Seit zwei Jahren gibt es die Facebook-Gruppe „VG Wachenheim-Forum“, die Bürgern der VG Wachenheim die Möglichkeit bietet, alles mögliche über unsere VG zu posten. Ob Veranstaltungen, Hinweise, News, fast alles ist erlaubt und gewünscht. 

Die Gruppe hat mittlerweile 329 Mitglieder(!) und entwickelt sich langsam zu einer Plattform, die mehr und mehr von der Öffentlichkeit angenommen und auch bekannter wird!

Einfach vorbeischauen!

Man freut sich auf jede(n) einzelne(n) und die informativen Beiträge und Meinungen!

Heute Abend kam Hoffnung auf im Wachenheimer Verbandsgemeinderat: Um bei der Planung der Supermärkte in Wachenheim und Friedelsheim/Gönnheim endlich voran zu kommen, hatten sich die gegnerischen Fraktionen im Rat angenähert. Vorab hatte Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) alle Gruppierungen zum interfraktionellen Gespräch geladen. Dort hatten die Fraktionsführer über einen Antrag beraten, mit dem endlich die lange diskutierten Zielabweichungsverfahren für die Supermarktstandorte in Wachenheim und Friedelsheim/Gönnheim angestoßen werden sollten. Es wurde um Worte gerungen, eine Aussage zugunsten eines Supermarkt im Wachenheimer Bischofsgarten wurde leicht abgeschwächt, dann war man sich einig. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

In der heutigen Sitzung des Verbandsgemeinderats lobten dann auch Redner aller Fraktionen Ergebnis und Atmosphäre des interfraktionellen Gesprächs. Allerdings brachten Vertreter von SPD und FWG neue Bedenken gegen den gemeinsam beratenen Antrag vor. Klaus Huter (SPD) hatte in seinen Unterlagen zur Supermarktdiskussion ein Schreiben von der Genehmigungsbehörde SGD Süd gefunden, in dem eine raumordnerische Prüfung angefordert wird. „Darüber haben wir noch gar nicht geredet“, so Huter. Arnold Nagel (FWG) forderte ein, dass zunächst die Einzelhandelskonzepte für die betroffenen Gemeinden, die seit einigen Jahren vorliegen, erst abschließend beraten und beschlossen würden, bevor über das Einleiten des Zielabweichungsverfahrens beschlossen werde.

Peter Fleischer als Fraktionsvorsitzender der FWG gab an, dass zwar ihm im interfraktionellen Gespräch detailierte Informationen gegeben worden, die Verwaltung die umfangreichen Unterlagen dann aber so spät an ihn geschickt habe, dass seine Fraktionskollegen sie zu kurz vor der Sitzung erhalten hätten. Gerade neu hinzugekommene Ratsmitglieder, die frühere Diskussionen nicht miterlebt hätten, wüssten so nicht genau, worüber sie abstimmen sollten.“Hier ist ein handwerklicher Fehler gemacht worden“, so Fleischer.

Die Kritik am späten Versenden der Unterlagen nahm Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel an. Allerdings sollten die allermeisten Inhalte bereits bekannt sein. „Das Einzelhandelsgutachten ist hier im Verbandsgemeinderat bereits dreimal in Anwesenheit des Planers beraten worden“, so Bechtel. Die Forderungen, vor dem Zielabweichungsverfahren zunächst eine raumordnerische Prüfung oder die Verabschiedung der Einzelhandelskonzepte zu setzen, widersprechen laut Bechtel den Ansagen,die die Verbandsgemeinde von der SGD Süd bekommen habe. „Die weitere Behandlung des Einzelhandelskonzepts wäre auszusetzen, bis das Zielabweichungsverfahren abgeschlossen ist und seine Ergebnisse in das Einzelhandelskonzept eingearbeitet werden können“, so zitierte Bechtel ein Schreiben der SGD Süd, das später datiert sei als das von Huter aufgefundene. „Die SGD hat sich sehr klar ausgedrückt“, so Bechtel. „Sie wird nicht aktiv werden, bevor nicht die Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinderat geschlossen auf sie zugehen.“

Marcus Scholz (CDU) wies darauf hin, dass man sich mit dem Anstoßen des Zielabweichungsverfahren noch nicht auf Standorte festlegen würde. Es gäbe dann viele Gelegenheiten, bei denen die Ratsmitglieder sich einbringen könnten. „Sie vergeben sich nichts, wenn Sie diesen ersten Schritt jetzt mitgehen und nicht weiter vertagen“, warb Scholz für eine Entscheidung.

