Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland haben die Väter des Grundgesetzes den Umgang mit der Religion oder den Religionen in der Bundesrepublik definiert. In Artikel 4 wird folgendes angeführt:

Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Jeder darf die Religion oder Weltanschauung glauben und ausüben, an die ER oder SIE eben glaubt. Gleichberechtigt. Nicht eingeschränkt. Selbst ich als nicht institutionell-kirchlicher Mensch finde da einen Platz und darf somit, in Verbindung mit anderen Artikeln des Grundgesetzes, meine Meinungen leben, äussern und pflegen.

Historisch gesehen ist Deutschland ein christlich-jüdisch geprägtes Land. Christlich-jüdisch deswegen, da das Christentum, ähnlich wie der Islam aus dem Judentum hervorgegangen ist. Jesus war Jude, kein Christ. Also müsste Mohammed Jude oder Christ gewesen sein, zumindest war er so geprägt. Auch der Islam ist also in seinen Wurzeln und in seiner Niederschrift durch den Propheten jüdisch-christlich geprägt. Speziell der Islam ist hierbei die abrahamitische Religion, die den Schutz und die Fürsorge der anderen abrahamitischen Religionen definiert und vorschreibt. Die Religionen des Buches müssen durch den Islam geschützt und unterstützt werden. In den islamischen Ländern, in denen dies gelebt wird, zynischer Weise z.B. Syrien, Iran, Libanon, gibt es sogar Steuern oder Abgaben, die genau diese Religionspflege sicherstellen. Die christlichen Gemeinden bekommen finanzielle Mittel, um Ihre Gemeinden zu erhalten und zu pflegen.

Jetzt kommen aus der Not heraus Menschen zu uns, a.k.a. Flüchtlinge, Asylanten, Asylbewerber. Zum Grossteil Menschen mit einem islamischen Glauben. Diese werden bei uns aufgenommen und ihnen muss Schutz gewährt werden. Dieser Schutz wird auch gewährt, in Verbindung mit diversen Pflichten und Vorschriften, die diesen Menschen auferlegt werden. Diese Rechte und Vorschriften gründen oftmals in der Sorge um die Limitierung des fremden Einflusses auf unseren eigenen Kulturkreis und sollen dazu führen, dass diese Menschen sich in unser Gemeinwesen integrieren. Ein Gemeinwesen das in Deutschland basal über das Grundgesetz definiert ist. Und damit auch über Artikel 4., der eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber einzelnen definiert, die Pflicht, dass jeder seine Religion ungestört ausüben darf. Der Staat verpflichtet sich für Ungestörtheit zu sorgen, fast eine, analog zur Privatsphäre, die zu schützen ist, eine Glaubenssphäre zu schaffen.

Um den xenophobischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, heisst es doch deshalb im Umkehrschluss, möchten wir Integration, müssen wir die Voraussetzungen für Integration schaffen, muss der der Integrationswille der Bürger, also des Staates, gelebt werden. Das heisst neben den Forderungen an das Schutz suchende Individuum, aus dem Grundgesetz resultierend, muss dem Neubürger ausgesprochen die Möglichkeit gegeben werden, sich im Rahmen des Gesetzes zu integrieren, er muss dabei unterstützt werden. Auf Nicht-Religionsebene ist das bei vielen Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Es gibt Sprachunterricht, Bürokratie-Lehrgänge, Amts-Craskurse etc. etc.

Wenn aber eine echte gegenseitige Integration erfolgen soll, die auch, siehe oben, eine echte gegenseitige Akzeptanz sein muss, muss den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Religion frei und ungestört auszuüben. Diese freie ungestörte Ausübung findet bei den drei Schwester-Religionen des Buches üblicherweise in einem dafür vorgesehenen Raum statt. Kirche, Synagoge und Moschee. Christen können in jedem Dorf in ihre Kirche gehen, Juden, soweit noch oder wieder vorhanden, haben ihre nahen Synagogen.

Sollten wir deshalb unseren vom Grundgesetz Schutzbefohlenen nicht an ihrem Wohnort die Möglichkeit geben, ihre Religion ungestört auszuüben? Zudem sie auf Grund ihrer persönlichen Lage doch in ihrer Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt sind.

