Januar

Im Januar geben der Österreicher und amtierende Bundeskanzler S. Kurz und CSU Generalsekretär Andreas Scheuer, nach Scheitern der Verhandlungen zur Regierungsbildung zwischen CDU/CSU und SPD, bekannt, dass Kurz in guter alter Tradition die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt hat, um in einer Koalition zwischen CDU/CSU und AFD sich um das Kanzleramt zu bewerben

Februar

Der Wachenheimer Ortsbürgermeister beantragt die Eingemeindung Wachenheims nach Bad Dürkheimum bei der nächsten Bürgermeisterwahl seinen Hut für Bad Wachenheim den Ring werfen zu können. Frühzeitige Neuwahlen werden angestrebt.

März

Zum Zeichen der Mandelblüte wird die Wachtenburg wieder in Rosa angestrahlt, was zu Verwicklungen in der NATO führt, und der Trump-Administration endlich einen Grund gibt aus der NATO auszutreten. Die öffentliche Verlautbarung besagt, daß „solche Schwuchtelfarben“ in einer Stadt des NATO Bündnisses eine Gefährdung für die Wehrkraft der Truppe darstellen und zu deren Zersetzung führten. Als Maßnahme werden blaublühende Mandelbäume gepflanzt(Bruce Willis verkauft deswegen sein neuerworbenes Haus)

April

In Bad Dürkheim wird eine Brille gefunden. Dieses obskure Objekt der Begierde ist eine sogenannte HighTech-Zerrspiegelbrille, die den Blick für das Wesentliche nicht nur verschwimmen lässt, sondern per Synapsenverschaltungden Geist des Trägers völlig verwirrt und humorfrei werden lässt, und, besonders Samstags, zu einem erhöhten Mitteilungsbedürfnis führt. Die Recherche durch die professionell arbeitende Lokalpresse, wessen Brille da gefunden wurde, läuft.

Mai

Ein ehemaliger Österreicher, S. Kurz, ist Deutscher Bundeskanzler geworden. Die GrKo nach den notwendig geworden Neuwahlen steht. CDU Mitglied Kurz ist Bundeskanzler. Alexander Gauland ist Minister für Propaganda und Innere Werte.

Juni

Nach dem heimlichen Erwerb sämtlicher historischer Gebäude Wachenheims durch eine private Investorengruppe, die aus einer Person besteht, wird die Privatisierung Wachenheims, und somit der ersten deutschen privaten Stadt, notariell beglaubigt. Die Unterschrift wird im neuen Drei-Sterne Restaurant Filio di Inferno am Marktplatz öffentlichkeitswirksam geleistet.

Juli

Wachenheim bekommt ein 8 Sterne Luxus-Hotel mit Tiefgarage am Oberstnest. Das Hotel wird von Herrn Mehdorn, privat bestellter Projektleiter, in einer Rekordbauzeit von 4(!) Wochen erstellt. Aus purem Zufall kommt es beim BER zu erneuten Verzögerungen, da Baumaterial für das Terminal fehlen soll.

August

Der Supermarkt in Wachenheim wird eröffnet. Die REWE Gruppe mit dem privat bestellten Projektleiter Mehdorn präsentiert voller Stolz den modernsten Supermarkt Europas. Unter Einbindung der Anwohner ist, um die Aussicht zu wahren, der Supermarkt „Wachenheim 21“ unterirdisch mit Bahnanschluss erstellt worden. BER fehlen die Glasscheiben fürs Terminal.

September

Ein Herr Walter Weiß kauft das Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim und verlegt es nach Wachenheim. Er möchte Wachenheim, noch vor Ludwigshafen, zum wichtigsten Chemie-Standort der Welt machen. Standort ist die Burg, die im Original wiederaufgebaut wird, Projektleiter ist Herr Mehdorn, da die blaue Beleuchtung die Markenidentität der Weiß’schen Firmengruppe unterstreicht. BER fehlt die Sanitär-Infrastruktur.

Oktober

Der Schulbetrieb wird aufgenommen. Die Schüler werden vom sogenannten Bürgerbus, einer Flotte von 20 Fahrzeugen, kostenlos zur neuen Excellenz-Schule gefahren. Die Idee zum Bürgerbus, der nicht nur Schüler, sondern alle Bürger der neuen Großgemeinde Bad Wachenheim, der Name wurde am 01.04.2018 geändert, kam von einer mittlerweile im Untergrund agierenden politischen Gruppe, die sich selbst RZW nennt, Revolutionäre Zelle Wachenheims. Die Idee wurde dann vom neuen Bad Wachenheimschen Beigeordneten für Information und Propaganda politisch reklamiert und ausgenutzt.

