In der Grundschule lernen die Kinder jede Menge praktische Sachen, die sie auch im Alltag anwenden können. Wie die Verwaltung einer Gemeinde funktioniert und was sie überhaupt so tut – hier ist jetzt nicht der Platz für Beamtenwitze (in den Kommentaren vielleicht…) – steht allerdings nicht auf dem Grundschullehrplan. Die dritten Klassen der Grundschule an der Wachtenburg, wie sie ja nun seit kurzem heißt, haben allerdings nicht nur neugierige Kinder, sondern auch neugierige Lehrerinnen. Und so haben sich Frau Hürtgen und Frau Metzinger zu einem Besuch im Wachenheimer Rathaus angemeldet, um zu erfahren, was ein paar Hundert Meter Luftlinie von ihren Klassensälen so passiert.

Im Rathaus erwartete die 3a auch Büroleiterin Ulla Kaiser. Sie hatte eine Führung mit einigen Stationen vorbereitet, an denen die Kinder Einblicke in den Alltag und die Aufgaben der Verwaltung gewinnen konnten. Im Bauamt erklärte ihnen Bauamtsleiter Schneider, wie der Ablauf eines normalen Bauvorhabens aus amtlicher Seite abläuft. Mit normal ist hier eigentlich alles außer dem Bau eines Supermarkts gemeint.


Am Rechner zeigte Schneider den Kleinen, wie ein Luftbild bisweilen seine Arbeit erleichtert, da darauf viele Details zu erkennen sind, die in den amtlichen Plänen nicht eingetragen sind, wie etwa die Überquerungshilfe an der Friedelsheimer Straße zwischen Parkplatz und Friedhof.
Im Bürgerbüro durften jeweils ein Junge und ein Mädchen ihre Fingerabdrücke nehmen lassen (und als Ausdruck mitnehmen). Den Effekt, den wir erleben, wenn wir unsere Fürhrerscheinfotos ansehen (das gilt nur für die von uns, bei denen das Foto nicht aus diesem Jahrhundert stammt), gibt es auch schon bei Drittklässlern. Allgemeines Gelächter bei jedem Bild der Kinder, das auf dem Bildschirm erscheint – schließlich waren alle ja vor drei Jahren noch Babys.
In der Ludwigskapelle erzählte Standesbeamtin Coböke den Schülern und Schülerinnen etwas zum Ablauf der Trauungen dort und klärte die brennende Frage, ob bei einer ihrer Trauungen schon einmal jemand nein gesagt hat.

Schließlich stellte sich Bürgermeister Torsten Bechtel den Fragen der dritten Klassen. Wie wird man Bürgermeister? Hat er Kinder? Wann wollte er zum ersten Mal Bürgermeister werden? Kommt die Skaterbahn auf die große Wiese vorm Schwimmbad? Was macht er in seiner Freizeit? Und obwohl der Bürgermeister mit jeder seiner Antworten gleich ein paar noch nicht gestellte, aber vorbereitete Fragen beantwortete, reckten sich immer mehr Finger. Da aber die 3b die Rathausführung noch vor sich hatte, und die 3a wieder im Schulhaus erwartet wurde, ermunterte Bechtel die Kinder, ihre Fragen aufzuschreiben und an ihn zu schicken.

Dass nicht immer alles gleich beantwortet/umgesetzt/gelöst werden kann – das ist ein wichtiger Eindruck, den die dritten Klassen von ihrem Besuch in der Verwaltung mitnehmen. Und dass das auch daran liegt, dass außer der Wachenheimer Verwaltung noch jede Menge andere Behörden ihren fachlichen Senf oder ihre Zustimmung geben müssen. Ach, und eine schöne Stadtjubiläumstdubbetasse nehmen sie auch mit.

 

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Heute tagte der Rat der Verbandsgemeinde Wachenheim zum ersten Mal regulär unter dem frisch gewählten Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel. Es war ein relativ ruhiger Einstieg, was auch an den wenig brisanten Themen lag. Zwar gab es kleine Nicklichkeiten durch Mitglieder von SPD und FWG. Es wurden dann aber alle wesentlichen Anträge ohne Gegenstimme beschlossen. Und der Bericht des Bürgermeisters zeigte auf, dass die Verbandsgemeinde für Aufgaben gefragt ist, die unsere kleinen Streitigkeiten noch absurder erscheinen lassen.