Stellen wir unseren Mit-Bürgern einen Raum zur Verfügung, den sie zu Ihrer Moschee machen können. Unterstützen wir sie christlich im Islam. Wir haben soviel Raum, der nicht genutzt wird. Soviel Raum, der mit Muskelhypothek zu einer sinnvollen Begegnungsstätte gemacht werden kann. Dessen Herstellung den Menschen gerade eben diesen Sinn gibt und sie und uns selbst im besten Sinne integriert.

Dies kann und sollte eine lebendige Bereicherung für uns alle Wachenheimer sein. Verbrannte Synagogen, verbrannte Asylbewerberheime und geschändete Friedhöfe haben wir in Deutschland wahrlich genug.

Eine dramatische Wendung hat die Situation um die evangelische Kirche in Wachenheim genommen.

Wie während der Konfirmationsfeierlichkeiten von Herrn Pfarrer Stock den Anwesenden mitgeteilt wurde, war dies die letzte Konfirmationsfeier, die in dieser so schönen, 1859 erbauten, Kirche abgehalten wurde.

Die baulichen Schäden haben ein solches Ausmaß erreicht, dass eine Rettung der bestehenden Substanz zu kostspielig wäre. Einige der anwesenden Eltern waren schon mit einem Schutzhelm erschienen, daß es jedoch zu einem ernsthaften Zwischenfall auf der Strasse kam, als sich ein Stein aus dem Dachstuhl gelöst haben soll, ist zum Glück nur eine April-Ente!

Wir bedauern den Abriss, haben aber Hoffnung, daß wie von Herrn Stock und Herrn Bechtel bestätigt, der Neubau einer Kirche städtebaulich schön eingegliedert werden kann. Wie Herr Bechtel sagte, wird auf dem Kirchplatz eine Parkplatzerweiterung mit Supermarkt geplant, der Neubau der Kirche ist im Pfortenstück geplant.

Wir vom Wachtenblog bleiben dran und halten Sie über diese spannende Entwicklung auf dem Laufenden!

Es ist sehr merkwürdig, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Ich bin  bestürzt und traurig über den Tod von Stefan Pflüger.  Großen Respekt habe ich vor seinem Engagement in der Wachenheimer Liste und vor dem, was er mit dem Schellack für den Ort geschaffen hat. Er wird fehlen, am Marktplatz und für Wachenheim. Meine Gedanken sind bei  seiner Familie. Ihr wünsche ich viel Kraft und den Beistand von Menschen, die sie aufzufangen vermögen.

Dieser Blogbeitrag  ist so merkwürdig zu schreiben, weil es dabei um eine Veranstaltung geht, an der auch Stefan Pflüger teilgenommen hat. Angesichts seines Todes scheint mir das, worum es an dem Abend ging, banal. Weil uns aber banale Dinge manchmal auch über schwere Zeiten retten können, und weil Frank ja schon nach den Ergebnissen gefragt hat, schreibe ich jetzt darüber.

Am Montag, 11. April, ging es im Ratssaal um das Burg- und Weinfest 2011. Wie Frank schon vermutet hat, hielt sich der Andrang interessierter (und zur Beteiligung bereiter!) Bürger in Grenzen. Löbliche Ausnahme waren die Pfadfinder. Sie waren zu dritt gekommen: Phil Wendel, Maximilian Maurer (die beide auch in der Weinfest-Community aktiv sind) und ein mir unbekannter Mitstreiter. Außerdem waren Patrick Räch und Mathias Peter vom gleichnamigen Weingut dabei.

Mit einer Viertelstunde Verspätung durften wir in den Ratssaal – der Tourismusausschuss hatte für den internen Teil länger gebraucht als geplant. Mal sehen, ob ich die Teilnehmer noch zusammen bekomme (ich Dussel hab‘ meine Mitschrift verräumt – Fehler oder Versäumnisse sind keine Absicht, bitte per Kommentar korrigieren): Stadtbürgermeister  Torsten Bechtel (CDU), für die Stadtratsfraktionen Rüdiger Goebel (CDU), Gisela Panzer (SPD), Stefan Pflüger (WL), Nicola Räch (FWG) und eine mir unbekannte Dame (von der FDP?), außerdem als wichtige Weinfest-Player Anne Euler (TouristInfo), Karl-Heinz (?) Manz (Weingut Manz),  Arnold Nagel (Verein für Tourismusförderung) und Annette  Weber (Sektkellerei).

