Januar

Im Januar geben der Österreicher und amtierende Bundeskanzler S. Kurz und CSU Generalsekretär Andreas Scheuer, nach Scheitern der Verhandlungen zur Regierungsbildung zwischen CDU/CSU und SPD, bekannt, dass Kurz in guter alter Tradition die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt hat, um in einer Koalition zwischen CDU/CSU und AFD sich um das Kanzleramt zu bewerben

Februar

Der Wachenheimer Ortsbürgermeister beantragt die Eingemeindung Wachenheims nach Bad Dürkheimum bei der nächsten Bürgermeisterwahl seinen Hut für Bad Wachenheim den Ring werfen zu können. Frühzeitige Neuwahlen werden angestrebt.

März

Zum Zeichen der Mandelblüte wird die Wachtenburg wieder in Rosa angestrahlt, was zu Verwicklungen in der NATO führt, und der Trump-Administration endlich einen Grund gibt aus der NATO auszutreten. Die öffentliche Verlautbarung besagt, daß „solche Schwuchtelfarben“ in einer Stadt des NATO Bündnisses eine Gefährdung für die Wehrkraft der Truppe darstellen und zu deren Zersetzung führten. Als Maßnahme werden blaublühende Mandelbäume gepflanzt(Bruce Willis verkauft deswegen sein neuerworbenes Haus)

April

In Bad Dürkheim wird eine Brille gefunden. Dieses obskure Objekt der Begierde ist eine sogenannte HighTech-Zerrspiegelbrille, die den Blick für das Wesentliche nicht nur verschwimmen lässt, sondern per Synapsenverschaltungden Geist des Trägers völlig verwirrt und humorfrei werden lässt, und, besonders Samstags, zu einem erhöhten Mitteilungsbedürfnis führt. Die Recherche durch die professionell arbeitende Lokalpresse, wessen Brille da gefunden wurde, läuft.

Mai

Ein ehemaliger Österreicher, S. Kurz, ist Deutscher Bundeskanzler geworden. Die GrKo nach den notwendig geworden Neuwahlen steht. CDU Mitglied Kurz ist Bundeskanzler. Alexander Gauland ist Minister für Propaganda und Innere Werte.

Juni

Nach dem heimlichen Erwerb sämtlicher historischer Gebäude Wachenheims durch eine private Investorengruppe, die aus einer Person besteht, wird die Privatisierung Wachenheims, und somit der ersten deutschen privaten Stadt, notariell beglaubigt. Die Unterschrift wird im neuen Drei-Sterne Restaurant Filio di Inferno am Marktplatz öffentlichkeitswirksam geleistet.

Juli

Wachenheim bekommt ein 8 Sterne Luxus-Hotel mit Tiefgarage am Oberstnest. Das Hotel wird von Herrn Mehdorn, privat bestellter Projektleiter, in einer Rekordbauzeit von 4(!) Wochen erstellt. Aus purem Zufall kommt es beim BER zu erneuten Verzögerungen, da Baumaterial für das Terminal fehlen soll.

August

Der Supermarkt in Wachenheim wird eröffnet. Die REWE Gruppe mit dem privat bestellten Projektleiter Mehdorn präsentiert voller Stolz den modernsten Supermarkt Europas. Unter Einbindung der Anwohner ist, um die Aussicht zu wahren, der Supermarkt „Wachenheim 21“ unterirdisch mit Bahnanschluss erstellt worden. BER fehlen die Glasscheiben fürs Terminal.

September

Ein Herr Walter Weiß kauft das Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim und verlegt es nach Wachenheim. Er möchte Wachenheim, noch vor Ludwigshafen, zum wichtigsten Chemie-Standort der Welt machen. Standort ist die Burg, die im Original wiederaufgebaut wird, Projektleiter ist Herr Mehdorn, da die blaue Beleuchtung die Markenidentität der Weiß’schen Firmengruppe unterstreicht. BER fehlt die Sanitär-Infrastruktur.

Oktober

Der Schulbetrieb wird aufgenommen. Die Schüler werden vom sogenannten Bürgerbus, einer Flotte von 20 Fahrzeugen, kostenlos zur neuen Excellenz-Schule gefahren. Die Idee zum Bürgerbus, der nicht nur Schüler, sondern alle Bürger der neuen Großgemeinde Bad Wachenheim, der Name wurde am 01.04.2018 geändert, kam von einer mittlerweile im Untergrund agierenden politischen Gruppe, die sich selbst RZW nennt, Revolutionäre Zelle Wachenheims. Die Idee wurde dann vom neuen Bad Wachenheimschen Beigeordneten für Information und Propaganda politisch reklamiert und ausgenutzt.

