Eine lange geplante und gehütete Kommandoaktion ist am letzten Donnerstag gestartet worden.

Stadtrat und Wachenheimer Personen des öffentliche Lebens befahlen K4!

Ab 23.00 Uhr wurde das Feuer gegen Bad Dürkheim und Deidesheim eröffnet, um die diktatorische Vorherherrschaft dieser imperialistischen Mächte zu brechen. Der Angriff kam völlig überraschend. Überraschend sowohl für die Entente, Ente?, zwischen Bad Dürkheim und Deidesheim, als auch für die Wachenheimer selbst.

Die Planung des Kommandoeinsatzes war vorbildlich!

Unter dem Vorwand einer Verabschiedungsfeier für einen verdienten Bürger der Republik und Einwohner Wachenheims auf dem Gelände einer ortsbekannten Winzersfrau und verdienten Bürgerin der Republik und Einwohnerin Wachenheims, wurden die Geschützeinheiten installiert und in Stellung gebracht. Kolportiert wurden Lichtspiele, Klassifizierung K4, anlässlich der beendeten Tätigkeit des o.g. Einwohners, die um 22.30 starten sollten.
Durch einige Verzögerungen im Ablauf des Abends kam es zu einer verzögerten Zündung der Batterien gegen 23.00 Uhr. Besonders perfide war der Tag des Angriffs. Am Vorabend des Weinfestes, das mit Böllern eröffnet wird, sollten die feindlichen Linien im Glauben gelassen werden, es handle sich um Weinfest gebundene Aktivitäten.

Welch ein Erfolg. Die Wachenheimer hatten vermeintlich ein tolles Feuerwerk. Sie gingen spontan auf die Strasse und tranken Schorle bis zum umfallen. Die Bewohner der Ente, Entente, dachten Wachenheim marschiert ein und tranken in Ihrer Verzweiflung Schorle bis zum umfallen, kündigten daraufhin alle Verhandlungen zu einer möglichen Fusion auf. Die Revoluzzer auf dem befesteten Weingut feierten Ihren Erfolg und tranken Schorle bis zum umfallen, sodaß dieser Abend als ‚Tag der Donner-Schorle‘ in die Wachenheimer Geschichtsbücher eingegangen ist.

Es gab nur einen Wermuts-Schorle. Die aus Gründen der Kampftaktik vorab informierte ‚Koordinationsstelle Feuer-Werk‘ ist zutiefst über die Tatsache empört, daß der Angriff mit 30 minütiger Verspätung gestartet wurde. Diese zutiefst deutsche Institution versucht nun ein Standgericht zu installieren, das die Helden des’Tages der Donner-Schorle‘ unehrenhaft aus der ‚Legion der Donner-Schorle‘ entlassen soll, bzw. dafür Sorge zu tragen hat, daß die Ehrenabzeichen dauerhaft von ihren Uniformen entfernt werden sollen. Auch werden konspirative und halblegale Aktivitäten zum Nachteil der Gesellschaft der Wachenheim-Aktivisten kolportiert.

Die Geschichte bleibt sich halt treu: Die Revolution frisst eben Ihre Kinder.

„Die Feuerwerkskörper selbst werden in 4 Gefahrenklassen unterteilt. Zur Klasse 1 gehören die Feuerwerkskörper die dass ganze Jahr über verkauft werden dürfen, zum Beispiel Knallfrösche oder Wunderkerzen. In die Klasse 2 fallen Chinaböller, Kanonenschläge und kleinere Raketen. Sie dürfen nur an Silvester, an Volljährige verkauft werden. Die Gefahrenklasse 3 beinhaltet Feuerwerkskörper die nur an lizensierte Pyrotechniker verkauft werden dürfen. Und bei der Klasse 4 sind die Vorschriften noch etwas strenger. Die Sprengkörper die zu dieser Gefahrenklasse gehören sind die größten, ausschließlich für Großfeuerwerke gedachten Sprengsätze wie Kugelbomben und große Raketen.“

Wichtig: Denken Sie daran, dass Sie die Ausnahmegenehmigung in der Stadt oder dem Ort beantragen an dem Sie das Feuerwerk stattfinden lassen wollen und nicht Ihren Wohnort, wenn sich die Orte unterscheiden. Sollten Sie die Erlaubnis für das Feuerwerk bekommen, was nur selten der Fall ist und das auch nur bei begründeten Anlässen, wie Hochzeiten oder runde Geburtstage, dann kostet die Genehmigung zwischen 20 und 80 Euro und unterliegt einem festen Zeitplan der streng eingehalten werden muss.

Mit dem kleinstädtischen Leben ist es wohl so, wie mit den Pflanzen. Kaum ist der Frühling da, zeigen sich zarte Triebe und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Da werden, gegen alle verwaltungstechnischen Schranken, wie z.B. zu kaufende Kundenparkplätze, die dann ausschliesslich von Nichtkunden benutzt werden, Saumagen-Probierstuben aus- und umgebaut, es wird begonnen Vinotheken zu verlagern und sogar sollen neue Cafés in Planung sein.

Bemerkenswert, dass dies alles ohne städtebauliche Wettbewerbe auskommt, ohne Streitereien im Stadtrat, und hoffenttlich ohne bissige Kommentare auf dem Wachtenblog. 

Das machen einfach Menschen, die Freude daran haben sich und ihr Geschäft weiterzubringen, ohne die Wachenheimer Infrastruktur und das ortseigene Potential zu vergessen!