Torsten Bechtel erläuterte den neu Hinzugekommenen, was bereits fürs Weinfest gesetzt ist und wo  noch Diskussionsbedarf besteht. Das Ernüchternde gleich vorweg: Die ganz große Renaissance des Burg- und Weinfestes mit einer mutigen Neukonzeption fällt flach. Statt  radikalem Neuanfang wird es inkrementelle Verbesserungen geben – aber auch einige kleine Rückschritte gegenüber dem, was schon diskutiert wurde.

Das Positive: Auf dem Rathausplatz wird  es lebendiger als in den vergangenen Jahren. Es wird vier Schubkarchstände geben – u. a. vom Weingut Stapf, den jungen Leuten um Patrick Räch, der Familie Pfingstgräf (Kooperation mit den Wachtenburg-Winzern). Ergänzt wird das Angebot durch zwei Essens-Stände (u. a. ein Germanengrill), ein „Confiseriestand“ wird noch gesucht. Auf einer Bühne soll es ein attraktives Musikprogramm geben,  das  die Standbetreiber allein ausgewählt haben. Zusagen gibt es schon von der Dürkheimer Rock- und Beatband „The Brights“ und eine weitere Combo, deren Namen ich als „Softacts“ abgespeichert habe (google kennt die nicht – wer kann helfen?). Weitere renommierte Gruppen sind wohl angefragt, da wusste aber niemand Genaueres.

Ein Wiedersehen gibt es mit der Sektkellerei (die eine hochwertigere Bestuhlung plant), dem Weingut Manz (die wieder einen Essenstand eines Schwetzinger Gastronomen beisteuert – wäre schön, wenn er diesmal optisch mehr hermacht), die Creperie Michel, der Dalberger Hof  (mein persönlicher Favorit) und zumindest an einem Wochenende die Familie Geibel, die 2010 mit kulinarischer Qualität in der Waldstraße überrascht hat. „Hinner der Kerch“ werden die Pfadfinder nicht nur als einziger Verein aktiv sein, sondern auch eine Gesamt-Wachenheimer Weinauswahl bereithalten. Der Hof der Pfarrei wird an beiden Sonntagen offen sein. Auch die „Kinderbelustigungsecke“ auf dem Parkplatz wird von den gewohnten Anbietern beschickt. Neu dabei ist am ersten Wochenende die Winzergenossenschaft – allerdings nur, weil die immer an Pfingsten stattfindende Wein- und Sektgala „zwangs-eingemeindet“ wird.

Leider haben sich auch ein paar Hoffnungen zerschlagen. Das Weingut Zimmermann wird doch nicht dabei sein in diesem Jahr. Den in der Community schon beschriebenen Plan, das Weingut Peter an einem Wochenende zu öffnen, hat Mathias Peter nicht bestätigt. Zwei Nicht-Weinguts-Höfe, deren Teilnahme im Raum stand, bleiben leider zu. Und da auch die Familie Bohl sich vom Betrieb des Bratwurststandes zurückzieht, könnte es mit den nicht-flüssigen Genüssen am Weinfest echt eng werden.  Mal ganz davon abgesehen, dass Vegetarier vielleicht vorab zu Hause essen sollten.

Zum Schluss ging es um das heiße Eisen: den Marktplatz an der St. Georgskirche. Hier hatten wir ja schon eine kontroverse Diskussion in der Community. Ausgangspunkt war ein Vorschlag von Stefan Pflüger, der (anders als die Gesamtplanung des Weinfestes) vielleicht sogar das Wort Konzept verdient: Er wollte den Marktplatz einheitlich mit hochwertigen Holzmöbeln und großen Schirmen bestücken. So sollte ein offener und einladender Eindruck im Sinne des „Toskanischen Marktplatzes“ entstehen. Das konnten sich auch alle Beteiligten gut vorstellen. Ich erinnere mit Schaudern an die weißen, mit verschiedenfarbigen Billig-Tischdecken verhüllten Monoblock-Plastikmöbel vom letzten Jahr.