November

Das Jahrestreffen der NATO findet in Wachenheim statt. Die Trump-Administration, die für die Auswahl der Location zuständig zeichnete, betonte, daß der Standort das Profil der NATO am besten unterstreiche. S.Kurz, A. Gauland, Trump und Co. Haben den gesamten Wachenheimer 8 Sterne Tempel am Oberstnest gemietet. Die Tagungen finden im „Heisenberg-Gymnasium an der Wachtenburg“ statt, das zur feierlich komplett blau beleuchtet wird. Das feierliche Diner findet natürlich bei „Filio di Inferno“ statt, das seit vier Wochen das höchstdekorierteste Restaurant der Welt und das einzige mit 4 Sternen ist, seit der Koch Mehdorn für das Haus kocht.

Dezember

Nach dem Erfolg des NATO-Gipfels, beschliesst die nach Umfrage zur Zeit stärkste Partei Deutschlands, Die Blauen, ihren Parteitag in Wachenheim abzuhalten. Die Vorsitzende Frauke Petry betont, daß Die Blaue sich verpflichtet fühle, die demokratischen Werte Deutschlands und der Welt zu verteidigen, die, seit das Trio Kurz/Gauland/Trump an der Macht sind, mehr und mehr schwinden. Die Nähe zur Wiege der deutschen Demokratie in Hambach und die historische Tatsache, daß die Beleuchtung und die Mandelbäume Wachenheims einmal rosafarben waren, führten zum Antrag Petry’s die Partei in RWL, Rosa Wachenheimer Liste, umzubenennen. Petry möchte sich auch dafür einsetzen die ursprünglichen Farben der Burgbeleuchtung und der Mandelbäume zu reaktivieren.

Aus aktuellem Anlass. Ein paar Dinge, wie der Schulort meiner Kinder ist nicht mehr ganz so aktuell, aber der Kern ‚AMPEL‘ und Verkehrssicherheit für Kinder bleibt mehr als aktuell!

Aus dem Jahr 2010…

Liebe Leser!

Meine Kinder gehen nicht mehr in Wachenheim zur Schule.  Alle drei gehen in Neustadt zur Schule. Die beiden kleinen werden von mir morgens zur Schule gefahren, da oftmals Musikinstrumente zu transportieren sind, und mein Kleiner noch zu klein ist, um morgens im Zug mitzufahren, wenn Heerscharen von Schülern unterwegs sind.

Ich könnte über die Autobahn fahren, aber nach der Ausfahrt folgt ein Kreisel, bei dem es in der Regel morgens so staut, dass ich 10-15 Minuten Verzögerung hätte. Also fahre ich so nach Neustadt, wie es seit Jahrhunderten möglich ist. Ich benutze die alte Weinstrasse. Über Mußbach. Und in eben diesem Mußbach hatte ich ein AHA- Erlebnis was Bürgerservice und Kommunalpolitik angeht.

Kommt man von Deidesheim nach Mußbach kreuzt man zwei Ampeln. Die zweite AMPEL ist mitten im Ort. Dort überqueren Grundschüler die Strasse. An einer AMPEL. Und es steht ein Schülerlotse da, und blockiert den Verkehr. An einer AMPEL. Selbst wenn diese rot ist, diese AMPEL, stellt sich der Schülerlotse auf die Strasse, die dort, an derAMPEL Einbahnstrasse ist und hilft den kleinen Kindern über die Straße. An der AMPEL.

Ortswechsel. Wachenheim. Friedelsheimer Strasse. Hauptübergangsstrasse der Gulagkinder aus den Neubaugebieten zu Grundschule und Kindergarten, die Kinder der Fremden und Renitenten. Seit Jahren Diskussionen und Ausreden, wegen AMPEL…Kein Tempolimit, kein Zebra, keine AMPEL, Berufsverkehr Richtung Ludwigshafen, kein Schülerlotse.

Aber vielleicht kann man das ja in die grosse Lösung mit Supermarktstadthallenbürgerhaustiefgarage einfliessen lassen.  Für die Grossen. Ein Grosslotse, Veranstaltungslotse…Eine Grossen-AMPEL, damit man dann besser aus der Tiefgaragenstadthalle in den Verkehr einfädeln kann…

Und bisher ist ja auch noch nie etwas passiert.

