Wollen Sie wissen, ob Amokoma am Samstag das Burg- und Weinfest in Wallung brachten, was einen Alt-Wachenheimer am heutigen Weinfest-Tag begeisterte  – und warum Sonntag der Familientag wird?

Habe wieder frisch vom Weinfest geblogt.

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Noch eine Woche, dann beginnt das Burg- und Weinfest 2011. Die Programm-Flyer liegen ja schon eine Weile aus, und ensprechend dem Prinzip „Weinfest 2.0“ möchte ich jetzt auch den Blog zum Burg- und Weinfest wiederbeleben. Dabei geht es nicht um die Community (die ja als Arbeitsplattform gedacht war), sondern um einen separaten Blog zur Kommunikation mit allen Fans und Besuchern des Weinfestes. Ziel ist, nicht nur die Werbetrommel fürs Weinfest zu rühen, sondern auch Rückmeldungen zu erhalten, wie die einzelnen Angebote des Weinfestes beim Publikum ankommen.

Heute ging es mit einem ersten Vorbericht los (der findet sich hier). Ich werde versuchen, jeden Tag bis zum Weinfest einen Vorbericht zu schreiben, und dann natürlich auch während des Weinfestes zu bloggen. Darum bitte ich auch die Stammleser des Wachtenblogs, Kommentare zum Weinfest nicht hier, sondern im Weinfest-Blog zu schreiben.

Und noch eine Bitte habe ich: Auch der Weinfest-Blog sollte mehrere Autoren haben. Verschiedene Sichtweisen tun dem Thema gut. Außerdem werde ich die ersten zwei Weinfest-Tage verpassen, weil ich beruflich unterwegs bin (saudummes Timing, ich weiß!). Also: wer blogt mit übers Burg- und Weinfest 2011? Bitte über Kommentar melden, oder per Mail an ach.wagner@web.de!

Den treuen Wachtenblog-Lesern wird dieses Wort irgendwie bekannt vorkommen. In der Westerngeschichte, die vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, spielt die Zeitung ‚Immaculate Lard‘, bzw. eine Redakteurin dieser, eine entscheidende Rolle.

Wörtlich übersetzt heisst dieses Wortspiel ‚Unbefleckter Speck‘ mit der erweiterten Bedeutung ‚Rein-Schmalz‘, also unsere altehrwürdige Rheinpfalz.

Als Online-Freizeit-Journalist, wobei dies in meinem Fall maßlos übertrieben ist, Journalist ist mein Mitblogger Achim, habe ich mir in der letzten Zeit oft die Frage gestellt, wie sinnvoll es heutzutage noch ist eine Tageszeitung abonniert zu haben. Die Infos aus der großen weiten Welt, bekommt man online 24 Stunden rund um die Uhr kostenlos und sekündlich aktuell. Regionalnachrichten aus Wachenheim verbreiten wir zum Teil selbst und den Rest, der ein- bis zweimal im Regionalteil der Rheinpfalz steht, bekommt man auch irgendwie mit.

Zudem ist die Zeitung oftmals auch kritisch mit den eigenen Themen oder Aktionen, sodaß es doch schon Leute des öffentlichen Lebens gegeben haben soll, die auf Grund der Kritik das Abo von Tageszeitungen gekündigt haben sollen. Kritik, Informations-Overload etc.. Nicht zu vergessen ist auch der umweltpolitische Faktor. Papier wird aus Holz gemacht, welches eine knappe Ressource ist, da könnte man doch eigentlich sparen…

Nun werde ich demnächst umziehen. Nachdem ich, bzw. wir, meine, definitiv, bessere Hälfte und ich, einige Monate nach einem geeigneten Objekt suchten. Per Internet, per Makler, Mund-zu-Mund-Propaganda, auf dem Wachtenblog, wir haben nichts passendes für acht(!) Personen gefunden. Doch irgendwann eines Freitags nahm ich die solch ambivalent erachtete Rheinpfalz in die Hand, las eine Annonce, und?! Alles unterschrieben, Aktion Kaninchenstall läuft auf vollen Touren. Ein Traumhaus in Wachenheim, wo wir alle so gerne bleiben wollten.

Bei diesem kleinen Beispiel wird der Wert, dieses gewachsenen Kulturgutes klar. Die Tageszeitung auch als Informationskompetenz-Center, ist durch nichts zu ersetzen. Schon das Gefühl morgens an den Briefkasten zu laufen und nicht ein kaltes elektronisches Teil, sozusagen ein Medien-Dildo, in die Hand zu nehmen, ist für mich ein Stück Lebensqualität und Kultur, die einfach, ähnlich wie ein Buch, zum Leben dazugehört.