Auffallend war, das anders als in früheren Debatten keine polemischen Angriffe geführt wurden. Auch die Ratsmitglieder, die im Konfliktfall zur scharfzüngigen Attacke neigen, hielten sich merklich im Zaum. Der Stil ist auf jeden Fall ein Fortschritt gegenüber bisherigen Debatten zum Thema Supermarkt.

Geholfen hat das alles heute leider nicht: Abgestimmt wurde zunächst über den Antrag, die Entscheidung zu vertagen. Er wurde angenommen – denkbar knapp mit 13 (SPD und FWG) zu 12 (CDU und FDP) Stimmen.

Das waren also zwei Schritte nach vorne (konstrutives interfraktionelles Gespräch im Vorfeld und sachliche Debatte) und zwei Schritte zurück (Suche nach Bedenken und Bestehen auf Vertagung). Beim Tanzen mag so eine Schrittfolge gut aussehen. Im politischen Ergebnis bedeutet das weiteren Stillstand bei der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Verbandsgemeinde.

Sehr schade.

Immerhin bemühten sich die Parteien um Schadensbegrenzung: „Da wir ja grundsätzlich im guten Einvernehmen waren, hoffe ich, dass wir zu einer Entscheidung kommen“, sagte Bechtel. Arnold Nagel bat, die nächste Sitzung möglichst bald anszusetzen. Vielleicht kann an dem Termin auch Bauamtsleiter Stefan Schneider teilnehmen. Er hat mit seiner ruhigen, kompetenten Art schon häufiger Klarheit in spitzfindige Verfahrensdiskussionen bringen können. Auf jeden Fall sollte es den Ratsmitgliedern bis zur nächsten Sitzung gelingen, die verschiedenen Schreiben und Aussagen der SGD in die korrekte zeitliche Reihenfolge zu bringen. Ob sie daraus auch dieselben Schlüsse ziehen? Wir werden es sehen.

Wappen_verb_wachenheim

Stadt Wachenheim 1739 ist erstmals die heutige Wappenform als Siegel belegt. Der das W haltende Löwe wurde 1748, nunmehr verselbständigt, wieder im sogenannten kleinen Siegel aufgegriffen.
Dieses sowie der viergeteilte Schild als großes Siegel überwogen in der Folgezeit, und die königliche Verleihung gab dem Wunsch Wachenheims statt, beide Wappen führen zu dürfen, allerdings bei dem großen Wappen unter Hinzufügung eines Schildhauptes, mit einem schwarzen Großbuchstaben W, zunächst in silbernem Feld.
Die Genehmigung der Wappen beruht auf König Ludwig I. von Bayern und wurde am 7. Oktober 1845 erteilt.

Die Wappenbeschreibung des Wappens Gönnheims lautet: „In Silber auf grünem Boden der heilige Martin in blauem Harnisch auf einem nach links schreitenden goldbezäumten und -behuftem Schimmel reitend, seinen roten Mantel durch ein silbernes Schwert mit einem am Boden sitzenden Bettler mit goldenem Lendenschurz teilend“.
Am 15. Mai 1845 genehmigte König Ludwig I. von Bayern offiziell das Wappen.

Die Wappenbeschreibung Friedelsheims lautet: „Eine vor blauem Hintergrund abgebildete silberne Burg mit offenem Tor und drei Türmen mit spitzen roten Dächern, gekrönt von je einer goldenen Wetterfahne“.

Das Wappen von Ellerstadt wurde am 10. August 1925 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern in München genehmigt. Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem Grund ein bewurzelter grüner Eller- oder Erlenbaum mit stilisierten Blättern, dessen Stamm von zwei Wappenschilden beseitet wird, die an zwei historische Geschlechter der Ortsherrschaft erinnern. Der rechte Schild ist von Blau, Silber und Rot geteilt (Herren von Flersheim), der linke zeigt in Silber einen roten Balken, begleitet oben von zwei, unten von einer roten Kugel.

