In Wachenheim gibt es einige Grundstücke, die das Potential haben bei kreativer Nutzung Wachenheim zu einer Perle der Weinstrasse zu machen. Beispiele hierfür sind das Bürklinsche Grundstück an der Ringstrasse, das Oberstnest an der Schule, die grossen unbebauten Grundstücke in der Bahnhofstrasse, klar das beabsichtigte Neubaugebiet am Neustück, das Gelände des Supermarktes(bestehend), das Bahnhofsgelände, eventuell je nach Bürklinscher Umorganisation der Kolb’sche Hof, etc. etc.

Wobei Perle der Weinstrasse sich in meiner Sichtweise auf die Innenstadt und deren Gestaltung bezieht. Eine Perle in der man von einem schönen Ort zum anderen flanieren kann, ein Kaffe in der Sonne trinken, kleine Einkäufe erledigen, Weine probieren, Häppchen essen etc..

Die Generation der vielen Kinder wird älter, die Kinder werden groß und verstreuen sich in alle Winde. So ist es doch wünschenswert, dass sich Wachenheim zwar seine Kinderfreundlichkeit bewahrt und optimiert(Spielleitplanung!), aber auch dem geänderten Freizeitverhalten und der sich verschiebenden demographischen Entwicklung Rechnung trägt. Das es von einem reinen Wohnstädtchen zu einem Erlebnisstädtchen wird.

Nicht weit von hier im Elsaß kann man diese Städtchen in Reinkultur erleben. Man geht durch kleine Parks, man kommt zu den ‚Halles‘ den kleinen Markthallen, in denen man regionale Spezialitäten geniessen und kaufen kann. Auf dem Marktplatz trifft man sich, redet spielt Petanque, mehrere kleine Restaurants und Bistros haben Tische draussen stehen etc. etc. etc.

Es sind doch Anfänge gemacht. Iris Diehl hat bei ihrem Blumenladen eines der charmantesten Cafés, die ich kenne, Metzger Hambel hat sein Restaurant, Gerümpelstube, Kapellchen und Schellack sind Orte der vitalen Begegnung usw..Von der Burg ganz zu schweigen!

Man sagt uns Pfälzern doch nach, daß wir mit die geselligsten Deutschen seien. Und wir Herzpfälzer schaffen es nicht gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die unser Wachenheim für uns und andere attraktiver macht?

Ich habe das Gefühl, daß es an der Zeit ist, die kreativen Kräfte zu bündeln und zu befreien. Zu befreien von den alten Verkrustungen, von den Spinnweben der Vergangeheit.

Zwischen einem liebenswerten(!) Bahnhof , der einen freundlich empfängt, und der Burg, zwischen dem Kreisel und den Bürklinschen und Wolfschen Anwesen muss es doch möglich sein konstruktiv für Wachenheim zu wirken und Visitenkarten für uns zu schaffen. Das Seltsame ist, dass jeder engagierte Mensch, den ich hier in Wachenheim kenne, signalisiert dazu bereit zu sein. Viele haben die Meinung Wachenheim sei ein Wohnstädtchen und das sei veränderungswürdig.

Von der juristisch/politischen Seite her wissen alle Politiker und Bürger, wo der Hund begraben liegt, bzw. dass wir vor einem Gordischen Knoten stehen.

Ziehen wir das Schwert und durchschlagen ihn und bahnen unseren kreativen Kräften den Weg. Wir Wachenheimer werden sehr oft mit dem gallischen Dorf verglichen, dessen Bewohner sich prinzipiell in den Haaren liegen. Das ist aber nur die eine Wahrheit des gallischen Dorfes.

Der andere Teil der Wahrheit ist, dass das Dorf all seinen Feinden und Belagerern unbesiegbar trotzt. Und zum Schluss einer jeden Geschichte, gemeinsam auf dem Dorfplatz feiert…

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476 n.Chr. wird als Datum des Untergangs des Römischen Reiches bezeichnet. Ist so aber nicht ganz richtig. Da lediglich das Weströmische Reich in den Nachfolge-Gebilden aufging. Ostrom oder das Byzantinische Reich existierte noch bis 1453 n.Chr.

