Zivilcourage


Entwurf für Drehbuch:

Darsteller:

Bruce Willis. Held meiner Spätpubertät. Pfälzer durch Geburt. Star. Weltstar.

Frank Mehlmer. Im Urlaub. Spätpubertierend. Pfälzer durch Geburt. Kein Weltstar. Provinzpolitiker.

Peter Spengler. Im Sommermodus. Schlecht recherchierend. Pfälzer durch Geburt. Provinzjournalist.

Bürgermeister Wachenheims. Nicht im Sommermodus. Immer bei der Arbeit. Pfälzer durch Geburt. Provinzpolitiker.

Rheinpfalz-Redakteur(e). Im Sommermodus. Sucht leichte Unterhaltung. Gut recherchiert. Hoffentlich Pfälzer durch Geburt. Provinzpresse.

Statisten. Familienmitglieder. Freunde. Humorvolle Menschen. Teilweise Pfälzer durch Geburt.

Mister X. Im Urlaub. Nachtragend. Verbissen. Kein Humor. Pfälzer durch Geburt. Provinziell.

Unbekannter Verfasser. Held meiner letzten zwei Tage. Kreativer Kopf. Schreibt über Travestie eine Fake News. Hoffentlich Pfälzer durch Geburt.

Der Plot:

1. Szene:

Frank Mehlmer surft im Internet und schaut sich Posts einiger Freunde auf Facebook an.
Er entdeckt eine Meldung, die besagt, daß Olivia Jones sich als OB – Kandidat(in??) in Ludwigshafen bewerben wird. Amüsiert klickt er auf den Link der Meldung und des vermeintlichen Nachrichtenportals und sieht die Meldung: „Kreire deine eigenen Fake News! Veräpple deine Freunde auf FB!“

2. Szene:
Frank Mehlmer macht mit einem der Statisten Brainstorming welche lustige Nachricht für sein Heimatstädtchen unterhaltsam wäre und wie man die Wirkung und den Mechanismus einer Fake News erproben und satirisch darstellen könne. Der Statist, eventuell sein Sohn, erwähnt Hollywood Stars, die in Deutschland geboren wurden. Der Name Bruce Willis und das Wort Pfalz fallen. Strike.

3. Szene:
Frank Mehlmer setzt sich an sein Ipad und wird kreativ tätig. Spätpubertär entwickelt er eine Fake News, die nicht ganz leicht, aber ganz schnell als solche zu erkennen ist.
Kopiert den Text, fügt Ihn auf dem Fake-Nachrichtenportal ein, sucht ein schönes Foto seines Helden der Spätpubertät im Netz, fügt auch dieses ein. Artikel scharf machen. Auf FB hochladen. Kommentar auf FB „Unglaublich!“ Einfügen. Fertig.

4.Szene:
Erste Reaktionen von Statisten folgen nach Minuten. Eventuell Freunde aus Wachenheim und ein FB befreundeter Rheinpfalzredakteur sind die ersten. Freund aus Wachenheim postet sofort den Link der Fake-Seite, der alles aufklärt. RP Redakteur lässt sich auf lustiges Wortscharmützel über Fake News und Mainstream Media ein.

5. Szene:
Ca. 5 Stunden später. Eine Zwinker-Smiley-SMS des Bürgermeisters erreicht Frank Mehlmer. Er antwortet mit zwei Tränen lachenden Smileys, da der Grund wohl nur sein kann, daß der Bürgermeister die Fake-News gelesen hat.

6.Szene:
Weitere Kommentare in den sozialen Medien folgen. Statisten, eventuell pubertierende Familienmitglieder, reden ihren Vater, Frank Mehlmer an, daß ihre Freunde sich über die Fake News im Netz unterhalten. Lob der Pubertierenden an den Spätpubertierenden.

7. Szene:
Offene Kommentare werden auf FB durch Frank Mehlmer mit Freunden ausgetauscht aus denen deutlich hervorgeht, daß es eine Spaßmeldung ist.