November

Das Jahrestreffen der NATO findet in Wachenheim statt. Die Trump-Administration, die für die Auswahl der Location zuständig zeichnete, betonte, daß der Standort das Profil der NATO am besten unterstreiche. S.Kurz, A. Gauland, Trump und Co. Haben den gesamten Wachenheimer 8 Sterne Tempel am Oberstnest gemietet. Die Tagungen finden im „Heisenberg-Gymnasium an der Wachtenburg“ statt, das zur feierlich komplett blau beleuchtet wird. Das feierliche Diner findet natürlich bei „Filio di Inferno“ statt, das seit vier Wochen das höchstdekorierteste Restaurant der Welt und das einzige mit 4 Sternen ist, seit der Koch Mehdorn für das Haus kocht.

Dezember

Nach dem Erfolg des NATO-Gipfels, beschliesst die nach Umfrage zur Zeit stärkste Partei Deutschlands, Die Blauen, ihren Parteitag in Wachenheim abzuhalten. Die Vorsitzende Frauke Petry betont, daß Die Blaue sich verpflichtet fühle, die demokratischen Werte Deutschlands und der Welt zu verteidigen, die, seit das Trio Kurz/Gauland/Trump an der Macht sind, mehr und mehr schwinden. Die Nähe zur Wiege der deutschen Demokratie in Hambach und die historische Tatsache, daß die Beleuchtung und die Mandelbäume Wachenheims einmal rosafarben waren, führten zum Antrag Petry’s die Partei in RWL, Rosa Wachenheimer Liste, umzubenennen. Petry möchte sich auch dafür einsetzen die ursprünglichen Farben der Burgbeleuchtung und der Mandelbäume zu reaktivieren.

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Auf die Inhalte des öffentlichen Teils der heutigen VG-Ratssitzung einzugehen wäre eigentlich müßig.

Es ist das passiert, was jeder Wachenheimer Stadtbürger befürchten durfte, musste oder konnte und was alle anderen V-Gemeindebürger erwartet haben. Das Kapitel Supermarkt, inklusive Zielabweichungsverfahren und Flächennutzungsplanänderung mit gefühlten 100.000 Änderungen und Vorschriften geht in die nächste, auch hier gefühlte 100.001 Runde. Und das obwohl heute durchaus eine Lösung möglich war, die den Willen des Stadtrates Wachenheim und der Bürger Wachenheims auf eine schnellere Spur hätte bringen können.

Zugegeben der Weg der zu gehen gewesen wäre, insbesondere für FWG und SPD war ein weiter. Man hätte einem Antrag der CDU zustimmen müssen, der die Änderung- und Genehmigungsverfahren der einzelnen Ortsgemeinden verknüpft und auf einen Level gebracht hätte, somit wäre bei den Behörden ein Vorgang vorzulegen gewesen und nichts zwei. Fair enough.

Nun was bei diesem Tagesordnungspunkt an Drama und Schauspiel, und vor allem Ignoranz geboten wurde, hätte eigentlich eine eigene Kategorie bei den Oscars verdient.
Dass man Ausführungen des politischen Gegners nicht verstehen will oder kann, ok. Dass man von seinen bisherigen Positionen nicht abrücken möchte, o.k.

Dass man aber auf eindeutig vorliegende Erklärungen einer Behörde, die auch noch von einem Verwaltungsmitarbeiter glasklar erklärt wurden, und einen eindeutig vorliegenden Wählerwillen mit einer solchen Ignoranz reagiert, wie das grosse Teile des Verbandsgemeinderates getan haben, und zwar mit einer Hybris und Arroganz, die ihres gleichen Sucht, ist für die unbeteiligten Zuhörer ein besonderes Erlebnis gewesen. Dass dann auch noch ein völlig inkompetenter Vorsitzender massiv parteiisch und aus Zeitgründen demokratische Vorgänge kürzt und bewertet, ist einfach grandios.

