Letztes Jahr haben zwölf Wachenheimer am Lambrechter Gäsbock-Marathon teilgenommen. Dieses Jahr waren es deutlich weniger. Nicht, weil das Interesse an dieser wirklich tollen Veranstaltung kleiner gewesen wäre, nein, die 500 Startplätze waren schlicht und einfach schon Anfang Januar vergeben und wer zu spät kam…

In diesem Jahr startet die Anmeldung, wenn die Mail, die ich heute bekommen habe, korrekt ist, wohl schon am kommenden Sonntag, den 7. Oktober. Also, wer am 11. Mai 2013 mit mindestens 499 anderen durch den Pfälzer Wald radeln will, sollte sich flott anmelden.

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Das Trikot „Team Wachenheim“, gesponsert von Wachenheimern Geschäften ist inzwischen angekommen. Alle Besteller können es abholen (und bezahlen, 34,52 €) bei Bella Bici. Einfach die bestellte Größe angeben.

Wäre auch schön, wenn wir mit möglichst vielen Trikotbestellern mal ein Gruppenfoto machen könnten.

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Ja, wir hatten sowohl spektakulärere als auch spekulativere Überschriften. Aber es geht ja auch um nichts anderes als ein Fahrradtrikot. Ganz ohne parteipolitischen Grabenkampf, ohne städtebauliche Auswirkungen – einfach nur ein Radtrikot.
Die Idee dazu entstand schon im Mai 2011. Damals fuhren 12 Wachenheimer beim Lambrechter Gäsbock, dem kultigen Mountainbike Marathon, mit. Damit stellten wir  mit den Lauterer und den Lambrechter Bikern das größte Kontingent. Allerdings musste man in die Teilnehmerliste blicken, um das wahrzunehmen. Vielen anderen Radlern konnte man am Trikot ablesen, wo sie herkommen. Und zwar nicht nur bei Vereinsfahrern. Und so kam an der letzten Verpflegungsstelle bei Kölsch und Käse die Idee auf, ein Wachenheimer Trikot zu fabrizieren.

Das hat zugegebenermaßen etwas gedauert. So ein Trikot ist eine nette Sache, aber es schafft es einfach bei niemandem, sich in der Prioritätenliste einen der vorderen Plätze zu erkämpfen. Egal. Nachdem die Stadtwerke großzügig als Hauptsponsor im Boot waren, die radsportafinen Jürgen Zimmermann und Klaus Hambel mit einstiegen, die Sektkellerei ebenfalls und das Bella Bici neben einem Batzen Sponsorengeld auch das Handling mit dem italienischen Hersteller übernimmt, hat sich ein Design herauskristallisiert, mit dem ich dann tatsächlich gestern 30 Trikots bestellen konnte. Der Link führt zu einem Bild vom Trikot für Wachenheimer Radsportler und Radsportlerinnen: _WACHENHEIM_MMC_ARTWORK

26 der 30 Trikots sind schon vergeben. Das gute Stück ist ein tailliert geschnittenes Trikot. Sehr gute Qualität, durchgehender Reißverschluss, drei Taschen am Rücken. Dank der Sponsoren bekommen wir das Teil für 36,20 Euro (ist der Stand der Dinge). Ab 30 Trikots waren die Graphik-Kosten inklusive, daher sind vier Trikots noch zu haben. Zwei davon in L, zwei davon in XL. Alle Interessierten: Ihr habt jetzt wohl etwa sechs Wochen Zeit, es euch zu überlegen – solange dauert die Produktion wohl mindestens. Natürlich können sich schnell entschlossene hier per Kommentar melden oder direkt bei mir.

Sobald die Trikots fertig sind, schreibe ich ein Rundmail, und dann kann jede und jeder sein Trikot beim Bella Bici abholen und auch dort bezahlen. Also, wer immer schon dachte, Radfahren sei eigentlich ein schöner Sport (ist es wirklich), aber ohne Doping sei das ja alles für die Katz (ist es auch, jedenfalls, wenn man Profi ist oder werden möchte), dann ist dieses Trikot doch wohl der letzte Anstoß, der noch fehlte. Ach so, und ein Rad noch, aber das kriegen wir nicht so leicht gesponsort…

Es fällt mir schwer nach Franks letztem Beitrag wieder etwas triviales in die Welt zu bloggen. Aber letztlich, glaube ich, hat auch ein Sammelsurium von banalen und alltäglichen Begebenheiten einen klitzekleinen Anteil zur Rückkehr zu einer neuen Normalität bei Frank, Max, Luz und Felipe beigetragen.

