April 2015


„Wenn weelschen du fer de neie Kittelberger? Doch de Beschtel?“

„Ah, denn konnscht doch net weehle, des is doch en Leerer. Unn der is doch schunn Birgermeeschder vun Wachrem. Unn zweemohl Birgermeeschder, des geht jo gar net. Unn die hamm doch gsacht, dass mer do verwalde kenne muss, des is awwer kenner wo verwalde kann, weils ewe än Leerer is. Unn der is mir sowieso uhoimlich, der werd vunn Waalkompf zu Wahlkompf jinger, zuminneschd uff de Plagaade!“

„Also weelscht donn doch die onner? Die Stegmonn?“

„Ah, die konnscht doch net weehle, die is kännie vun do. Des is ä zugezoginie. Unn donn noch vun hinnedrause, so ä Schlabbefliggerin. Oah, her mer bloos uff. Die konn zwar verwalde, awwer obb des als Birgermeeschderin longe duud? Isch wees net, do muschd doch a was vermiddle kenne. Fascht so wien Leerer! Unn die is mir sowieso uhoimlich, ich glaab die will Brahliene verkaafe odda Mussig mache, zuminneschd uff de Plagaade! Unn in de Zeidung wees die nedd, wie alld se is, die macht sisch ellder.“

„Also weelscht donn doch die gonz onner? Die Blaul!“

„Ah, die konnscht doch net weehle, die wees jo sellwer net warum! Die konn a bissel verwalde unn is vun do, awwer des hoscht doch ah gelese, die wees eschd net, warum die Birgermeeschderin werre will. Des hot se demm Schurlanist net vermiddle kenne! Unn die is mir sowieso uhoimlich, wege dem Noome uff de Plagaade. Do geed doch in Gennem die Poschd abb“

„Uoh her mer wirglisch uff, is des kombliziert. Isch glaab isch muss des werfle, awwer erschd dringk isch än Schorrle, odda zweeh! Des werds donn schunn rischde!“

Mottowahl- Stadtjubiläum Wachenheim-001http://www.2016wachenheim-erleben.de/aktuelles/

Wie oft hören oder sagen wir das:“ ‚Man müsste…‘, oder ‚Wann wird eigentlich mal der Radweg ausgebaut, oder , die Mauer ist seit Jahrzehnten ein Schandfleck‘ etc. etc.?'“ Dies sind Dinge, die vielleicht ein einzelner wahrnimmt, aber die für viele Bedeutung haben.

Speziell als politisch denkender aber nicht agierender Mensch, sind das die Formeln, die es uns im Alltag einfach machen. Schuld sind die anderen, „MAN“ eben, aber MAN SELBST doch nicht. Man gibt die Schuld unbewusst gerade denen, die sich engagieren, die aber die Belange der ‚einfachen Bürger‘ nicht wahrnehmen, oder vermeintlich nicht wahrnehmen. Superbequem, supereinfach. Jeder Beteiligte und Unbeteiligte wird bequem. MAN braucht sich ja nicht zu bewegen.

Jetzt gibt es gerade in der Kommunalpolitik Mittel und Wege, und zwar relativ einfache, sich aktiv an der politischen Gestaltung zu beteiligen. MAN kann in der Tat zu einem ICH werden.

Die Gemeindeordnung sagt:

GemO §§ 16 b

Jeder hat das Recht, sich schriftlich mit Anregungen und Beschwerden aus dem Bereich der öffentlichenVerwaltung an den Gemeinderat wenden. Soweit der Bürgermeister kraft Gesetzes zuständig ist, hat der Gemeinderat ihm die Behandlung der Anregungen und Beschwerden zu überlassen. Zur Erledigung der sonstigen Anregungen und Beschwerden kann der Gemeinderat einen Ausschuss bilden.

DER ANTRAGSTELLER IST ÜBER DIE BEHANDLUNG DER ANREGUNGEN UND BESCHWERDEN ZU UNTERRICHTEN!

Wie MAN sehen kann, ist es ein einfacher Schritt, SICH aktiv politisch einzubringen.

Möchte MAN der ganzen Sache, die einem am politischen Herzen liegt, etwas mehr Würze geben und vielleicht einen höheren Druck ausüben, steht einem das Mittel aus §17 zur Verfügung, der sogenannte Einwohnerantrag.

GemO § 17

Die Bürger und Einwohner, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, können beantragen, daß der Gemeinderat über bestimmte Angelegenheiten der örtlichen Selbstverwaltung, für deren Entscheidung er zuständig ist, berät und entscheidet (EINWOHNERANTRAG). Dem Antrag braucht nicht entsprochen zu werden, wenn dieselbe Angelegenheit innerhalb der laufendenden Wahlzeit des Gemeinderats bereits Gegenstand eines zulässigen Einwohnerantrags war.

Der Einwohnerantrag muss ein bestimmtes Begehren mit Begründung enthalten.
Er muss schriftlich bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden und bis zu drei Personen benennen, die berechtigt sind, den Einwohnerantrag zu vertreten.

Die Zahl der für einen Einwohnerantrag erforderlichen UNTERSCHRIFTEN beträgt:

In Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern 5 von Hundert der Einwohner, jedoch höchstens 120

In Gemeinden mit 3.001 bis 10.000 Einwohnern 4 von Hundert der Einwohner, jedoch höchstens 300

Jede Unterschriftenliste muss den vollen Wortlaut des Einwohnerantrags enthalten. Eintragungen, welche die Person des Unterzeichners nach Namen und Anschrift nicht zweifelsfrei erkennen lassen, sind ungültig.

Ist der Einwohnerantrag zulässig, so hat der Gemeinderat ihn innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Eingang zu beraten und darüber zu entscheiden.

Der Gemeinderat hat die…im Einwohnerantrag genannten Personen zu hören.

Die Entscheidung des Gemeinderates ist…ÖFFENTLICH bekanntzumachen.

Wie heute bekannt wurde sind in Wachenheim neue Überreste aus der Zeit der Römer in unserer Gegend gefunden worden.

Bei den begonnenen Renovierungsarbeiten in und an der alten Winzergenossenschaft sind bei den Sanierungsarbeiten in den Kellergewölben des Anwesens Überreste aus römischer Zeit gefunden worden. Neben Schmuck und Geschirr gäbe es wohl auch Überreste von Mauern und Gebäuden.

Ersten Expertenmeinungen nach könnte an dieser Stelle das oft vermutete Forum vigilacis palatinatus gehandelt haben. Dieses Forum war historischen Quellen nach ein altrömischer Handelsplatz und Zentrum einer historischen Handelsroute vom heutigen Mainz nach Stuttgart.

Durch die augenscheinliche Bedeutung des Fundes und der Einschaltung des Kultusministeriums und dessen zuständigen Stellen, scheint es möglich, dass die weiteren Ausbauarbeiten an dem Gebäude verzögert werden.

In einer ersten Stellungnahme äusserte sich ein ein Ratsmitglied erfreut über diesen Fund, da mit enormen Zuschüssen vom Land zu rechnen sei, um die Arbeiten voranzutreiben.

Vom Eigentümer des Anwesens war bis jetzt keine Stellungnahme zu erhalten.