Satire


Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat bekanntgegeben, die Rezeptur der Maggi-Würze verändern zu wollen.

Hallo!

Geht’s noch?

Nicht genug, daß dieser Gobalmultihassausbeutungskonzern versucht die Trinkwasserressourcen der Menschheit unter seine Kontrolle zu bringen?

Nicht genug, daß dieser Raubritter des Kapitalismus und des industriellen Junkfoods gegen kleine Hersteller und Händler von Lebensmitteln ins Feld zieht und einen regelrechten Vernichtungskrieg führt.

Nein, jetzt muss es auch noch das Maggi sein.

Der Geschmack meines Lebens!

Meine Oma, eine Kriegerwitwe, war bitterarm. Sie hatte noch einen Herd, der mit Kohle geheizt wurde, und oft nicht genügend Geld, um schöne Wurst zum Abendbrot aufzutischen. Wenn ich dann als kleiner Fips bei ihr sein durfte, in diesem kleinen Siedlerhaus, das notdürftig, weil im Krieg zerbombt, wieder aufgebaut war, und abends in der Küche saß, bekam ich aus der Not heraus eine Scheibe Schwarzbrot, die auf dem Kohleherd geröstet war. Auf dieses träufelte sie ein paar Tropfen Maggi und bestrich es dann mit Butter, die leicht zerschmolz. Dies ist der Geschmack meiner Oma und meiner Kindheit, der sich bei mir eingebrannt hat, und den ich jederzeit wieder abrufen kann.

Ich habe immer eine, SEHR, große Flasche Maggi im Haus.

Wenn ich mich im Vereinshaus meines Fussballvereines als E- oder D-Jugendspieler an den Tisch setzte, stand immer eine Flasche MAGGI auf demselbigen und allen anderen Tischen. Erstmal ein Tropfen auf den Handrücken, abgeleckt und das Leben war sofort, auch nach Niederlagen, wieder gut!

Meine Mutter ist wirklich eine gute Köchin. Suppen macht sie SUUUUPER. Ihre Suppe mit selbstgemachten Markklöschen ist eine Sensation. Mit Maggi eine Offenbarung. Sie brach fast in Tränen aus, wenn ich sofort, ohne vorher die Suppe oder andere leckere Essen zu probieren, DIE Flasche in die Hand nahm und ordentlich „nachwürzte“

Meine andere Oma, irgendwo muss es meine Mutter ja herhaben, eine fantastische Köchin. Ihre ‚vum Bredd gschabte‘, also selbstgemachte Spätzle, fingerdick und von einer traumhaften Konsistenz, nun, ich brauchte keine Soße dazu. Nur MAGGI!

Selbst auf Süssspeisen, wie ihre selbstgemachten ‚Griesknepp‘ kam, nein kein Apfelmus oder so Pappzeug. Nein, MAGGI!

Selbst heute noch gibt es Speisen, zu denen ich bewusst MAGGI esse. Nicht mehr so wie als Kind, aber der Zauber funktioniert noch.

Als ich dann Älter wurde und mich ein wenig über Maggi informierte, wurde mir klar, dass Herr Maggi ein sozialer und fortschrittlicher Unternehmer war, der viel für seine Arbeiter und Angestellten getan hat. Noch ein Argument meiner Leidenschaft(oder Sucht) zu frönen. Die linke Seele der Jugend hatte ihre Rechtfertigung.

Und jetzt, in diesen harten modernen Zeiten, gehen diese gefühlslosen allglatten Manager, denen nur der Umsatz und das Marketing wichtig sind, damit sie ihre Quartalszahlen auch die Aktionäre milde stimmen, hin und bombardieren dieses Relikt.

Ein Relikt, das zwei Weltkriege überdauert hat, eine Nazidiktatur, Mauerfall, Kubakrise etc.etc. Und ein Relikt, das für viele ein kulinarischer Geschmacksanker der Kindheit ist. Festgebrannt im Gedächtnis des Lebens.

Etwas, was die Menschen aller Klassen eint, ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand und Vermögen.

Daher bitte ich alle Leser die beigefügte Petition zu unterschreiben, die direkt auch an den Chairman von Nestlé geschickt wird. Einfach auf den ‚Petition‘-Link klicken, abstimmen. Fertig.

Lasst uns etwas dafür tun, dass uns dieser Geschmack erhalten bleibt, der Geschmack von Kindheit, von Emotionen, von Cordsesseln und orangenen Tapeten, der Geschmack der arbeitenden Bevölkerung.