In diesem Sinne fasse ich kurz meine Eindrücke vom Gäsbock-Mountainbike-Marathon am vergangenen Samstag zusammen: anstrengend.

Gut, das war jetzt vielleicht doch etwas knapp. Tatsächlich ist aber anstrengend die treffendste Beschreibung. Dabei habe ich mich diesmal auf die Kurzstrecke (54 km) beschränkt. Doch anders als im vergangenen Jahr bin ich so gut wie unvorbereitet in die Veranstaltung gegangen, wenn man das Auswechseln der Batterien an Brustgurt und Tacho mal ausnimmt. Ein wohltuender Unterschied zum letzten Jahr war die Bodenbeschaffenheit im Pfälzer Wald. Wo 2010 die Reifen an einigen Stellen bis an die Felgen versanken, staubte es heuer nur. Nur kurz vor dem Ziel hatten die Lambrechter Organisatoren dann die wohl einzige nasse Stelle im Wald gefunden, so dass doch noch ein paar Schlammspritzer an Rad und Radler kamen.

Sensationell waren wieder die Verpflegungsstationen. Besonders die letzte vor dem Ziel wird den meisten Teilnehmern gefallen haben. Nach dem letzten für mich extrem anstrengenen Anstieg fuhr man unvermittelt auf den

Stängsche statt Schoppe - ausnahmsweise

Nachbau eines der Kölner Stadttore zu, bewacht von einer rotweißgestreiften Frau mit Tröte. Hinter dem Tor dann mehr rotweiße Menschen mit dem Kölner Stadtwappen ins Gesicht geschminkt, ein Köpes (Kellner) mit einem Kölsch-Rondell, eine Zapfanlage, Schnittchen mit Käse und Plöns (Blutwurst) und rheinische Stimmungsmusik. Ich glaube selten haben Pfälzer so uneingeschränkt positiv auf Narren mit Kölsch reagiert. Als gebürtiger Rheinländer, dem allerdings nur selten – und dann ungerechtfertigt – nachgesagt wird, eine Frohnatur zu sein, kann ich sagen, dass es mir zum ersten Mal nicht unangenehm war, die kölsche Subtrivial-Lyrik der Höhner und Konsorten zu verstehen. Was Sauerstoffschuld und ein hastig getrunkenes Kölsch nicht alles bewirken können.

Die letzte Verpflegungsstation war nicht die einzige, an der sich die Wachenheimer trafen. Auch bei der liebevoll gestalteten „Rennstrecke“ des deutsch-japanischen Freundeskreis (mit Motorradgeräuschen aus im Wald versteckten Boxen, die Streckenposten steckten in roten Overalls und eine graue Folie auf den letzten 100 m Waldweg sorgte für die Asphaltoptik wie in Susuka) hielten die Wachenheimer ein Schwätzchen. In diesem Jahr noch ohne Wachenheimer Trikot. Doch das könnte schon im nächsten Jahr anders sein. Und anders wird auch meine Vorbereitung verlaufen. Zu glauben, die paar Hügel gehen fast ohne Training, wenn man mal den Galibier geschafft hat, reicht einfach nicht.

Am Samstag, dem 07. Mai, treten in Lambrecht 555+x Menschen beim Gäsbock-Mountainbike-Marathon in die Pedale. +x, weil das Forstamt wohl zugestimmt hat, über die maximale Teilnehmerzahl hinaus Leute starten zu lassen, die Geld für ein japanisches Kinderheim spenden (eine Aktion in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Rhein-Neckar). Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal mitgemacht und war begeistert. Leider war es als letzter Gäsbock angekündigt – doch gücklicherweise haben die Organisatoren sich erweichen lassen. Und so habe ich auch in diesem Jahr die Chance, mich einmal bei einer längeren Runde im Pfälzer Wald nicht zu verfahren.

