Weinfest


Die Ergebnisse der kleinen Umfrage zu der Qualität des Weinfestes waren eindeutig.

Fast 50% der Leser, die abgestimmt haben, fanden das Weinfest „gut, aber Potential nach oben!“ Zählt man die Leser hinzu, die das Weinfest „Super – nix ändern“ finden, ist das eine 3/4 Mehrheit für die beiden besten Noten.

Toll!

Umgekehrt gedacht, heisst das aber auch, dass 3/4 der Leser, die abgestimmt haben, das Wachenheimer Weinfest zumindest in Teilen für noch verbesserungswürdiger halten.

Hier ist ihre Meinung gefragt! In der angehängten Liste können sie gerne eintragen, was Sie an unserem Weinfest ändern würden. Auch über diese Punkte kann dann von den Lesern abgestimmt werden, sodaß sich ein sehr breites Spektrum ergeben kann !

Viel Spaß, ich freue mich darauf!

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Liebe Leser und Weinfestbesucher!

Was halten Sie vom Wachenheimer Weinfest?

Geben Sie Ihrer Meinung Ausdruck, sowohl in der beigefügten Umfrage, als auch gerne mit einem Kommentar!

Viel Spass

Mal schnell ein paar Zeilen schamlose Eigenwerbung: Wir spielen am kommenden Samstag mit der Spielgemeinschaft Mittelhart, einer vierköpfigen Kombo, ab 18 Uhr bei den Pfadfindern in der Burgstraße. Nun ist 18 Uhr nicht eben eine Zeit, zu der sich die Massen aneinander vorbei drängen. Da wir aber gerne auch ein paar Zuhörer vor der Bühne hätten…

Wir spielen überwiegend eigene Sachen mit deutschen Texten und machen fehlende Perfektion durch Enthusiasmus (normalerweise durch Lautstärke, aber ich glaube, der Mischer versteht was von seinem Geschäft) wett. In der Besetzung (Tim Johannson, Christof Kohler, Michael Wendel, Achim Wagner) treten wir das erste Mal auf. Und nachdem wir einige Wochen nicht in voller Besetzung proben konnten, wird es für alle Beteiligten spannend.

Schorle mischen die Pfadfinder in bedarfsgerechten Stärken, was auch immer ich damit sagen will. Also, wir freuen uns.

Ich habe schon viele Weinfeste als Wachremer in Wachrem erlebt, heuer ist es das 25.

Keine Ahnung ob es daran liegt, dass es vorerst mein letztes als Wachremer ist, oder der Tatsache geschuldet, dass meine beiden Schwestern zum ersten mal zu Besuch auf dem Weinfest waren; gestern Abend lag irgendwie ein besonderer Zauber in der Luft.

Nach einem kleinen Warm up mit ein paar „Aperol Spritz“ auf der Terrasse, spazierten wir durch den Stadtpark zum Festplatz. Er war schon gut gefüllt, die Atmosphäre léger und die Weicheier (Softeggs) waren schon in bester Spiellaune.

Bei Steakbrötchen und kühler Schorler dauerte es nicht lange um in eine richtig groovy Stimmung zu kommen. Eine ganz klasse Band und wirkliche Bereicherung für das Weinfest; weit weg vom Mainstream der anonymen Lewwerworschtrülpserei, die einem nur noch auf den Geist geht, wenn ich das für mich mal so formulieren darf.

Irgendwann wurde es dann aber doch trotz bester Stimmung (subjektiv) zu laut und Zeit zu schlendern. So zog es uns dann über den Marktplatz zu den Pfadies. Ein bisschen Glück gehört natürlich dazu, mit fünf Leuten um 21.30 Uhr noch einen gemütlichen Sitzplatz zu finden, wir hatten es.

Die Gruppe „Lescheer“ zeigte eindrucksvoll, warum sie den Namen zurecht so gewählt hat. Richtig gutes musikalisches Spektrum, gepaart mit der beeindruckenden Stimme der Frontfrau und dies bei einer Lautstärke, die entspannte Kommunikation zulässt. Perfekt.

