Anscheinend ist es einem Bürger Wachenheims gelungen ein Originalstück der Berliner Mauer zur Einfriedung seines Gartens zu erwerben. Wie in der Bahnhofsstrasse sichtbar sind Teile des ehemals antifaschistischen Schutzwalls nun ein Blickfang in unserem kleinen Kulturstädtchen. Das sogenannte „Ulbricht-Mauerstück“ stammt ursprünglich aus einer Datscha auf Rügen, versteckt unter wucherndem Efeu. Wie es aus Berlin dorthin kam, wird gerade von investigativen lokalen Journalisten recherchiert, die Erfahrung mit belasteten Bauteilen dieser Art haben.

Anscheinend wurde sogar beim Amt für Denk Mal!-Schutz eine Förderung des Baus beantragt. Sollte diese bewilligt werden, wäre sogar eine Erweiterung des Mauerbaus für die gesamte Bahnhofstrasse denkbar. Auch eine Förderung über die Landestöpfe für innerstädtische Denkmalentwicklung ist in der Diskussion, da in den Planungen ein Ringschluss mit der Historischen Stadtmauer vorgesehen ist.

Ich sehe lebhafte Diskussionen im Wachenheimer Stadtrat, der endlich wieder ein Thema hat, bei dem sich so richtig trefflich streiten lässt.

Ich bin gespannt wie das Bauwerk in der breiten Meinung der Bevölkerung Wachenheims aufgenommen wird. Erste Meinungen sind sehr konträr. Diese gehen von zu schützendem Kulturgut und lebendiges Mahnmal gegen die Diktatur hin bis zur einfachen Scheusslichkeit, die das Stadtbild erheblich stört. Es wird gemunkelt, dass sogar schon erste Montags-Demos bei der Stadt beantragt wurden. Der genaue Hintergrund dieser ist noch nicht bekannt.

Wir bleiben dran!

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