Gerade eben habe  die Teilnehmerliste studiert und beim flüchtigen Drüberlesen fiel mir immer wieder das Wort Wachenheim auf. Tatsächlich gehen in diesem Jahr 12 Wachenheimer an den Start. Der komfortablen Suche sei Dank habe ich mal ein paar andere Ortschaften abgeklopft. Aus Kaiserslautern kommen beispielsweise auch nur 12 Radler, aus Dürkheim nur 8 Biker. Die meisten kommen aus Ludwigshafen, nämlich 17, 13 reisen aus Neustadt an. Und 12 können ihr Rad an die Startlinie schieben, da sie aus Lambrecht kommen. Gemessen an der Einwohnerzahl stellt Wachenheim also ein beachtliches Kontingent.

Nun neigen Mountainbiker ja nicht unbedingt zu gruppendynamischen Umtrieben, aber vielleicht könnten die Wachenheimer Teilnehmer im nächsten Jahr auf irgendeine Art und Weise Flagge zeigen. Vielleicht mit einem Trikot? Wer weiß, vielleicht könnten die Stadtwerke mit einer Werbung die Kosten für so ein Stück dämpfen? Muss ja nicht gleich noch ein Verein draus werden, aber bei der Menge an Wachenheimer Radsportlern könnte man da sicher ein paar Trikots produziern lassen.

Und, um noch utopischer zu werden (nein, die Erfahrung mit dem Weinfest hat den postjugendlichen Elan noch nicht gedämpft): ist es nicht denkbar, irgendwann einmal in Wachenheim eine Mountainbike-Veranstaltung zu organisieren? Beim Gäsbock gibt es keine Zeitmessung, die rasierte Wadenfraktion darf vorneweg starten, damit der Rest sie nicht aufhält, und hinterher essen un trinken alle zusammen. Wege im Wald haben wir, Radler, die sie kennen (hier nehme ich mich teilweise aus) haben wir, den Plan, Mountainbiken stärker als touristisches Kapital zu nutzen, gibt es schon im Stadtrat – warum nicht darüber nachdenken? Bestimmt würden die Gäsbock-Biker auch beraten. Und ich würde mich dann scon an zwei Tagen im Jahr nicht verfahren, wenn ich mal nicht stur zum Lambertskreuz hochfahre.

Gestern und heute lag in den Wachenheimer Briefkästen das Werbe-Flugblatt der Wachenheimer CDU, der Bürgermeister-Partei. Im ersten Überfliegen macht das Flugblatt einen freundlichen und versöhnlichen Eindruck , die CDU gibt sich Mühe, sich von den agressiveren Werbezeitschriften anderer örtlichen Parteien abzuheben. Bei näherer Betrachtung sind doch einige Punkte auffällig, die, angesprochen und diskutiert sein sollten.

Laut des Flugblatts scheint Wachenheim eine Stadt, in der es möglich ist, den Strom, den man verbraucht, ab 2011 zu 100% aus Wasser-generiertem Strom zu gewinnen. Ist es aber nicht so, dass lediglich ein Anteil des Gesamtstrombedarfs aus Hydrostrom abgedeckt wird und der Rest vom Stuttgarter Versorger kommt? Sollte dem so sein, ist die Formulierung, die hier gewählt wurde etwas unglücklich, bzw. suggestiv.

Auch die CDU zielt, ähnlich wie unsere Freunde der FWG darauf ab, dass Wachenheim eine familienfreundliche Stadt sei, was sie in der Tat ja auch ist. Ist es nicht aber so, dass ein Großteil der Grundlagen dafür, vom politischen Vorgänger gelegt wurden? In diesem Fall doch bitte Ehre, wem Ehre gebührt. Insbesondere beim Hort ist es der Fall, dass dieser von Herrn Nagel unter Einsatz aller fairer und unfairer Mittel durchgepeitscht wurde. Stilistisch fragwürdig, aber erfolgreich. Jetzt geht die CDU hin und verleibt sich alleinig die Lorbeeren für die Kinderfreundlichkeit ein.