Seit 1341 n.Chr. hat Wachenheim Stadtrechte. Erste Besiedlungsspuren finden sich seit ca. 500 v.Chr.

Wachenheim existiert also länger als das Römische Reich, OST UND WEST zusammen.

Einer der Kernbestandteile des Stadtrechts ist das Marktrecht, also das Recht einen Markt abzuhalten.

Penis, oder auch membris virile, ist das männliche Geschlechtsteil.

Der Penis eines Blauwals kann eine Länge von mehr als zwei Metern erreichen und ist der längste Penis in der Natur. Kein Wachenheimer Politiker hat einen längeren Penis. Manche tun aber so.

Dinosaurier sind ausgestorben, und waren Reptilien, hatten keinen Penis sondern einen Hemipenis, also Halbpenis,eine Einstülpung in der Kloakenwand, wieso denke ich hier an BURG?, auf beiden Seiten der Schwanzwurzel, die zur Kopulation ausgestülpt wird. Kein Wachenheimer Politiker hat einen kürzeren Hemipenis. Manche tun aber so.

In Trias, Jura und Kreide gab es keine Supermärkte, aber trotz eines halben Penis existierten die Dinosaurier ca. 200.000.000 Jahre. Länger als Rom und Wachenheim zusammen.

Die zeitlich längste existierende Monarchie der Welt, mit über 1000 Jahren, hmmm das gibt Assoziationen, ist Japan. In Japan gibt es keinen REWE.

Schlecker, hmm mit den Penis-Infos gibt das wieder Assoziationen, ist insolvent. Wachenheim existiert noch immer.

Friedelsheim wurde 770 n.Chr. urkundlich erwähnt, Gönnheim 771 n.Chr. Interessanter Weise heißt die Partnergemeinde von Gönnheim ‚MARKTL‚!!!!!

Marktl ist eine Verkleinerungsform von Markt. Ähnlich wie Penisl, oder Hemipenis.

Das ist ja wohl alles der Hit. Da geh ich jetzt hin. Einkaufen.

Das Thema Supermarkt-Standort scheint wie kein zweites dazu geeignet, gesunden Menschenverstand und einige Stadträte voneinander zu trennen. REWE will seit Jahren im Bischofsgarten bauen, hat noch zu Zeiten von VG Bürgermeister Huter und Stadtbürgermeister Nagel einen Bauantrag gestellt. Mir liegt der Plan und eine Skizze vom Gebäude vor: wäre ein moderner REWE-Markt etwa wie der am Osteingang von Maxdorf. Sieht allemal besser aus als die Hallen der Aussiedlerhöfe um Wachenheim.

Aber wie es aussieht ist ja nicht der entscheidende Punkt (schließlich bekommen wir ohne mehr Übernachtungsmöglichkeiten auch nie wesentlich mehr Touristen in den Ort), sondern was so ein Markt mit seiner Umgebung tut. Die Waren werden ja schließlich nicht in den Laden gebeamt. Neben den LKWs von REWE beliefern zahlreiche Firmen mit eigenen Transporten die Regale. Bei einem Markt in der Größe für Wachenheim sprechen Experten von 800 Kunden-PKW pro Tag, die nötig sind, um den Laden wirtschaftlich zu betreiben. Müll fällt natürlich auch an, der sicher nicht nur einmal die Woche abgefahren wird. Klimatisiert wird das Gebäude ebenfalls.

Muss so ein Markt also mit einem Schulweg zusammengebracht werden? Ich finde, wenn es vermeidbar wäre, nein.

Im Oberstnest stünde der Laden in direkter Nachbarschaft zu Grund- und Integrierter Gesamtschule. Komischerweise kann man Süßwaren produzieren Diabetes und Sozialdemokratische Partei Deutschlands beides mit SPD abkürzen. Was die lokalen Vertreter einer Partei, für die ich schon oft ein Kreuz gemacht habe, reitet, wenn sie diesen Standort vorschlagen, ohne nach dramaturgischer Pause kurz zu lachen und dann etwas wie „Späßle gemacht“ in die Runde werfen, ist mir unverständlich. Aber gut, da gibt es ja auch noch Applaus für die Idee „Pfortenstück“…

Im Neustück würde ein Supermarkt ebenso wie im Bischofsgarten den Liefer- und Entsorgungsverkehr aus dem Ort halten. Nur soll im Neustück Wohnbebauung angesiedelt werden. Das wissen die Grundstückeigentümer – für einen Supermarktbetreiber sind die Bodenpreise also viel zu hoch.