Der Perdefuß: Laut Stefan Pflügers Konzept sollten die Ausschankstellen vom Marktplatz verschwinden. Meiner Meinung nach wäre das ästhetisch ideal, aber nicht unbedingt praktisch für die Besucher. Darum schien es aber nicht wirklich zu gehen. Bei der sich entspinnenden Diskussion wurde spürbar, wie sehr das Burg- und Weinfest von Einzelinteressen geprägt ist.  Stefan Pflüger wurde unterstellt, lediglich den Umsatz des Schellack während des Weinfestes ankurbeln zu wollen. OK, ich kann Vorteile für das Schellack erkennen. Andererseits hat Stefan Pflüger aber in eigener Initiative Anbieter für die Möbel recherchiert, so dass wohl alles zum Anmieten bereit wäre.

Gleichzeitig wollte Mathias Peter buchstäblich keinen Zentimeter von seiner Position abweichen: Er wollte seinen Weinstand genau da, wo er immer war – mitsamt Zelt. In dem Arreal zwischen Kirche und Kapelle sah er keine Alternative – selbst  wenn vielleicht ein Caterer in die Kapelle kommen sollte. OK, da gab es auch ein praktisches Argument (Anlieferung per Auto unmöglich), aber mir schien es hier vor allem ums Prinzip zu gehen.

Bezeichnend fand ich die Äußerung, das Weingut Peter sehe keinen Bedarf für Veränderungen, weil das Geschäft am Weinfest nicht nur gut, sondern in den vergangenen Jahren immer besser laufe. So erfreulich ich das finde – es sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass es mit dem Weinfest insgesamt bergab gegangen ist. Letztlich steht Einzelinteresse gegen Gemeinwohl.

Im Ringen um einen Kompromiss wurde um Zentimeter gefeilscht. Vielleicht ließe sich Stefan Pflügers Konzept ja doch verwirklichen, wenn ein Stand ganz eng an die Kirche („vor die hässlich‘ Wand“ – evt. ein schöner neuer Location-Name) und einer statt der Creperie Michel auf den Behindertenparkplatz gestellt wird.

Die Entscheidung sollte bei einem Ortstermin fallen, der für Montag dieser Woche geplant war. Von den weiteren Entwicklungen habe ich nichts gehört – u. a. weil ich den größten Teil der vergangenen Woche in Berlin war (dazu bei Gelegenheit mehr – es hat sich gelohnt).

Und was wurde aus den vielen tollen Ideen, die bei der ersten Sitzung oder in unserer Community entstanden sind? Fast nichts. Der Radladen Bella Bici wird an einem der Wochenenden eine Tour mit Ziel Weinfest anbieten, und wir werden mit einigen Waldameisen-Eltern – wenn der Versicherungsschutz geklärt ist – auf der Bühne ein bis zwei Vorlesestunden für kleine Kinder bestreiten. Der ganze Rest – lebendige Burgstraße, Gaukler, Marching Bands, Gaudi-Schachturnier, Twitterwand, Grillstand, Wieder-Aufleben anderer Schubkarch-Gruppen – ist im Sande verlaufen.

Ein Kommentator, der leider nicht zur Namensnennung bereit ist, führte das auf eine Überschätzung von Web 2.0 zurück. Tatsächlich kommt das, was ich mir als Weinfest 2.0 erträumt habe, nicht zu Stande. Überschätzt habe ich dabei tatsächlich etwas – aber nicht die Mechanismen des Web 2.0. Communities, Blogs und andere soziale Medien sind keine Zauberei. Sie machen Vorhandenes sichtbar und erleichtern Wissensaustausch, Ideenentwicklung und Zusammenarbeit – wenn dies jeweils gewollt ist. Tun muss man es  immer noch selbst.

Was ich überschätzt habe ist die Bereitschaft der Wachenheimer, beim Weinfest selbst zum „Produser“ zu werden – also nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv beizutragen.  Ich war erstaunt, wie viel Unmut,  Pessimismus, Frust und Gleichgültigkeit Achim und mir bei unseren Gesprächen entgegen schlug. So konnten wir nur schwer oder gar nicht Mitstreiter für Weinstände, Vorlesestunden oder Schachturniere (da nehme ich Herrn Hüttner ausdrücklich aus – der wollte mitmachen, musste aber natürlich die Eltern seiner Schachkinder fragen)  finden.