Vor Monaten hat Cordelia die Möglichkeiten aufgezeigt, wie Wachenheim eine Hochzeits-Hochburg werden könnte. Böse Zungen behaupten, der Entschluss meiner Frau und mir selbst, gründe auf diesem Artikel, was aber natürlich nicht der Wahrheit entspricht.

Die Liebe wars, die uns am letzten Wochenende, das ‚Ja‘ hat sagen lassen.

Jedoch haben wir, ganz bewusst, eine weitgehend Wachenheimer Hochzeit gehabt. Das Wenige was nicht aus Wachenheim kam, war das leckere Essen vom Catering Service, aber der war immerhin aus Bad Dürkheim und zwei Rotweine. Der Reihe nach.

Die eigentliche Trauung fand am Freitag in der Ludwigskapelle statt und wurde von Frau Nürck locker und fröhlich beurkundet. Die Kapelle hat einfach den Charme eines Kirchengebäudes obwohl sie ’nur’Standesamt ist, und die Lage mitten am Marktplatz ist einfach toll. Als Mensch, der mit Kirche nicht sehr viel am Hut hat, ist diese Atmosphäre trotzdem sehr schön und hat berührt.

Vor der Kapelle haben wir nach der Trauung lecker Sekt getrunken, natürlich vom Wachenheimer Weingut Bürklin- Wolf und standen mit unseren Freunden und unserer Familie frisch vermählt mitten im Herzen unseres geliebten und gelebten Wachenheims.

Da die Traunung zur Mittagszeit statt fand, hatte die geladene Gästeschar irgendwann Hunger, und wir kehrten in der Gerümpelstube ein.

Ein tolles Ambiente.

Zum Auftakt im Hof gab es eine sommerliche Bowle mit Melone, dazu Häppchen mit Pfälzer Blutwurst oder mit Roastbeef.

Als Vorspeise im Gastraum hatten wir einen sommerlichen Salat mit Riesengamba, marinierten Pilzen und Parmesanspänen. Als Hauptspeise folgte eine Barbarie-Entenbrust mit Steinpilzwirsingstrudel und Portweinfeigensoße. Dessert war eine Mousse von der Valrhonaschokolade mit Himbeersorbet. Begleitet wurden die Speisen von einem 2011 Wachenheimer Gerümpel vom Weingut Zimmermann und einem, ‚Ausrutscher‘ Kalkmergel Spätburgunder vom Weingut Bernhart in Schweigen.

Tolles Ambiente, nettester unaufdringlicher Service und eine TOP Qualität. Die Entenbrust muss man einfach probiert haben auf den Punkt Rosa, zart, ein Gedicht. Dies aber nur als Beispiel, die anderen Speisen standen dem in Nichts nach. Wem das Essen trotz der mageren Ente doch zu fettig war, zuviel gegessen hatte oder einfach nur wollte, konnte dann aus reichlich Digestives auswählen und etwas gegen seine Nöte tun. Chapeau.

Die große Fete stieg dann am nächsten Abend im Park der Villa Wolf. Die netten Leute, das einzigartige Ambiente im Park mit den alten Segovias war eine Traum-Location zudem das Wetter voll mitspielte. Das Buffet kam von der Firma Ester in Bad Dürkheim, da Wachenheim keinen eigenen Cateringservice hat, ausser Familie Hambel, die leider schon ausgebucht war, und war ohne Fehl und Tadel. Die Organisation und Ausrüstung wurde von Ester reibungslos und unauffällig durchgezogen und das Essen war ebenso hohes Niveau wie am Tage zuvor. Der weisse Wein kam vom Weingut J.L. Wolf, ein toller Riesling. Der rote ‚Ausrutscher‘, s.o., kam aus Argentinien.

Die Musik kam auch aus Wachenheimer Herzen. Die ‚Spielgemeinschaft Mittelhart‘ hatte Ihren ersten Auftritt und so wie die Weißweine in Wachenheim gemacht wurden, sind die Lieder der Band auch in Wachenheim handgemacht.

Resumée: Eigentlich müsste dieser Artikel eine Liebeserklärung an Wachenheim sein. Ist er auch.
Aber ohne meine Frau und unsere Kinder hätte dies alles nicht stattgefunden, ohne unsere Freunde und Familien wäre das Fest nicht so rauschend und beschwingt gewesen.

Und unser Wachenheim legte sich um uns wie eine wärmende Decke und kraulte uns den Rücken.

217 Zugriffe auf den Wachtenblog, obwohl heute gar kein neuer Artikel erschienen ist. Das könnte am Vorab-Bericht in der Rheinpfalz über die Stadtratssitzung heute Abend liegen. Es geht mal wieder ums Pfortenstück. Zur Abstimmung steht ein Antrag, auf dem Grundstück an der historischen Stadtmauer Einfamilienhäuser zu bauen und ein großzügiges Stück als öffentlichen Mini-Park frei zu lassen.

Ich werden versuchen, zur Stadtrattsitzung zu kommen. Allerdings ist noch nicht sicher, wie wir Wachtenblogger heute die Work-Life-Blogging-Bandproben-Balance hinbekommen. Daher – und aus Gründen der Transparenz – wäre es prima, wenn noch viele andere Wachenheimer zur Stadtratssitzung kommen würden. Der öffentliche Teil beginnt um 20 Uhr.

