Die Weihnachtszeit ist fast vorbei, die Bürgermeisterwahl der Verbandsgemeinde ist Geschichte und das Leben geht wieder seinen beschaulichen oder auch nicht so beschaulichen Gang. Die Tage werden länger. Der schöne Alltag hat uns alle wieder.

Nun ist Wachenheim Mitglied einer Verbandsgemeinde. Zusammen mit Friedelsheim, Ellerstadt und Gönnheim. Die Reihenfolge der Aufzählung geschah willkürlich, Wachenheim wurde als erste Stadt genannt, da ich als Wachenheimer aus Wachenheimer Sicht schreibe. Diese Verbandsgemeinde hat gewählt. Einen gemeinsamen Bürgermeister und Leiter der gemeinsamen Verwaltung.

Die Wahl ist eindeutig zu Gunsten von Herrn Kittelberger ausgefallen, zu dessen Sieg ich ihm aufrichtig gratuliere. Was mir während des Wahlkampfes besonders auffiel, war der Eindruck, daß der Wahlkampf oftmals als Lagerwahlkampf dargestellt und wahrgenommen wurde. Lagerwahlkampf nicht im Sinne der politischen Lager, na ja vielleicht doch ein bisschen, aber vorwiegend wurden die Ortschaften gegenseitig ins Feld geführt, als wäre irgendwo eine unsichtbare Demarkationslinie gezogen und wir wollten uns gegenseitig die Wingert klauen.

Diese persönliche Wahrnehmung der Situation zwischen ‚den‘ Gemeinden brachte mich zum Grübeln, was denn so an Gemeinsamkeiten vorhanden sei, bzw. welche Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden könnten. Oder welche Unterschiede gibt es. Vielleicht der einfachere Anfang.

Die Einwohnerzahl, Supermärkte pro Kopf, Köpfe pro Supermarkt, gereinigtes Wasservolumen pro Kläranlage, Höhenlage, Anzahl der Männer und Frauen pro Dorf, Kinder pro Kopf. Die Statistik ist bekanntlicher Weise eine Hure und die Mathematik ihr Freier.
Insofern erachte ich diese Kennzahlen als sinnlos und wenig aussagekräftig. Und es hat mich bei meinem Grübeln nicht weiter gebracht.

Als Pfälzer kamen mir dann relativ schnell die Weinfeste in den Sinn! DIE Weinfeste. Wachenheim hat eins, Gönnheim hat eins, Friedelsheim hat eins und Ellerstadt logischerweise auch. Wir haben aber auch alle exquisiten Wein. Selbst beim feiern fällt es mir schwer eine, blöder Anglizismus, Corporate Identity zu finden.

Streiten, diskutieren(dischbidiere) können wir alle und gut! Das tun wir auch regelmässig, wie o.g., zu Wahlen, über Supermärkte, Strassen, Kosten, Verteilerschlüssel etc.etc.
Aber da haben wir ja auch einen Platz dafür, an dem man sich regelmässig treffen und streiten kann. Den Verbandsgemeinderat. Eben mit Herrn Kittelberger als Bürgermeister. Der Rat ist wichtig für ein Miteinander, einen Konsens, damit wir Bürger alle eine gemeinsame Basis haben, bzw. diese von unseren gewählten Vertretern für uns geschaffen wird.

Warum haben wir eigentlich dann kein Verbandsgemeinde-Fest? Bei dem wir alle zusammen ab der alltäglichen Diskussion die Weinseligkeit oder sonstige Dinge austauschen. Es gibt sogar schon einen kleinen Bruder davon. Das VG-Fussballturnier. Das könnte man doch mal als Basis für etwas grösseren nehmen. Es gibt ja nicht nur Fussball oder Sport. Es gibt Musik, Theater und viele andere kulturelle Dinge mehr.

Kann man die nicht zusammenfassen oder ausbauen?

Klar, ist ein grosser Klopper, aber eine Olympiade beschreibt ja auch einen Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen, da man einige Zeit braucht diese ganze Arie zu organisieren.

Der Gedanke, der sich bei mir gegründet hat ist also ein Verbandsgemeindefest mit allem Zipp und Zapp. Alle 4 Jahre grosses gemeinsames Theater, wie bei den Wahlen. Fast wie bei den alten Griechen und ihren Polis. Wenn so etwas mal zu Stande käme, fühlte ich mich gleich wie bei den Galliern, am Schluss sitzt man immer zusammen und feiert, Franzosen eben. Die feiern schon und wir streiten noch!

Und wenn es nur einmal klappen könnte, nur einmal. Bevor wir alle Deidesheimer werden. Nur um denen zu zeigen wo der Bartel de Moscht holt.

Uups. jetzt fange ich ja schon wieder …

Advertisements