8. Szene:
Ein Redakteur der Sommerredaktion der RP meldet sich bei Frank Mehlmer. Und fragt an, ob man sich auf dem FB Messenger befreunden könnte. Frank Mehlmer bejaht. Der Redakteur fragt, ob Frank Mehlmer der Verfasser der Bruce Willis Fake News sei. Frank Mehlmer bejaht. Der Redakteur fragt nach einem Interview, da der Fake Artikel in der Redaktion für kurze Zeit für Schnappatmung gesorgt hätte. Frank Mehlmer bejaht und merkt warum der Bürgermeister den Zwinkersmiley schickte. Um 16.00 des 25.07. verabredet man sich zu einem FB Messenger-Interview.

9. Szene:
16.00 Uhr. Das Interview startet mit der Frage, ob Frank Mehlmer wüsste, dass Dieter Bohlen eine Musikschule in Wachenheim eröffnen möchte. Frank Mehlmer bejaht und damit ist die Richtung des Interviews, das in einer freundschaftlichen Atmosphäre stattfindet und von gegenseitigem Humor und Respekt geprägt ist, vorgegeben.

10. Szene:
Während des Interviews wird von Frank Mehlmer deutlichst und in aller Offenheit der Hintergrund der Fake Meldung dargelegt. Man verabschiedet sich höflich und bedankt sich. Der Redakteur schickt sogleich den Link zum Online Portal der RP.

11. Szene:
Frank Mehlmer verlinkt den Online Artikel der Rheinpfalz auf dem Wachtenblog. Setzt zwei Kommentare dazu fertig.

12. Szene:
Diverse Statisten posten auf FB Kommentare, die zu 99% freundlich und humorvoll sind. Weitere diverse Statisten unterhalten sich persönlich und tiefschürfend mit Frank Mehlmer über Fake News und deren Wirkung bei Riesling, Weissburgunder und Häppchen.

13. Szene:
Frank Mehlmer hält die Aktion für abgeschlossen.

14. Szene:
Am Samstag 29.07.2017 steht Frank Mehlmer auf, trinkt einen Kaffee und liest Nachrichten. Sein Ipad meldet eine Messenger-Nachricht eines Statisten. Inhalt: Ui, was hast du dem Spengler getan?!

15. Szene:
Frank Mehlmer geht an den Briefkasten und holt die RP raus. Sucht, findet und liest den Artikel. Erster Gedanke: Was soll der Scheiss? Er regt sich auf, daß Peter Spengler einen solchen Artikel raushaut, ohne überhaupt mit ihm selbst gesprochen zu haben. Nach kurzer Zeit wandelt sich der Zorn in ehrliche Dankbarkeit und Frank Mehlmer entschliesst sich Peter Spengler und der RP einen Leserbrief zu schreiben.

16. Szene:
Frank Mehlmer sinniert über den gesamten Vorgang und fängt an im Rahmen seiner spätpubertären Fähigkeiten den Vorgang pseudointellektuell zu beleuchten. Er entschliesst für sich, auf Grund der vorliegenden Informationen, daß einige Gespräche stattgefunden haben müssen, die mit der Verwaltung der Stadt Wachenheim zu tun haben müssen. Er spekuliert wild. Ein Mister X hat Peter Spengler wohl ein paar Takte zur politischen Arbeit Frank Mehlmers erzählt und Mister X und Peter Spengler haben beschlossen, mal so richtig unjournalistisch und unter der Gürtellinie einen rauszuhauen. Sie vermischen persönliches und politisches und Peter Spengler und Mister X lassen ihrer Wut über den anmassenden spätpubertären Humor, die Fake News der sie aufgesessen sind, der ungenügenden Kommunikation im eigenen Hause, die vielleicht politischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre etc. etc., so richtig freien Lauf. Frank Mehlmer entwickelt eine Verschwörungstheorie.

17. Szene:
Beim Schreiben eines Artikels für den Wachtenblog erscheint im Wohnzimmer Frank Mehlmers ein Licht und ein Nebel. Das Licht wird immer heller, der Nebel lichtet sich und Bruce Willis schreitet aus dem Nebel heraus. Er ist verschwitzt und verblutet. Er ist barfuss, trägt zerrissene Jeans und ein Herrenunterhemd. In der Hand hält er ein Funkgerät und ein Maschinengewehr. Er schaut Frank Mehlmer verständnisvoll und mitleidig an und sagt die Worte, die unseren spätpubertierenden Fake News-Verbreiter mit Freude erfüllen und ihm Hoffnung für all das geben, was noch so kommen mag:

„YIPPIE KAY YAY MOTHERFUCKER“

„YIPPIE EY YEAH SCHWEINEBACKE!“

ABSPANN MIT GETRAGENER MUSIK. ENDE.