Auf dem Rückweg von der Arbeit nach Wachenheim hörte ich heute das Black Album von Metallica. Als ich das Auto in der Grabenstraße abstellte, lief gerade der Titel „Sad But True“. Könnte ein schlechtes Omen sein, dachte ich auf dem Weg zur Verbandsgemeinderatssitzung. Leider hatte ich recht.

Unter Tagesordnungspunkt 5 hat der Verbandsgemeinderat Wachenheim heute beschlossen, dass im Flächennutzungsplan der Bischofsgarten als Sondergebiet Einzelhandel ausgewiesen werden soll. Ist also der Weg frei für einen Supermarkt an der Stelle, für den sich der Stadtrat Wachenheim bereits mehrheitlich entschieden hat, der in der amtlichen Einwohnerbefragung deutlich favorisiert wurde, und wo es sowohl einen Investor als auch verkaufswillige Grundstücksbesitzer gibt? Leider nicht. Der Weg zu dieser Lösung ist komplizierter, vielleicht sogar unmöglich geworden.

Zugestimmt wurde nämlich einem Antrag der SPD (der anders formuliert, aber inhaltlich gleich auch von der FWG eingereicht wurde), nach dem außerdem noch drei andere Standorte als Sondergebiet Einzelhandel ausgewiesen werden sollen:

  • der bestehende Supermarktstandort (zur Bestandssicherung, kein Problem)
  • der Standort Königswingert, nördlich davon am Kreisel
  • der Standort Ringstraße, an dem das Weingut Bürklin-Wolf ein Grundstück verkaufen will

Werden jetzt drei neue Vollsortimenter in Wachenheim gebaut? Keineswegs – wahrscheinlicher ist, dass wir gar keinen zusätzlichen Supermarkt bekommen werden. Der Antrag wird nämlich den Genehmigungsbehörden vorgelegt, zusammen mit dem Einzelhandelsgutachen. Die Behörden werden – angesichts der Größe Wachenheims – wahrscheinlich nur einen Standort genehmigen. Und dabei besteht rein rechnerisch eine Zwei-Drittel-Chance, dass ein Standort herauskommt, an dem nach aller Wahrscheinlichkeit kein Supermarkt gebaut wird.

Moment mal, werden Sie vielleicht denken, da stand gerade was von Einzelhandelsgutachten. Beinhaltete das nicht eine klare Empfehlung? Tatsächlich, da gibt es ein Expertenpapier, das die Verbandsgemeinde selbst beim Ludwigshafener Planungsbüro Piske in Auftrag gegeben hat. Städteplaner Ulrich Villinger hat darin alles abgelehnt, was jetzt FWG und SPD zusätzlich zum Bischofsgarten in den Flächennutzungsplan aufnehmen wollen: sowohl einen Ausbau des bestehenden Standorts  (fehlende Wirtschaftlichkeit) als auch einen Neubau in Königswingert (Beeinträchtigung des Landschaftsbildes am Hardtrand, auch nach Ansicht der Genehmigungsbehörde SGD Süd) oder Ringstraße (schwerwiegende Bedenken hinsichtlich Denkmalschutz und innerörtlicher Verkehrsbelastung).

Außerdem hat Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel bei der Bürgerversammlung öffentlich gesagt, dass die Eigentümerin des Grundstücks an der Ringstraße, Bettina Bürklin-von Guradze, kein Interesse am Verkauf ihres Grundstücks für einen Supermarkt-Bau hat. (Details können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen).

Darum hat Bechtel bei der amtlichen Einwohnerbefragung auch nur die im Einzelhandelsgutachten befürworteten Standorte (Bischofsgarten, Oberstnest und Neutstück) zur Wahl gestellt. Hier haben sich die Bürger eindeutig für den Bischofsgarten entschieden (Details siehe hier) und damit die demokratische Entscheidung des Wachenheimer Stadtrats aus dem November 2011 bestätigt (auch das stand schon im Wachtenblog).

Diese ganzen Argumente führte die CDU heute auch im Verbandsgemeinderat an. Leider vergebens, die Diskussion übertraf bei weitem den ohnehin hohen Standard an Absurdität, den ich aus dem Wachenheimer Sitzungssaal gewohnt bin. FWG und SPD berichteten von neuen Erkenntnissen, die ihnen vorlägen. Tatsächlich hat die Bürgerinitiative Pro Wachenheim Initiative „Bürger für Wachenheim“ (vorgeblich eine „Initiative zum Erhalt des Wachenheimer Stadtbildes“, tatsächlich eine Gruppe vorrangig aus Anwohnern des Bischofsgartens, die aus Angst vor Lärmbelästigung, beeinträchtigter Aussicht und Wertverlust ihrer Grundstücke seit Monaten massiv gegen die Ausweisung des Sondergebiets  Einzelhandel dort agieren) vor der Sitzung jedes Ratsmitglied angeschrieben.

Ihr Brief enthält falsche Behauptungen (z. B. dass ein Vollsortimenter im Bischofsgarten die Ansiedlung eines Markts zwischen Friedelsheim und Gönnheim verhindere, oder dass Bechtel gesagt habe, wenn ein innerstädtischer Standort möglich sein, würde er den Bischofsgarten nicht weiter verfolgen) und erwähnt nicht, dass sich der Wachenheimer Stadtrat für den Bischofsgarten entschieden hat.