Die Nicklichkeiten starteten gleich zu Beginn: Hans-Jürgen Häfner (SPD) schlug vor, dass über die Dienstaufwandsentschädigung für den Verbandsbürgermeister nicht in der heutigen Sitzung beschlossen würde, sondern das Thema zunächst im Haupt- und Finanzausschuss behandelt würde. Der 1. Beigeordnete Helmut Rentz (auch SPD) entgegnete, er habe beim Ansetzen dieses Themas keinen zusätzlichen Diskussionsbedarf gesehen – schließlich habe Udo Kittelberger, Bechtels Vorgänge im Amt, denselben Höchstbeitrag erhalten wie er jetzt vorgeschlagen sei. Marcus Scholz (CDU) plädierte dafür, im Sinne einer schlanken Verwaltung das Thema jetzt ohne zusätzlichen Aufwand zu entscheiden.

Worum es bei der Diskussion ging? Die Dienstaufwandsentschädigung ist eine zusätzliche Zahlung an den hauptberuflichen Bürgermeister, die Aufwände zum Beispiel für die Teilnahme an Veranstaltungen ausgleichen soll. Zur Diskussion stand ein Betrag von 196,85 Euro pro Monat. Über die Fähigkeit – oder Willigkeit – des Rates, über diese Summe ohne Ausschluss-Behandlung zu entscheiden, wurde abgestimmt. CDU (ohne den bei dieser Frage befangenen Torsten Bechtel) und FDP lagen mit 10:9 Stimmen vor SPD und FWG.

Wenn also nicht im Finanz- und Hauptausschuss über die Dienstaufwandsentschädigung beraten werden konnte – gab es dann eine intensive Aussprache im Verbandsgemeinderat? Nö. Es gab keinen Redebeitrag, die Aufwandsentschädigung wurde bei drei Enthaltungen einstimmig angenommen. Torsten Bechtel, der wegen Befangenheit die Sitzungsleitung an Helmut Rentz übergeben hatte, hatte sich kaum in die Zuschauerränge gesetzt, als er schon wieder nach vorne gehen konnte.

Nach diesem missglückten Versuch einer Machtdemonstration von SPD und FWG ging es deutlich einmütiger weiter. Einstimming angenommen wurden:

  • die Erhöhung der Aufwandsentschädigung für die freiwilligen Feuerwehrleute um 3,3%
  • die Betreuungsordnung der betreuenden Grundschulen
  • eine 300-Euro-Spende der Sparkasse Rhein-Haardt für das Außengelände der Grundschule Friedelsheim-Gönnheim

Diskussionen gab es zum Antrag der Wachenheimer Grundschule, den Namen der Bildungseinrichtung von Kurpfalzschule (der Name galt früher für die Grund- und die weiterführende Schule, die jetzt unter IGS Wachenheim-Deidesheim firmiert) zu ändern in „Grundschule an der Wachtenburg“. Wolfram Meinhardt (FWG) beklagte eine Namensverwirrung: Mit dem Namen „Kurpfalzschule“ würden Kinder nichts verbinden (er hatte das mit seinem eigenen Nachwuchs getestet), und es fehle ein Name für das Gebäude, das beide Schularten beherberge. Klaus Huter sah in dem vorgeschlagenen Namen ein „phonetisches Problem“. Die Grundschule, so der SPD-Politiker, läge gar nicht an der Wachtenburg, sondern ein gutes Stück davon entfernt.

Arnold Nagel (FWG) stellte den Bezug des bisherigen Namens zum historischen Hintergrund dar – und betonte gleichzeitig, dass ihm die hohe Qualität der Schule viel wichtiger sei als der Name. Auch Marcus Scholz (CDU) wies darauf hin, dass Wachenheim anders als andere Pfälzer Gemeinden Teil der Kurpfalz war. Diese Bemerkungen haben mich neugierig gemacht. Als Zugezogene habe ich den Begriff Kurpfalz kennengelernt als Bezeichung für die Gegend rund um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Wachenheim habe ich nicht diesem Landstrich zugeordnet, sondern der „echten Pfalz“. Angeregt durch die heutige Diskussion habe ich jetzt mit Wikipedia gelernt, dass der Begriff Kurpfalz im historischen Sinne die kurfürstliche Pfalzgrafschaft bezeichnet – einen bis 1803 existierenden Teil des heiligen Römischen Reichs. Dies war keine zusammenhängende Region, sondern ein Verbund von kleineren Territorien. Dazu gehörte sogar die Oberpfalz, die im Nordosten des heutigen Bayern liegt. Der Wortteil „Kur“ kommt daher, dass der oberste Herrscher der Kurpfalz, der Pfalzgraf, ein Kurfürsten war und damit an der Wahl des römisch-deutschen Kaisers teilnehmen durfe.