Zusammenfassend scheint es mir folgende Einstellungen zum Wachenheimer Burg- und Weinfest zu geben:

  • Die besonders großen und renommierten Weingüter ignorieren es – weil sie es nicht brauchen und ihnen die weitere Entwicklung des Weinfestes nicht wichtig genug ist.
  • Die überregional weniger bekannten Weingütern nutzen das Weinfest als wichtigen Teil ihres Jahresgeschäfts. Dafür beteiligen sie sich mit eigenen Ständen – sind aber nicht zu Kompromissen bereit.
  • Einzelne engagierte Familien (Geibel, Tempel) tragen mit persönlichem Aufwand attraktive Highlights bei.
  • Die Pfadfinder engagieren sich nach dem Motto „Jedes Jahr eine tagelange gute Tat“ – Chapeau!
  • Alle anderen Vereine sehen keinen Grund, sich zu engagieren – anders als z. B. beim Kräutermarkt, der aber auch nur an einem Tag ist und daher weniger Aufwand erfordert.
  • Die übrigen Wachenheimer Bürger engagieren sich nicht, konsumieren – und äußern sich nachher wahrscheinlich wieder enttäuscht über die nachlassend Qualität des Weinfestes.

Ich werde einfach jedem, der sich dieses Jahr über das Weinfest beschwert, mit einer Einladung zur Community drohen. Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr einen Anlauf zum Weinfest 2.0 unternehmen. Noch mal ganz klar: das Wesentliche dafür ist nicht, dass wir eine neuartige technische Plattform nutzen. Sondern dass alle Mitstreiter hinter einem gemeinsam und transparent erarbeiteten Konzept stehen, das dann konsequent umgesetzt wird. Dazu würde z. B. gehören, dass die Bands gemeinsam ausgesucht werden – auch wenn nicht alle dafür zahlen (da die Stadt die Bühne stellt, zahlen wir ja zumindest die Infrastruktur mit).

Jetzt bin ich zuerst mal gespannt auf dieses Jahr – vielleicht wird es ja wenigstens ein Weinfest 1.1!

In diesen Tagen feiert man das Fest des Eis, oder Eies, da geht der Kuddelmuddel schon los. Wie ist der richtige Genitiv des Wortes ‚Ei‘? Dieses kleine Dilemma verdeutlicht geradezu in perfekter Art und Weise, die Schwierigkeiten, die man im Alltag mit dem ‚Ei‘ hat.

Welche Größe kauft man? Im Supermarkt gibt es mittlerweile mehr Eiersorten als Käse. L, XL, XXL oder doch den Kleineiwagen aus der Bioecke? Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung, Politische Haltung?

Welche Farbe nimmt man? Hier ist die Auswahl deutlich eingeschränkter. Weiße Schale, oder doch die Braune, gibt es Unterschiede in der Konsistenz? Wobei wie sieht es mit den bunten Eiern aus, früher hiessen die mal Ostereier? Im Zuge der Globalisierung, irgendwo ist wohl immer Ostern, oder soll sein, gibt es diese mittlerweile von kurz nach Weihnachten bis kurz vor Weihnachten. Jetzt sagt man, ‚Bunte Eier‘ und so bekommt man als Eier-Fan, auch der Bindestrich ist ein Problem, nutzt man einen oder keinen, Eierfan, wie sieht das denn aus, noch die Wahl zwischen Rohei und gekochtem. Da soll einer durchblicken. Bald kann man bestimmt fertige Spiegeleier kaufen. Das Rührei, ohne Bindestrich, gibt es in roher Form schon aus der Tube.

Auch im modernen Sprachgebrauch hat das Ei mannigfaltigen Einzug gehalten.

Das Ei des Colombus, synonymisierte Formulierung für eine einfache Idee.

Da kann man ein Ei drüberschlagen. Formulierung für Entscheidungsreife.

Das geht mir auf die Eier. Hey, ich bin total genervt.