Vielleicht tragen wir ja ein wenig dazu bei, dass diese Raubritter ihren Rosebud, unser Maggi fühlen.

 

 

 

 

„Logenplatz. Tolles Wetter. Kein Champagner, sondern ein leckerer erfrischender weißer Wein. Freunde.

Seit Jahren arbeiteten wir auf diesen Tag hin. Einmal live dabei sein. Dabei sein, wie das Feld der Boliden mit einer unglaublichen Lautstärke und Geschwindigkeit an uns vorbei zieht. Ein fast erotisches, ja metaphysisches Erleben des technisch Machbaren. Die Überlegenheit des menschlichen Geistes über die Natur. Den Fliehkräften trotzend. So sehr, dass diese Raketen auf vier Rädern kopfüber wie eine mystische Gottheit an der Decke fahren könnten.

Vettel zog als erster vorbei. So schnell und laut, daß die Gläser auf dem Tisch bedenklich wackelten.
Wie geil ist das denn?
Der Streckenposten konnte gerade noch während dieser Demonstration der Männlich- und Verwegenheit auf die Seite springen, ansonsten wäre das Rennen für Vettel und das Leben für den Streckenposten beendet gewesen.
Vettel gewann das Rennen souverän. Den Streckenposten hat es doch noch erwischt. Alonso nagelte ihn in die Begrenzung. Ah, das ist Motorsport.

Danach gab es noch ein Charity-Rennen der 1000ccm Motorradklasse. Das leider abgebrochen werden musste. Der Führende rutschte schon in der Aufwärmrunde bei Tempo 90 auf der Blutlache des zuvor verunfallten Streckenposten aus. Wir waren so nah dran am Unfallgeschehen, daß wir das Krachen hören konnten, das der Helm beim Aufprall an die Streckenbegrenzung machte.

Drama. Abenteuer. Kampf. Überholmanöver. Die wirklich beste Strecke im Formel 1 – Circus und die spektakulärste Kurve der Welt. Schliesslich hat Ayrton Senna mal gesagt, Formel 1 fahren in Monaco sei wie mit einem Hubschrauber im Wohnzimmer zu fliegen.

RECHT HAT ER!

Welch ein Renn-Abend…“

Frank? FRAANK?! Hallo! Sag mal, träumst du? Die Bedienung hat gerade gefragt, ob du noch eine Schorle willst!! Und wir sind schon beim nächsten Thema!!

Äh, was Achim? Tschuldigung, ich war abwesend, der Verkehr hier, hat mich ans Denken gebracht. Ah ja, Schorle, ja BITTE. Oh Christel, ich hab dich gar nicht gesehen, wie geht’s? Thema, ah ja, was denn? Verkehrsberuhigung der Weinstraße, das find ich gut und wichtig. Ganz wichtig!

Am Rathausplatz 21.00

1: Serwus, machmermol ähn Schorle bidde!
2: Was hooscht gsacht?
1: Ähn Schorle bidde!
2: Isch verschdeeh disch nedd. Du muschd lauder schweddse!
1: Hä?!
2: Hä, WAS?
1: Oaah, die Scheissmussig. ÄHN SCHORLE BIDDE!
2: Ah, ähn Schorle! Was fer eener häddschden gern? Riesling, Weissherbschd!
1: Hä?
2: Oaah, die Scheissmussig. Iwwerall duuds blärre. On de Kärsch, Vorne, Hinne. Isch wer gonz heggewelsch.
1: Hä, WAS?
2: RIESLING ODDER WEISSHERBSCHD?
1: Isch verschdeeh disch nedd. Du muschd lauder schweddse!
2: R I E S L I N G O D D E R W E I S S H E R B S C H D!!
1: Nää, isch habb kä Pfand. Riesling.
2: Hoschd Pfond kabbt?
1: Nä, kä Weissherbschd. RIESLING
2: PFOND?
1: NÄ! GEBB MERR JETZT VERDOMMT NOCHEMOL ÄN SCHORLE!
2: Sachemol, was werschden so aggresief?
1: NEDD SIESS, SAUER!
2: Blos mer doch jetzt ämol de Howwel aus! Nämm jetzt de Schorle
1: Moi liewes Bissel. Is des laud. Do konnschd jo gar nix verschdehe. Kumm, egal was, geb her!
3: Wisst Ihr, wie ihr mehr verkaafe kännd? Indemm der schneller mache duud.
1: Hä?
2: Hä?
3: Hä?
1: Wonn du jetzt ah noch ofonge duschd, halt blos die Gosch!
2: Isch mach jetzt Feierowend. Isch bring des nimmie.