Für historische interessierte Erwachsene bietet also der Name Kurpfalz-Schule tatsächlich interessante Anknüpfungspunkte. Aber für Grundschüler? Um deren Interessen ging es Schulrektorin Claudia König, als die die Initiative zur Namensänderung startete. Sie wolle nicht die historischen Tatsachen negieren, die auch nach wie vor im Unterricht vermittelt würden. Die Schule wünsche sich jedoch „einen Namen, unter dem die Kinder sich etwas vorstellen können“. In der Diskussion mit Elternvertretern, Lehrkräfen und Schülern habe sich da eben die überall im Ort präsente Wachtenburg ergeben. Wie greifbar dieser Begriff für die Kinder ist, wird man auch merken, wenn über verschiedene Logo-Vorschläge für die Schule abgestimmt werden wird. Für die „Grundschule an der Wachtenburg“ kann man Mauern und Turm, Ritter und Burgfäulein zeichnen. Wie bitte setzt man „Kurpfalz“ grafisch so um, dass es Kinder verstehen?

Die Abstimmung verlief dann wieder eindeutig: die Initiative zur Namensänderung würde ohne Gegenstimmen angenommen, bei vier Enthaltungen. Ich freue mich über die Namensänderung, und meine achtjährige Tochter jubelte begeistert über die Nachricht, dass sie demnächst auf die Grundschule an der Wachtenburg“ geht.

Wo wir schon bei historischen Bezügen sind: Ich habe neulich durch eine Hausarbeit meiner großen Tochter gelernt, dass die Pfalz im 17. und 18. Jahrhundert ein Auswanderungsland war. Eine kleine Minderheit der Auswanderer wurden in der Pfälzer Heimat politisch verfolgt, z. B. weil sie am Hambacher Fest teilgenommen hatte. In überwiegender Mehrheit waren die Auswanderer jedoch verarmte Kleinbauern und Tagelöhner, die man heute vielleicht Wirtschaftsflüchtlinge nenne würde. Sie wanderten vor allem nach Amerika und Russland aus. In dieser Zeit gab es einen von Ex-Pfälzern behwohnten Ort namens Kandel in der Nähe von Odessa, und die deutschen Einwohner wurden in Teilen der vereinigten Staaten nach der zahlenmäßig vorherrschenden Volksgruppe „Palatines“ genannt.

Wer diesen Teil der Pfälzer Geschichte kennt, der hörte vielleicht etwas genauer zu, als Torsten Bechtel in seinem „Bericht des Bürgermeisters“ das Thema Flüchtlinge ansprach. Zunächst äußerte er sich kritisch über die Politik auf Bundesebene: 50 % der Flüchtlinge kämen vom Balkan, bei wiederum nur 1 % von ihnen würde das Asylgesuch anerkannt. Trotzdem würden alle erst einmal auf die Gemeinden verteilt. „Die Kommunen werden hier allein gelassen“, klagte der Verbandsbürgermeister. „Nichts desto trotz heißen wir die Flüchtlnge hier willkommen“, hob er gleich darauf hervor. Bechtel lobte das Engagement von ehrenamtlichen Flüchtlingebetreuern, die es zum Beispiel in Ellerstadt und Wachenheim gebe.

Engagement und Unterstützung sei mehr denn je gefragt, denn im Laufe des Jahres wird die Verbandsgemeinde noch 63 Flüchtlinge aufnehmen. Es folgte ein dringender Appell, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Neben Wohnungen seien auch Gewerbeimmobilien denkbar. Die Kommune könnte auch dabei helfen, ältere Immobilien in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen. „Bisher ist es bei uns aufgegangen mit dem Wohnraum“, sagte Bechtel. „Jetzt wird es aber eng, und wir müssen schon über Containerlösungen nachdenken.“

Angesichts der gewaltigen und nicht einfach wegzupolemisierenden Aufgabe, den Flüchtlingen ein würdiges Leben bei uns zu ermöglichen, erscheinen die Nicklichkeiten im Verbandsgemeinderat kleingeistig und absurd. Gut dass sie die Ausnahme blieben in einer sonst sachlichen Diskussion. So bedankte sich Torsten Bechtel auch am Ende des öffentlichen Teils „für den Verlauf der Sitzung“.