Wie ein rohes Ei behandeln. Ein sensibler Gegenstand, oder eine Person, muss sehr vorsichtig behandelt werden, da sehr fragil. Wobei man hier einwenden muss, das Ei, speziell das Rohe, ist stabiler als sein Ruf. Nehmen Sie mal ein rohes Ei mit Zeigefinger und Daumen, halten es an den Polen(Mehrzahl von Pol, nicht Pole!! Anmerkung der Redaktion) und versuchen es zu zerdrücken. Das schaffen Sie nicht. Hier kommen mir übrigens Assoziationen zu Wachenheimer Politikern in den Sinn…

Man kann nur ein Omelette bereiten, wenn man genügend Eier dazu hat. Man braucht Mittel um eine Idee durchzusetzen, oder einen Auftrag abzuwickeln.

Oder kennen Sie den Film ‚Angel Heart‘? Mit Robert de Niro und Mikey Rourke. Eine der besten Ei-Szenen im Kino überhaupt. De Niro als Teufel, der ein Ei schält und anschliessend verzehrt. Kurz bevor er hineinbeißt, sagt er zu Rourke:‘ Manche Religionen behaupten, das Ei sei ein Symbol der Seele!“ und beisst hinein. Dass Rourke später in die Hölle fährt, ist spätestens in dieser Szene klar.

Und somit kommen wir zu Ostern. Das Fest der Auferstehung. Ostereier.

Das Ei ist in vielen Kulturkreisen nicht nur ein Symbol der Seele, sondern auch des Lebens. Klar, es käme irgendwann ja mal ein süsses Küken heraus, stop, ekelhafter Gedanke. Aber, ergo, Jesus am Kreuz und ein verhindertes Küken symbolisieren die Auferstehung und das Leben, irgendwie paradox, insbesondere beim Küken. Jetzt kommt bei diesem, wohlgemerkt, heidnischen, Osterfest des Lebens das Lamm, am besten gegrillt,  dazu.

Da spring mir doch das Ei aus der Hose!

Die Konfirmation ist eine, im christlichen Sinne, Bestätigung der Taufe und stellt daneben den Übergang des Kindes in ein mündiges Kirchenmitglied dar, das zum Beispiel am Abendmahl teilnehmen darf.

Welche Inhalte bestätigen die Taufe und definieren aber ein mündiges Kirchenmitglied?

Nun im Sinne unserer evangelischen Kirche hier in Wachenheim sind es, ein Irrtum von ein bis zwei ist möglich, 23 dokumentierte Gottesdienstbesuche in der Zeit des Konfirmandenunterrichtes. Dokumentiert wird mit einem Heft, das wohl bei jedem Besuch einen Stempel erhält. Diese Besuche  müssen allerdings nicht alle in Wachenheim erfolgen, Religion ist ja nicht lokal begrenzt, und es gibt kirchliche Veranstaltungen, die etwas mehr zählen. Hochzeiten sollen doppelt zählen. Sollten diese 23 Kirchgänge nicht erfüllt werden, hat der Konfirmand die Möglichkeit trotzdem zur Zweittaufe zugelassen zu werden, indem er einen Test zu seinem klerikalen Kenntnisstand ablegt. Vater Unser, Glaubensbekenntnis, Psalm 23, wieder die 23, werden abgefragt und weitere Quizfragen müssen beantwortet werden. Dann erfolgt die Zulassung, sozusagen ein clerikus clausus.

Definiert das christliches Leben? Was ist mit den Menschen, die das Vater unser nicht kennen, die nicht das Glaubensbekenntnis kennen, die nicht den 23. Psalm aufsagen können?

Mir fällt einer ein, der all das mit 100% Sicherheit nicht konnte. Er war ein armer ungebildeter Tagelöhner, der noch nicht einmal Kirchensteuer bezahlen konnte. Über seine Kindheit schweigt sich die Geschichte weitgehend aus, bekannt ist, dass er Halbwaise war und vom Stiefvater erzogen wurde. Sein Name war Jeschua. Er wurde von einem Jochanan in einem Fluss getauft, einmal und nie wieder. Später hat ein Mann Namens Scha’ul in seinem Namen einige wilde Dinge verbreitet, die dieser Jeschua nie so gesagt hatte, und es entstand eine Weltkirche, die von einem Martin Luther reformiert wurde, der übrigens die Konfirmation ablehnte(Die Taufe und ein christliches Leben reichten ihm). Erst ein Herr Martin Bucer hat diese etabliert.