1 zieht von Dannen. 10 Minuten später kommt es bei den Pfadfindern zur Massenschlägerei.
1 auf der Bahre der Sanitäter vor dem Pfafinderstand liegend übel zugerichtet:

Isch wollt doch bloss in Ruh än Schorle drinngke!

Welches Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, also Deutschlands, eignet sich besser für eine Betrachtung des Zustands der Integration von Gastarbeitern, Steuerzahlern und Verbrauchern als unser beschauliches so geliebtes Wachenheim an der Teutschen Weinstrasse?

Metropol-Region des Deutschen Gedankens, Hambach ist nicht weit, und doch eher durch Auswandererwellen als Zuwandererwellen in vergangenen Zeiten geprägt, sind die Laborbedingungen für eine weitreichende Betrachtung in unserer so geliebten Heimat erhalten geblieben.

Zugewandert sind meistens junge teutsche hoffnungsvolle Familien aus anderen Regionen teutscher Siedlungsgebiete, da sie in Zeiten der beruflichen Mobilität, Ihrer Führungsaufgabe bei großen Unternehmen in der Region nachgehen und somit ihre bürgerlich-teutschen Verpflichtungen dem deutschen Volk gegenüber mit Kraft und Freude erfüllen. Beseelt vom römisch-christlichen Weltbild gepaart mit dem Erbe nordischer Tugenden, pflegen diese die Werte der teutschen Familie, indem sie die klassische teutsche Familienordnung gegen widrige Umstände aufrecht erhalten. Das Weibe ist der Leuchtturm der Familie, der die inneren Werte und die innere Stärke vermittelt, und nach aussen strahlt. Die Orientierung in dieser so orientierungslosen Zeit. Auf Basis dieser Werte, denkt die Gau-Verwaltung darüber nach, die Betreuung durch Kindergarten und Hort, diesen Brutstätten bolschewikischen Gedankengutes, abzuschaffen, da die familiären Werte dort vermittelt werden, wo sie vermittelt werden müssen. Im Schoße der Familie.

In diesem Schoße fühlt sich auch der Herr im Haus sehr wohl, daher auch der Kinderreichtum in unserem so geliebten Wachenheim. Durch die vielfältigen Schoßaktivitäten von Vater und Mutter, von Weib und Gatten, und die besondere Zusammensetzung der so geliebten Wachenheimer Luft, ist der Bestand des Teutschen in unserem so geliebten Wachenheim gesichert.

Diesen urteutschen Tugenden in unserem so geliebten Wachenheim wird nun aber von höchster Stelle entgegengearbeitet. Es muss „integriert“ werden. Warum wollen die Vertreter dieser korrupten, selbstherrlichen und vom internationalen, so genannten „europäischem“ Gedanken durchseuchten Regierung in unserem, so geliebten Wachenheim integrieren?

Bei uns, in unserem, so geliebten, Wachenheim haben wir keinen Integrationsbedarf. Folgende Fakten sind zur Kenntnis zu nehmen:

Die Gefahr einer Durchrassung durch Integration unserer slawischen Gäste ist nicht gegeben. Die von unseren Winzern bezahlten Löhne für unsere slawischen, u.a. aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, Ostpreussen und sonstigen aus dem deutschen Osten stammenden, Freunde sind so gestaltet, dass ein dauerhaftes Leben in unserem so geliebten Wachenheim, für diese Freunde nicht möglich ist. Die klassischen Siedlungsgebiete befinden sich u.a. in Richtung Bad Dürkheim, auch der anderen herrschenden sozialen Struktur in Bad Dürkheim verdankend. Für unser so geliebtes Wachenheim von Vorteil ist auch die geographische Nähe Bad Dürkheims und die billigen Fahrräder, die dort erworben werden können.