Neben viel Spaß mit meiner Familie, hatte ich Gelegenheit neben herzlichem Weinfest-Smalltalk, der unbedingtes muss bei einem Weinfest ist, auch sehr anregende Gespräche mit den „Wachtenbloggern“ Cordelia, Achim, Frank und Max zu führen. Auch mit Thorsten Bechtel stand ich sicher zwei Schorle zusammen. Kompliment an die Pfadies für diese Insel der Entspanntheit, die sie mit ihrem Konzept dort bieten; ein echtes Highlight.

Der schönste Abend geht irgendwann langsam zu Ende und der Marsch Richtung Heimat steht an. Über den Marktplatz, immer noch gut gefüllt, ist es Tradition (für mich) noch einen Absacker beim Manze Kalle zu nehmen. Was wir dort antrafen ist wirklich nur in diesem ganz besonderen Hof denkbar. Gemütlich anmutende Kerzenbeleuchtung, tanzende und singende Menschen und „Pete Stone Project“ spielte zum Abschluss einen der besten Cover-Songs die ich seit langem gehört habe. Mr. Spock würde sagen: „faszinierend“.

Der Anbschluss auf der heimischen Terrasse, bis in den frühen Sonnenaufgang, gehört traditionell Rory Gallagher’s Million Miles away und einem gepflegten selbstgebrauten IPA.

Hallelujah

 

 

 

 

Mal ehrlich, ideales Fahrradwetter war das gestern nicht. Immer mal wieder ein Schauer und böiger Wind – das sind nicht zwingend die Bedingungen, die des Radlers Herz lachen lassen. Aber hat wirklich nur das Wetter dafür gesorgt, dass statt der rund 350.000 Leute in den vergangenen Jahren gestern nur 200.000 kamen?

Oder ist es vielleicht so, dass die Teilnehmerzahl gleich bleibt, bloß immer weniger als Radler, dafür aber immer mehr als Ausschenker teilnehmen? Hier in Wachenheim gilt vielen der Weinstraßentag als eine prima Alternative zum Weinfest: geringe Gebühren, nur für 8 Stunden (plus Auf- und Abbau) Leute motivieren, und jede Menge durstige und hungrige Kundschaft.

Ja, ja, ich löse es gleich auf, es handelt sich um eine satirische Übertreibung. Aber Tatsache ist, dass aus der Idee der autofreien Weinstraße (in diesem Jahr gab es meiner Wahrnehmung nach ziemlich viele Autofahrer, die sich trotzdem an den nicht immer schwer zu umfahrenden Absperrungen auf die Weinstraße geschlichen haben) ein 85 km langes Weinfest geworden ist. Auch eine feine Sache. Aber der Schwerpunkt scheint sich vom Streckenradeln wegzuverlagern.

Oder droht die Veranstaltung an ihrem Erfolg zu ersticken? Im den letzten Jahren war an manchen Stellen so viel los, dass es bisweilen krachte. Ich bin in den vergangenen Jahren ein paar Mal an Radlern vorbeigekommen, die bei einer Kontrolle sicher eine Weile getrennt von ihren Führerscheinen hätten leben müssen. Das lädt nicht zu einem entspannten Radausflug mit den Kindern ein.

Uns diesmal jedenfalls nicht. Statt dessen sind wir zu Fuß über die Weinstrasse gezogen. Denn da gab es ja mehr Ausschankstellen als beim Weinfest, und ähnlich viele Freunde zu treffen – die auch zu Fuß unterwegs waren oder selber hinter einem Tresen standen. Kaffee beim Bella Bici, Waffel beim Altersheim und dann keine Schorle am Marktplatz, weil das Wetter zickte und es außerdem schon sechs Uhr geworden war, bis wir uns soweit vorgearbeitet hatten.

Müde sieht er aus, als er den Raum betritt. Schwarze Augenringe schmücken sein Gesicht. Und auch die Falten scheinen mehr geworden zu sein. Manfred Storck, unser protestantischer Pfarrer, hat schwere Tage hinter sich, als er die Presbytersitzung eröffnet.