1. Laut Ihrer Aussage haben Kolumnisten ihr Handwerk gelernt. Ich dachte, wirklich, die heilige Kuh des Journalisten sei die Recherche. Hätte eine solche Bei der RP oder bei den anderen Medien, für die so empört Partei ergriffen wird stattgefunden, wäre mit einem, EINEM, Klick klargewesen, welcher Natur diese Meldung ist. Einige der RP Redakteure haben das übrigens sofort verstanden.

2. Auch, daß andere Medien darauf anspringen zeigt, wie wenig Inhalte in der Sommerzeit zu verbreiten sind. Und Glamour ist ja geil und schafft Quote…

3. Die RP Redaktion fühlte mir nicht auf den Zahn, sondern fand die Idee lustig und auch den von mir erklärten Zweck dahinter durchaus lehrreich, den Leuten zu zeigen, wie Fake News funktionieren (das sind keine Fake News und belegbar).

4. Diesen Brillen-Bruce-Artikel, mit meiner politischen Tätigkeit zu verknüpfen und damit meine politische Organisation und Arbeit zu verunglimpfen zeigt mir, wessen Geistes Kind dieser Artikel ist.

5. Ich wüsste nicht welche Bärendienste ich dem Wachtenblog erwiesen habe. Ich bitte um Aufklärung.

6. Mir meine Motivation für diesen Artikel abzuprechen und von ummünzen zu sprechen, halte ich für nicht belegbare Fake News, bzw. bewusste politische Meinungsmache, die von der RP und anderen instrumentalisiert werden soll.

7. Hätten die beteiligten Journalisten richtig recherchiert, wäre auch der Hintergrund für die Wachtenblogmeldung über die Alte Winzergenossenschaft klar. Dieses Argument, ein Jahr nach diesem Wachtenblogartikel, unreflektiert in die Argumentationlinie zu bringen, zeigt mir, die Verbindungen, die wohl zum Kauf der Brille, die beim Artikel schreiben aufgesetzt war, geführt haben.

Am meisten regen sich die Menschen doch über die Dinge auf, die Ihnen im vorgehaltenen Spiegel bewusst gemacht werden. Eulenspiegel. Tut Scheisse weh.

8. Dass die Verwaltung der Stadt Wachenheim und der Verbandsgemeinde auf Grund solcher Witze vor dem Kollaps stünden , na, wenn das so ist, dann Gute Nacht! Übrigens sollte man auch hier reflektieren, da die Meinung eines genervten Bürgermeisters nicht die Gesamtmeinung der Belegschaft und 'seiner' Bürger repräsentiert.

9. Die Wachenheimer Liste und ihre politische Arbeit in die Waagschale zu werfen, ist doch eher Journalismus der niederen Art. Bei Recherche und Abnahme der parteipolitischen Brille, finden man auch hier, welche politischen Leistungen die WL erbracht hat und immer noch erbringt.

Freundliche Grüsse und ein schönes recherchevolles Wochenende!

Bleiben Sie am Ball!!

PS.

Im Vergleich zum ursprünglichen Artikel sind einige Änderungen vorgenommen worden. Inhaltlich ist der Artikel gleich geblieben…
Anmerkung des Verfassers

