September 2016


Welches Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, also Deutschlands, eignet sich besser für eine Betrachtung des Zustands der Integration von Gastarbeitern, Steuerzahlern und Verbrauchern als unser beschauliches so geliebtes Wachenheim an der Teutschen Weinstrasse?

Metropol-Region des Deutschen Gedankens, Hambach ist nicht weit, und doch eher durch Auswandererwellen als Zuwandererwellen in vergangenen Zeiten geprägt, sind die Laborbedingungen für eine weitreichende Betrachtung in unserer so geliebten Heimat erhalten geblieben.

Zugewandert sind meistens junge teutsche hoffnungsvolle Familien aus anderen Regionen teutscher Siedlungsgebiete, da sie in Zeiten der beruflichen Mobilität, Ihrer Führungsaufgabe bei großen Unternehmen in der Region nachgehen und somit ihre bürgerlich-teutschen Verpflichtungen dem deutschen Volk gegenüber mit Kraft und Freude erfüllen. Beseelt vom römisch-christlichen Weltbild gepaart mit dem Erbe nordischer Tugenden, pflegen diese die Werte der teutschen Familie, indem sie die klassische teutsche Familienordnung gegen widrige Umstände aufrecht erhalten. Das Weibe ist der Leuchtturm der Familie, der die inneren Werte und die innere Stärke vermittelt, und nach aussen strahlt. Die Orientierung in dieser so orientierungslosen Zeit. Auf Basis dieser Werte, denkt die Gau-Verwaltung darüber nach, die Betreuung durch Kindergarten und Hort, diesen Brutstätten bolschewikischen Gedankengutes, abzuschaffen, da die familiären Werte dort vermittelt werden, wo sie vermittelt werden müssen. Im Schoße der Familie.

In diesem Schoße fühlt sich auch der Herr im Haus sehr wohl, daher auch der Kinderreichtum in unserem so geliebten Wachenheim. Durch die vielfältigen Schoßaktivitäten von Vater und Mutter, von Weib und Gatten, und die besondere Zusammensetzung der so geliebten Wachenheimer Luft, ist der Bestand des Teutschen in unserem so geliebten Wachenheim gesichert.

Diesen urteutschen Tugenden in unserem so geliebten Wachenheim wird nun aber von höchster Stelle entgegengearbeitet. Es muss „integriert“ werden. Warum wollen die Vertreter dieser korrupten, selbstherrlichen und vom internationalen, so genannten „europäischem“ Gedanken durchseuchten Regierung in unserem, so geliebten Wachenheim integrieren?

Bei uns, in unserem, so geliebten, Wachenheim haben wir keinen Integrationsbedarf. Folgende Fakten sind zur Kenntnis zu nehmen:

Die Gefahr einer Durchrassung durch Integration unserer slawischen Gäste ist nicht gegeben. Die von unseren Winzern bezahlten Löhne für unsere slawischen, u.a. aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, Ostpreussen und sonstigen aus dem deutschen Osten stammenden, Freunde sind so gestaltet, dass ein dauerhaftes Leben in unserem so geliebten Wachenheim, für diese Freunde nicht möglich ist. Die klassischen Siedlungsgebiete befinden sich u.a. in Richtung Bad Dürkheim, auch der anderen herrschenden sozialen Struktur in Bad Dürkheim verdankend. Für unser so geliebtes Wachenheim von Vorteil ist auch die geographische Nähe Bad Dürkheims und die billigen Fahrräder, die dort erworben werden können.