Dem Brief beigelegt waren konkrete Entwürfe für einen Markt in der Ringstraße (und am Oberstnest), die ein für Edeka arbeitender Projektentwickler von verschiedenen Büros hat erarbeiten lassen. Auf einer dieser Zeichungen sieht es so aus, als könne in der Ringstraße ein Supermarkt mit 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche für Lebensmittel gebaut werden. Eine zweite Zeichunng zeigt einen kleineren Markt (800 Quadratmeter Verkaufsfläche), das würde dann wahrscheinlich ein Netto (Discounter der Edeka-Gruppe).

Edeka kommt hier nicht zufällig ins Spiel, und es steckt auch nicht ohne Grund einiges Geld in diesen Vorbereitungen. Edeka und Rewe liefern sich erbitterten Kampf um Marktanteile in Deutschland. Wachenheim droht zu einem Schlachtfeld in diesem Krieg der Supermarktketten zu werden. Es wird immer schwieriger zu durchschauen, wer hier eigentlich wen benutzt und manipuliert.

Dass die Ringstraßen-Pläne dem Verbandsgemeinderat vorgelegt wurden, geschah nicht im Einverständnis mit der Grundstückseigentümerin. Ganz im Gegenteil: Bechtel legte ein Schreiben von Bettina Bürklin-von Guradze vom 12.06.2012 vor. Darin bekräftigt sie, dass sie und ihr Beirat in der Ringstraße „keineswegs planen, dort einen Supermarkt zu errichten oder unser Grundstück an den Betreiber eines Supermakrts zu verkaufen“.

Vor diesem Hintergrund sagte Markus Scholz (ebenfalls CDU), ein Votum des Verbandsgemeinderats für die Ausweisung eines Sondergebiets Einzelhandel käme einer kalten Enteignung des Weinguts Bürklin-Wolf gleich – schließlich seien, wenn dies genehmigt würde, nur noch deutlich geringere Quadratmeterpreise als für eine eventuelle Wohnbebauung zu erzielen. Ganz davon abgesehen, dass die Familie Bürklin-von Guradze wahrscheinlich genauso wenig einen Supermarkt direkt vor der Haustür haben möchte wie die Pro-Wachenheim-Bürger.

Die pointierte Formulierung „Enteignung“, von Bechtel wiederholt, traf die politischen Gegner sichtlich. Auch sonst schlugen die Emotionen im Rathaussaal hoch. Einige Aussagen:

  • Torsten Bechtel (CDU): „Es ist im Verbandsgemeinderat offentsichtlich nicht gewollt, dass die Stadt Wachenheim vorankommt. Wenn sich 1200 Wachenheimer die Mühe machen, an einer Einwohnerbefragung teilzunehmen, dann sollte man dieses Votum nicht ignorieren. Wer Anstand und ein demokratisches Gewissen hat, der folgt dem Einzelhandelsgutachten und dem Willen der Wachenheimer Bürger. Ob Rewe, Edeka oder Wasgau, das ist mir egal, ich will einen Markt haben. „
  • Andreas Berger (FDP): „Die Einwohnerbefragung hat nicht diese Funktion, denn sie ist nicht verbindlich und hätte – wenn es ein Bürgerbegehren gewesen wäre – nicht das Quorum erfüllt. Außerdem war sie nicht objektiv und nicht vollständig. Es stimmt auch nicht, dass das Pfortenstück abgelehnt sei, denn hier wurden nach der Behördenentscheidung nicht die Rechtsmittel ausgeschöpft.“
  • Jürgen Bohl (SPD): „Ich bin nicht einverstanden, dass die SPD das Bürgervotum einfach übergeht. Ich mache das Spielchen nicht mehr mit. Obwohl ich gegen den Bischofsgarten bin, enthalte ich mich.“
  • Arnold Nagel (FWG): „Bitte lassen Sie uns doch sachlich bleiben. Es gibt auch noch andere Schreiben, die im Umlauf sind. Wenn wir hier Nichtöffentlichkeit herstellen würden, dann würde ich auch darüber reden.“
  • Helmut Rentz (SPD, 1. Beigeordneter und Ellerstadts Bürgermeister) auf die Bemerkung von Markus Scholz, dass man über die einzelnen Punkte des SPD-Antrags getrennt abstimmen sollte, wie man das auch bei früheren Sitzungen zu dem Thema gemacht hat: „Das verstößt diese Geschäftsordnung“. Darauf Scholz: „Dann haben wir in den vergangenen Sitzungen auch gegen die Geschäftsordnung verstoßen.“ Rentz (nachdem er sich zunächst nicht erinnern wollte): „Damals hat mich das nicht gestört, heute stört es mich.“

Insgesamt standen viele Äußerungen von SPD und FWG nach meiner Wahrnehmung unter dem Pipi-Langstrumpf-Motto: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefälllt.“ Krönung der Absurdität: Der heutige Beschluss, also die Ausweisung von drei Sondergebieten Einzelhandel, soll an das Planungsbüro Piske zurückgehen. Dieses wird beauftragt, den Beschluss einzuarbeiten und das Einzelhandelsgutachten „fortzuschreiben“ (Zitat Kittelberger). Was passiert hier wirklich: Der Verbandsgemeinderat beaufragt ein Planungsbüro mit dem Erstellen eines Einzelhandelsgutachtens, der Mehrheit im Rat gefällt das Ergebnis nicht, sie fasst einen gegenteiligen Beschluss und beauftragt das Planungsbüro, sein Gutachten an diese politische Entscheidung anzupassen. Die überarbeitete Version wird dann – ohne Abstimmung im Rat – mit dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplan zur Genehmigung an die Behörden gegeben.