Natürlich ist der Bischofsgarten nicht im Ort. Das Gebot des integrierten Standortes ist allerdings mal für größere Stadte erdacht worden, deren Innenstädte größer als ganz Wachenheim sind. Ich habe jetzt weniger als 400 Meter bis zum REWE zurückzulegen. Bis zum Bischofsgarten wären es dann vielleicht 1200 Meter (werde ich bei Gelegenheit hat mit dem Fahrrad abmessen). Für viele Wachenheimer wäre der Standort näher als der jetzige. Eine U-Bahnanbindung muss wahrscheinlich nicht gebaut werden, auch wenn der ein oder andere im Stadtrat den Eindruck erwecken möchte. Wahrscheinlich gibt es flächenmäßig in Deutschland jede Menge Dörfer, die größer sind, als die Stadt Wachenheim.

Dass ein kostenloser Lieferservice für Senioren (wie beim Gemüse- und Obstladen Allerlei Am Königswingert) die Standortfrage entspannen könnte, wurde schon früher angesprochen. Könnte der Stadtrat mit einem Betreiber darüber sprechen?

Wundern muss ich mich über Herrn Villinger. Hat er sich gar nicht mit Wachenheim und seinen Befindlichkeiten befasst? Mal abgesehen, dass das Pfortenstück behördlich auch durch ist: die letzte Bürgermeisterwahl hat gezeigt, was die Wachenheimer davon halten (kleiner Hinweis auch an Herrn Häfner von der SPD). Jetzt also das Pfortenstück wieder aus der Mottenkiste zu holen und als beste Alternative das beschlossene Neubaugebiet auszuloben – kriegt der Mann für derart wirklichkeitsverneinende Einschätzungen etwa Steuergelder?
Den Standort oberhalb des Kreisels am Nordeingang hat er ausgeschlossen. Hier frage ich mich, ausnahmsweise einmal wieder mit der SPD, warum? Liegt aber wahrscheinlich auch an den Kosten für den Baugrund und das Abtragen von Gelände. Das wäre aber eher eine Frage, die ein Betreiber beantworten müsste, nicht ein Planer ohne Gespür für Akzeptanz von Standorten in der Stadt. So ein Planer hilft Wachenheim nun wirklich nicht weiter. Kann er nicht einfach sagen, wo ein Markt theoretisch genehmigt werden kann und dann wieder heim gehen?

Entgegen eines etwas kryptischen Kommentars auf dem Wachtenblog scheint das Thema Supermarkt Bürgermeister Bechtel doch nicht egal zu sein. Betrachtet man die Alternativen, hat er meiner Meinung nach völlig Recht: Den Markt wird es im Bischofsgarten geben oder gar nicht.

Gegen einen Standort an der Schule ist mit erheblichem und medial leicht verwertbarem Widerstand zu rechnen (à la „die SPD will freien Zugang zu Süßigkeiten für Grundschüler“ oder „Süße Verführung neben Hort und Schule“…).
Nach dem Ausschlußverfahren bleibt eigentlich nur der Bischofsgarten übrig. Vielleicht sollte der Stadtrat eher darüber beraten, wie der Standort am verträglichsten für die Anwohner auf der anderen Seite der Bahnlinie gestaltet werden kann, anstatt neue Gräben auszuheben. Vielleicht könnte mit so einem Supermarkt ja auch noch mal das Thema Skaterbahn verknüpt werden? Das haben wir auch nicht vergessen…

Liebe Wachtenblog-LeserInnen,

heute abend geht es im Stadtrat (unter anderem) um mögliche Standorte für einen Supermarkt, weltfremder gerne Vollsortimenter genannt, in Wachenheim. Aus irgendeinem Grund gibt es an allen Stellen Menschen, die der Auffassung sind, der REWE tut’s nicht mehr. Die beiden Standorte, auf die es sich in Wachenheim wohl zuspitzt, sind im Oberstnest und im Bischofsgarten.