Es gelang nicht einmal den Abgeordneten nach einer hitzigen Diskussion zu vermitteln über was genau denn nun abgestimmt werden solle, es wurden Namen zur Abstimmung aufgerufen, die nicht anwesend waren, oder Anwesende nicht aufgerufen.

Dies passt zu dem Bild, dass ein Teil des Rates nach Jahren der Beschäftigung mit einem Thema Supermarkt nicht weiss, wer welche Kompetenzen hat bzw. in diesem Fall habe ich meine dezidierte Meinung, NICHT wissen will, wer welche Anträge wo einzureichen hat. Und dann noch die Frechheit besitzt Fakten zu ignorieren.

Die Sachlage gem. CDU war eigentlich einfach:

Sachstand Bischofsgarten

Mit Schreiben vom 24.04.2014 hat die SGD auf das beantragte Zielabweichungsverfahren für den Bischofsgarten geantwortet. Die SGD fordert:
– Änderungsbeschluss des VG-Rates
– Überarbeitung des Antrags
– Raumordnerische Prüfung

Die Verwaltung hat bis heute keinen dieser 3 Punkte erledigt.

Sachstand Standort zwischen Friedelsheim und Gönnheim

Mit erstem Schreiben vom 30.04.2014 hat es die SGD zunächst kritisch beurteilt, ein Zielabweichungsverfahren für den Einzelhandelsstandort zwischen Friedelsheim und Gönnheim überhaupt zu eröffnen. Das Schreiben der SGD ist dem Rat noch vorzulegen.

Die Verwaltung hat erreichen können, dass die SGD grundsätzlich dazu bereit ist, ein Zielabweichungsverfahren für den Einzelhandelsstandort zwischen Friedelsheim und Gönnheim zu eröffnen.

Mit zweitem Schreiben vom 06.08.2014 hat die SGD darauf hingewiesen, dass die Gemeinden Friedelsheim und Gönnheim das Zielabweichungsverfahren nicht selbst führen können, sondern dass die VG das Zielabweichungsverfahren führen soll. Außerdem fordert die SGD:

– Änderungsbeschluss des VG-Rates
– Überarbeitung des Antrags
– Standortalternativenprüfung

Die Reaktion der Verwaltung auf dieses Schreiben ist nicht bekannt und für den VG-Rat nicht aktenkundig gemacht worden.

Mit drittem Schreiben vom 14.01.2015 hat die SGD erneut darauf hingewiesen, dass die Gemeinden Friedelsheim und Gönnheim das Zielabweichungsverfahren nicht selbst führen können, sondern dass die VG das Zielabweichungsverfahren führen soll. Außerdem fordert die SGD erneut:

– Änderungsbeschluss des VG-Rates
– Überarbeitung des Antrags

Erforderliche Beschlüsse:

Grundsatzbeschluss:

Der Verbandsgemeinderat bekennt sich zu den beiden Standorten (Bischofsgarten sowie zwischen Friedelsheim und Gönnheim), die von den Bürgern und dem Stadtrat in Wachenheim sowie den Ortsgemeinderäten Friedelsheim und Gönnheim festgelegt worden sind.

Die Verbandsgemeinde übernimmt die Durchführung beider Zielabweichungsverfahren. D.h. die VG beantragt beide Zielabweichungsverfahren.

Die Verbandsgemeinde beschließt die erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplans.

Die Verbandsgemeindeverwaltung überarbeitet die beiden Anträge, stimmt die überarbeiteten Anträge mit den Ortsgemeinden ab und leitet diese weiter an die SGD.

Dies ist die Originalstellungnahme der CDU. Sollte die anderen Parteien Interesse haben, dass ihr Antrag ebenfalls hier auf dem Blog veröffentlicht wird, stehen wir gerne dazu bereit.

Leider war die Erlangung eines Konsenses in unserem Verbandsgemeindeparlament nicht möglich. Aber immerhin hat der große Vorsitzende versprochen, sich zeitnah des Vorganges anzunehmen!!!

Wenn das mal kein Fortschritt ist!!

Mein persönlicher Eindruck ist doch der, der sich auch in den letzten Jahren leider nicht verändert hat. Auf VG-Ebene wird der eindeutige politische Wille einer Ortsgemeinde missachtet und unter mittlerweile fadenscheinigen Argumenten wider besseren Wissens mit Füssen getreten und ad absurdum geführt.

