Tatsächlich haben wir Wachenheimer am 25. Mai bei der Wahl zum Bürgermeisteramt die Wahl. Edith Mahler oder Torsten Bechtel.

Die meisten Ziele von Frau Maler finden sich auch in den Programmen aller zur Wahl stehenden Parteien und Vereine: Förderung der Jungen und Alten, der Vereine, des Tourismus und der Innenstadt und natürlich Gewerbeansiedlung. Wahrscheinlich stand das meiste auch schon vor fünf Jahren in allen Programmen. Aber da keines dieser Ziele schlecht ist, ist ja nichts Schlechtes dabei.

Ein paar Sätze laufen aber an meiner Wahrnehmung der Wachenheimer Realität vorbei. So sagt Frau Mahler, dass der Supermarkt im Pfortenstück am Streit im Stadtrat gescheitert ist. Ich meine mich zu erinnern, dass die deutliche Ablehnung in der Bevölkerung keine Rolle dabei spielte. Die hat dann nur bei den Wahlen den Ausschlag gegeben. Der Stadtrat hatte mit knapper Mehrheit für den Markt gestimmt und hätte es auch gegen noch so viel Widerstand im Rat und bei den Leuten durchgezogen. ABER der Denkmalschutz hat das Projekt gekippt.

Das folgende Wahldesaster hat die FWG noch nicht verarbeitet und boykottiert seither vieles über den Verbandsgemeinderat. Ob da eine unabhängige Kandidatin irgendwas ändern würde? Nur, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ändern würden. Das hieße aber nicht mehr Konsens, sondern nur andere Mehrheiten bei gleichem Dissenz.

Und das Verhältnis zum VG Rat hat ja nun mal nicht die Stadt verschlechtert. Wenn der VG Rat zum ersten Mal einem Stadtratsbeschluss nicht folgt, muss wohl davon ausgegangen werden, dass der VG Rat mit der FWG geführten Koalition der Unwilligen hier den Unfrieden gebracht hat.

Und Unabhängig ist ein schöner Begriff. Aber die Nähe zu WBL2014, die kein ungetrübtes Verhältnis zu Wahrheit und deren Kolportation unterhält, und zur FWG, die schon zu Pfortenstück-Zeiten etwa behauptete, dass der REWE Ende 2008 schließt und daher dringend ein neuer Supermarkt ins Pfortenstück muss, dass man dann auch die Friedelsheimer Strasse für LKWs sperren würde, ist doch schon sehr groß.

Wie hier schon in Kommentaren zu lesen war, die FWG hatte 30 Jahre Zeit, Wachenheim zu entwickeln. In dieser Zeit hat sich Deidesheim prächtig entwickelt, Wachenheim nicht so arg. …Doch halt, jetzt übersehe ich, dass Frau Mahler ja nominal gar nicht in der FWG ist.

Wie dem auch sei, der Streit im Rat wird auch nach den Wahlen trotz sehr ähnlicher Ziele weiter gehen. Zu sehr wird gerade über Facebook von einem alten Bekannten in der Demagogen-Szene ein Lagerwahlkampf aufgezogen. Zwar wissen die meisten, wie sie das nehmen müssen, sobald sie wissen, von wem es kommt. Doch das, was dort die gute Seite der Macht sein soll, ist in ihren Publikationen auch nicht viel besser. Ein Miteinander nach der Wahl wird so nicht leichter.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich Frau Mahlers Flyer dann doch wohltuend. Sie zeigt nicht mit Fingern auf  „die Bösen“, sondern wirbt für ihre Positionen. Und eine richtige Wahl wird es erst durch zwei.

 

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