Was ein Supermarkt mit seinem reichhaltigen Angebot an Süßigkeiten nun in unmittelbarer Nachbarschaft zweier Schulen zu suchen hat, können wahrscheinlich nur die Vereinigung der niedergelassenen Zahnärzte, die Gesellschaft ‚Leben mit Diabetes II bei Kindern‘ und die örtliche SPD erklären. Auch der Hang, Kunden- und Zulieferverkehr eines Einkaufmarkts mit einem Schulweg zu verknüpfen, bedarf der Erläuterung.

Lebhafte Diskussionen sind wohl zu erwarten. Vielleicht wird auch wieder das Pfortenstück aus der Mottenkiste gezogen (im Ernst, das hat bei der letzten Diskussion im Stadtrat jemand getan!). Ich möchte daher dazu aufrufen, die Stadtratssitzung zu besuchen. Leider können wir heute abend nicht kommen, da wir an einem Elternabend teilnehmen. Falls also unter unseren Leserinnen und Lesern jemand ist, der heute abend zur Sitzung geht, würden wir uns freuen, wenn sie oder er uns an den Eindrücke des Abends per Kommentar auf diesen Beitrag teilhaben ließe.

Man möge die ebenso sperrige wie der Fastenzeit geschuldet nüchterne Überschrift entschuldigen. Doch genau darum ging es heute im Wesentlichen bei der Sitzung des Verbandsgemeinderats: um geeignete Standorte für einen Supermarkt und um den von der SGD-Süd monierten maroden Hochwasserschutz im Burgtal.

Vor rund fünf Jahren behauptete der damalige Bürgermeister der Stadt Wachenheim, dass der Ort 2008 ganz ohne Supermarkt da stehen werde, wenn nicht Müller-Bau unverzüglich einen EDEKA auf Pfortenstück setzen dürfe. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2011 und kaufen immer noch im REWE zu Wachenheim ein.

Nun ist dieser Laden aber alt und wird wohl nur solange weiterbetrieben, bis ein moderner an einem alternativen Standort eröffnet. Das kann natürlich noch einige Jahre so gehen. Derweil hat die Raumplanungsbehörde sich Gedanken gemacht, welche Standorte die Versorgung der Verbandsgemeinde langfristig sicherstellen könnte. Offiziell geht es dabei wohlgemerkt um die Verbandsgemeinde, also um die Ortsgemeinden Wachenheim, Friedelsheim, Gönnheim und Ellerstadt. Untersuchte Standorte in Ellerstadt: null. Dann gibt es einen potenziellen Standort zwischen Gönnheim und Friedelsheim, aber nur für einen kleinen Markt. Und natürlich vier genauer betrachtete und einige der Vollständligkeit aufgezählte Standorte in Wachenheim. Dass die Vertreter der anderen Gemeinden das so ruhig über sich ergehen lassen, hat mich überrascht.

Dummerweise sind zwei der vier Vorschläge der Königswingert und das Neustück. Am Königswingert, neben dem bestehenden Markt, hat man den Winzern mal den Floh eines Neubaugebiets in den Ohr gesetzt, deshalb lagen bei der letzen Abfrage eines Investors die Preisvorstellungen für die Grundstücke dort weit oberhalb des Machbaren. Zudem sieht man hier einhellig die Gefährdung des Ortsbildes.

Das Neustück am östlichen Ortsausgang wird Neubaugebiet – hätte die Raumplanungsbehörde vielleicht wissen können.

Der Favorit der Behörde ist das Oberstnest. Ja, ganz richtig, ein Supermarkt mit seinem reichhaltigen Angebot an nahrungsähnlichen Dickmachern und Blutzuckerboostern gleich neben der Schule. Wie meinte neulich Judith Holofernes doch so recht: Ich glaube, es hackt. Wer einen Supermarkt neben der Schule ernsthaft in Erwägung zieht, bewegt sich geistig auf dem Niveau einer Amöbe oder hat noch nie ein Schulkind mit zwei Euro zur freien Verfügung unbeaufsichtigt einkaufen geschickt.

