Die Weinstraße ist gesperrt.

Die Weinstraße, Lebensader Wachenheims, ist wegen Dachdeckerarbeiten an einem Privathaus gesperrt. Voll gesperrt. Der Gau blieb aus, unser Städtchen existiert noch, keiner ist verhungert, keiner ist verdurstet und das Verkehrschaos ist auch ausgeblieben.

Dies könnte man wieder mal als Zeichen werten, dass die Mobilität, bzw. die städtebauliche Bedeutung, völlig überbewertet wird, und ist für mich ein starker Hinweis, daß es nicht Ziel sein muss Verkehr und Parkplätze in den Stadtkern zu bekommen, sondern daß es Ziel sein muß den genau gegenteiligen Weg zu gehen.

Raus mit den Autos. Parkplätze an der Peripherie, ein kleines öffentliches Nähestenverkehrsnetz. Die Weinstraße verkehrsberuhigen und zum Flanieren einladen. Zum Flanieren in unserem wunderschönen Städtchen mit all seinen Ecken und Winkeln.

Doch leider gibt es auch einen Wermutstropfen.

Ich denke, daß es nicht reicht, eine solch große und einschneidende Verkehrsmaßnahme im Amtsblatt anzukündigen. Das Amtsblatt hat zwar eine grosse Reichweite, aber die Informationswirkung ist doch eine geringe, da die Leute mal drüberfliegen und das wars. Nur so ist es zu erklären, daß viele Wachenheimer Bürger, und insbesondere Anwohner der Weinstraße, über die extreme Kurzfristigkeit der Einrichtung der Baustelle und die Dauer der Maßnahme mehr als überrascht waren.

Schon öfters zog sich die Verwaltung hinter das Amtsblatt zurück, um aufwallende Kritik abzuwehren.

Vielleicht wäre es heutzutage effizienter mehrere moderne Medien zur Information der Bürger zu nutzen. Das könnte auch ein guter Ansatz sein, die Politikverdrossenheit der Bürger aufzubrechen. Vielfältige Information schadet nicht.

Im Gegenteil. Reden und kommunizieren hilft. Immer.