Da das in unserem so geliebten Wachenheim eingesetzte Hauspersonal eben aus unseren östlichen ehemaligen Siedlungsgebieten kommt und damit auch die gleichen Löhne wie die Freunde im Wingert bekommt, fließen die hier eingesparten Mittel, deutsches Hauspersonal ist teuer und es ist unwürdig für eine deutsche Frau zu putzen, zudem viel zu anstrengend, das gefährdet die Gebärfähigkeit, wiederum direkt in die heimische Weinindustrie, die damit einen herausragenden Beitrag zur Stabilität der Folkswirtschaft leistet. Auch die damit eingesparten Steuern werden wieder in Weinkonsum investiert. Ein wirklich ausgefeiltes System, da auch die Vertreter der Folksgesundheit hier den wirtschaftlichen Erfolg finden, indem sie Medikamente zur Leberregeneration zur Verfügung stellen.
Zudem ist es unseren Freunden, die in den Wingerten und Haushalten arbeiten, möglich Ihre Rechnungen beim Arzt privat zu bezahlen und somit die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu erhalten, die Ihr Gastgeberland zu bieten hat, da sie nicht diese ganzen so komplizierten Karten haben, die sie gar nicht lesen können und mit denen man lediglich die Basisversorgung bekommt. Einige unserer engagiertesten Mediziner bieten mittlerweile sogar schon eine Ratenzahlung für unsere Gäste an, damit diese ganz ohne Versicherung auskommenden Gäste, auch noch den letzten Pfennig wieder in unsere Folkswirtschaft pumpen.

Also, Integration ist doch ein Thema von gestern!!

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Wer in Metropolen wie Berlin oder München lebt, hat jede Woche die Wahl zwischen einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen (und macht nicht unbedingt Gebrauch davon, wie ich mal zwei Monate lang in Berlin festgestellt habe). Je kleiner die Stadt, desto übersichtlicher wird das Angebot. Nun ist Wachenheim eine sehr kleine Stadt, doch wir haben großes Glück: Engagierte Vereine organisieren hier immer wieder Auftritte von tollen Künstlern, für die man sonst weit fahren müsste.

Dieses Wochenende gab es in Wachenheim ein richtig volles Musikprogramm: Freitag brachte der Kulturverein den weltbekannten Pianisten Justus Frantz für zwei Konzerte in die Kulturscheune. Samstag gastierten die Ensembles 4nmore.de und newlife-quartet.de auf Einladung der Stadt Wachenheim in der Stadthalle. Sie sangen Barbershop – vierstimmige A-Capella-Musik, die ihren Ursprung in den USA hat. Und für den Sonntagnachmittag hat der Badehaisel-Verein alpenländische Weltmusik mit Fei Scho an den Weiher geholt. Immerhin zur Hälfte der Konzerte haben wir es geschafft.

Mit Justus Frantz hat der Kulturverein wieder einmal einen Künstler mit großem Namen für Wachenheim gewonnen – wie auch schon Christian Ehring, der im Frühjahr eine Vorpremiere seines neuen Programms in der Lutherischen Kirche gegeben hat. Wie schafft man das? „Ich habe einfach bei seinem Büro angerufen,“ erzählte der Vorsitzende Martin Pfeiffer. Eine gute Location braucht es natürlich auch. Die Kulturscheune des Weinguts Bürklin Wolf hat Justus Frantz so gut gefallen, dass er sie glatt in das von ihm gegründete Schleswig-Holstein-Musikfestival integrieren würde, wenn sie weiter nördlich stünde.

Justus Frantz‘ Anliegen ist es immer noch, klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. So war es ihm wichtig, vor dem Klavierabend ein Kinderkonzert zu geben.  Hier spielte er nicht nur für die jungen Zuhörer, sondern bat auch die Wachenheimer Nachwuchsmusiker auf die Bühne. Da fast jedes Kind im Publikum selbst Klavier spielt, trauten sich einige an den Konzerflügel und konnten erleben, wie es sich anfühlt, vor 150 Menschen zu spielen.

Beim Klavierabend haben wir Justus Frantz erlebt. Auch hier ging es ihm um Zugänglichkeit: Zum einen hatte er von seinen „Stammkomponisten“ Mozart, Beethoven und Chopin bekannte und eingängige Werke ausgewählt. Zum anderen beschränkte er sich nicht aufs Musizieren, sondern gab in seinen Ansagen auch spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichten der Stücke. Zu Mozarts Sonate in A-Dur etwa erzählte er von der Hoffnung des Komponisten, dass sein Werk auf eine gute Resonanz treffen und ihm so eine Anstellung als Hofkomponist verschaffen könnte.

