Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland haben die Väter des Grundgesetzes den Umgang mit der Religion oder den Religionen in der Bundesrepublik definiert. In Artikel 4 wird folgendes angeführt:

Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Jeder darf die Religion oder Weltanschauung glauben und ausüben, an die ER oder SIE eben glaubt. Gleichberechtigt. Nicht eingeschränkt. Selbst ich als nicht institutionell-kirchlicher Mensch finde da einen Platz und darf somit, in Verbindung mit anderen Artikeln des Grundgesetzes, meine Meinungen leben, äussern und pflegen.

Historisch gesehen ist Deutschland ein christlich-jüdisch geprägtes Land. Christlich-jüdisch deswegen, da das Christentum, ähnlich wie der Islam aus dem Judentum hervorgegangen ist. Jesus war Jude, kein Christ. Also müsste Mohammed Jude oder Christ gewesen sein, zumindest war er so geprägt. Auch der Islam ist also in seinen Wurzeln und in seiner Niederschrift durch den Propheten jüdisch-christlich geprägt. Speziell der Islam ist hierbei die abrahamitische Religion, die den Schutz und die Fürsorge der anderen abrahamitischen Religionen definiert und vorschreibt. Die Religionen des Buches müssen durch den Islam geschützt und unterstützt werden. In den islamischen Ländern, in denen dies gelebt wird, zynischer Weise z.B. Syrien, Iran, Libanon, gibt es sogar Steuern oder Abgaben, die genau diese Religionspflege sicherstellen. Die christlichen Gemeinden bekommen finanzielle Mittel, um Ihre Gemeinden zu erhalten und zu pflegen.

Jetzt kommen aus der Not heraus Menschen zu uns, a.k.a. Flüchtlinge, Asylanten, Asylbewerber. Zum Grossteil Menschen mit einem islamischen Glauben. Diese werden bei uns aufgenommen und ihnen muss Schutz gewährt werden. Dieser Schutz wird auch gewährt, in Verbindung mit diversen Pflichten und Vorschriften, die diesen Menschen auferlegt werden. Diese Rechte und Vorschriften gründen oftmals in der Sorge um die Limitierung des fremden Einflusses auf unseren eigenen Kulturkreis und sollen dazu führen, dass diese Menschen sich in unser Gemeinwesen integrieren. Ein Gemeinwesen das in Deutschland basal über das Grundgesetz definiert ist. Und damit auch über Artikel 4., der eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber einzelnen definiert, die Pflicht, dass jeder seine Religion ungestört ausüben darf. Der Staat verpflichtet sich für Ungestörtheit zu sorgen, fast eine, analog zur Privatsphäre, die zu schützen ist, eine Glaubenssphäre zu schaffen.

Um den xenophobischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, heisst es doch deshalb im Umkehrschluss, möchten wir Integration, müssen wir die Voraussetzungen für Integration schaffen, muss der der Integrationswille der Bürger, also des Staates, gelebt werden. Das heisst neben den Forderungen an das Schutz suchende Individuum, aus dem Grundgesetz resultierend, muss dem Neubürger ausgesprochen die Möglichkeit gegeben werden, sich im Rahmen des Gesetzes zu integrieren, er muss dabei unterstützt werden. Auf Nicht-Religionsebene ist das bei vielen Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Es gibt Sprachunterricht, Bürokratie-Lehrgänge, Amts-Craskurse etc. etc.

Wenn aber eine echte gegenseitige Integration erfolgen soll, die auch, siehe oben, eine echte gegenseitige Akzeptanz sein muss, muss den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Religion frei und ungestört auszuüben. Diese freie ungestörte Ausübung findet bei den drei Schwester-Religionen des Buches üblicherweise in einem dafür vorgesehenen Raum statt. Kirche, Synagoge und Moschee. Christen können in jedem Dorf in ihre Kirche gehen, Juden, soweit noch oder wieder vorhanden, haben ihre nahen Synagogen.

Sollten wir deshalb unseren vom Grundgesetz Schutzbefohlenen nicht an ihrem Wohnort die Möglichkeit geben, ihre Religion ungestört auszuüben? Zudem sie auf Grund ihrer persönlichen Lage doch in ihrer Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt sind.

Stellen wir unseren Mit-Bürgern einen Raum zur Verfügung, den sie zu Ihrer Moschee machen können. Unterstützen wir sie christlich im Islam. Wir haben soviel Raum, der nicht genutzt wird. Soviel Raum, der mit Muskelhypothek zu einer sinnvollen Begegnungsstätte gemacht werden kann. Dessen Herstellung den Menschen gerade eben diesen Sinn gibt und sie und uns selbst im besten Sinne integriert.

Dies kann und sollte eine lebendige Bereicherung für uns alle Wachenheimer sein. Verbrannte Synagogen, verbrannte Asylbewerberheime und geschändete Friedhöfe haben wir in Deutschland wahrlich genug.

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