Im Themengemenge Supermarkt-Stadthallensanierung-Mehrzweckhalle hat sich, wie die RHEINPFALZ heute berichtet, die SPD mit einem Vorschlag gemeldet. Sie schlägt vor, statt dem unter Wachenheimern mehrheitlich ungeliebten Supermarkt im Pfortenstück und dem per Bürgerentscheid deutlich abgelehnten Pfalzauditorium im Oberstnest einen Einkaufsmarkt mit städtischen Räumen eben dort zu errichten.

Ein Supermarkt neben der Schule? Da wäre ja schon einmal ein Aufenthaltsraum für die Sechstklässler geschaffen. Man darf gespant sein,was da Frau Hüttner für die Grundschule und Herr Dumont für die IGS zu sagen haben.

Satire mal schweren Herzens beiseite geschoben, muss die Frage erlaubt sein: Braucht Wachenheim einen zweiten REWE, wie auch immer er dann heißt? Der städtische Haushalt ist pleite und wenn die Bundesregierung nicht zu Vernunft kommt, wird sich das in den kommenden Jahren nicht ändern. Muss sich die Stadt da ohne Not ein teures Projekt ans Bein heften?

Ob die Sanierung der alten Halle uneingeschränkt sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Doch wenn ich richtig informiert bin, sind bislang alle Zuschussanträge der Stadt für einen Hallenneubau abgelehnt worden. Warum soll sich dass ändern, wenn das Land weniger Geld zu verteilen hat?

Gibt es nicht in Wachenheim noch irgendwo Räume, die man für Veranstaltungen und Vereine nutzbar machen kann? Die Kulturscheune etwa könnte räumlich sicher einen Neujahrsempfang (wann gibt es den eigentlich?) unterbringen. Chöre könnten dort auch auftreten. Auch im Sektschloss kriegt man eine schöne Bühne unter. In den vergangenen Jahren gab es jetzt nicht sooo viele Veranstaltungen in der alten Stadthalle.

Und Räume für die Vereine? Weiß jemand eigentlich, wie viele Vereine einen Raum benötigen? Wäre dankbar für einen Kommentar. Für ein paar Millionen Euro, die jede der in keinem Raum stehenden Varianten kosten würde, kann man als Stadt eine ganze Menge Zimmer eine ganz schön lange Zeit anmieten.

Oder man könnte das Postgebäude mal auf seine Tauglichkeit für Vereinsräume überprüfen. Macht der Raumbedarf für Vereine einen Neubau angesichts der Kassenlage wirklich notwendig?

Und den Bedarf der IGS hat Herr Dumont, ihr Leiter, ja inzwischen öffentlich gerade gerückt.

Bin auf die Diskussion im Stadtrat gespannt. Ich hoffe, dass Konzept wird dort erläutert.

Ach ja, im Stadtrat wird es wohl auch in Zukunft Abstimmungen geben. Dass immer noch, wie in den vergangenen Jahren, nach Mehrheiten, statt nach Konsens gesucht wird, hatte  SDP-Vorsitzender Jürgen Rohr bemängelt. Vielleicht habe ich im Sozialkundeunterricht zu oft blau gemacht, aber ging es nicht in der Demokratie um Mehrheitsentscheidungen?

Eigentlich kennt man das ja seit frühster Kindheit: In jeder Kindergartengruppe gibt es mindestens einen Rabauken, jedes Dorf braucht einen Dorfdepp, jede Schulklasse hat ihren Klassenkasper. Und in Wachenheim haben wir halt die Flugblatt-Autoren der FWG. Deren George-Bush-Rhetorik (es wird etwas Schreckliches passieren, wenn wir uns nicht sofort in ein schwer zu rechtfertigendes, aber unglaublich teures Projekt stürzen) hat jetzt Kathrin Keller in einem wundervollen Rheinpfalz-Artikel auseinander genommen.

Für alle, die morgens nicht die Nase in die Tageszeitung stecken: Das FWG-Pamphlet hatte argumentiert, dass Wachenheim die Multifunktionshalle braucht, um nicht den Wettbewerb gegen Deidesheim um die Oberstufe der Integrierten Gesamtschule (IGS) zu verlieren. Katrin Keller hat bei IGS-Leiter Georg Dumont nachgefragt, und der verwahrt sich gegen eine ganze Reihe falscher Behauptungen in der FWG-Broschüre.  Angefangen damit, dass es gar keinen Wettbewerb gibt – dass alle Klassen ab der 7. nach Deidesheim kommen, ist schon längst entschieden. Mehr zum FWG-Flugblatt haben wir schon im Dezember gebloggt.