Nach dem gestrigen Anschlag in Berlin gilt mein Mitgefühl den Toten und Verletzten, ihren Angehörigen und Freunden. Meine Besorgnis gilt gleichzeitig vielen Reaktionen auf den Anschlag: Die Gewalttat, die wahrscheinlich von Hass gespeist wurde, ruft weiteren Hass hervor. Überall lese ich Schuldzuweisungen, oft in sehr harscher Form. Wenn Terroristen hinter der Tat stecken, dann passiert jetzt genau das, was sie bezwecken. Unsere Gesellschaft wird weiter gespalten. Ich beobachte die Polarisierung schon in unserem kleinen Wachenheim, da entstehen kleine Risse in Freundschaften. Ein viel größerer Riss geht durch Deutschland, durch ganz Europa. Natürlich muss man über den Umgang mit dem Terrorismus debattieren  – und ihn auch im Kontext der Flüchtlingsbewegungen sehen. Aber wir sind nicht mehr im Dialog, immer mehr schreien wir aus unserer eigenen Filterblase auf die vermeintliche Gegenseite ein. Das löst keine Probleme, das schwächt unsere Gesellschaft. Und genau das wollen terroristische Organisationen mit Gewalttaten erreichen.
Wie wäre es, wenn wir dagegen aufstehen – und zusammenstehen? Wie wäre es, wenn wir am 23. Dezember alle gemeinsam auf die Weihnachtsmärkte gehen? Christen, Moslems, Juden, Buddhisten, Hindus, Atheisten. Seit-Generationen-Hier-Wohnende, Zugereiste, Flüchtlinge. Wie wäre es, wenn wir uns darauf besinnen, dass uns vielleicht einiges trennt, aber viel mehr vereint? Respekt, Menschlichkeit und die Sehnsucht nach Frieden.
Ich habe da einen Traum, aber vielleicht träume ich ihn nicht allein. #Zusammenstehen #Menschlichkeit #23Dezember

„Liebe Frau Merkel,

Sie haben meine Hochachtung für Ihre Flüchtlingspolitik und ich hoffe, dass Sie mit Ihrer menschlichen Wärme und ihrem Intellekt weiterhin Ihre humane Art des Handelns auch gegen den Widerstand zahlreicher törichter und populistischer Politiker aus den eigenen Reihen wie CDU und CSU aber natürlich erst recht gegen AfD-Anfeindungen durchsetzen werden!

Zum beabsichtigten bewaffneten Einsatz gegen den IS kann ich Sie allerdings nur inständig bitten, die geplante militärische Unterstützung aus Solidarität gegenüber Hollande – und diese sollte nicht mit Solidarität gegenüber Frankreich gleichgesetzt werden – sofort wieder zu verwerfen. Bitte seien Sie umsichtig genug, das Risiko der Stärkung des IS durch zudem noch völlig koordinationslose Schläge verschiedener Nationen gegen die Erfolgsaussichten auf Schwächung des IS abzuwägen. Bitte nutzen Sie die wertvollen Erfahrungen und berücksichtigen Sie die Einschätzungen hochkompetenter Nahostkenner wie einstmals von Peter Scholl-Latour und heute vor allem von Jürgen Todenhöfer und lassen Sie sich (uns!) nicht auf militärische Aktionen ein.

Sie wissen besser als die meisten von uns über Entstehung, Ausweitung und Zulauf des IS Bescheid. Es ist evident, dass in unseren westlichen Ländern die perspektivlosen, weil ausgegrenzten jungen Menschen besonders leicht zu radikalisieren und für terroristische Zwecke zu rekrutieren sind. Diesen Menschen genug Beachtung zu schenken, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, sie gezielt zu fördern, das müssen unsere ersten Ansatzpunkte sein. Eine gleichermaßen mehr auf die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen zugeschnittene Nahostpolitik statt einer nur die eigenen ökonomischen Interessen verfolgenden Politik wäre dazu genauso notwendig. Unsere Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht nur auf den Prüfstand zu stellen sondern die unseligen Verknüpfungen zu lösen, die den Saudis eine Plattform für Einflussnahme auf und Förderung extrem islamistischer Gesinnung in unserem Land gibt. Unsere verlogenen Vereinbarungen zu wirtschaftlicher „Zusammenarbeit“ auch mit anderen Ländern, so der Türkei müssen korrigiert und damit wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Wenn dadurch finanzielle Einbußen in Kauf genommen werden müssen wären die meisten Bürger sicherlich trotzdem „bei Ihnen“ wenn die Politik vernünftig vermittelte, dass auf diese Art und Weise eine längerfristige Zukunftssicherung und Befriedung erreicht werden kann. Leider scheuen fast sämtliche Politiker sich davor dem Volk zu vermitteln, dass Solidarität und Fairness auch etwas mit abgeben zu tun haben.