Auf dem Rückweg von der Kreisverwaltung war ich nochmal in der Stadthalle, und da habe ich eine andere Zahl zu Torsten Bechtels Ergebnis gehört. Offensichtlich war das, was mir Udo Kittelberger gesagt hatte, nicht völlig korrekt – oder ich habe ihn einfach falsch verstanden. 

Hier jetzt das offizielle Ergebnis von der Landes-Webseite:

Torsten Bechtel holt 67,57 % und fährt damit das zweitdeutlichste Ergebnis in der Verbandsgemeinde ein. Er erzielt auch noch ein leichtes Plus gegenüber dem Stichwahl-Ergebnis von 2009, damals erzielte er 65,4 %.

Peter Fleischer (FWG) erzielt in Friedelsheim beeindruckende 83,54 %. Ich habe allerdings nicht im Kopf, ob er einen Gegenkandidaten hatte. 2009 gab es in Friedeslheim nur einen Kandidat (Hafner), und der holte ein ähnliches Ergebnis.

In den beiden anderen Orten der Verbandsgemeinde fiel das Wahlergebnis sehr knapp aus:

In Ellerstadt wurde Helmut Rentz (SPD) mit 54,45 % wiedergewählt. 

In Gönnheim wurde der SPD-Bürgermeister Robert Blaul abgewählt, hier siegte Wolfram Meinhardt (FWG) mit 52,01 %.

 

Mittlerweile hat unsere Verbandsgemeinde drei bezaubernde Weinhoheiten.

Laura 1. Gönnheim/Friedelsheim,
Isabelle 1. Ellerstadt
Luisa 1. Wachenheim.

Auf der Titelseite des aktuellen Amtsblattes wird die Einführung der neuen Weinprinzessin Gönnheim/Friedelsheim Luisa 1. würdig angekündigt. Man braucht das Amtsblatt nur irgendwo liegen zu sehen, lächelt einem die bezaubernde junge Frau entgegen und man ist über das Ereignis informiert.

In Erinnerung hat man noch die Ausgabe 7/2014 des Amtsblattes und auch hier wird die Inthronisierung der Weinprinzessin Isabelle 1. in Ellerstadt, direkt auf der Titel und in Farbe, würdig angekündigt.

Spontan fällt einem unsere amtierende Wachenheimer Weinprinzessin Luisa 1. ein, ist sie doch gerade mal zwei Wochen im Amt. Als nicht gut informierter Wachenheimer wäre das Ereignis kaum aufgefallen, recherchiert man die letzten Ausgaben des Amtsblattes, findet man dann doch etwas. Man muss die Ausgabe 17/2014 (25.04.2014) allerdings schon sehr aufmerksam lesen um die Einladung zur Amtseinführung zu finden. Auf Seite 14 unter den „amtlichen Mitteilungen“ findet sich eine kleine 9-zeilige/einspaltige „Randnotiz“ – gez. Bgm Bechtel. Die Amtseinführung war übrigens am gleichen Abend (25.04.2014).

Den Bericht über das Ereignis der Amtseinführung erschien dann in der Ausgabe 18/2014 auf Seite 13, ebenfalls unter den „amtlichen Mitteilungen“ der Stadt Wachenheim. Der Eindruck einer „notwendigen“ Randnotiz drängt sich hier ebenfalls auf, auch wenn ein kleines Schwarz-Weiß-Bildchen zu sehen ist, der Artikel etwas besser auffällt. Ebenfalls gez. Bgm Bechtel.

Diese Geschichte macht etwas nachdenklich. Man weiß, dass die jeweiligen Bürgermeister der Gemeinden für die Veröffentlichungen verantwortlich sind und, dass der Bürgermeister der Verbandsgemeinde U. Kittelberger für das Amtsblatt verantwortlich zeichnet.

Nun stellen sich zwangsläufig ein paar Fragen:

Ist das niemand so recht aufgefallen?
Welches Interesse, oder eben keines, steckt dahinter?
Ist das nur zufällig so passiert?

Da unser Stadt-Bürgermeister für die Stadt Wachenheim im Amtsblatt verantwortlich zeichnet, muss man auch hier hinterfragen:

Will Wachenheim nicht?

Kann Wachenheim nicht?

Oder darf Wachenheim nicht?

Zumindest die Titelseite der Ausgabe 17/2014 (Werbung Burg- und Weinfest) hatte noch keine wirkliche Priorität.

Nachdenkliche Grüße ins Wochenende.