Ein Argument gegen einen  Supermarkt im Pfortenstück war ja auch das Aufeinandertreffen von Schulweg und Lieferverkehr. Den Lieferverkehr jetzt direkt an die Schule ranzuplanen, ist natürlich noch viel besser. Bravo, Raumplaner ohne Schulkinder in Wachenheim!

Auch wieder mit im Rennen ist der Bischofsgarten. Den halte ich nach wie vor für den geeigneten Platz, wenn ein neuer Markt unbedingt her müsste. Der Lieferverkehr muss nicht in den Ort. Die Friedelsheimer können die Stelle im Nu erreichen und mit dem Neubaugebiet Neustück ist der Markt dort auch für viele zu Fuß zu erreichen.

Die Fußläufigkeit – ein herrlich populistisches Argument. Immer wieder wird betont, wie wichtig es ist, dass die Senioren zu Fuß einkaufen können. Ein Mensch, der solche Supermärkte für verschiedene Betreiber plant, teilte mir vor zwei Jahren auf Anfrage mit, dass der Anteil der Kundschaft, die zu Fuß kommt, keinesfalls höher als 20% sein darf, damit der Laden wirtschaftlich bleibt. Klar, wer zu Fuß kommt, kauft nicht viel.

Immer noch sind innerörtliche Supermärkt bei Raumplanern in Mode. Dass sie auch zu „Konflikten“ führen, gestand Raumplaner Fillinger, der die Standorte vorstellt, freilich ein. Zulieferverkehr und Entsorgungsverkehr ist jederzeit zwischen 6 und 22 Uhr zulässig, Lärmschutzwände von 2,50 m Höhe meist unumgänglich.
Torsten Bechtel erinnerte daran, dass diese Bevorzugung der innerörtlichen Entwicklung für Orte von der Größe von Frankental oder Ludwigshafen erdacht wurde, um grüne-Wiesen-Ansiedlungen zu erschweren. In der VG Wachenheim, sagte er, sind alle Gemeinden flächenmäßig so klein, dass hier alles leicht zu erreichen ist und oberdrein auch die meisten Senioren mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Tatsächlich habe ich bisher kaum Wasserkästen schulternde Rentner auf Wachenheims Gehwegen getroffen.

Dass vorwärtsgerichtetes Denken und Zugehörigkeit zur SPD sich auch widersprechen können, bewies Hans-Jürgen Häfner. Er verteidigte vehement den Standort Pfortenstück für einen Supermarkt – ganz so, als sei er nicht endgültig und amtlich abgelehnt. Ganz so, als wären nicht vorsichtig geschätzt 70% der Wachenheimer dagegen. Ganz so, als würden nicht im Flur vor dem Ratssaal die prämierten Entwürfe des Ideenwettbewerbs zur Bebauung des Pfortenstück stehen.

Die Studenten, wo wir schon so schön übers Pfortenstück plaudern, haben sich übrigens intensiv mit Wachenheim und seinen Befindlichkeiten auseinandergesetzt. Vom Widerstand gegen den Supermarkt wussten sie, sogar über die Probleme des Weinfests wussten sie Bescheid. Vielleicht hätten sie ihr Wissen auch mit der Raumplanungsbehörde Rhein-Neckar teilen sollen.

Nun, die vorgestellten Standorte gehen zur Beratung an die Ortsgemeinderäte. Und obwohl es um die VG, eigentlich aber um die Stadt Wachenheim ging, fiel des öfteren der Name Deidesheim. Dort entsteht ja zu den außerörtlichen Supermärkten von Wasgau, Penny und Lidl gerade auch ein Aldi außerhalb. Andreas Berger verwies hier aber darauf, dass es in Deidesheim im Ort keinen Platz gegeben hätte und Deidesheim ja auch auf Tourismus setze. Will Wachenheim denn nicht auch Tourismus?