Liebe Frau Merkel, Sie haben vielfältig in zahlreichen Krisen der letzten Jahre große Besonnenheit gezeigt! Die derzeitigen Herausforderungen mit denen wir durch den IS-Terror umzugehen haben sind immens. Sie zu meistern gelingt aber nicht durch welche auch immer aufwendige militärische Auseinandersetzung. Sie gelingt nur durch ständigen Dialog mit allen Machthabern der Nahost-Region. Sie gelingt auch erst durch die Bewältigung interner Probleme unserer Gesellschaften vor allem in Frankreich, Belgien, Großbritannien und den USA die noch dazu stärker als wir das Erbe großer Frevel in der Kolonialzeit/des Imperialismus tragen. Sie fordert außerdem faire und geradlinige Vereinbarungen mit Partner-Staaten wie mit unbequemen Staaten und ständige Gespräche selbst und gerade mit Diktatoren und – wie Helmut Schmidt zu sagen pflegte – ermöglichen Sie den Partnern einen anständigen Abgang.

Ich vertraue auf Sie und wünsche Ihnen die benötigte Kraft und Fortune!“

Ungekürzter Brief eines Lesers an Frau Merkel…

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland haben die Väter des Grundgesetzes den Umgang mit der Religion oder den Religionen in der Bundesrepublik definiert. In Artikel 4 wird folgendes angeführt:

Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Jeder darf die Religion oder Weltanschauung glauben und ausüben, an die ER oder SIE eben glaubt. Gleichberechtigt. Nicht eingeschränkt. Selbst ich als nicht institutionell-kirchlicher Mensch finde da einen Platz und darf somit, in Verbindung mit anderen Artikeln des Grundgesetzes, meine Meinungen leben, äussern und pflegen.

Historisch gesehen ist Deutschland ein christlich-jüdisch geprägtes Land. Christlich-jüdisch deswegen, da das Christentum, ähnlich wie der Islam aus dem Judentum hervorgegangen ist. Jesus war Jude, kein Christ. Also müsste Mohammed Jude oder Christ gewesen sein, zumindest war er so geprägt. Auch der Islam ist also in seinen Wurzeln und in seiner Niederschrift durch den Propheten jüdisch-christlich geprägt. Speziell der Islam ist hierbei die abrahamitische Religion, die den Schutz und die Fürsorge der anderen abrahamitischen Religionen definiert und vorschreibt. Die Religionen des Buches müssen durch den Islam geschützt und unterstützt werden. In den islamischen Ländern, in denen dies gelebt wird, zynischer Weise z.B. Syrien, Iran, Libanon, gibt es sogar Steuern oder Abgaben, die genau diese Religionspflege sicherstellen. Die christlichen Gemeinden bekommen finanzielle Mittel, um Ihre Gemeinden zu erhalten und zu pflegen.

Jetzt kommen aus der Not heraus Menschen zu uns, a.k.a. Flüchtlinge, Asylanten, Asylbewerber. Zum Grossteil Menschen mit einem islamischen Glauben. Diese werden bei uns aufgenommen und ihnen muss Schutz gewährt werden. Dieser Schutz wird auch gewährt, in Verbindung mit diversen Pflichten und Vorschriften, die diesen Menschen auferlegt werden. Diese Rechte und Vorschriften gründen oftmals in der Sorge um die Limitierung des fremden Einflusses auf unseren eigenen Kulturkreis und sollen dazu führen, dass diese Menschen sich in unser Gemeinwesen integrieren. Ein Gemeinwesen das in Deutschland basal über das Grundgesetz definiert ist. Und damit auch über Artikel 4., der eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber einzelnen definiert, die Pflicht, dass jeder seine Religion ungestört ausüben darf. Der Staat verpflichtet sich für Ungestörtheit zu sorgen, fast eine, analog zur Privatsphäre, die zu schützen ist, eine Glaubenssphäre zu schaffen.