Ich bin gespannt, ob das Planungsbüro bzw. Ulrich Villinger das Rückgrat haben, sich diesem schlechten Spiel zu widersetzen.  Wenn nicht (und wenn die Genehmigungsbehörden nicht genau auf die Wachenheimer Gegebenheiten schauen), dann wird im Genehmigungsprozess der innerstädtische Standort Ringstraße bevorzugt (ist im Landesentwicklungsplan 4 so vorgesehen). Laut FWG und SPD bedeutet das die Belebung der Innenstadt. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall. Es gibt alternative Ideen für das Grundstück (sowie für Post und die daneben liegende „Gymnastikhalle“), die auch die Innenstadt beleben, aber mehr Geld für Bürklin-Wolf bringen könnten. Die werden nicht mehr umsetzbar sein, wenn das Grundstück als Sondergebiet Einzelhandel ausgewiesen ist. Und ich glaube nicht, dass Bettina Bürklin-von Guradze dann einfach ihre Meinung ändert und sich einen Supermarkt vor die Haustür setzen lässt.

Also besteht die Gefahr, dass sich dann dort gar nichts tut – und auch der Standort Bischofsgarten nicht mehr machbar ist. Auch wenn sich Flächennutzungspläne wieder ändern lassen (darauf hat CDU-„Abweichler“ Gerhard Rist Wolfgang Hick (hier habe ich die beiden CDU-Mitglieder verwechselt, ich bitte um Entschuldigung! Gerhard Rist ist für den Bischofsgarten, war aber gestern verhindert) im Gespräch mit mir explizit spekuliert) – welcher Investor sollte es angesichts dieses Schlingerkurses noch riskieren, Geld in Wachenheim zu versenken?

Folgende Verbandsgemeinderatsmitglieder haben für die Ausweisung von Königswingert, Bischofsgarten und Ringstraße als Sondergebiet Einzelhandel gestimmt: Wolfgang Hick (CDU), Arnold Nagel, Walter Braun, Silke Göttge, Klaus Schneider, (alle FWG), Dr. Helmut Panzel (FDP), Michael Müller, Georg Barczynski, Adolf Bernhard, Hans-Jürgen Häfner, Ulrike Weis (alle SPD). Enthalten haben sich Walter Hafner (FDP), Jürgen Bohl, Robert Blaul, Thea Habig (alle SPD), Heike Ditrich (FWG) und Verbandsbürgermeister Udo Kittelberger. Dagegen stimmten Torsten Bechtel, Marcus Scholz, Karl-Alfred Back, Andreas Kramer, Walter Disteldorf und Peter Frech (alle CDU). Andreas Berger (FDP) hatte vor der Abstimmung die Sitzung verlassen (8 Minuten vor Anpfiff des Deutschlandspiels, nachdem er vorher angeregt hatte, entweder bis 20:30 Uhr fertig zu werden oder zu diesem Tagesordnungspunkt keinen Beschluss zu fassen). Die anderen VG-Mitglieder fehlten entschuldigt- was Bechtel erboste, doch auch mit zwei zusätzlichen Vertretern hätte die CDU das 11:6-Ergebnis nicht drehen können.

Sad but true – das ist mein Fazit des Mittwoch Abend. Meiner Meinung nach haben FWG und SPD aus politischem Prinzip gegen die Pläne der CDU agiert und nehmen dabei billigend in Kauf, sowohl die Entwicklung der Stadt Wachenheim zu blockieren als auch das Weingut Bürklin-Wolf wirtschaftlich zu schädigen. Angesichts der historischen Verknüpfung des Betriebs mit der Stadt (Stiftung Bürgerspital, etc.) und der Bedeutung des größten deutschen Weinguts in Privatbesitz für das Image Wachenheims macht mich die Haltung von FWG und SPD wütend.

Genauso abstoßend finde ich, dass die Bürger pro für Wachenheim sich gegen einen Supermarkt in der Nähe ihrer Häuser wehren, indem sie darauf hinwirken, dass der Familie Bürklin-von Guradze gegen deren erklärten Willen ein Supermarkt direkt vor die Haustür gebaut werden soll (mal ganz abgesehen vom finanzeillen Schaden). Das ist zynisch!

Wenn politische Machtspiele und das Verfolgen von persönlichen Interessen solche gravierenden Folgen haben, dann hört für mich der Spaß eindeutig auf. Dazu passt der Metallica-Titel, den ich auf der Heimfahrt gehört habe: „The Unforgiven“.

Wie unser Wachtenblogorakel Kasperle, der mit dem Finger in Körperöffnungen, schon orakelt hat, ist das neue Vereins-Informationsblatt in Wachenheim in der Verteilung. Augenscheinlich etwas schleppend, da einige Viertel das Blatt schon einige Tage haben, in anderen ist es noch nicht aufgetaucht.

Da ich die Gnade, oder den Fluch, eines Patchwork-Lebens habe, konnte ich also im Haushalt meiner gepatchten Lieben einen ersten Blick in die FWG Lektüre werfen. Wie immer, mancher spricht mir hierzu den Intellekt ab, ohne in die Tiefe zu gehen, ich stehe einfach auf schnelle unkomplizierte Information, man kann auch sagen, ich sehe mir gerne Bilder an.