Sehr nahbar zeigte sich Justus Frantz auch in der Pause. Statt sich in der Abgeschiedenheit seiner Garderobe auf den zweiten Teil seines Auftritts vorzubereiten, stand er im Hof und plauderte mit den Gästen. Als er nach der Pause die ersten Takte von Beethovens Mondschein-Sonate spielte, gingen wohlige Seufzer durchs Publikum. Auch mir hat dieser Teil des Programms am besten gefallen – und das obwohl ich zwar ein Fan von klassischer Musik, nicht aber von diesem Komponisten bin. Entweder hat meine Mutter Recht, die vor gut 20 Jahren mal meinte, für Beethoven müsse man erst alt genug werden. Oder Justus Frantz war auch bei mir mit dem Näherbringen erfolgreich.

Das zweite Konzert haben wir heute im Badehaisl erlebt. „Fei Scho“ ist eine fünfköpfige Band aus dem Münchner Raum. Sie nennen ihre Musikrichtung alpine Weltmusik. Tatsächlich ist sie hörbar verwurzelt in den Traditionen des Alpenraums – von Instrumenten wie Akkordeon, Tuba und auch mal Hackbrett bis hin zu musikalischen Formen wie Landler, Walzer und Jodler. Mit großer Kreativität und Spielfreude kombinieren Fei Scho das mit einer Vielfalt von anderen Einflüssen: böhmische Harmonien, Bossa-Nova-Rhythmen und jazzige Improvisationen.

Fast jedes Stück erzählt eine Geschichte – manchmal im Text, oft erfahren wir sie in der Ansage der Instrumentalstücke. So wurde zum Beispiel die „Polka15Suppenslalom“ inspiriert von der Tochter von Bassistin Anschi Hacklinger, die beim Suppe-Essen mühsam die Gemüsestücke auf den Tellerrand schob. „Astromat“ ist der Soundtrack einer Autowerbung für einen futuristischen fliegenden Teppich, den sich die Söhne des Akkordeon-Spielers Helmut Sinz ausgedacht haben.

Der Spaß beim Zuhören wird noch dadurch gesteigert, dass da richtig tolle Musiker auf der Bühne stehen. Als Gitarristen-Frau schaue ich immer zuerst auf die Person an den sechs Saiten. Das akzentuierte Spiel von Martin Lidl, der seine Jazzgitarre auch mal richtig rocken lässt,  hat mir sehr gut gefallen – genauso wie die gute Stimmung, die er von der Bühne ins Publikum gibt. Helmut Sinz zeigte eine beeindruckende Bandbreite am Akkordeon. Robert Alonso steuerte entweder mit der Tuba die Basstöne bei, oder er brillierte an der Trompete. Anschi Hacklinger machte mir eine besondere Freude, als sie nach tollem Spiel an Kontrabass und Melodika für ein Stück zum Hackbrett griff. Wenn man dieses Instrument mal aus der Musikanten-Stadl-Atmosphäre herauslöst, klingt es wunderschön. Die meisten Instrumente an diesem Nachmittag hat wohl Percussionist Schorsch Karrer gespielt, da waren auch mal Conga und Glockenspiel dabei – und er sorgte immer für einen spannenden, auf-den-Punkt-wirbelnden Abschluss der Stücke.

Ich finde es toll, dass der Badehaisel-Verein immer wieder so ungewöhnliche und virtuose Bands nach Wachenheim holt. Schade war, dass die schlechte Wettervorhersage wohl einige Musikfans abgeschreckt hat. Wer gekommen war, hatte umso mehr Spaß. Und bekam von der Band den Auftrag, den Feiglingen zu erzählen, was sie verpasst haben – was ich hiermit erledigt habe :-).