Es gehen genügend alte Werte verloren, die vermeintlich nicht mehr gebraucht werden, in der Politik, in der Wirtschaft, im Miteinander. Politische Aufrichtigkeit, Engagement, ordentliches Wirtschaften, Nur Ausgeben was da ist, Stichwort vor ein paar Jahren ‚New Economy‘, Facebook, nur noch rudimentäre Nachrichten schicken in einem sinnlosen Kauderwelsch. Meines Erachtens sind dies alles Blasen, die früher oder später platzen werden, oder sich zumindest relativieren. Doch seit Urzeiten wird die menschliche Kultur auf festen Untergründen hinterlassen, Höhlenwände, Tonscherben, Papyrus, Papier.

Für viele Dinge ist eben diese Dinglichkeit Voraussetzung weitergegeben werden zu können, oder gar vererbt zu werden.

Oder würden Sie Ihren Kindern lieber ein Ebook-Reader als ein altes Buch vererben? Beides kann heutzutage nebeneinander sein, aber ohne Papier, ohne Zeitung?

Also Rheinpfalz, auch wenn es manchmal schwierig ist, dich nachzuvollziehen, ist es schön, und wertvoll, dass du da bist.

Nachdem wir Freizeitblogger in den Bereichen Informieren und Kommentierten in den vergangenen 21 Monaten reichlich tätig waren, wollen wir nun auch in einem Sektor wildern, der ansonsten eher Freizeitpolitikern vorbehalten ist: wir orakeln.

Wenn schon, denn schon, dachten wir uns, und haben Kosten, nicht jedoch Mühen gescheut, um unsere Prognosen zu erstellen. Zu den Methoden:

1. Die Kaffeesatzleserei. Sicher die einfachste aller Tätigkeiten, die jeder auch ohne jegliche mediale Begabung erlernen kann, ja sogar mit minimalen Qualifikationen in promptu beherrscht.  Hier der Beweis: Lesen Sie folgenden Satz: Dies ist ein Kaffeesatz. Tada – schon sind Sie ein Kaffeesatzleser.

2. Das Tintenfisch-Orakel. Wir haben uns in Oberhausen einen in Formalin eingelegten Tintenfisch mit Orakelvergangenheit besorgt, der mit einem Fisch vor allem die Gesprächigkeit gemein hatte, ansonsten mindermitteilsam war und in seiner Regungslosigkeit für das Spiel Deutschland – Australien ein torloses Unentschieden vorher gesagt hat. Damit war er zwar näher an der Realität als man hätte ahnen können, für unsere Zwecke haben wir das Tintenfisch-Orakel dann doch nicht bemüht.

3.  Das Kasperl-Orakel. Eine wie wir finden äußerst passende Form der Divination. Man steckt eine Hand in eine Kasperlpuppe (es muss nicht der Kasperl sein, es kann auch der Teufel oder das Krokodil oder der Sockenmann sein) und spricht mit verstellter Stimme.

Selbstredend spricht der Kasperl nicht von selbst. Ein mitteltiefe Trance, wie sie etwa der fastenzeitliche Verzicht auf Süßigkeiten und Alkohol induzieren kann, muss schon erreicht werden.

Und also sprach das Kasperle: „Erst mal die restlichen Finger schön krümmen, sonst habe ich so ’ne seltsame Auswuchtung am Bauch….oh, Wachenheim…ich sehe Bilder…ich sehe Bilder von Gebäuden…ich sehe Menschen, die sich ihre eigenen Gedanken über diese Bilder machen wollen…aber ich sehe auch Menschen, die wollen, dass alle Anderen ihre eigenen Gedanken zu den Bildern denken sollen…ich sehe Menschen, die mir vom Teufel haben ausrichten lassen, dass sie mir die Pritsche wegnehmen, wenn ich ihre Namen nenne, die diese Bilder fotografieren und sie dann veröffentlichen…diese Menschen wollen ins Gespräch, kommen aber nur ins Gerede…mit den Bildern wollen sie den Menschen vorgaukeln, dass ein Supermarkt mitten in den Ort gehört – und als Aquarell auch viel besser aussieht als ein gezeichnetes Hotel…“

An dieser Stelle ist wohl eine Interpretation des zusammenhangsarmen Geredes angebracht: Mit Bildern könnte das Orakel so ziemlich alles meinen. Sollten etwa die Ergebnisse des studentischen Ideenwettbewerbs zur Pfortenstückbebauung gemeint sein? Denkbar. Sollte etwa irgendjemand mit diesen Bildern Stimmung gegen die Ideen und die Auslober machen wollen? Gar in Form einer Vereinsschrift? Kaum vorstellbar. Schliesslich ist ein Supermarkt im Pfortenstück so gründlich abgelehnt, sowohl unter den Wachenheimern als beim Denkmalschutz, dass sogar seine Verfechter den Blick nun endlich nach vorne richten sollten.