Liebe Verbandsgemeinderats-Mitglieder aller Parteien, machen sie konstruktiv weiter und konzentrieren sie sich auf das Gemeinwohl und die Aufgaben, die es zu lösen gilt.

Heute morgen habe ich mal wieder Einsicht in die ultimative Weisheit von Landesämtern und deren Verwaltungsexperten bekommen. Die an sich einfache Frage, welche Lehrerinnen die zukünftigen dritten Klassen unserer Grundschule unterrichten sollen, ist komplizierter als gedacht geworden. Alle diesmal etwas komplexeren Überlegungen (ein Lehramtsanwärter und seine Mentorinnen sollten sinnvoll eingeteilt werden) wurden komplett über den Haufen geworfen – das Landesamt forderte eine der beiden Lehrerinnen als „Feuerwehrlehrerin“ für eine andere Schulen an. Der Hintergrund: Wer an einer Grundschule in Rheinlandpfalz eine Planstelle bekommt, muss unterschreiben, innerhalb der ersten fünf Jahre als „Feuerwehr“ abrufbar zu sein. Die Stelle bleibt dabei aber organisatorisch an der Schule. Diese Stellen sind an bestimmte Schulen gebunden, Wachenheim ist eine davon. Schon im vergangenen Jahr forderte das Landesamt die Lehrerin aus Wachenheim an, da sie aber gerade eine Klassenleitung übernommen hatte, konnte das Ganze fachlich begründet abgewendet werden. Jetzt geht das nicht mehr. Die Lehrerin ist wieder angefordert worden und muss fürs erste an einer anderen Grundschule aushelfen. Soweit so gut. ABER…um diese Lehrerin zu ersetzen, musste jetzt unsere Grundschule eine andere Lehrerkraft anfordern, die als Feuerwehr aushilft. Jegliche Logik scheint außer Kraft zu sein, wenn Verwaltungsfachkräfte walten (ja, ich erinnere mich noch an den Wahlkampf in der VG, als SPD und FWG eben solche Verwaltungsexpertise als unabdingbar für die Leitung einer Behörde hielten – na danke). Und natürlich können die Schulen vor Ort nichts machen. Schon gar nicht vorschlagen, dass die neue Kraft gleich an die Schule „in Not“ geht und die Wachenheimer Lehrerin hier bleibt. Ein schöner Verwaltungsakt, direkt aus Schilda importiert. Gut nur, dass es erst mal nicht zu Lasten der Kinder geht. Die bekommen zur dritten Klasse ein neue Lehrerin.

Aus aktuellem Anlass. Ein paar Dinge, wie der Schulort meiner Kinder ist nicht mehr ganz so aktuell, aber der Kern ‚AMPEL‘ und Verkehrssicherheit für Kinder bleibt mehr als aktuell!

Aus dem Jahr 2010…

Liebe Leser!

Meine Kinder gehen nicht mehr in Wachenheim zur Schule.  Alle drei gehen in Neustadt zur Schule. Die beiden kleinen werden von mir morgens zur Schule gefahren, da oftmals Musikinstrumente zu transportieren sind, und mein Kleiner noch zu klein ist, um morgens im Zug mitzufahren, wenn Heerscharen von Schülern unterwegs sind.

Ich könnte über die Autobahn fahren, aber nach der Ausfahrt folgt ein Kreisel, bei dem es in der Regel morgens so staut, dass ich 10-15 Minuten Verzögerung hätte. Also fahre ich so nach Neustadt, wie es seit Jahrhunderten möglich ist. Ich benutze die alte Weinstrasse. Über Mußbach. Und in eben diesem Mußbach hatte ich ein AHA- Erlebnis was Bürgerservice und Kommunalpolitik angeht.

Kommt man von Deidesheim nach Mußbach kreuzt man zwei Ampeln. Die zweite AMPEL ist mitten im Ort. Dort überqueren Grundschüler die Strasse. An einer AMPEL. Und es steht ein Schülerlotse da, und blockiert den Verkehr. An einer AMPEL. Selbst wenn diese rot ist, diese AMPEL, stellt sich der Schülerlotse auf die Strasse, die dort, an derAMPEL Einbahnstrasse ist und hilft den kleinen Kindern über die Straße. An der AMPEL.