Dass die FWG mit falschen Behauptungen Ängste weckt, um strittige Bauprojekte durchzusetzen, sind wir ja inzwischen gewohnt. Mit der IGS-Diskussion ist das Wachenheimer Schmierentheater aber nun über die Stadtgrenze hinaus gegangen. Und da hört der Spaß auf. Wollen wir wirklich im ganzen Landkreis als der Ort dastehen, in dem sich nicht nur der Karnevalsverein wegen nicht beizulegender Streitigkeiten auflöst, sondern auch jede politische Auseinandersetzung eine karnevalistisch-kafkaeske Form mit bissig-scharfen Untertönen annimmt?

Wer hat denn außer mir das neue Kampfblatt der FWG gelesen? Glauben die, dass das außerhalb der FWG jemand ernst nimmt?

Nimmt der Stadtrat der IGS die Zukunft? Kann er ja erst mal nicht, weil die Stadt gar nicht Schulträger der IGS ist. Das wäre dann wohl die VG Wachenheim, oder? Wie nähme der Stadtrat der IGS die Zukunft, wenn er da was zu sagen hätte? Nach Meinung der FWG, weil die multifunktionale Halle nicht gebaut werden soll. Schön, dazu gibt es zwar noch gar keine Ratsentscheidung, aber behauptet ist das ja schon mal schnell.

Neu ist, dass die FWG jetzt mahnt, dass ohne die Halle die Schule bald komplett nach Deidesheim wandert und mit der Halle die gesamte IGS vielleicht nach Wachenheim komme. Wie denn das? Mal ganz abgesehen von längst oberhalb von Wachenheim gefallenen Entscheidungen (in Wachenheim bleibt die Orientierungsstufe, alles andere wie gehabt in Deidesheim) müssten dann flott ein paar Klassenräume her. Bisher war davon ja nie die Rede, nur von einer Aula und einer Mensa.

Wie viele Klassenräume bräuchte ein solches Gebäude? Die IGS ist für 120 Schüler pro Stufe genehmigt, also für vier Klassen zu je 30 Schülern. Falls das vielnamige Gebäude also für alle Klassen 7 bis 13  bieten soll, wie im Konzept der FWG, müssten im Plan dazu für die Mittelstufe 16 Klassensäle plus 5 oder 6 für die Oberstufe (da wären dann Fachräume für Chemie oder Physik noch nicht drin, ebensowenig Aufenthaltsräume) enthalten sein. Dazu noch ein Saal, eine Bibliothek und ein paar Räume für Vereine? Ein Saal und gut 25 Räume beachtlicher Größe. Das wäre ein gewaltiges Gebäude, mit dem die FWG die IGS nach Wachenheim ziehen will und so die Stadt retten. Das alles war in der Planung drin, die der Stadtrat angeblich abgelehnt hat? Den Plan hätte ich gerne mal gesehen.

Und das würde bezuschusst werden, behauptet die FWG. Und zwar mit 1,5 Mio Euro. Die Anträge für die alte Planung wurden mehrfach abgelehnt. Für Postgebäude und alte, unsanierte Stadthalle sollen 500.000 Euro  laut Kostenplanung der FWG erzielt werden . Das wird bestimmt nicht einfach. Ist es nicht vielleicht auch ein wenig unseriös, diese Summe (und nicht bewilligte, bei früheren Anträgen abgelehnte) Zuschüsse einzurechnen und dann zu behaupten, der Neubau käme die Stadt billiger als die Sanierung der Stadthalle? Wie kommt man auf sowas? „Wein als Identität der FWG“ schreibt jemand vom Verein. Das erklärt natürlich einiges.

Aber mal im Ernst. Gruselig sind die Worte an den Bürgermeister. Das sollte zitiert werden für alle die, die das Blatt ungelesen entsorgt haben: „Mit diesem politisch motivierten Angriff auf unsere Schule befürchten wir, dass das Amt des Bürgermeisters Schaden nimmt und Sie ein Fremder in unserem Ort bleiben.“ Ein Fremder! Was ist das denn für eine Wortwahl? Wir Fremde sind aus verschiedenen Gründen nach Wachenheim gekommen und uns gefällt es hier. Wir bringen uns auch gern ein und engagieren uns. Fremde? Klingt wahnsinnig integrativ und gastlich. Befremdliche Wortwahl.

Und dann findet sich da noch folgender lustiger Satz, der auch ein Zitat wert ist: „Der Stadtrat wird als demokratische Institution missbraucht…“ Pfui, den Stadtrat als demokratische Institution zu behandeln, das geht eindeutig zu weit.

Hoffentlich kommt es bald zu einer echten Gegenüberstellung der Pläne für Sanierung und Neubau – ohne unnötig abstruse Argumente.