Also sprach das Kasperle: „Ich sehe Kinder mit glänzenden Augen…ich sehe Schokoriegel…Ich sehe Kinder mit glänzenden Augen…ich sehe Cola-Dosen…Ich sehe Kinder mit glänzenden Augen…ich sehe Kartoffelchips…ich sehe Kinder mit glänzenden Augen…ich sehe einen Schwimmbad-Kiosk…oder habt ihr Schwachköpfe gedacht, ich sehe einen Supermarkt neben einer Schule?…damit ich so einen Schwachsinn sehe, müsst Ihr seltsames Zeug rauchen und 10 dicke Schorle trinken…“

Nun, wir können nur ahnen, dass es bei dieser Orakelpassage ums Schwimmbad geht. Scheint so als könnte ein neuer Pächter für den Kiosk gefunden werden. Und ein Supermarkt neben der Schule? Ich bitte Sie! Das wäre ja für Kinder wie ein Schwimmbad-Kiosk, für den sie keinen Eintritt zahlen müssen. Wer käme denn auf so eine abstruse Idee?

Und also sprach das Kasperle: „…ich sehe ein Haus…so ein Haus ist schwer zu übersehen, ich bin ja nicht blind…ich sehe Eis und Pizza…halt, ich soll ja nicht in die Vergangenheit blicken…also, ich sehe kein Eis und keine Pizza mehr…ich sehe auch gar kein Haus mehr…ich sehe direkt auf einen häßlichen Anbau an einem Altersheim…“

Spätestens hier müssen wir raten. Sollte das Kasperle etwa den Abriss der ehemaligen Pizzeria an der Ampelkreuzung noch fürs Frühjahr vorhersagen? Gewagte Hypothese.

Und also sprach das Kasperle: „Ich sehe Kinder an mir vorbeigleiten…wenn ich auf der anderen Seite des Mäuerchens stünde, sähe ich, dass sie auf einem Skateboard stehen…ich sehe den Lärm, den die Skateboards machen, nicht…oder können Sie Lärm sehen…ich sehe genervte Anwohner…ich sehe keinen Skaterplatz…ich sehe Stadträte, die auch keinen Platz dafür sehen…“

Was das Kasperle heir faselt, bleibt der wissenschaftlichen Analyse völlig verschlossen. Sorry.

Und also sprach das Kasperle: „Ich sehe angetrunkene Menschen…ich sehe Verdruss…ich sehe kein stringentes Konzept…ich sehe Ideen…ich sehe Menschen, die die Ideen zwar nett finden, sie aber geflissentlich ignorieren…ich sehe, dass kaum jemand bereit ist, etwas Altes für etwas Neues aufzugeben…ich sehe, dass ich wohl wieder beim Seppel bleiben muss, wenn der Typ an der Hand an dem Finger in meinem Kopf bei Zimmermann im Hof sitzt und Wein trinkt…ich sehe im Wörterbuch nach, was stringent eigentlich heißt…“

Wenn nicht der Hinweis mit Zimmermann wäre, hätten wir nie geahnt, dass es hier ums Weinfest geht. Aber da soll ja alles besser werden, also scheint hier Kasperles drittes Auge getrübt zu sein.

Und also sprach das Kasperle: „Ich sehe Einsen und Nullen…Computer…Nullen an Computern…ich sehe Landschaften…blühende Presselandschaften…virtuelle Pluralität in Wachenheim…ich sehe pompöse Ansprüche…das Ende von Blogs und Zeitungen…marginalisiert durch ein Online-Medium nie dagewesener Gesetzeskonformität…ich sehe wohl in ein Paralleluniversum…“

Ja, die Tage der klassischen Printmedien sind gezählt. In kaum 50 Jahren werden sie wohl verschwunden sein. Und auch Blogs werden bis dahin von flüchtigeren oder profunderen Ausdrucksformen der Mitteilsamkeit abgelöst worden sein. Man sollte das Kasperle nicht allzu ernst nehmen, wenn es bahnbrechende und wegweisende neue Medien für Wachenheim ankündigt. Neu könnten sie freilich sein.