Um den xenophobischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, heisst es doch deshalb im Umkehrschluss, möchten wir Integration, müssen wir die Voraussetzungen für Integration schaffen, muss der der Integrationswille der Bürger, also des Staates, gelebt werden. Das heisst neben den Forderungen an das Schutz suchende Individuum, aus dem Grundgesetz resultierend, muss dem Neubürger ausgesprochen die Möglichkeit gegeben werden, sich im Rahmen des Gesetzes zu integrieren, er muss dabei unterstützt werden. Auf Nicht-Religionsebene ist das bei vielen Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Es gibt Sprachunterricht, Bürokratie-Lehrgänge, Amts-Craskurse etc. etc.

Wenn aber eine echte gegenseitige Integration erfolgen soll, die auch, siehe oben, eine echte gegenseitige Akzeptanz sein muss, muss den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Religion frei und ungestört auszuüben. Diese freie ungestörte Ausübung findet bei den drei Schwester-Religionen des Buches üblicherweise in einem dafür vorgesehenen Raum statt. Kirche, Synagoge und Moschee. Christen können in jedem Dorf in ihre Kirche gehen, Juden, soweit noch oder wieder vorhanden, haben ihre nahen Synagogen.

Sollten wir deshalb unseren vom Grundgesetz Schutzbefohlenen nicht an ihrem Wohnort die Möglichkeit geben, ihre Religion ungestört auszuüben? Zudem sie auf Grund ihrer persönlichen Lage doch in ihrer Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt sind.

Stellen wir unseren Mit-Bürgern einen Raum zur Verfügung, den sie zu Ihrer Moschee machen können. Unterstützen wir sie christlich im Islam. Wir haben soviel Raum, der nicht genutzt wird. Soviel Raum, der mit Muskelhypothek zu einer sinnvollen Begegnungsstätte gemacht werden kann. Dessen Herstellung den Menschen gerade eben diesen Sinn gibt und sie und uns selbst im besten Sinne integriert.

Dies kann und sollte eine lebendige Bereicherung für uns alle Wachenheimer sein. Verbrannte Synagogen, verbrannte Asylbewerberheime und geschändete Friedhöfe haben wir in Deutschland wahrlich genug.

Wie oft hören oder sagen wir das:“ ‚Man müsste…‘, oder ‚Wann wird eigentlich mal der Radweg ausgebaut, oder , die Mauer ist seit Jahrzehnten ein Schandfleck‘ etc. etc.?'“ Dies sind Dinge, die vielleicht ein einzelner wahrnimmt, aber die für viele Bedeutung haben.

Speziell als politisch denkender aber nicht agierender Mensch, sind das die Formeln, die es uns im Alltag einfach machen. Schuld sind die anderen, „MAN“ eben, aber MAN SELBST doch nicht. Man gibt die Schuld unbewusst gerade denen, die sich engagieren, die aber die Belange der ‚einfachen Bürger‘ nicht wahrnehmen, oder vermeintlich nicht wahrnehmen. Superbequem, supereinfach. Jeder Beteiligte und Unbeteiligte wird bequem. MAN braucht sich ja nicht zu bewegen.

Jetzt gibt es gerade in der Kommunalpolitik Mittel und Wege, und zwar relativ einfache, sich aktiv an der politischen Gestaltung zu beteiligen. MAN kann in der Tat zu einem ICH werden.

Die Gemeindeordnung sagt:

GemO §§ 16 b

Jeder hat das Recht, sich schriftlich mit Anregungen und Beschwerden aus dem Bereich der öffentlichenVerwaltung an den Gemeinderat wenden. Soweit der Bürgermeister kraft Gesetzes zuständig ist, hat der Gemeinderat ihm die Behandlung der Anregungen und Beschwerden zu überlassen. Zur Erledigung der sonstigen Anregungen und Beschwerden kann der Gemeinderat einen Ausschuss bilden.

DER ANTRAGSTELLER IST ÜBER DIE BEHANDLUNG DER ANREGUNGEN UND BESCHWERDEN ZU UNTERRICHTEN!

Wie MAN sehen kann, ist es ein einfacher Schritt, SICH aktiv politisch einzubringen.

Möchte MAN der ganzen Sache, die einem am politischen Herzen liegt, etwas mehr Würze geben und vielleicht einen höheren Druck ausüben, steht einem das Mittel aus §17 zur Verfügung, der sogenannte Einwohnerantrag.

