Nach der Papierflut am Wochenende – die Pfadfinder sollten gleich am Wochenende nach der Wahl eine Altpapiersammlung starten – hebt sich eine Stadtratsfraktionen durch Ressourcen schonenden Umgang mit dem Beschreibstoff hervor: die SPD. Ja, es gibt reichlich Plakate im Stadtgebiet, die außer dem Mannschaftsfoto allesamt weder mit Europa noch mit Wachenheim zu tun haben. Doch zur Wachenheimer Wahl ist jedenfalls zu mir bisher nur ein doppelseitig bedrucktes Blatt gedrungen, eingelegt in den Kommunalreport.

Die Ziele, die Wachenheims Genossen dort auflisten, unterscheiden sich von denen der anderen Parteien und Gruppen zunächst durch das jedem Punkt vorangestellte rote Quadrat. Auch bildlich finden wir wieder die Stadtmauer und den Spielplatz der Pusteblume. ABER anders als bestimmte Vereine bleibt die SPD im Ton sachlich und beschränkt sich auf die Darstellung der eigenen Positionen.

Dass sich dabei kein alleinstellender Punkt findet, ist wirklich kein Problem. Zumal wir ja ahnen, dass nach den Wahlen trotz vieler gleicher Ziele der Zwist im Rat weiter gehen wird.

Das leidige Thema Supermarktstandort bekommt im Kommunalreport der SPD einen eigenen Artikel. Das macht Sinn, da die SPD im Verbandsgemeinderat ja zur Koalition der Bischofsgartengegner zählt. Hier macht sich Klaus Huter für den Standort Königswingert stark. Da frage ich mich, ob es Geheimwissen ist, dass auch der Investor, der für REWE in Wachenheim bauen will, an diesem Standort sehr interessiert war? Tatsächlich, so seine Aussagen mir gegenüber, hat er bei den Besitzern der Wingerte angefragt, um mit ihnen Optionsverträge abzuschließen. Allerdings verlangten diese 150 Euro aufwärts pro Quadratmeter. Zusätzlich zu den beträchtlichen Kosten für den Erdaushub – damals hieß es beim Kreis es noch, dass oberhalb des Kreisels bestenfalls ein auf Straßenniveau eingegrabener Markt genehmigungsfähig sei – war damit für den Investor der Königswingert nicht mehr betriebswirtschaftlich realisierbar. Er sprach von rund 50% über dem Limit. Jetzt sagen SPD und FDP – mit Recht – die wirtschaftlichen Belange eines Unternehmens seien nicht Grundlage ihrer Entscheidung. Jedoch müssen doch beide wissen, dass ein Neubau am Königswingert ziemlich unrealistisch ist. Beinahe so unrealistisch wie ein Supermarkt zwischen Friedelsheim und Gönnheim.

Und warum EIN Supermarkt an EINEM Ortsrand für die Erreichbarkeit besser sein soll als ZWEI Supermärkte an ZWEI Ortsrändern, muss mir Herr Huter mal erklären. Integriert ist der Standort nur, weil das Ortseingangsschild 50 Meter vor dem Kreisel steht.

 

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