Oft wird unser schönes Wachenheim mit dem ebenfalls, für mich persönlich nicht gänzlich, aber trotzdem schönen Deidesheim verglichen. Mir kommt dabei, wie in vorigen Artikeln erwähnt, der Vergleich Dubai – Abu Dhabi in den Sinn. Dubai glitzert und glamourt, Abu Dhabi ist finanziell solide und hat verdeckte Schönheiten. Wobei Dubai Deidesheim symbolisiert, das nur zur Sicherheit erklärt.

Seit neuestem gibt es jedoch ein realisiertes Projekt, bei der ich Deidesheim Tribut zollen muss, nicht mit einem Ziegenbock, das tun schon andere.

Nein, ich zolle Deidesheim wegen der hervorragenden Jugendpolitik Tribut.

In Wachenheim gibt es seit 1991 den Jugendtreff ‚De Saftlade‘ mit guter Ausstattung und sehr guten Mitarbeitern. Seit mehr als 25 Jahren trifft sich dort ein Teil der Wachenheimer Jugend und macht all die Dinge dort, die die Jugend gerne macht. Spiele, Computer, Musik etc.. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt, somit ist alles gut.

Wirklich alles?

Als Mensch, der früher als Betreuer in einer Jugendfreizeitstätte Erfahrungen sammeln durfte, glaube ich, daß Licht, Luft und Bewegung der Entwicklung von jungen Menschen gut tun(gerade heute im Zeitalter der modernen Medien)!

Der Saftlade ist im Keller und hat keinen Außenbereich. Ich habe immer das Gefühl, die Jugendlichen seien aus den Augen der Öffentlichkeit verbannt und können keinen stören.

Deidesheim hat jetzt einen völlig anderen Weg beschritten. Auch der Deidesheimer Treff war ein Kellerloch am äussersten Rand des Dorfes, doch die Gemeinde hat jetzt zum großen Wurf ausgeholt und hat den Treff aus den Randgebieten in Zentrumsnähe gebracht. Im Ensemble mit dem Alla Hopp Spielplatz präsentiert sich eine moderne helle Begegnungsstätte mit allen Indoor- und Outdoormöglichkeiten(Eröffnung am 02.09.2017 mit Grillfest..)

Wo man sich in Wachenheim noch mit der Spielleitplanung beschäftigt, wo in Wachenheim seit vielen Jahren Geld für eine Skaterbahn im Haushalt geparkt und nicht verwendet wird, hat Deidesheim diesmal ohne Großinvestor, wie in anderen Stadtbereichen, die Nase vorn, und hat eine kommunalpolitisch hervorragende Lösung gefunden, die die Jugendlichen der Gemeinde und des Umkreises sicherlich erfreuen wird.

Da aber eben in Wachenheim Planungen laufen, siehe Spielleitplanung, hoffe ich, daß es diesen Planungen nicht so ergeht, wie unserem Lieblingsprojekt dem Supermarkt und die Jugend, vielleicht mit einem großen jugendpolitischen Wachenheimer Wurf dahin gebracht werden kann, wo sie hingehört.

Aus dem Dunkel ans Licht!

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Adewani, also mein Freund Jörg Nittenwilm und ich als Illustrator und  Autor von „Dschibonka„, veranstalten endlich mal wieder eine Lesung. Am kommenden Samstag, dem 8. Dezember stellen wir Dschibonka in der Kostbar (gegenüber Nepal- und Spielwarenladen) in Deidesheim vor. Los geht es um 18 Uhr.

Jörg wird im Anschluss an einen Vorlesepassage etwas zeichnen. Was hängt dabei von den Zuhörern ab. Alle, die im Anschluss ein Exemplar erwerben, bekommen dann ein Bild ins Buch gezeichnet (ist noch nicht mit Jörg abgestimmt, aber ich bin hoffnungsvoll, dass er es tut).

Die Kostbar ist ein nettes kleines Café, das vor kurzem in Deidesheim eröffnet hat. Und außer einem Buchladen kann es für Dschibonka kaum einen besseren Vorleseort geben als vor der Kuchentheke eines Cafés. Wir freuen uns schon, denn ich habe den Cappuccino schon probieren dürfen. Der allein lohnt den Besuch schon.

So oder ähnlich sagte die Frau, die Harry und Sally im Restaurant beim Essen zusah, als Sally gerade einen sexuellen Höhepunkt der Extraklasse vortäuschte.