Und also sprach Kasperle: „Ich sehe einen Ort voller Harmonie…ich sehe Menschen, die einander zuhören und gemeinsam arbeiten…ich sehe Menschen, denen spalterische Schriften wesensfremd sind…“

Eigentlich hatten wir ja gedacht, dass sich Kasperle mit Wachenheim beschäftigt, aber nun scheint er ins Königreich Bhutan abgedriftet zu sein, wo das Glück der Landeskinder oberstes Ziel der Verfassung ist. Und so beenden wir jegliche Versuche, das Frühjahrsgeschehen in Wachenheim zu orakeln ohne greifbares Ergebnis und mit gammeligen Tintenfisch auf dem Tisch.

In den letzten Wochen habe ich mich auf dem Wachtenblog ziemlich rar gemacht. Das liegt nicht daran, dass mir nichts einfiele und schon gar an politisch motivierten Versuchen, mich von der Tastatur fern zu halten. Nein. Ich habe mit meinem Freund Jörg Nittenwilm ein Kinderbuch geschrieben. Das heißt, geschrieben ist es schon eine Weile, aber jetzt wird es demnächst auch veröffentlicht: Adewani, Dschibonka. (Adewani ist unser gemeinsamer Autorenname)

Sehr nette und spendable Menschen in Luxemburg, die von Jörgs Arbeiten – er ist Künstler – überzeugt sind, gaben uns ein Budget und den Rat, auf einen Verlag zu verzichten. Das tolle daran ist natürlich, dass wir die volle Kontrolle über alle Prozesse behalten. Auf der anderen Seite ist Kontrolle in dem Fall auch ein Euphemismus für jede Menge Arbeit: eine Druckerei finden, den Transport der gedruckten Bücher oranisieren, alles, was danach kommen wird, damit wir nicht nur fürs Regal produziert haben…
Um es nicht zu einfach werden zu lassen, haben wir gleich eine englische und deutsche Version fabriziert und für beide Fassungen eine Hörbuchausgabe aufgenommen – szenische Lesung nennt man das, glaube ich. Das Material mische und mastere ich seit Tagen.

Das Schreiben kommt mir plötzlich wie der kleinste Teil der Arbeit vor. Und weil wir finden, dass man nicht jeden Tag die Gelegenheit bekommt, die Entstehung eines Buches von der Idee bis zur Veröffentlichung nachvollziehen zu können, haben Jörg und ich einen Blog dazu angefangen: http://adewani.wordpress.com/

Und dort habe ich in den letzten Wochen immer mal wieder was geschrieben und dann darüber getwittert (nä, wat simmer modern). Da wir auch nicht-teutonische Leser haben, bloggen wir auf dem adewani-Blog fast immer auf englisch. Zur Zeit bereitet Jörg die Druck-Dateien vor, bis Dschibonka erscheint, wird also noch einige Wochen dauern (40 Tage von dem Moment, an dem die Daten auf dem Server unserer Druckerei angekommen sind), wir hoffen auf Anfang April. Wir freuen uns bis dahin aber über jeden Blog-Leser und Kommentare.

Wenn „Dschibonka“ dann mal wirklich veröffentlicht ist, kann ich es bestimmt nicht für mich behalten.

Manchmal ist das Schreiben nicht genug. Deshalb habe ich mir einen kleinen Foto-Blog kreiert. Nichts Tolles, und mit einem einfachen Prinzip:

Jeden Tag nur ein neues Foto!(Ich bin gespannt, ob ich das halten kann!). Wie bei einem Abreisskalender.

Unkommentiert von mir. Vielleicht mal mit einem Sprüchlein versehen.

Aber die Schauer sind herzlich eingeladen, einfach ihre Gedanken zu den Fotos zu äussern.

Es würde mich freuen…also…elafra.wordpress.com

Der Wachtenblog bekommt Zuwachs vom eigenen Zuwachs. Durch die Aktivitäten beim Wachtenblog begeistern sich vier Jugendliche für einen eigenen Blog. Was mich sehr stolz macht, da zwei der Pimpfe meine eigenen sind, und die anderen Beiden sogut wie zur Familie gehören.

Der Blog heißt „Pipere“ und zur Unterstützung wird „Pipere“ auf unsererem Wachtenblog verlinkt werden, allerdings dauert es noch ein paar Tage bis die Seite aktiv ist, da die Kids eine Einführung und leichte Führung brauchen.

Die Blogger sind:

Max Mehlmer
Luz Mehlmer
Caroline Haselhorst
Lotte Haselhorst

Ich wünsche den Bloggern und den Lesern viel Spass und viel Erfolg, da ich ein solches Engagement mutig und außergewöhnlich finde.

TOI TOI TOI, Ihr Vier!
Hoffentlich könnt Ihr viele Jugendliche in Wachenheim animieren sich als Kommentatoren zu beteiligen, oder sogar einige als Mit-Blogger gewinnen!

Haut rein!