Nach dem Erfolg unserer kleinen Umfrage zu den Kandidaten zum Bürgermeisteramt, gehen wir noch einen kleinen Schritt weiter und befragen Sie zu Ihrer Wahl zum Stadtrat.

Welche Partei soll denn von Ihnen gewählt werden?

Wie immer ANONYM und nicht identifizierbar. Mehrfachabstimmungen sind, soweit es uns technisch möglich ist, über die IP und ein cookie gesperrt.

Im Wochentakt landen derzeit sehr geduldige Papiere in den Wachenheimer Briefkästen. Besonders mitteilsam ist dabei die FWG. Würde sie sich dabei beschränken, für eigene Positionen zu werben, wäre das mal eine willkommene Abwechslung. Statt dessen zeigt sich auch in den jüngsten beiden Schriften wieder ein sehr weit gefasster Realitätsbegriff, der offensichtlich auch Parallel-Universen mit einschließt. Wie anders ist es zu erklären, dass die FWG behauptet, Konzepte und Ideen anderer Parteien zur Entwicklung der Innenstadt lägen nicht vor? Tatsächlich haben alle Gruppen, die zur Wahl antreten, besonders zu diesem Punkt ihr jeweiliges Konzept.

Die FWG will die Weinstraße also für LKW sperren. Ja, warum nicht. Finde ich gut. Natürlich findet dann auch kein Zulieferverkehr mehr auf der Weinstraße statt. Falls mal jemand an der Weinstraße ein neues Sofa braucht, kann er es dann ja an der Friedelsheimer Straße abholen.

Ein gutes Verkehrskonzept muss wirklich her. Da hat die FWG in den 30 Jahren, die sie den Bürgermeister stellte, nichts geliefert, und die letzten fünf Jahre nach Kräften Fortschritte verhindert. Aber gut, plötzlich ist wohl ein Konzept da. Weniger Durchgangsverkehr – viel weniger – ist die Grundvorraussetzung für eine Entwicklung der Innenstadt. Würde man an einem Tag mit mittlerem Verkehrsaufkommen in den Arkaden mal die Feinstaubbelastung messen, wäre ich auf die Ergebnisse gespannt. An einem Wochenende mit schönem Wetter würde bei solchen Feinstaubmessungen sicher die Sraße für motorisierten Verkehr gesperrt werden müssen.

Das Parkchaos auf der Weinstraße, meist vor der Apotheke, wirft nicht die Frage nach mehr Parkplätzen auf. Meist parken hier Wachenheimer, die a) genau wissen, dass es ein paar Meter weiter legale Parkplätze gibt, und die b) eventuell auch hätten zu Fuß gehen können, denn hier ist ja das, was die FWG für fußläufig hält.

Markttag auf Samstag verlegen: Ich habe mich auch schon gefragt, warum man den Markt nicht samstags auf dem Marktplatz, also vor der Georgskirche, abhalten kann. Die Antwort ist einfach: Für die Marktbeschicker gibt es am Samstag wesentlich lukrativere Märkte in größeren Orten. Gegen diese Märkte müsste sich der neue Markt behaupten. Und da ja dann wieder keiner zu Fuß zum Markt will… Mit einer stundenweisen Sperrung der Weinstraße, wie die FWG sie vorschlägt, würden also Kunden abgehalten. Die Parkplätze auf dem Rathhausplatz gibt es ja dann nach der Fotomontage der FWG auch nicht mehr. Denn das Ensemble aus Granithäusern der Bretagne auf diesem Bild macht nur Sinn, wenn der Platz davor nicht als Parkplatz den Eindruck stört.

Die Ringstraße bietet Möglichkeiten, aber da muss mit der Eigentümerin geplant werden.

Die Aula und Mensa: In Wachenheim gibt es die Klassenstufen 5 und 6 der IGS. Dazu die Grundschule, an der die Schülerzahlen, wie an vielen Grundschulen, stark zurück gegangen sind. Ob hier langfristig ein dringender Bedarf besteht, scheint mir hier eher politisch beantwortet zu sein.

Die 7-Tage-Kinderbetreuung hatte ich ja schon mal erwähnt. Schön, aber wer soll es bezahlen?