Und hier gestehe ich zu meiner Überraschung, trifft die FWG-Zeitschrift voll ins Schwarze. Bilder und Fotomontagen ohne Ende. Da ich als Blogger auf der Preisverleihung für den Ideenwettbewerb Pfortenstück eingeladen war, weiss ich auch, dass die Bilder in mühevoller Kleinarbeit vom Vorsitzenden der FWG Wachenheim geknipst wurden. Also vermute ich, dass Herr Morell auch für die Bearbeitung derselben verantwortlich zeichnet.

Hier kommt auch meiner erster Kritikpunkt. Die Maßstäbe auf den Fotomontagen sind oftmals nicht eingehalten, d.h. die hineingebauten Entwürfe wirken sehr wuchtig, ich vermute das ist Absicht. Zudem sind die Bilder des Pfortenstücks bei sehr wolkigem Wetter aufgenommen, auch hier unterstelle ich Absicht. Einen besseren Eindruck der Grössenverhältnisse kann man auf den jeweils beifügten Entwurfszeichnungen gewinnen.  ‚Absicht‘ muss nichts negatives sein, es geht schliesslich darum mit einem Flugblatt politische Meinungsbildung zu betreiben.

Wobei das laut Aussage der FWG nicht das Ziel des Flugblattes ist. Es wurde schliesslich eine Umfrage beigefügt, die jeder Leser für sich beantworten kann, mit Punktesystem von 1 – 10 in mehreren Sparten. Aus den erzielten Punkten ist dann die Meinung abzulesen, die man als Leser hat, bzw. haben soll. Es wird stark betont , dass der Leser sich sein eigenes Bild machen soll, klingt irgendwie paradox, aber auf der letzten Seite, im Résumée, geht die FWG doch davon aus, dass die FWG-Meinung im Testergebnis herauskommt. Das ist mal hübsch und wieder ein Beweis der platten Meinungsmache, die diesen mittlerweile zur (un-)lieben Tradition gewordenen Fluchplättern zu Grunde liegt. Man macht eine Umfrage, legt die Basis aber so, dass ein gewünschtes Ergebnis erzielt wird.

Es muss laut FWG ein Bürgerentscheid her. Sie haben richtig gelesen.

Ein Bürgerentscheid.

Liebe FWG, sie sollten mal am politischen Leben teilnehmen, diesen Entscheid gibt es schon und die FWG Lösung wurde negativ beschieden. Vergessen??

Wie schon gesagt, zum Inhalt, kann ich mich nicht episch äussern. Es ist festzustellen, dass die FWG einen begrünten Parkplatz mit Markt möchte, SUPER(Markt)-Idee. Auf dem im van Gogh Stil gehaltenen Werbebildchen, findet man nur keine Autos, dafür ist aber das Wetter schön eingefangen, keine Wolke am Himmel(siehe oben). Da stark herausgestellt wird, dass man die Fußgänger-Kaufkraft in Wachenheim stärken möchte, stelle ich mir die Frage, warum man dann einen begrünten Parkplatz braucht?!

Auch das ist leicht paradox.

Hier hat die FWG beim so verachteten Wachtenblog abgekupfert.

Es gibt ein Orakel, ein Orakel, das zehn Jahre in die Zukunft blickt, mit durchaus guten Ansätzen, wie z.B. die Einbindung vom alten Kern Wachenheims einem Durchgang an der Stadtmauer, darf man das aus denkmaltechnischen Gründen?, etc. , aber Quintessenz ist, man läuft in zehn Jahren zu einem begrünten Parkplatz mit (Super-) Markt.

Da steck doch einer dem FWG-Kasperle den Finger rein!!!

Als Konklusion des Ganzen sehe ich, eine alte schlechte abgelehnte Idee, von ca. 1200 Wachenheimern abgelehnt, dem Denkmalamt etc. abgelehnte Idee, neu verpackt in Aquarell gehalten. Und aus den Worten wurde ein bisschen die Schärfe genommen. Die werden, jetzt stecke ich mal den Finger Kasperle in die Öffnung, in den nächsten Wochen und Monate wieder schärfer werden, wenn die FWG, oder Ihr großer Vorsitzender, nicht wahrgenommen werden, wenn man sich weigert, sich über Ideen zu unterhalten, die längst politisch tot sind oder, mal wieder kolportiert wird, es fände kein politischer Dialog statt.

Und das ist richtig. Es findet kein Dialog statt. Denn in Dialog steckt das Wort ‚zwei‘ und in Wachenheim findet mittlerweile eine breite Diskussion mit vielen Partnern statt, zumindest was das Pfortenstück betrifft. Politik, Vereine, Privatinitiativen etc.. Leider grenzt sich die FWG hier aber zum wiederholten Male aus und hängt zerbrochenen Träumen nach.

Sie hechelt der Realität hinterher. Schade eigentlich.

Wie heute die Wachtenblogger in Erfahrung gebracht haben, soll in Wachenheim ein Outlet-Center, nach Zweibrücker Vorbild, gebaut werden. Der Standort ist der Kolb’sche Hof, auf dem sich zur Zeit noch die Produktionshallen von Bürklin-Wolf befinden. Die Verträge mit dem Investor ECE, der das Outlet auch betreiben wird, sind von Bettina von Guradze bereits heute am 01.04.2011 unterschrieben.