Dies ist ein Gastbeitrag unseres Lesers Herrn Holle!

Heute beim Lesen des Spiegel Online tat mein Herz einen freudigen Sprung. Ein Reisebericht über die Pfalz, insbesondere die Weinstrasse, in dem zudem auch Wachenheim erwähnt wird. Schon nach dem ersten Absatz stieg mir die Zornesröte ins Gesicht.

Die Pfalz zwischen Bockenheim und Schweigen sei eine überbewertete Ferienlandschaft, die nur Reben böte und langweiligen Woi mit Worscht. Zudem bediene man nur Klischees, was jedoch immerhin Hunderttausende Touristen, Leute ohne Ahnung, die lediglich schlechten Wein trinken und sich an betonierten betonierten Winzerwegen ergötzen, ins Land treibt. Der Autor, Herr de Swaaf, nannte nur zwei konkrete Gegenbeispiele, zum einen das Weingut Markus Schneider aus Ellerstadt und unseren wachenheimer Hambel-Metzger.

Über unseren Hambel, braucht man nicht viel Worte zu verlieren. Die Qualität ist aussergewöhnlich, aber es gibt nicht nur Saumagen in vielen Variationen beim Hambel, sondern auch sehr leckere andere Angebote, allerdings auch „nur“ Worscht, keine Gegend für Vegetarier eben.

Über die Weine des Weingutes Markus Schneider möchte ich doch ein paar mehr Worte verlieren. Es gibt für mich kein Weingut in der Pfalz, übrigens liegt Ellerstadt nicht an der Weinstrasse, dessen Weine überbewerteter sind, als die von Schneider in Ellerstadt. Er hat zwei drei hervorragende Einzellagen, der Rest der Weine, insbesondere die im Artikel angesprochenen Verschnitte,  sind überteuert, überbewertet und werden von anderen pfälzer Spitzenwinzern weit hinter sich gelassen. Zudem kommen viele Weine, die von Schneider gemacht werden, so munkelt man ob der vielen Tankwagen, die Wein zum Weingut bringen, von anderen Lagen und Winzern, sodass man sich fragt, ob da eine neue Genossenschaft entstünde.

Aber Markus Schneider ist ein Marketing-Genie.

Seine Weine heissen nicht Ellerstadter Haumichtot Riesling Spätlese trocken, sondern Ursprung, Black Print, Tohuwabohu usw. Äusserst wirksam für z.B. Journalisten von Spiegel Online, die keine Ahnung von Wein haben, aber Schlagworte brauchen um die Leserschaft zu beeindrucken, und was tolles auf den Tisch stellen, wenn Sie zum Sushi essen eingeladen haben. Dann bleiben diese in Ellerstadt hängen und dringen aber nicht in das Kernland des Weines vor. Forster Pechstein, Wachenheimer Gerümpel, Wachenheimer Belz, einige der renommiertesten Weine überhaupt, Weingüter wie Bürklin und Wolf, Zimmermann, Mosbacher etc sind anerkannte Spitzenwinzer, die Weissweine der Weltklasse herstellen, sind eine andere Liga als das Weingut Schneider. Herr Schneider ist allerdings einer der ersten jungen Winzer, der die Macht der Medien und seine tollen  Marketing Ideen dazu genutzt hat, sich extrem erfolgreich am Weinmarkt zu positionieren.

Es geht jedoch nicht darum die Weine Herrn Schneiders schlecht zu machen. Es geht auch nicht darum, ob Herr de Swaaf Sushi isst, es geht um die Weinstrasse und die Pfalz als Feriengebiet. Unzählige Burgen, ursprüngliche Dörfchen, das grösste zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, historische Stätten, Spitzenrestaurants, in der Natur wohnen und nahe schöne Städte besuchen, tolles Essen und Trinken und noch tolleres Wetter und noch viel tollere Menschen machen die Pfalz zu einem einzigartigen Flecken Erde.

Das einzige was der Pfalz fehlt, ist das Meer! Keiner ist perfekt. Wir arbeiten daran.

Dies zu erkennen setzt aber voraus, das zu tun, was Herr de Swaaf augenscheinlich nicht getan hat. Er hat nicht in die Tiefe geblickt, sondern er ist bei den Klischees hängen geblieben und bei denen, die diese Klischees pflegen, weil sie sich von Ihnen abheben wollen.