Beim schnellen mobilen Datennetz hat erstens die FWG dem neuen Sendemast im Bauhof nicht geschlossen zugestimmt und zweitens beeindruckt es die Telekommunikationsunternehmen sicher mäßig, wenn eine Partei eines nicht mal 5000 Einwohner starken Ortes schnelleres Netz fordert.

Renatunierung Burgtal: Ja, der Weiher geht schöner. Vielleicht sogar wieder badefähig?

Elektroladestationen für E-Autos: Ja, bitte. Ich habe keins, aber dass sich diese Autos nicht durchsetzen liegt auch daran, dass das Netz an Ladestationen sehr weitmaschig ist. Aber dann bitte Strom aus Solarmodulen. Extra gekennzeichnete Parkplätze in den Neubaugebieten bringt eher wenig. In unserem Neubaugebiet ist die totale Parkanarchie ausgebrochen, da hier abends etwa fünf mal mehr Autos als markierte Parkflächen abgestellt werden, auch so, dass die Feuerwehr es im Zweifelsfall schwer haben könnte. Ist dem Ordnungsamt bekannt, aber egal. Aber nur, dass es nicht untergeht. Die Forderung finde ich gut.

Der Hammer ist allerdings die Behauptung rund um den Gewerbepark. Wenn ich es nicht ganz falsch verstanden habe, hat die FWG im Verbandsgemeinderat eine Koalition der Unwilligen geschmiedet, die die Erweiterung des Wachenheimer Gewerbegebiets seit Jahren verhindert, um damit den Supermarkt im Bischofsgarten zu verhindern. Dass Gewerbe abwandert oder sich nicht ansiedelt, nimmt die FWG also billigend in Kauf, um den Supermarkt zu verhindern. Jetzt das Fehlen der Gewerbeflächen anzuprangern, ist schon ein starkes Stück.

Das kann so eigentlich nur aus einem Parallel-Universum kommen.

 

„Ein modernes Bildungswesen – ein Erfolg der FWG“. Dieses Bonmot ziert die neue Broschüre der FWG. Da kann man mal sehen, wie wir diesen Verein unterschätzt haben. Da haben die so mir nichts dir nichts die vierjährige Grundschule, das inzwischen eher zweigliedrige Schulsystem plus Gesamtschule, die Fachhochschule, die Berufsschule und die Universität aus dem Boden gestampft, und wir dachten, das hätten diverse Kultusminister seit 1949 zusammen geklöppelt. So kann man sich täuschen.

Doch es ist ja Wahlkampf. Da darf man zum einen nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, zum anderen muss man ja für jeden Satz mit Inhalt dankbar sein. Im Neubaugebiet hat die FWG dann auch schon mal heftig plakatiert. Mein Favorit ist der junge Mann, der mit dem Notebook auf der Parkbank sitzt – darunter ein Satz, der schnelle Datennetze fordert. Nun, da der Herr seine mobilen Daten wohl per UMTS abruft, wird ihm in diesem Moment die Übertragungsgeschwindigkeit in den umliegenden Gebäuden wohl reichlich egal sein. Soweit zur Technik-Kompetenz der FWG.

Das Thema schnelles Internet hat es, so zeichnet es sich ab, bei allen Gruppierungen auf den Zielekatalog geschafft. Bei so viel Einigkeit muss dann ja nach der Kommunalwahl Einstimmigkeit bei der Forderung nach einem schnelleren Internet herrschen. Davon wird es zwar nicht schneller, aber die Forderung ist modern, frisch, zeitgemäß…Und wer weiß, vielleicht bemerkt ja einer der großen Anbieter, welch gigantischer Merkt da in Wachenheim brach liegt.

Die 7-Tage-Kinderbetreuung ist ein weiteres Ziel der FWG. Da könnte es bei der Finanzierung und der personellen Ausstattung möglicherweise schwerer werden als bei der kernigen Formulierung. Ist bestimmt eine tolle Sache, keine Frage. Klingt einfach teuer.