Das zweite Thema, das VG-Bürgermeister Udo Kittelberger beim Frühlingsempfang der Stadt Wachenheim schon angedeutet hatte, ist der Hochwasserschutz. Offenbar sind die baulichen Vorkehrungen dazu im Burgtal nicht mehr in bestem Zustand. Die SGD-Süd kommt zu dem Schluss, dass 3000 Kubikmeter Rückhaltemöglichkeiten fehlen. Zudem ist die Trasse unter dem Campingplatz, durch die der Bach aus dem Burgtal in den Burgtalweiher fließt, ziemlich verstopft. Bei einem starken Regen, der länger anhält (nicht so ein Sommerplatzregen, eher so ein Landregen, der alles so richtig triefnass macht), drohen dann doch beträchtliche Mengen Wasser zuerst einmal auf den Parkplatz beim Badehaisl und dann weiter stadteinwärts zu fließen.

Die VG nimmt die Sache ernst und macht sich ein Bild vom Zustand, um dann weitere Schritte einzuleiten. Überraschenderweise nahmen aber einige Räte die Sache nicht ernst. Da sei ja schließlich Wald, und wann soll es denn so ein 20jähriges Ereignis geben? Als ob wir nicht die vergangenen Tage ausgiebig mit dem Unvorstellbaren konfrontiert worden wären.

 

Im Themengemenge Supermarkt-Stadthallensanierung-Mehrzweckhalle hat sich, wie die RHEINPFALZ heute berichtet, die SPD mit einem Vorschlag gemeldet. Sie schlägt vor, statt dem unter Wachenheimern mehrheitlich ungeliebten Supermarkt im Pfortenstück und dem per Bürgerentscheid deutlich abgelehnten Pfalzauditorium im Oberstnest einen Einkaufsmarkt mit städtischen Räumen eben dort zu errichten.

Ein Supermarkt neben der Schule? Da wäre ja schon einmal ein Aufenthaltsraum für die Sechstklässler geschaffen. Man darf gespant sein,was da Frau Hüttner für die Grundschule und Herr Dumont für die IGS zu sagen haben.

Satire mal schweren Herzens beiseite geschoben, muss die Frage erlaubt sein: Braucht Wachenheim einen zweiten REWE, wie auch immer er dann heißt? Der städtische Haushalt ist pleite und wenn die Bundesregierung nicht zu Vernunft kommt, wird sich das in den kommenden Jahren nicht ändern. Muss sich die Stadt da ohne Not ein teures Projekt ans Bein heften?

Ob die Sanierung der alten Halle uneingeschränkt sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Doch wenn ich richtig informiert bin, sind bislang alle Zuschussanträge der Stadt für einen Hallenneubau abgelehnt worden. Warum soll sich dass ändern, wenn das Land weniger Geld zu verteilen hat?

Gibt es nicht in Wachenheim noch irgendwo Räume, die man für Veranstaltungen und Vereine nutzbar machen kann? Die Kulturscheune etwa könnte räumlich sicher einen Neujahrsempfang (wann gibt es den eigentlich?) unterbringen. Chöre könnten dort auch auftreten. Auch im Sektschloss kriegt man eine schöne Bühne unter. In den vergangenen Jahren gab es jetzt nicht sooo viele Veranstaltungen in der alten Stadthalle.

Und Räume für die Vereine? Weiß jemand eigentlich, wie viele Vereine einen Raum benötigen? Wäre dankbar für einen Kommentar. Für ein paar Millionen Euro, die jede der in keinem Raum stehenden Varianten kosten würde, kann man als Stadt eine ganze Menge Zimmer eine ganz schön lange Zeit anmieten.

Oder man könnte das Postgebäude mal auf seine Tauglichkeit für Vereinsräume überprüfen. Macht der Raumbedarf für Vereine einen Neubau angesichts der Kassenlage wirklich notwendig?

Und den Bedarf der IGS hat Herr Dumont, ihr Leiter, ja inzwischen öffentlich gerade gerückt.

Bin auf die Diskussion im Stadtrat gespannt. Ich hoffe, dass Konzept wird dort erläutert.

Ach ja, im Stadtrat wird es wohl auch in Zukunft Abstimmungen geben. Dass immer noch, wie in den vergangenen Jahren, nach Mehrheiten, statt nach Konsens gesucht wird, hatte  SDP-Vorsitzender Jürgen Rohr bemängelt. Vielleicht habe ich im Sozialkundeunterricht zu oft blau gemacht, aber ging es nicht in der Demokratie um Mehrheitsentscheidungen?