Jesus war also nur getauft, nicht konfirmiert, konnte kein Vater Unser, zumindest nicht zum Zeitpunkt der Taufe.

Andere Geschichte, die hätte so gewesen sein können.

Nach einer Konfirmationsfeier:

„Ich muss Ihnen gratulieren, meine Dame. Ihr kleiner Hermann war einfach der beste und engagierteste Sonntagsschüler den ich hatte. Er sagte fliessend, ohne zu stottern das Vater Unser, den 23. Psalm, das Glaubensbekenntnis und weitere wichtige Bibeltexte auf. Ich freue mich wirklich, dass Ihr kleiner Hermann ein wertvolles Mitglied unserer Gemeinde sein wird, der mit seinen fundierten christlichen Werten zum Wohle der Gemeinde agieren wird. Auf Wiedersehen Frau Göring!“

Wer war wertvoller, Jeschua später ans Kreuz genagelt, der kein Vater Unser konnte oder Hermann, der nach den Nürnberger Prozessen hingerichtet wurde, bzw. sich selbst richtete, (Fehler vom Autor und Hinweis einer Leserin: Göring hat sich das Leben genommen!!)??

Polarisierend aber nachdenkenswert.

Aber immer schön stempeln lassen, Mädels und Jungs! Man kann ja nie wissen.

Heute kam es in Wachenheim zu einem unglaublichen Vorfall von Exhibitionismus und damit einhergehender Zivilcourage einer ca. 60 Jahre alten Dame mit Hund. Im Wohngebiet auf der Höh, genauer Im Höhnhausen, zeigte sich heute der stadtbekannte und schon mehrfach auffällig gewordene Exhibitionist Peter Kuhl. Mitten auf einem Privatgrundstück entblösste sich Kuhl völlig und zeigte sein erigiertes Gemächt in Form einer mutierten Karotte den vorbei defilierenden Schneewanderern.

Eine unglaublich couragierte ältere Dame, die mit Ihrem Hund, einem Golden Retriever, eben dort spazieren ging, zeigte sodann, was es heisst Zivilcourage zu haben. Sie betrat kurzentschlossen das fremde Grundstück, ging ca. 20 m hinein, ließ Ihren Hund auf Herrn Kuhl los, der völlig erstarrt wirkte. Der Hund sprang an Ihm hoch, dass Kuhl fast der Kopf abfiel, ließ den Hund an Kuhl pinkeln und nun der Höhepunkt, mit einem beherzten Schnapp, biss der Hund Kuhl das Gemächt ab und verschlang es schmatzend. Herr Kuhl war nun in völliger Schockstarre und konnte noch nicht einmal den mitgeführten Besen zur Verteidigung einsetzen. Erst das Eingreifen eines Anwohners veranlasste die Frau den Hund zurückzuziehen, der ja die ganze Zeit angeleint war. Die Frau besaß soviel Courage, sich selbst in die Reichweite Kuhls zu begeben.

Nach Recherche, wer die Frau war, hörte ich Sie sei sehr stark in der örtlichen katholischen Kirche engagiert. Seit dem bin ich total beruhigt, so unserer Kinder wegen und deren Missbrauch. Denn so wie diese Frau aufgetreten ist, liesse sie bestimmt Ihren Hund auch auf den Pfarrer los, wenn der, na Sie wissen schon, was ich meine.

Das nenne ich beispielhafte Zivilcourage. Bravo!!

Gelobt sei Allah, denn Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet!

Mein Name ist Achmed. 27 Jahre alt. Ich bin Moslem und bin in Deutschland geboren. Aber eigentlich bin ich gar kein Deutscher. Ich bin Türke.  Das habe ich gemerkt, als ich vor zwei Jahren das erstemal in meinem Vaterland war. Ich komme aus Erzurum, einer Stadt in Ostanatolien. In Deutschland bin ich nur geboren.