Beim Thema Altstadtsanierung fragt die FWG, worauf man wartet. Da sei die Gegenfrage gestattet, worauf die FWG bis vor 5 Jahren gewartet hat. Zu Zeiten der FWG-Regentschaft sind einige schöne, alte Anwesen (Weingut Kuhn) durch weniger schöne neue Gebäude oder uneben asphaltierte Parkplätze (hinner der Kerch) ersetzt worden. Das war nicht gut fürs Stadtbild. Auch bei der Unterstützung der letzten großen Baumaßnahme der Burg war die FWG im Stadtrat nicht so enthusiastisch, wenn ich mich recht erinnere. Die Gründung der Wachenheimer Liste geht ja, wenn ich es richtig verstanden habe, darauf zurück, dass die Agenda ein ausgearbeitetes Konzept zur Gestaltung der Weinstraße als Vorschlag eingereicht hat, das der damalige Bürgermeister von der FWG schlicht ignoriert hat, weil Hallen und Supermärkte damals wichtiger waren. Nichts desto trotz, wenn nun auch die FWG die Verschönerung der Weinstraße fordert, dann gibt es ein weiteres gemeinsames Ziel des Stadtrates.

Besonders beim Punkt Stadtplatz herrscht auf den vorliegenden Werbeschreiben viel Einigkeit: Er muss schöner werden. Dumm nur, dass „schön“ ja im Auge des Betrachters liegt, weshalb trotz gleicher Ziele nicht davon auszugehen ist, dass der Stadtrat sich in den Armen liegen wird, um einstimmig ein Konzept zu verabschieden und umzusetzen.

Einkaufen im Stadtkern ist auch eine Forderung, die von allen Gruppen kommt. Wie sie die Wachenheimer dann aber dazu bringen wollen, auch in Wachenheim einzukaufen, sei dahin gestellt. Der Buntstift war ein gutes Beispiel: Gutes Angebot (Schreibwaren, Geschenkartikel, Postkarten, Wäscherei, Brot, Bücher, Paketannahme), gute Lage in der Altstadt, freundlicher Service – aber einfach nicht genug Kunden. Das lag übrigens nicht an den Parkplätzen – die Leute sind nicht bereit, weiter als 10 Meter zu gehen, wie sich um die Apotheke zeigt – da stapeln sich die Autos, 50 Meter weiter sind hinner der Kerch Plätze frei. Es sei also die Frage gestattet, was außer einer Apotheke oder einer Bäckerei an der Weinstraße ganzjährig bestehen kann, wenn Ladenmieten zu erwirtschaften sind? Es reicht nicht, die Belebung zu fordern. Solange die Weinstraße so stark befahren ist, die Luft meist so schlecht ist, gehen dort einfach nicht genug Leute gerne einkaufen.

Einen  der zehn Punkte der FWG auf deren Flugpostille unterstütze ich inzwischen: „9. Ratssitzungen live im Web“. Wir vom Wachtenblog würden solche Übertragungen sicher bewerben. Denn den Unterhaltungswert einer durchschnittlichen Wachenheimer Stadtratssitzung schlagen allenfalls ein paar Katzenvideos auf Youtube. Man könnte sich das Spektakel gemütlich von zu Hause aus ansehen, ohne dass man fürchten müsste, mit dem Chipsgeknistere die Ernsthaftigkeit der Sitzung zu stören. Es gäbe endlich auch für die Zuschauer was zu trinken – ja, sogar von auswärts könnte man das Treiben verfolgen. Andererseits … solche Übertragungen könnten die allgemeine Politikverdrossenheit immens steigern.

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.

Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!

Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.

Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen!

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behen
de!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Mine! welche Blicke!
O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.

Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.

Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!

Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!
Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!

Herr und Meister! hör mich rufen!

Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“

Kaum ist die Bundestagswahl vorüber, geht es hier in Wachenheim, ausser um unserem Wachenheimer Running Gag, auch um die Positionierung für die nächste Kommunalwahl etc..

Interessant ist hier ein Gerücht, das mittlerweile mehr oder minder geheim in Wachenheim die Runde macht. Aus diversen Richtungen war zu vernehmen, daß ein alter Bekannter wieder seinen Hut in den Ring werfen wird, wenn die nächste Wahl zum Bürgermeister usw. ansteht.

Herr Arnold Nagel soll wohl für die FWG wieder als Spitzenkandidat antreten wollen. 

Mangels wettbewerbsfähiger Alternativen in den eigenen Reihen scheint das ein durchaus logischer Schritt für die FWG. Inwieweit dies die Wachenheimer Politik nach vorne brächte, diese Frage muss man stellen dürfen.

Auf jeden Fall kommen wieder spannende Zeiten auf unser schönes Wachenheim zu. 

Es war ja auch wirklich langweilig geworden…