Seit Jahren steht im Haushalt ein Posten für einen Skaterpark. Aber es passiert so gut wie nichts in dieser Richtung. Jetzt liest man von einer Anbindung an den Moutainbikepark Pfälzer Wald, mit Kosten von €16.000, -. Jährlich wohlgemerkt. Sollte hier nicht die Kinderfreundlichkeit den eigenen Kindern gegenüber Vorrang haben? Jedoch,  bin ich mir sicher, wird ein Teil der Strecke direkt an der Burg angebunden sein. Die neuen Toilettenanlagen  und Lagerräume, die großzügig von den Wachenheimern mit 336TSD Euro unterstützt werden, müssen ja ausgelastet werden, damit die Kosten pro Gast-Kopf nicht ganz so hoch sind. Ein Container zu kaufen kostet ca. €1000, – und der hält Jahre, eine schöne Holzverkleidung für den Container kostet vielleicht €2000, -. Wieviel führt der Betreiber der Burgschänke, der der große Nutzniesser dieser Einrichtung sein wird, von seinem Gewinn eigentlich an die Stadt ab, neben den normalen Abgaben, die jeder Gewerbetreibende hat? Diese Unterstützung durch die Bürger muss ihm doch etwas wert sein!?

Und der Ideenwettbewerb fürs Pfortenstück ist wirklich eine gute Sache!

Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit die am Wettbewerb teilnehmenden Studenten in Ihrer Gestaltung frei sind, oder ob Ihnen enge Vorgaben für die Art der Bebauung gemacht werden. Das gibt eine spannende Geschichte. Insbesondere auch für die Nutzung der anderen Bauwerke und Plätze im Ort, die sich zur Zeit noch im Dornröschenschlaf befinden.(Wie wäre es denn mit einem Zunftkaufhaus im Kolbschen Hof mit integriertem Hotel?)

Ich bin gespannt und neugierig was die CDU von Ihren hehren Absichten realisieren kann und wird.

„Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen“, da war doch mal was?!

 

Beim Blick auf die Starterliste fiel mir auf, dass heute einige Wachenheimer beim Mountainbike-Marathon in Lambrecht mitfahren, inklusive dieses Wachtenbloggers. Wenigstens regnet es nicht! Ich hoffe, dass ich die Espressobar kurz vor dem Ziel erreiche…

Wie heute in der Rheinpfalz berichtet hat die Wachenheimer Tourist-Information einen Preis beim Wettbewerb „Weiterentwickung von Tourist-Informationen und Verkehrsämtern in Rheinland-Pfalz“ gewonnen. Dazu herzlichen Glückwunsch an Anne Euler und ihre MitarbeiterInnen.

Ich möchte bei der Gelegenheit noch mal betonen, dass bei mancher Kritik am Rathausplatz das neue Konzept zum Weinfest überwiegend positiv wahrgenommen wird.

Im Interview anlässlich des Preises erwähnt Frau Euler Radwandern als einen der Schwerpunkte im regionalen Tourismus. Vielleicht könnte man Wachenheim auch mit den Mountainbike-Gebieten im Pfälzer Wald vernetzen. Schon in Lambrecht gibt es den nächsten MTB-Verein und das Wegenetz am Johanniskreuz ist von da aus nicht weit. Ähnlich wie die Nordic-Walking-Routen könnte man vielleicht vom Schwimmbadparkplatz ein paar Touren ausschildern. Da bräuchte man sicher auch Kooperationspartner wie Engelhorn fürs Walken.

Ein paar ausgeschilderte Routen fände ich auch aus egoistischen Motiven schön. Bei meinen ersten Erkundungen im Wald habe ich mich nämlich regelmäßig verfahren. Wenn man erst mal 15 km gefahren ist und sich alle Nas‘ lang mehrere Wege kreuzen, kann man schon mal leicht die Orientierung verlieren. Ein paar Standardrouten habe ich inzwischen. Die könnten ja auch Touristen auf dem Mountainbike gefallen. Klar, durch den Preis gibt es nicht plötzlich neue Mitarbeiter in der Tourist-Info. Aber vielleicht können Wachenheims Mountainbiker ja mithelfen. Ich wäre dabei.