Als ich klein war, wohnten wir in Ludwigshafen. Mein Vater hat Schicht gearbeitet in der BASF. Im Farbenbau. Knochenjob. Wir wohnten dann in einer Werkswohnung der BASF, dort wo auch die anderen Türken wohnten. Das war fast wie so Klein-Erzurum. Wir haben alle nur unsere Vatersprache gesprochen. Mein Vater sagte mir immer, dass wir bald in unsere Heimat zurückgehen. Wir sind gekommen, hat mein Vater immer gesagt, weil man uns gebraucht hat. Und man viel Geld verdienen kann. Es gab so viel Arbeit in Deutschland. Die Deutschen haben mich immer nur belächelt und haben Witze über mich gemacht. Türkische Taschenmarke? ALDI. Heute gehen alle zu ALDI. ALDI ist Kult geworden. ALDI ist durch uns mit groß geworden, sagt man. Aber heute brauchen wir kein ALDI mehr. Wir haben heute unsere türkischen Lebensmittelgeschäfte, wir müssen nicht mehr bei den Ungläubigen einkaufen. Mein Vater hat auch so ein Geschäft.

In der Schule war es ganz schön schwer. Ich habe die Sprache nicht richtig gesprochen und kam nicht mit. Die anderen aus Klein-Erzurum kamen auch nicht mit. Unsere Klasse hatte 30 Schüler, davon 20 Türken. Das war echt cool, da wir voll die Mehrheit hatten. Der Schulhof war fest in unserer Hand. Gestört haben eigentlich nur die Deutschen, da diese die Werte, die Allah den Menschen gegeben hat, nicht kannten und immer noch nicht kennen. Das war auch der Grund warum mir mein Vater verbot, mit diesen Ungläubigen Umgang zu haben.

Es war aber richtig voll cool, die blonden Frauen, die wie Huren rumlaufen, anzumachen. Oder den Jungs eins in die Fresse zu geben. Das war so meine Art, denen zu zeigen, wer an den wahren Gott glaubt und wie minderwertig deren Glauben ist. Wenn meine Schwester nur mit einem redete, gab es Ärger. Haram, Sünde, sagte dann mein Vater immer. Das hat sich dann dadurch gelöst, dass sie als Sie eine Frau war, so wie der Koran sagt, eine Burka, Schleier und Kopftuch getragen hat.

Nach der Schule war es voll schwer einen Job zu finden, wegen des Zeugnisses und so. Aber ich war ja nicht dumm, deshalb habe ich so meine eigenen Geschäfte gemacht, alles nur mit meinen Moslembrüdern. Die Ungläubigen verstehen doch gar nichts davon. Dummerweise war etwas wohl nicht ganz richtig, deshalb bin ich den Knast gegangen. War krass. Aber dort habe ich mich verändert. Als ich rauskam, kein Geld nix, hat mich ein Geistlicher angesprochen, nein kein Pfarrer, ein Imam, so einer mit dem grünen Turban, der voll Ahnung von Allah und Mohammed hat. Der hat mir gesagt, wie mein Vater, dass wir unsere Religion schützen müssen, dass es schlecht ist sich anzupassen, da wir ansonsten unsere Heimat, unsere Familie und unseren Gott und unsere Werte verraten. Das ist nicht gut.

Deswegen arbeite ich jetzt bei meinen Baba im Lebensmittelhandel, in dem wir Halal-Lebensmittel verkaufen und nebenbei, wollte ich noch eine Dönerbude aufmachen, in Wachenheim. Aber da haben sich auch alle quergestellt, die Wachenheimer. Ich versteh gar nicht warum. Das wär echt ein guter Platz gewesen, mitten im Ort, gegenüber von der Kirche, da hätten wir mal so richtig einen auf Moslem gemacht. Jetzt ist ein Steuerberater drin, vor einer Kirche, da siehst du wie die drauf sind, deswegen hat doch der Prophet Jesus die Leute aus dem Tempel getrieben, steht sogar im Koran, glaub ich.

Das sind die Gründe weshalb ich alles tun werde, um unsere Heimat, unsere Familie, unseren Gott und unsere Werte zu schützen. Die haben keinen Respekt vor unseren Werten. Auch hier in Deutschland, in diesem wertelosen Land.

Denn Allah ist der einzige wahre und große Gott und Mohammed ist sein Prophet.

لا اله الا الله محمد رسول الله