GemO § 17

Die Bürger und Einwohner, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, können beantragen, daß der Gemeinderat über bestimmte Angelegenheiten der örtlichen Selbstverwaltung, für deren Entscheidung er zuständig ist, berät und entscheidet (EINWOHNERANTRAG). Dem Antrag braucht nicht entsprochen zu werden, wenn dieselbe Angelegenheit innerhalb der laufendenden Wahlzeit des Gemeinderats bereits Gegenstand eines zulässigen Einwohnerantrags war.

Der Einwohnerantrag muss ein bestimmtes Begehren mit Begründung enthalten.
Er muss schriftlich bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden und bis zu drei Personen benennen, die berechtigt sind, den Einwohnerantrag zu vertreten.

Die Zahl der für einen Einwohnerantrag erforderlichen UNTERSCHRIFTEN beträgt:

In Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern 5 von Hundert der Einwohner, jedoch höchstens 120

In Gemeinden mit 3.001 bis 10.000 Einwohnern 4 von Hundert der Einwohner, jedoch höchstens 300

Jede Unterschriftenliste muss den vollen Wortlaut des Einwohnerantrags enthalten. Eintragungen, welche die Person des Unterzeichners nach Namen und Anschrift nicht zweifelsfrei erkennen lassen, sind ungültig.

Ist der Einwohnerantrag zulässig, so hat der Gemeinderat ihn innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Eingang zu beraten und darüber zu entscheiden.

Der Gemeinderat hat die…im Einwohnerantrag genannten Personen zu hören.

Die Entscheidung des Gemeinderates ist…ÖFFENTLICH bekanntzumachen.

Herr Kittelberger ist gestorben.

Ein engagierter Mensch ist völlig plötzlich und unerwartet zu einem Zeitpunkt aus dem Leben geschieden, der für das Ende noch nicht vorgesehen war. Das ist nicht zu verstehen und rational auch schwer zu fassen.

Persönlich kannte ich Herrn Kittelberger nicht sehr, wir hatten einige Berührungspunkte, als ich und meine Kinder in der Situation waren, in der sich seine Familie jetzt befindet. Dort habe ich ihn als vermittelnden auf Konsens bedachten Menschen kennengelernt. Ein weiteres Urteil auf die Person Kittelberger maßt mir nicht an.

Der politische Mensch Kittelberger war ein Profi durch und durch. Ein Profi, der wusste wie die Politik auch und insbesondere im Kleinen funktioniert. Ohne Professionalität kommt man nicht zu diesem Erfolg, zu dem er zu Lebzeiten kam.

Wie jeder politisch agierende Mensch vertrat er seine Meinungen in der Öffentlichkeit, von der er gewählt war. Diese Meinungen werden in einer pluralistischen Gesellschaft, das ist das Wesen dieser, diskutiert befürwortet, abgelehnt etc..

Da es auch andere politisch engagierte Menschen gibt, gibt es durchaus pluralistisch, andere politische Ideen und Meinungen von Menschen, die sich ebenfalls der öffentlichen Diskussion stellen wollen und müssen.

Es gibt auch Zeiten, in denen werden der Ton und die Argumente rauher, wie z.B. im Wahlkampf, bei Parteitagen, Demonstrationen und sonstigen demokratischen Instrumentarien und Werten, die von der Verfassung geschützt sind.

Der Kitt, der dieses System zusammenhält ist der Respekt. Der Respekt vor der Person, die hinter diesen demokratischen Meinungen und Ideen steht. Der Respekt vor unserer Demokratie. Der Respekt vor dem Andersdenkenden und vor dem Andersseienden.

Wenn Menschen jetzt dazu übergehen, den Tod eines engagierten demokratischen Mitbürgers zu instrumentalisieren, begeben sie sich auf eine Ebene mit Menschen, die dies in einer noch viel weitergehenden und radikaleren Form tun. Dies ist der gleiche Mechanismus, den eine Pegida, eine IS oder sonst auch wer benutzt. Das ist der Nährboden für Hass.

Respektieren wir das Andenken und das politische Vermächtnis eines Menschen, der sich eingelassen und eingebracht hat. Und vor allem,

respektieren wir seine Familie und Ihre Trauer!!!

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