Da das in unserem so geliebten Wachenheim eingesetzte Hauspersonal eben aus unseren östlichen ehemaligen Siedlungsgebieten kommt und damit auch die gleichen Löhne wie die Freunde im Wingert bekommt, fließen die hier eingesparten Mittel, deutsches Hauspersonal ist teuer und es ist unwürdig für eine deutsche Frau zu putzen, zudem viel zu anstrengend, das gefährdet die Gebärfähigkeit, wiederum direkt in die heimische Weinindustrie, die damit einen herausragenden Beitrag zur Stabilität der Folkswirtschaft leistet. Auch die damit eingesparten Steuern werden wieder in Weinkonsum investiert. Ein wirklich ausgefeiltes System, da auch die Vertreter der Folksgesundheit hier den wirtschaftlichen Erfolg finden, indem sie Medikamente zur Leberregeneration zur Verfügung stellen.
Zudem ist es unseren Freunden, die in den Wingerten und Haushalten arbeiten, möglich Ihre Rechnungen beim Arzt privat zu bezahlen und somit die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu erhalten, die Ihr Gastgeberland zu bieten hat, da sie nicht diese ganzen so komplizierten Karten haben, die sie gar nicht lesen können und mit denen man lediglich die Basisversorgung bekommt. Einige unserer engagiertesten Mediziner bieten mittlerweile sogar schon eine Ratenzahlung für unsere Gäste an, damit diese ganz ohne Versicherung auskommenden Gäste, auch noch den letzten Pfennig wieder in unsere Folkswirtschaft pumpen.

Also, Integration ist doch ein Thema von gestern!!

Wachenheims Wasserball steckt in einer Krise. Wer sich mit den Gründen für den desolaten Zustand der aquatischen Sportart vor Ort beschäftigt, sieht hier die Hauptursache. Wachenheims zentrales Trainingsbecken droht vollends zu verlanden. Gerade mal 15% der Sportstätte sind tief genug, um den Männern und Frauen mit den aparten Badekappen zufriedenstellende Übungsbedingungen zu bieten. Vor dem diesseitigen Tor auf diesem Bild können inzwischen Bachstelzen stelzen, wie unmittelbar bevor diese Aufnahme gemacht wurde. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden, soll nicht ein neuer Tiefstand bei der Mitgliederzahl erreicht werden. Wachenheims Wasserballer verdienen besseres – wie sonst könnte dereinst Spandau Berlin herausgefordert werden.WP_20160623_09_26_41_Pro[1]

V

Der mittelalterlichen Geheimwissenschaft galt das ‚V‘ als schrecklich. Es galt als Zeichen für Entfremdung und Trennung, als Zeichen für Hass und Streit. Und in der Tat – das ‚V‘ gabelt sich, das ‚V‘ strebt auseinander.

Es ist wie der Krater des Vesuv, wie der Krater eines Vulkans geöffnet, der Feuer und Asche speit.

Das ‚V‘ ist das böse Versteck der Viper, der Sitz des Verdrusses, der Treffpunkt der Verräter, der Streitplatz böser Verwandter und der Verbannungsort der Verfluchten und Verbrecher.

In das ‚V‘ haben sich die ganze Vergangenheit, die Vorwelt und die sämtlichen Vorfahren zurückgezogen. Es ist der Platz des Verfalls und der Scherbenberg der Verwesung. In seinen beiden Schenkeln zuckt der Veitstanz, der durch die Gassenmittelalterlicher Städte raste und tobte. Es ist der Ausgangspunkt der Vaganten und Vagabunden, die die Strassen und Landschaften bettelnd und lärmend durchzogen. Das ‚V‘ ist ein Stück des Visiers, mit die Ritter der Turniere ihr Gesicht vergitterten. Der blutsaugende Vampir, der gefürchtete Nachtmar des Aberglaubens, hängt im harten Steinspalt des ‚V’eingekrallt. Dieser Buchstabe hat das Blasende, Fauchende, Huschende, und Spöttische des mittelalterlichen teufels, Junker Voland, der Schreckende, genannt! Das ‚V‘ ist auch der spitze umgestülpte Huteines strengen Vogtes dessen Zwingburg auf hohem Hügel stand.

Vieles Böse, Quälende, Niederträchtige und Schlimme beginnt mit ‚V‘ – das Verderben, der Verrat, das Verbrechen, die Verwahrlosung, das Verließ, der Verlust, das Verhängnis, die Vergeudung, die Verblendung, die Verschlechterung, das Verbot, die Verführung, der Verfall, die Verachtung, das Verschwinden, der Verweis, der Verzicht. Das ‚V‘ ist nebst dem ‚K‘ und ‚Z‘ der Buchstabe, darin die meisten Romane des Schmerzes und des Kummers liegen.

Besser zeigt sich das ‚V‘ in Verbindung mit ‚O‘ in der Silbe ‚vor‘. Das’O‘ schenkt dem ‚V‘ Fülle, während das ‚E’dem ‚V‘ fast nur Elend und Entbehrungen, Enttüschungen und Entsetzlichkeiten bringt. ‚V‘ und ‚O‘ verbinden sich zu würdigen, nützlichen und oft angenehmen Dingen. Das ‚O‘ füllt das ‚V‘ mit Vorrat, es verleiht ihm Vorsprung und Vorrecht vor anderen, es schenkt ihm Vorteile und Vorzüge, die Vorsehung schwebt über ihm, es hilft ihm durch Vorschub und malt in sein Gesicht Vornehmheit und auch Vorsicht.

