Nachdem ich alle Infobroschüren ausgiebig studiert, mich mit den Inhalten und Wahlversprechen intensiv beschäftigt und auch mit vielen darüber diskutiert hatte, war es dann so weit. Meine Briefwahlunterlagen waren bereit, von mir ausgefüllt zu werden. Zur Stadtratswahl Wachenheim stehen sechs, für die VBG Wachenheim vier Parteien/Listen mit ihren jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten, 96 für den Stadtrat und 96 für den VBG-Rat.

Ach so, zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt haben wir ja auch noch.

Das große Nachdenken begann, wie soll ich denn nun?

So wie ich den Wahlkampf bisher wahrgenommen hatte war klar, eine Partei/Liste alleine kommt nicht in Frage. Dafür sind mir die Wahlversprechen zu pauschal, praktisch nicht mit Lösungsansätzen versehen und teils ziemlich abenteuerlich. Von der Finanzierbarkeit und den wenigen realistischen Chancen auf Umsetzung mal ganz abgesehen. Was blieb war eine echte Glaubenskrise.

Also doch noch einmal darüber schlafen.

Am nächsten Abend habe ich mir dann die jeweiligen Listen bzw. Kandidaten und Kandidatinnen genauer betrachtet, ihr politisches Wirken aus der Vergangenheit beleuchtet und auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüft. Sachlich, nüchtern und nur für mich persönlich bzw. meiner subjektiven Einschätzung nach. Anschließend habe ich alle in eine imaginäre Liste gepackt und unabhängig ihrer Partei- bzw. Listenzugehörigkeit meine Stimmen vergeben.

Was am Ende dabei heraus kam, hat mich dann selbst doch erstaunt.

Aber, so könnte unser schönes Wachenheim vielleicht doch eine Zukunft haben.

Ich habe meine Wahlpflicht als Bürger sehr gewissenhaft erfüllt.

Bleibt zu hoffen, dass die Menschen die ich gewählt habe, ihre Sache genau so gewissenhaft erledigen.

Die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.

 

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