Seit der Sperrung der Burgstraße und dem Aufbau des Gerüsts an der Kirche ranken sich die wildesten Gerüchte um den Zustand der Kirche und daran ist Franks Artikel zum ersten April vielleicht nicht ganz unschuldig. Viele werden jetzt meinen, dass es ein kleineres Problem gab, welches mittlerweile – wie auch das Gerüst – schon wieder verschwunden ist. Leider falsch. Es diente lediglich zur Kontrolle des entstandenen Schadens und der Entfernung des lockeren Gerölls. Fakt ist, dass das Dach der St.-Georgs-Kirche mittlerweile meint sich sportlich betätigen zu müssen und den Spagat macht. Das heißt: Die Balken des Dachstuhls drücken die Mauern langsam nach außen.

Warum passiert so etwas? Anscheinend wurde in den 60er Jahren, als der heutige Dachstuhl der Kirche geschaffen wurde, nicht ganz sauber gearbeitet. Zum Beispiel wurde Dämmmaterial an Stellen genutzt, wo die tragenden Balken des Dachstuhls in die Mauer übergehen. Dies sorgte für Feuchtigkeit und dadurch fingen die Balken an zu faulen. Und leider machte auch der Holzwurm vor ihnen nicht halt.

Das Ganze hat wiederum zur Folge, dass im Gegensatz zu den kosmetischen Baumaßnahmen, die in den letzten 10 Jahren an der Kirche vorgenommen hat, diesmal eine große Sanierungsmaßnahme vorgenommen werden muss, von der man wahrscheinlich danach nicht einmal etwas sieht.

Erste Schätzungen, was eine Öffnung und Sanierung des Dachstuhls kosten würde, liegen bei 300.000 €. Das übersteigt die Rücklagen für Reparaturen der evangelischen Kirche, die seit 2011 von der Kirche gebildet wurden, um ein Zwanzigfaches. Das Gutachten, welches das genaue Schadensbild bzw. die Kosten der Sanierung beinhaltet, wird noch erwartet.

Herr Storck eröffnet die Presbytersitzung mit einem Gemälde von Rembrandt. „Sturm auf dem See Genezareth“ zeigt ein Segelschiff im Sturm. Mit dem Steuermann Jesus, der vom Sturm vollkommen unbeeindruckt, den Wellen trotzt und laut Geschichte alle Mitfahrer nach dem Ende des Sturms wegen ihres Kleinglaubens tadelte, da diese nicht glaubten das Unwetter zu überleben.

Und plötzlich, während Herr Storck dieses Bild beschreibt, das Problem vor dem dieses Schiff stand und wie es dieses überwunden hat,  findet eine Veränderung statt. Eine Energie umfasst den Raum und die dort sitzenden Menschen. Eine Energie, die Dinge verändert. Eine Energie, die auch den kaputten Dachstuhl der Kirche als nur kleine Hürde erscheinen lässt.

Seit dieser Sitzung setzt Pfarrer Manfred Storck alle Hebel in Bewegung, um die Herausforderung, die ihm und der ganzen Kirchengemeinde gestellt wurde, zu bewältigen. Da die baulichen Ursprünge der Kirche auf das 11. Jahrhundert zurückgehen, hofft man auf Unterstützung durch den Denkmalschutz. Die Pfadfinder sagten ihre Unterstützung zu und verkauften schon beim Kräutermarkt und beim Go-Special Bratwürste, um die Kirche finanziell zu unterstützen.

Auch Jürgen Bohl sammelt während des Weinfests beim Bratwurstbraten nebenbei noch Spenden. Und sogar die Presbyter sah man schon am frühen Sonntagmorgen durch den Pfarrhof tingeln, um alles für das Gustav-Adolf-Fest vorzubereiten, dessen Einnahmen auch der Kirche zu Gute kamen.

Wenn man dementsprechend jetzt unseren Pfarrer über das Weinfest laufen sieht, sieht man wieder die Hoffnung in seinen Augen. Man spürt die Energie. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass er Anlauf nimmt.

Für diese eine kleine Hürde.

Gestern hat das Burg- und Weinfest 2012 mit einer Premiere begonnen: Max hat live aus dem Pfarrhof-Zelt gebloggt. Seinen Bericht vom Auftakt 2.0 und Kommentare zu Public Viewing und Vandalismus finden sie im Burg- und Weinfest-Blog.