Das ‚V‘ zeigt sich aber hübsch und lieblich, wenn es die Form einer Vase annimmt. Es ist das geöffnete Bett der Venus, der Göttin der Liebe.Das’V‘ hat die Form und den Keil eines ganzen fliegenden Vogelzugs.

Es sieht aus wie eine Scheide, wie die Schote(Vagina) der Vanille. Es hat Ähnlichkeit mit einem Ventil, durch das Sturmwind, der ventus der Lateiner, streicht.

Durch seine Pforte strömt die Riesenmasse des Volkes.

Das ‚V‘ ist einkräftiger, harter und vorwärtsstürmender Buchstabe. Die ganze Kraft des Mannes muss bei seinem Laut eingesetzt werden. Das Latein, bevorzugt das ‚V‘: Im Latein heisst das Leben vita, die Kraft vis und der Sieg victoria.

‚V‘ bedeutet ausserdem die Zahl fünf.

Und die Fünf war Mars, dem Gott des Krieges und der Schlachten, beigeordnet.

Dies ist eine erfundene Geschichte, die sich in einer nicht erfundenen Gemeinde abspielt.

Er:
Guten Morgen! Wie geht es dir denn? Bist du von deinem Wahlkampf auch so gestresst wie ich von meinem?

Sie:
Guten Morgen! Eh, ich kann das nicht mehr lange. dieses ewige reden und lächeln und Hände schütteln. So eine richtige Tour de Force!

Er:
Genau, meine Family, die dreht auch schon am Rad. Ich bin froh wenn es rum ist. Dann könne wir zwei auch wieder in Ruhe gemeinsam eine schöne Schorle trinken und dummes Zeug schwätzen. Nicht immer nur diese poltischen Dinge.

Sie:
Da freu ich mich auch drauf ein normales Leben. Jeder macht seines. Einer von uns beiden wird der Chef und alles ist gut.

Er:
Ich hab heut morgen die Zeitung gelesen. Der Bericht über dich war echt gut. Der war so positiv. Da hat man echt den Eindruck haben können, die Redakteurin hat ein bisschen Werbung gemacht.

Sie:
Ja der war echt klasse. Genau wie der Artikel über Dich vor zwei Wochen. Der war auch super. Nur der über unsere Dritte im Bunde, der war ein bissel, na ja, der war nicht so gut gelungen.

Er:
Ja! Das war schade. Das hat man ja auch gleich an den Wahlergebnissen gemerkt. Die war sofort rausgeschossen.

Sie:
Tja, ich hab gleich gesagt, als ich gehört habe, wer für sie den Artikel schreiben soll, das könnte nicht gut sein. Weil das ja eigentlich deine Feder ist.

Er:
Eben. Wir zwei haben das anders und richtig gemacht. Für uns haben unsere Federn geschrieben. Da wissen wir zu einhundert Prozent, da kann nichts schief gehen.

Sie:
Das hat uns ja aber auch sehr viel Mühe und Zeit gekostet, bis das alles so war, wie es jetzt ist. Schorle über Schorle. Aber jetzt hat es sich ja eingespielt.

Er:
Ja. Die sind echt zuverlässig geworden. Man braucht gar nichts mehr sagen. Es kommt der richtige, es schreibt der Richtige, es wird das richtige für uns geschrieben.

Sie:
Du hast ja so recht. Und wie clever die das machen!

Er:
Ja. Die nennen das dann Momentaufnahme. Nicht Artikel. Die haben auch noch andere Bezeichnungen, die das so richtig darstellen lassen!

Sie:
Stell dir mal vor wie fertig wir wären, wenn wir das nicht hätten. Da müssten wir noch mehr Hände schütteln und uns auf die Strasse stellen. Aber so? Echt ein billiger Wahlkampf.

Er:
Also. Dann einmal. Bis Sonntag und alles Gute. Ich bin ja mal gespannt, welcher Artikel, äh, welche Momentaufnahme beim Leser, äh Wähler, besser angekommenen ist. Spannend.

Sie:
Ja. Zum Glück ist es noch Wettbewerb. Die haben die Artikel ja nicht zusammengeschrieben, oder?

Er:
Nein. Alles gut!

Sie:
Tschüss, bis Sonntag!

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