Mai 2015


Bei diesem Ergebnis wird es wohl eine sehr intensive Nachzählarbeit geben.

Aber: Herr Bechtel hat eine Mehrheit!

Wir gratulieren!

Vor allem auch Frau Stegmann und ihrem Team zu einem sehr guten Wahlkampf!

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Der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wachenheim heißt Torsten Bechtel.

Mit 50,3% oder 26 Stimmen Vorsprung hat er gewonnen.

Damit liegt Gestalten vor Verwalten.

Vier von fünf Wahlbezirken sind ausgezählt. Derzeit führt Birgit Stegmann mit 55,9% vor Torsten Bechtel mit 44,1%.

es fehlt noch der Bezirk Wachenheim 2. Hier sind die meisten Wähler, und es ist eine Mehrheit für Torsten Bechtel zu erwarten.

Es bleibt spannend.

Seit einer guten Stunde sind die Wahllokale geöffnet – Briefwähler haben schon zu Hauf abgestimmt. Dem Vernehmen nach haben noch einmal 300 mehr Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Auch viele, die heute nicht woanders sind. Bleibt ja jedem überlassen. Ich finde es allerdings jedesmal prickelnd ins Wahllokal zu gehen. Macht es einerseits greifbarer und andererseits sitzen im Wahllokal dann endlich mal friedlich vereint Helfer aus allen Lagern und bleiben neutral – so, wie man es sich eigentlich immer wünscht. Also, sollte noch jemand über den Rand der Kaffeetasse hinweg diesen Beitrag lesen, der aus welchen Gründen auch immer nicht den Weg an die Urne auf sich nehmen wollte – bitte hingehen und abstimmen. Wer nicht mitmacht, darf hinterher nicht mosern. Und mosern gehört doch zu unser aller Lieblingsbeschäftigungen. Ich denke da vor allem an die Dauerngrantler, die bemängeln, dass bei der Bürgerbefragung zum Supermarktstandort nur knapp über 30% der Wachenheimer abgestimmt haben, und sie deshalb nicht repräsentativ sei. Doch, ist sie. Alle, die nicht abgestimmt haben, drückten damit aus, dass es ihnen komplett egal ist, ob und wo ein zweiter Markt gebaut werden soll. Und der Rest, der eine Meinung zum Thema ausdrücken wollte, hat das sehr eindeutig getan.

Der abgelaufene Wahlkampf war für mich geprägt von einer Seite, die mit Argumenten für sich warb, und einer Seite, die mit Argumenten gegen die andere Seite warb, diese aber als Argumente für sich verkleidete. In den teils ungelenken Argumenten gegen die eine Seite schimmern ihre Urheber, Urgesteine der Lokalpolitik, durch. Zeit für die Urabstimmung.

Spannend wird es – denn die Gegen-Bechtel-Allianz hatte im ersten Wahlgang zusammengenommen eine Mehrheit.

 

V

Der mittelalterlichen Geheimwissenschaft galt das ‚V‘ als schrecklich. Es galt als Zeichen für Entfremdung und Trennung, als Zeichen für Hass und Streit. Und in der Tat – das ‚V‘ gabelt sich, das ‚V‘ strebt auseinander.

Es ist wie der Krater des Vesuv, wie der Krater eines Vulkans geöffnet, der Feuer und Asche speit.

Das ‚V‘ ist das böse Versteck der Viper, der Sitz des Verdrusses, der Treffpunkt der Verräter, der Streitplatz böser Verwandter und der Verbannungsort der Verfluchten und Verbrecher.

In das ‚V‘ haben sich die ganze Vergangenheit, die Vorwelt und die sämtlichen Vorfahren zurückgezogen. Es ist der Platz des Verfalls und der Scherbenberg der Verwesung. In seinen beiden Schenkeln zuckt der Veitstanz, der durch die Gassenmittelalterlicher Städte raste und tobte. Es ist der Ausgangspunkt der Vaganten und Vagabunden, die die Strassen und Landschaften bettelnd und lärmend durchzogen. Das ‚V‘ ist ein Stück des Visiers, mit die Ritter der Turniere ihr Gesicht vergitterten. Der blutsaugende Vampir, der gefürchtete Nachtmar des Aberglaubens, hängt im harten Steinspalt des ‚V’eingekrallt. Dieser Buchstabe hat das Blasende, Fauchende, Huschende, und Spöttische des mittelalterlichen teufels, Junker Voland, der Schreckende, genannt! Das ‚V‘ ist auch der spitze umgestülpte Huteines strengen Vogtes dessen Zwingburg auf hohem Hügel stand.

