Absichten zielt, muss als äußerst verantwortungslos bezeichnet werden und –
sofern wissentlich geschehen – als skrupellos. Konsequenterweise haben Sie
auf den benachbarten Anzeigenfeldern denn auch, gewiss ohne deren Wissen
in wessen Nachbarschaft sie sich befinden, Bestattungsinstituten wie
‚Hetterling‘, ‚Deckert‘ oder ‚Trauerhilfe Stier‘ solchen Firmen Plätze
eingeräumt, die sich dann der Opfer der Nutzer von ‚Sniper‘ – Produkten
annehmen könnten.

Sind Sie der Auffassung, dass wir der Zivilbevölkerung
Gerätschaften/Kleidung für Heckenschützen oder Gefechte anbieten müssen?

Man kann Ihnen nur dringend empfehlen, vor Annahme derartiger Anzeigen sich
auf Ihre ethischen Pinzipien zu besinnen und zu überprüfen, ob Sie es
verantworten können, der Gesellschaft solche Werbung zuzumuten.

Hochachtungsvoll

Pünktlich zur anstehenden Sperrung der B271 und der damit verbundenen Umleitung des Verkehrs über die „Alte Weinstrasse“ hat sich irgendein genialer Amtsschimmelkopf, entweder in Wachenheim oder in Neustadt, einen tollen Weg überlegt Wachenheim verkehrstechnisch zu blockieren!

Am Ortsausgang Richtung Forst gibt es jetzt neue Parkgelegenheiten. 4 Parkplätze, 2 in jede Fahrtrichtung ‚Höhe kleiner Bürklin Park, gegenüber der Villa‘, die sehr eng beieinander gegenüber liegen, sodaß man Schlangenlinien fahren muss und der Verkehr verlangsamt wird.

Eigentlich eine tolle Sache, jedoch ist der Zeitpunkt mehr als dabbisch gewählt, da die Anwohner in den nächsten Monaten, wenn der 271er Verkehr umgeleitet durch Wachenheim rollt, richtig ‚Spass‘ haben werden.

Noch dabbischer war allerdings die ursprüngliche Lage der Parkplätze. Faktisch direkt an der Kreuzung/Einmündung der Ringstrasse. Damit hätte man drei Straßen blockiert. Und eine Grundstückseinfahrt.

Die übermalten, da schon angelegten, Parkbuchten kann man in Form von schwarzer Farbe bewundern.

Ein auf Asphalt gemaltes Monument bürokratischer Dummheit!

Torsten Bechtel!
„Wer ist Torsten Bechtel?“
„Torsten Bechtel war Wachenheims Steuermann,
aushielt er, bis er REWE gewann,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron‘,
er gab sein Amt für uns, unsre Liebe sein Lohn.
Torsten Bechtel.“

Und nun zum Original:

Die „Schwalbe“ fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
von Detroit fliegt sie nach Buffalo –
die Herzen aber sind frei und froh,
und die Passagiere mit Kindern und Fraun
im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
und plaudernd an John Maynard heran
tritt alles: „Wie weit noch, Steuermann?“
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
„Noch dreißig Minuten … Halbe Stund.“

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei –
da klingt’s aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
„Feuer!“ war es, was da klang,
ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
am Steuer aber lagert sich´s dicht,
und ein Jammern wird laut: „Wo sind wir? wo?“
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. –

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
der Kapitän nach dem Steuer späht,
er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
aber durchs Sprachrohr fragt er an:
„Noch da, John Maynard?“
„Ja,Herr. Ich bin.“

„Auf den Strand! In die Brandung!“
„Ich halte drauf hin.“
Und das Schiffsvolk jubelt: „Halt aus! Hallo!“
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. – –

„Noch da, John Maynard?“ Und Antwort schallt’s
mit ersterbender Stimme: „Ja, Herr, ich halt’s!“
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
jagt er die „Schwalbe“ mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell’n
himmelan aus Kirchen und Kapell’n,
ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
und kein Aug‘ im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
mit Blumen schließen sie das Grab,
und mit goldner Schrift in den Marmorstein
schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:

„Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
hielt er das Steuer fest in der Hand,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.“

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.

Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!

Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.

Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen!

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behen
de!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Mine! welche Blicke!
O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.

Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.

Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!

Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!
Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!

Herr und Meister! hör mich rufen!

Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“

Es scheint der Herbst entwickelt sich irgendwie zu einem literarischen Herbst auf dem Wachtenblog. Erst Max mit seinem Gedicht, nun ein hölderlinsches Fragment, das irgendwie sehr gut zu unserer Wachenheimer Politik passt. Vielleicht werden dadurch auch die anderen Blogger und einige Leser animiert, etwas zum Besten zu geben:

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So kam ich unter die Deutschen.Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden.Demütig kam ich, wie der Heimatlose blinde Ödipus zum Tore von Athen, wo Ihn Götterhain empfing und schöne Seelen ihm begegneten.

Wie anders ging es mir!

Barbaren von Alters her, durch Fleiss und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tief unfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede geartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes – das, mein Bellarmin, waren meine Tröster.

Es ist ein hartes Wort und dennoch sag ich's, weil es Wahrheit ist:

Ich kann kein Volk mir denken, das zerissner wäre wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen. Denker, aber keine Menschen. Priester, aber keine Menschen. Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und Glieder zerstückelt aufeinander liegen, indessen das vergossne Lebensblut im Sande zerinnt?

Ein jeder treibt das Seine, wirst du sagen und ich sag es auch.

Nur muss er es mit ganzer Seele treiben, muss nicht jede Kraft in sich ersticken, wenn sie nicht gerade zu seinem Titel passt, muss nicht mit dieser kargen Angst, buchstäblich heuchlerisch das, was er heisst, nur sein, mit Ernst, mit Liebe muss er das sein, was er ist, so lebt sein Geist in seinem Tun, und ist er in ein Fach gedrückt, wo gar der Geist nicht leben darf, so stoss er's mit Verachtung weg und lerne pflügen.

Deine Deutschen aber bleiben gerne beim Notwendigsten und darum ist bei ihnen auch so viele Stümperarbeit und so wenig Freies, Echterfreuliches. Doch das wäre zu verschmerzen, müssten solche Menschen nur nicht fühllos sein für alles schöne Leben, ruhte nur nicht überall der Fluch der gottverlassnen Unnatur auf solchem Volke.

Mein Hund hat in den Wald geschissen,
im Sommer ist das kein Problem.
Doch im Herbst, das müsst ihr wissen,
kann man Scheiße ganz schwer seh’n.

Ganz viel Laub ist auf dem Boden,
hoffentlich tret‘ ich nicht rein.
Da ist er! Und jetzt aufgehoben!
Kann nicht wieder Sommer sein?

Ich danke allen Hundebesitzern, die auch im Wald die Ausscheidungen ihrer Hunde von den Wegen entfernen.
Und verfluche die, die es nicht machen…

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