Nach dem gestrigen Anschlag in Berlin gilt mein Mitgefühl den Toten und Verletzten, ihren Angehörigen und Freunden. Meine Besorgnis gilt gleichzeitig vielen Reaktionen auf den Anschlag: Die Gewalttat, die wahrscheinlich von Hass gespeist wurde, ruft weiteren Hass hervor. Überall lese ich Schuldzuweisungen, oft in sehr harscher Form. Wenn Terroristen hinter der Tat stecken, dann passiert jetzt genau das, was sie bezwecken. Unsere Gesellschaft wird weiter gespalten. Ich beobachte die Polarisierung schon in unserem kleinen Wachenheim, da entstehen kleine Risse in Freundschaften. Ein viel größerer Riss geht durch Deutschland, durch ganz Europa. Natürlich muss man über den Umgang mit dem Terrorismus debattieren  – und ihn auch im Kontext der Flüchtlingsbewegungen sehen. Aber wir sind nicht mehr im Dialog, immer mehr schreien wir aus unserer eigenen Filterblase auf die vermeintliche Gegenseite ein. Das löst keine Probleme, das schwächt unsere Gesellschaft. Und genau das wollen terroristische Organisationen mit Gewalttaten erreichen.
Wie wäre es, wenn wir dagegen aufstehen – und zusammenstehen? Wie wäre es, wenn wir am 23. Dezember alle gemeinsam auf die Weihnachtsmärkte gehen? Christen, Moslems, Juden, Buddhisten, Hindus, Atheisten. Seit-Generationen-Hier-Wohnende, Zugereiste, Flüchtlinge. Wie wäre es, wenn wir uns darauf besinnen, dass uns vielleicht einiges trennt, aber viel mehr vereint? Respekt, Menschlichkeit und die Sehnsucht nach Frieden.
Ich habe da einen Traum, aber vielleicht träume ich ihn nicht allein. #Zusammenstehen #Menschlichkeit #23Dezember
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