Ortswechsel. Wachenheim. Friedelsheimer Strasse. Hauptübergangsstrasse der Gulagkinder aus den Neubaugebieten zu Grundschule und Kindergarten, die Kinder der Fremden und Renitenten. Seit Jahren Diskussionen und Ausreden, wegen AMPEL…Kein Tempolimit, kein Zebra, keine AMPEL, Berufsverkehr Richtung Ludwigshafen, kein Schülerlotse.

Aber vielleicht kann man das ja in die grosse Lösung mit Supermarktstadthallenbürgerhaustiefgarage einfliessen lassen.  Für die Grossen. Ein Grosslotse, Veranstaltungslotse…Eine Grossen-AMPEL, damit man dann besser aus der Tiefgaragenstadthalle in den Verkehr einfädeln kann…

Und bisher ist ja auch noch nie etwas passiert.

Gestern, am 24. Juli, wurde der etwas theoretisch daher kommende Begriff Spielleitplanung endlich mit Leben gefüllt. Gestern nämlich gab es eine erste Begehung der zu beplanenden Gemeinde. Zusammen mit Helga Berger vom Ingenieursbüro Stadt und Natur http://www.stadt-und-natur.de/ und Martin Theodor vom Beratungszentrum Kobra http://www.kobra-online.info/siteneu/ machten sich Bürgermeister Torsten Bechtel, Mitglieder des Arbeitskreises zur Spielleitplanung, interessierte Bürger und Kinder auf den Weg, um eine Bestandsaufnahme zu machen.

Besonders das Gebiet um Schulen und Schwimmbad wurde dabei begutachtet. Vor allem rund um die Schulen ruht hier einiges an ungenutztem oder bisher nicht nutzbarem Potenzial: das große Sportgelände hinter Grundschule und IGS ist nicht öffentlich nutzbar – von den Schulen wird es jedoch auch nur selten genutzt. Auf den Ascheflächen sprießt Botanik und die Weitsprunggrube zeigt eine beeindruckende Artenvielfalt heimischer Ruderalvegetation. Auch der Schulhof der Grundschule ist außerhalb der Schulzeiten für Kinder Tabu – das scheint andernorts nicht so geregelt zu sein. Das Kleinspielfeld hinter der Turnhalle ist in städtischen Besitz und theoretisch – außerhalb der Schulzeiten – jedermann zugänglich. Theoretisch. Natürlich ist das Gelände abgeschlossen und Schilder weisen darauf hin, dass das Betreten des Geländes für Unbefugte verboten ist. Dass sich Wachenheimer den Schlüssel zum Tor beim Hausmeister Herrn Bauer oder bei Bürgermeister Bechtel borgen können, wird auf keinem Schild erwähnt.

Oft wird unter Verweis auf den auch in Wachenheim grassierenden Vandalismus die Nutzung öffentlicher Flächen eingeschränkt. Und gerade hier hakt das Konzept der Spielleitplanung ein. Es setzt stark auf die Beteiligung derer, die es angeht: Kinder und Jugendliche und Bürger der Gemeinden. Die Idee ist, dass Anlagen, bei deren Planung man mitreden und mithelfen kann, später nicht schnöde städtische Anlagen sind, sondern dass auch ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für den Zustand entsteht.

Insgesamt steht als Zeil der Spielleitplanung ja nicht nur die Verbesserung der Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sondern insgesamt eine nachhaltige Weiterentwicklung von Gemeinden und die Etablierung von mehr Bürgerbeteilgung.

Frau Berger und Herr Theodor haben sich etliche Notizen und viele Fotos gemacht. Beim nächsten Rundgang, für den allerdings noch kein Termin feststeht, sollen dann die Kinder und Jugendlichen die Führung übernehmen und ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen.

Zusammen mit einer Verkehrsleitplanung kann diese Spielleitplanung Wachenheim viel bringen. Jedenfalls, wenn das Thema nicht auch in den Sog der Wachenheimer Parteipolitik mit den altbekannten Fronten gerät. Davon war bei der Begehung gestern erfreulicherweise noch nichts zu spüren.