Vieles Böse, Quälende, Niederträchtige und Schlimme beginnt mit ‚V‘ – das Verderben, der Verrat, das Verbrechen, die Verwahrlosung, das Verließ, der Verlust, das Verhängnis, die Vergeudung, die Verblendung, die Verschlechterung, das Verbot, die Verführung, der Verfall, die Verachtung, das Verschwinden, der Verweis, der Verzicht. Das ‚V‘ ist nebst dem ‚K‘ und ‚Z‘ der Buchstabe, darin die meisten Romane des Schmerzes und des Kummers liegen.

Besser zeigt sich das ‚V‘ in Verbindung mit ‚O‘ in der Silbe ‚vor‘. Das’O‘ schenkt dem ‚V‘ Fülle, während das ‚E’dem ‚V‘ fast nur Elend und Entbehrungen, Enttüschungen und Entsetzlichkeiten bringt. ‚V‘ und ‚O‘ verbinden sich zu würdigen, nützlichen und oft angenehmen Dingen. Das ‚O‘ füllt das ‚V‘ mit Vorrat, es verleiht ihm Vorsprung und Vorrecht vor anderen, es schenkt ihm Vorteile und Vorzüge, die Vorsehung schwebt über ihm, es hilft ihm durch Vorschub und malt in sein Gesicht Vornehmheit und auch Vorsicht.

Das ‚V‘ zeigt sich aber hübsch und lieblich, wenn es die Form einer Vase annimmt. Es ist das geöffnete Bett der Venus, der Göttin der Liebe.Das’V‘ hat die Form und den Keil eines ganzen fliegenden Vogelzugs.

Es sieht aus wie eine Scheide, wie die Schote(Vagina) der Vanille. Es hat Ähnlichkeit mit einem Ventil, durch das Sturmwind, der ventus der Lateiner, streicht.

Durch seine Pforte strömt die Riesenmasse des Volkes.

Das ‚V‘ ist einkräftiger, harter und vorwärtsstürmender Buchstabe. Die ganze Kraft des Mannes muss bei seinem Laut eingesetzt werden. Das Latein, bevorzugt das ‚V‘: Im Latein heisst das Leben vita, die Kraft vis und der Sieg victoria.

‚V‘ bedeutet ausserdem die Zahl fünf.

Und die Fünf war Mars, dem Gott des Krieges und der Schlachten, beigeordnet.

Neulich im Auto lief SWR1 „Heute im Stadion“. Zu irgend einem der Spiele sagte ein Reporter, dass die Heimmannschaft nach der Führung auf Beamtenfußball umgeschaltet hat, und dass Verwalten einfach zu wenig gewesen sei, der Ausgleich und der der Rückstand also folgerichtig. Warum musste ich dabei an unseren Wahlkampf denken?

Jahr ein Jahr aus kichern wir über Beamtenwitze, würden Verwaltungsmenschen nicht als leuchtende Beispiele für Flexibilität oder Kreativität nennen, mosern gelegentlich über starre bürokratische Abläufe – und jetzt soll ausgewiesene Sachkenntnis in eben solcher Verwaltung das Hauptargument für eine Kandidatin und gegen einen Kandidaten sein? Sorry, das unterschiedliche Geschlecht sorgt dafür, dass ich eigentlich auch die Namen hinschreiben könnte.

Wenn die Stelle des Verbandsgemeindebürgermeisters eine reine Verwaltungsstelle wäre, dann könnte man sie ausschreiben, die Bewerber zu Vorstellungsgesprächen einladen und auswählen. Ist aber nicht so. Der Gesetzgeber hat eine Wahl für dieses politische Amt vorgesehen. Weshalb die Beisitzer ja auch mit ihrem Vorhaben gescheitert sind, Torsten Bechtel durch eine Ausschreibung, die nur Verwaltungsexperten zulässt, von der Wahl auszuschließen. Ebenso ist ja auch niemand auf die Idee gekommen, nur Menschen mit Erfahrung in der Politik auszuschließen.

Nun ist es in diesem Wahlkampf meiner Wahrnehmung nach so: Es gibt vor der Stichwahl drei Lager.
1. Pro Bechtel
2. Anti Bechtel/Wachenheim
3. Pro Stegmann

Das Ranking könnte auch die Größe der Lager widerspiegeln, wobei 2 und 3 zusammen wahrscheinlich eine knappe Mehrheit haben.

Von Sachargumenten lassen sich die allerwenigsten beeinflussen. Das ist traurige Realität in dieser zerrütteten Verbandsgemeinde, in der es sehr vielen sehr gut geht, in der auch vielen, denen es nicht gut geht, geholfen wird. Das vor allem die Anhänger der Anti-Bechtel/Wachenheim-Gruppe in ihrer Wortwahl den Anschein machen, Nepal, der Nahen Osten, und weite Teile Afrikas ginge es im Vergleich zu Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim noch gut, falls der Wachenheimer Bürgermeister auch Verbandsgemeindebürgermeister würde, ist befremdlich.