In einem Interview mit Frau von Guradze, zeigte sie sich tief vom Erfolg und Nutzen dieses Outlets überzeugt. Die Anbieter im Outlet werden sich ausschliesslich aus dem Luxus-Güter-Bereich rekrutieren und, so Frau von Guradze, für einen unglaublichen Kaufkraftschub in Wachenheim sorgen. Ebenso soll das ganze Ensemble mit einer Tiefgarage für ca. 100 PKW ausgestattet werden.

In Verbindung mit dem Hotelneubau im Pfortenstück ist das also der große Wurf. Bewundernswert wie Frau von Guradze Fakten schafft und unseren Ort endlich aus der Schockstarre der letzten Jahre löst!

Beim Rheinpfalz-Lesen heute morgen erinnerte ich mich an einen Spruch, der in meinem Poesiealbum stand:

„Sag nicht immer, heute will
dieses oder das ich tun.
Schweige doch bis morgen still,
sage dann, das tat ich nun.“

Still schien es die vergangenen Monate manchmal um den Wachenheimer Bürgermeister Torsten Bechtel. Stiller jedenfalls, als ich es mir nach seinem auf Wandel und Dialog ausgerichteten Wahlkampf erhofft hatte. Seit heute wissen wir, dass Wandel und Dialog hinter den Kulissen stattfanden: Laut Rheinpfalz hat Bechtel seit einem halben Jahr Gespräche mit Gutsbesitzerin Bettina Bürklin-von Guradze geführt. Wie beide gestern in einem Pressegespräch bekannt gegeben haben, führten diese Verhandlungen zu drei tollen Neuigkeiten für Wachenheim.

Zum einen gibt es eine sehr erfreuliche Entwicklung beim Pfortenstück, zum anderen eröffnet eine räumliche Neuorientierung des Weinguts zwei ungeahnte Chancen für die Stadt. Da uns das Pfortenstück seit Jahren am Herzen liegt, fange ich mal damit an: Die umstrittenen Pläne, in unmittelbarer Nähe der historischen Stadtmauer einen Supermarkt und Mehrfamilienhäuser zu bauen, waren ja im Frühjahr endgültig gescheitert. Jetzt setzt Bettina Bürklin-von Guradze einen Vorschlag um, den schon vor Jahren Wachenheimer Liste und SPD im Stadtrat befürwortet hatten: Sie hat für das Pfortenstück einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben.

Architektur-Studenten der Technischen Universität Kaiserslautern (die schon damals im Gespräch war) kommen nächste Woche nach Wachenheim und sollen danach verschiedene Vorschläge erarbeiten. Die sollen dann von Anfang an mit den übergeordneten Behörden und der Öffentlichkeit diskutiert werden.

An dieser Vorgehensweise gefallen mir mehrere Aspekte: Die Stadtplanung wird nicht einem Wirtschaftsunternehmen mit Eigeninteressen überlassen (so wie beim ersten Bebauungsversuch der Hasslocher Firma Müller), sondern neutralen Fachleuten, die sich Gedanken im Interesse der Stadt Wachenheim machen werden. Dazu gab es im Kulturteil der Rheinpfalz übrigens neulich einen spannenden Artikel von Markus Clauer (der anlässlich der Rhein-Galerie-Eröffnung fragte, ob Einkaufcenter-Betreiber wie ECE für die wichtigsten städtebaulichen Akzente verantwortlich sein sollten). Ich bin jetzt schon gespannt auf die Vorschläge der Kaiserlauterer Studenten.

Noch besser gefällt mir, dass Bürgern und übergeordnete Behörden in den Entscheidungsprozess einbezogen werden sollen. Wir Wachtenblogger werden uns natürlich an der Diskussion beteiligen. Das ist genau die Transparenz und Bürgerbeteiligung, die ich mir von Torsten Bechtel erhofft hatte! Und das passt auch viel besser zu der großartigen Tradition von Bürklin-Wolf in Wachenheim. Ich hatte mich schon immer gewundert, warum das Weingut, das der Stadt Wachenheim u. a. das Bürgerspital und eine Kirchenglocke geschenkt hat, die Planungen am Pfortenstück gegen den Willen der Bürgermehrheit umsetzen wollte.

Es ist vielleicht aufgefallen, dass wir bei unserer Kritik am geplanten Supermarkt vor allem Altbürgermeister Arnold Nagel und das Hasslocher Bauunternehmen Müller angegangen sind. Bei Bürklin-Wolf passt das Handeln jetzt wieder zu meinem Bild von dem Unternehmen.

Jetzt werde ich nicht mehr darüber nachdenken, ob ich in die Vinothek des Weinguts gehe – egal ob am alten oder neuen Standort. Hier kommt jetzt nämlich die zweite große Neuigkeit: Das Weingut Bürklin-Wolf wird das, was sich in den vergangenen Jahrzehnten beim Wein getan hat – mehr Qualität, weniger Quantität – auch in seinem Immobilienbesitz nachvollziehen. Der frühere Kolbsche Hof an der Weinstraße 65 (derzeit Sitz von Kelterhaus und Vinothek) und ein Grundstück in der Ringstraße sollen verkauft werden. Der Stammsitz des Weinguts am südlichen Ortsausgang soll dafür unter anderem ein neues Kelterhaus und eine Vinothek erhalten.