Wenn man so gegen 11.00 Uhr vormittags durch Deidesheim fährt, kann einem als Wachenheimer genau das Gefühl beschleichen, das die Frau am Nebentisch im Restaurant hatte. Sie wusste natürlich nicht, daß der Climax ein Fake war.

In Deidesheim ist Leben in der Bude, es gibt einen florierenden Einzelhandel, das Stadtbild ist einheitlich, der Kern der Weinstraße ist pittoresk gepflastert. Jeder stöhnt sozusagen erregt im noblen und tollen Deidesheim, und hat genügend erstklassige Restaurants, in denen man zum Stöhnen kommen kann, sowohl ob der tollen Qualität als auch der Preise wegen. Ist man gesättigt legt man sich in eines der sehr guten Hotels oder geht ins Freibad die Pfunde abschwimmen. Über den Weihnachtsmarkt und das Weinfest fange ich gar nicht an und über die Supermärkte auch nicht.

Aber stop. Wie ist da mit den Schulden? Da war doch was, was zur Vermeidung der Fusion der beiden haardt’schen Kleinode geführt hat. Schulden, massive Deidesheimer Schulden. Wie das in Zukunft abzuarbeiten ist, bleibt sehr spannend.

Ein bisschen reizende Wäsche ist nicht schlecht. Aber der Höhepunkt, der sollte echt sein.

Ansonsten könnte es irgendwann zu der folgenden Unterhaltung kommen.

Die Deidesheimerin zum Wachenheimer:“Meine Orgasmen der letzten 20 Jahre mit Dir waren alle vorgetäuscht!!“ Er zu Ihr: „Meine auch!!“

Schönes Wochenende!

Wir Wachtenblogger sind ja allesamt Wachenheimer mit Leib und Seele. Darum wohnen wir auch hier und nicht, sagen wir mal, in Deidesheim. Von unseren übernächsten Nachbarn können wir uns aber das ein oder andere abgucken – zum Beispiel bei der Wirtschaftsförderung oder der Pflege eines attraktiven Stadtbildes.  Heute auf der Heimfahrt habe ich im Radio gehört, dass die Deidesheimer auch bei der Stadtsäckel-Sanierung einen interessanten Weg gehen.

Heute war ja die traditionelle Geißbockversteigerung. Für völlig Ortsfremde: Seit rund 600 Jahren stiftet die im Pfälzer Wald gelegene Gemeinde Lambrecht den Deidesheimern einen Geißbock. Das Tier dient als Tributzahlung. Der Wald um Lambrecht herum gehört nämlich den Deidesheimern. Damit die Lambrechter dort ihr Vieh weiden lassen dürfen, müssen sie seit alters her jährlich einen Ziegenbock springen lassen. 

Für die Geißbockversteigerung haben die Deidesheimer zunächst mal einen Feiertag erfunden. Oder kannten Sie den Pfingstdienstag? Außerdem wird noch was für’s Herz geboten: Das jeweils am frischsten verheiratete Lambrechter Ehepaar muss den Geißbock aus dem Wald vors Deidesheimer Rathaus führen. Dort warten schon eine Menge Schaulustiger und einige mutige Bieter auf das Spektakel.

Um 17:45 Uhr startet die Versteigerung. Wenn die Kirchturmglocke 18:00 Uhr schlägt, hat der zu diesem Zeitpunkt Höchstbietende den Bock am Hals – und das Geld fließt in den Deidesheimer Stadtsäckel.

In den vergangenen neun Jahren erbrachte die Versteigerung Summen zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Und was passierte in diesem, von Wirtschaftskrise und Euro-Turbulenzen gekennzeichneten Jahr? Der Zuschlag fiel bei 6.100 Euro!

Überlegen Sie mal, wer im Moment noch Geld auf der hohen Kante hat! Richtig, der Geißbock geht in die Schweiz. Ersteigert hat ihn die Bürgermeisterin der Deidesheimer Partnergemeinde Buochs im Kanton Nidwalden.

Das ist doch mal eine kreative Lösung angesichts leerer Stadtkassen: eine reiche Tante aus der Schweiz! Können wir Wachenheimer nicht auch mal eine Partnerschaft aufsetzen, die uns nicht nur kulturell, sondern auch finanziell weiterbringt?  

Luxemburg oder Liechtenstein fallen mir da ein. Oder wir versuchen es angesichts unserer Schulden gleich eine Nummer größer: Wie wäre eines der sieben arabischen Emirate? Die Falken-begeisterten Scheichs könnte man doch vielleicht über die Greifvogelshow im Kurpfalzpark gewinnen. Das mit der Wein- oder Sektstadt müssten wir dann allerding sehr diskret handhaben…