Dass das Wachenheimer Bauamt per Erlass des Beisitzers Rentz nur noch im Beisein der Beisitzer Rentz und Dietrich mit den Bürgermeistern (nur Bechtel wird namentlich erwähnt) sprechen darf, ist ebenfalls befremdlich.

Dass die Plakate von Frau Blaul per Sondergenehmigung des SPD-Beisitzers der VG weiterhin hängen dürfen, ist auch seltsam.

Wie es für die VG Wachenheim typisch ist, macht sich also die Anti-Gruppe am deutlichsten bemerkbar. Aber ich schweife vom Thema ab.

Sachfragen, Kenntnis der lokalen Themen – das ist für mich ein Wahlargument.

Verwaltungswissen – haben beide ausreichend. Und die Stelle der Büroleitung im VG-Rathaus hat sicher seinen Grund.

Liebe Wachtenblog-Leser, lasst die Kandidaten für sich werben. Die Stimmungsmache gegen Torsten Bechtel ist unappetitlich. Die gegen Birgit Stegmann wäre es auch. Es geht um den Posten der VG-Leitung und nach der Wahl werden nur die Mitarbeiter der VG im Alltag einen Unterschied zu vorher merken.

 

 

Dies ist eine erfundene Geschichte, die sich in einer nicht erfundenen Gemeinde abspielt.

Er:
Guten Morgen! Wie geht es dir denn? Bist du von deinem Wahlkampf auch so gestresst wie ich von meinem?

Sie:
Guten Morgen! Eh, ich kann das nicht mehr lange. dieses ewige reden und lächeln und Hände schütteln. So eine richtige Tour de Force!

Er:
Genau, meine Family, die dreht auch schon am Rad. Ich bin froh wenn es rum ist. Dann könne wir zwei auch wieder in Ruhe gemeinsam eine schöne Schorle trinken und dummes Zeug schwätzen. Nicht immer nur diese poltischen Dinge.

Sie:
Da freu ich mich auch drauf ein normales Leben. Jeder macht seines. Einer von uns beiden wird der Chef und alles ist gut.

Er:
Ich hab heut morgen die Zeitung gelesen. Der Bericht über dich war echt gut. Der war so positiv. Da hat man echt den Eindruck haben können, die Redakteurin hat ein bisschen Werbung gemacht.

Sie:
Ja der war echt klasse. Genau wie der Artikel über Dich vor zwei Wochen. Der war auch super. Nur der über unsere Dritte im Bunde, der war ein bissel, na ja, der war nicht so gut gelungen.

Er:
Ja! Das war schade. Das hat man ja auch gleich an den Wahlergebnissen gemerkt. Die war sofort rausgeschossen.

Sie:
Tja, ich hab gleich gesagt, als ich gehört habe, wer für sie den Artikel schreiben soll, das könnte nicht gut sein. Weil das ja eigentlich deine Feder ist.

Er:
Eben. Wir zwei haben das anders und richtig gemacht. Für uns haben unsere Federn geschrieben. Da wissen wir zu einhundert Prozent, da kann nichts schief gehen.

Sie:
Das hat uns ja aber auch sehr viel Mühe und Zeit gekostet, bis das alles so war, wie es jetzt ist. Schorle über Schorle. Aber jetzt hat es sich ja eingespielt.

Er:
Ja. Die sind echt zuverlässig geworden. Man braucht gar nichts mehr sagen. Es kommt der richtige, es schreibt der Richtige, es wird das richtige für uns geschrieben.

Sie:
Du hast ja so recht. Und wie clever die das machen!

Er:
Ja. Die nennen das dann Momentaufnahme. Nicht Artikel. Die haben auch noch andere Bezeichnungen, die das so richtig darstellen lassen!

Sie:
Stell dir mal vor wie fertig wir wären, wenn wir das nicht hätten. Da müssten wir noch mehr Hände schütteln und uns auf die Strasse stellen. Aber so? Echt ein billiger Wahlkampf.

Er:
Also. Dann einmal. Bis Sonntag und alles Gute. Ich bin ja mal gespannt, welcher Artikel, äh, welche Momentaufnahme beim Leser, äh Wähler, besser angekommenen ist. Spannend.

Sie:
Ja. Zum Glück ist es noch Wettbewerb. Die haben die Artikel ja nicht zusammengeschrieben, oder?

Er:
Nein. Alles gut!

Sie:
Tschüss, bis Sonntag!

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