Für Wachenheim eröffnet das sehr interessante Möglichkeiten: Das Grundstück an der Ringstraße grenzt direkt an die sanierungsbedürftige Stadthalle und das ehemalige Postgebäude – beide in städtischem Besitz. Gegenüber der Rheinpfalz sagte Bürgermeister Bechtel: „Das ist eine einmalige Gelegenheit, den gesamten Komplex entwickeln zu lassen.“ Etwas geheimnisvoll spricht er von „Infrastruktur“, die da geschaffen werden soll. Eigentlich könnten sich die Kaiserlauterer Architektur-Studenten nach dem Pfortenstück gleich diese Liegenschaften vornehmen. Leicht pikant finde ich übrigens, dass Boris Morell, FWG-Vorsitzender und wortreicher Widersacher des Bürgermeisters, mit seiner Firma Mieter im Postgebäude ist.

Spannend könnte es auch im Kolbschen Hof werden. Dieses Ensemble bietet sich doch für ein exklusives Hotel oder ein Seminarzentrum mit besonderer Atmosphäre an. Das könnte Wachenheim noch stärker aufwerten als die von Bechtel als weitere Alternative genannte hochwertige Wohnbebauung.

Es wird spannend die kommenden Jahre in Wachenheim! Ich hoffe sehr, dass der Coup von Torsten Bechtel auch ein Weckruf für die anderen politischen Protagonisten in der Stadt ist. Ergebnisoffene Herangehensweise, Dialog, Transparenz und Beteiligung aller Interessengruppen sollten Schule machen in Wachenheim!

Auch nach fünf Jahren in Wachenheim entdecke ich immer mal wieder etwas Neues in meiner Wahlheimat. Heute kam ich eher zufällig zur „Sommerlichen Begegnung“ im Garten von Iris Diehl. Eigentlich wollte ich dort nur Freunde treffen, die vor Jahren nach Edenkoben gezogen sind. Und dann wurde es einer dieser typischen Wachenheim-Momente, die mich mit einem ungläubig-glücklichen Lächeln zurücklassen.

Bei der Sommerlichen Begegnung laden sieben Wachenheimer Familienbetriebe ihre Kunden zu einem genussreichen Nachmittag ein. Vier Euro zahlen Erwachsene am Eingang – ein eher symbolischer Preis angesichts dessen, was die Besucher im Diehlschen Garten und in dem daran angrenzenden Englischen Garten des Weinguts Bürklin-Wolf erwartet.

Zur Begrüßung gab es schon ein Glas sehr leckerer Erdbeerbowle. Nicht nur bei mir kamen da richtig nostalgische Gefühle auf. Meine letzte Erdbeerbowle ist mindestens zehn Jahre her. Im Garten konnte man an liebevoll aufgebauten Ständen noch viel mehr Köstlichkeiten probieren: Das Apfelgut Zimmermann bot Apfelsecco, leckere Säfte und Erdbeeren an. Am Stand von Katja Hambel gab es drei verschiedene Salamisorten und fein geschnittenen Serrano-Schinken (meine Jüngste hätte am liebsten den ganzen Nachmittag an diesem Stand verbracht). Für die Vegetarier gab es eine tolle Antipasti-Auswahl zu probieren.

In der Mitte des Rasens war ein Getränke-Carré aufgebaut. Dort gab es erlesene Tropfen der beiden Weingüter Bürklin-Wolf und Zimmermann und von der Obstbrennerei Räch. Sehr beliebt bei dem tollen Wetter war auch die Wasserbar. Als Alternative zum Wachwerden bot das Cafe Schellack eine Reihe von Kaffeespezialitäten an, begleitet von leckeren Stückchen Schokoladen- und Rhabarberkuchen. Für den optischen Genuss bekam man am Stand von Iris Diehl hübsch gebundene Blumenbouquets. Und fürs Hörvergnügen ging eine „Marching Band“ mit Trompeter, Posaunist, Tubaspieler und zwei Trommlern durch den Garten.

Das protestantisch geprägte Stadtkind in mir staunte Bauklötze angesichts von so viel Großzügigkeit. Die Organisatoren, übrigens miteinander befreundete Familienbetriebe, verstehen die Sommerliche Begegnung als Leistungsschau für ihre Kunden. Gleichsam ein riesiges Werbegeschenk für die Wachenheimer. Da sage ich ein ganz herzliches Dankeschön!

Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt. Die ersten fünf Durchgänge lagen in den Sommerferien. Da sich für diese Zeit in einer der Familien Nachwuchs angesagt hat, wich man auf Fronleichnam aus. Wie gut, dass rechtzeitig das schöne Wetter zurückgekehrt ist!

So kam auch das tolle Ambiente der Diehl’schen und Bürklin-Wolf’schen Gärten voll zur Geltung. Und was die Veranstaltung endgültig zu einem einfach wundervollen Nachmittag machte waren die Gäste. Wie so oft in Wachenheim waren sehr viele sehr nette Leute zusammengekommen.  Es war wie ein großes, fröhliches Gartenfest. Kleine Gruppen waren in lebhafte Gespräche vertieft. Ein paar Familien mit Babys lagerten im Schatten der Bäume. Am Schwimmbecken saßen fünf kleine Mädchen, aufgereiht wie die Perlen an einer Schnur, und ließen ihre Beine ins Wasser baumeln. So schön kann der Sommer sein!