So als hätten wir’s verabredet, waren heute alle vier Wachtenblogger auf dem Marktplatz vor der Kirche versammelt. Und glücklicherweise waren noch viel mehr Leute zusammen gekommen. Schließlich hatte der Förderverein zur Erhaltung der protestantischen Kirche zur Vorweihnachtlichen Begegnung unter dem Wachenheimer Sternenhimmel geladen.

Auch wenn der Anlass ein unangenehmer ist – den sanierungsbedürftigen Dachstuhl der St-Georgs-Kirche konnten alle Besucher selbst in Augenschein nehmen – die Zusammenkunft unter den Herrnhuter Sternen von Stadtbaum und Bürgerbaum war wunderbar. Zahlreiche Wachenheimer gönnten sich Glühwein, Kinderpunsch und Bratwürsten für den guten Zweck (Schorle hätte bei dem milden Wetter bestimmt auch Abnehmer gefunden), genossen eine Auszeit von den Festvorbereitungen, bestiegen den Glockenturm der Kirche, lauschten der Musik von Kerbeck, Riedle und Stein sowie einigen Überraschungsgästen, ließen sich von Weihnachtsgeschichten einer (mir leider unbekannten) Tanzlehrerin verzaubern, standen in wechselnden Grüppchen zum Plausch zusammen – kurz gesagt, nahmen sich Zeit für die wichtigen und schönen Dinge des Lebens, die sonst kurz vor dem Fest oft zu kurz kommen.

Durch die vielen Gespräche fand ich die Veranstaltung besser als jeden Weihnachtsmarkt – das darf gerne zur Tradition werden!

Und damit auch von den Höhnhausener Wachtenbloggern fröhliche Weihnachten, viel Zeit für liebe Leute zwischen den Jahren und einen guten Start in ein glückliches und gesundes Jahr 2013!

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Hoffentlich haben Sie, liebe Wachtenblog-Leser, das neue Jahr gut begonnen und fröhliche Feiertage im Kreis lieber Menschen verbracht.  Wir haben mal wieder einen Teil unserer Verwandtschaft nach Wachenheim gelockt und waren am zweiten Weihnachtsfeiertag zum fünfzehnt um unseren Christbaum versammelt. Und  damit die Geschenke für alle Kinder drunter passten, ist der Baum nicht gerade zierlich ausgefallen.

Da freut mich eine Nachricht, die uns jetzt von den Pfadfindern erreichte:  Wir müssen die weihnachtliche Botanik im Januar nicht selbst zum alten Galgen schaffen, die jungen Leute vom Stamm Ritter von Dalberg sammeln auch dieses Jahr die Christbäume in Wachenheim ein. Unterstützt werden sie dabei übrigens vom Weingut Peter, das den Traktor zur Verfügung stellt.

Da die Idee ja im Wachtenblog entstanden ist, freut es mich besonders, dass die Aktion nach dem Erfolg vom letzten Winter nun wiederholt wird. Diesmal findet die Weihnachtsbaum-Sammlung am Samstag, 7. Januar, statt. Damit Ihr Christbaum abgeholt werden kann, muss er ab 10 Uhr morgens gut sichtbar an der Straße stehen.

Wichtig: Die Pfadfinder bitte um eine Spende für die Abholung – entweder direkt beim Sammeln übergeben, an den Baum binden (nur Mut, wir sind ja hier nicht in der Bronx) oder überweisen.

Letztes Jahr sind rund 300 Euro zusammen gekommen. Diese Spenden haben ein klein wenig dazu beigetragen, dass mehr als 30 Teilnehmer der Wachenheimer Pfadfinder im vergangenen Sommer am weltweiten Jamboree der Pfadfinderbewegung in Schweden teilnehnehmen konnten.

Mal sehen, ob wir das 2011er Spendenaufkommen in diesem Winter noch übertreffen können.

Es ist sehr merkwürdig, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Ich bin  bestürzt und traurig über den Tod von Stefan Pflüger.  Großen Respekt habe ich vor seinem Engagement in der Wachenheimer Liste und vor dem, was er mit dem Schellack für den Ort geschaffen hat. Er wird fehlen, am Marktplatz und für Wachenheim. Meine Gedanken sind bei  seiner Familie. Ihr wünsche ich viel Kraft und den Beistand von Menschen, die sie aufzufangen vermögen.

Dieser Blogbeitrag  ist so merkwürdig zu schreiben, weil es dabei um eine Veranstaltung geht, an der auch Stefan Pflüger teilgenommen hat. Angesichts seines Todes scheint mir das, worum es an dem Abend ging, banal. Weil uns aber banale Dinge manchmal auch über schwere Zeiten retten können, und weil Frank ja schon nach den Ergebnissen gefragt hat, schreibe ich jetzt darüber.

Am Montag, 11. April, ging es im Ratssaal um das Burg- und Weinfest 2011. Wie Frank schon vermutet hat, hielt sich der Andrang interessierter (und zur Beteiligung bereiter!) Bürger in Grenzen. Löbliche Ausnahme waren die Pfadfinder. Sie waren zu dritt gekommen: Phil Wendel, Maximilian Maurer (die beide auch in der Weinfest-Community aktiv sind) und ein mir unbekannter Mitstreiter. Außerdem waren Patrick Räch und Mathias Peter vom gleichnamigen Weingut dabei.

Mit einer Viertelstunde Verspätung durften wir in den Ratssaal – der Tourismusausschuss hatte für den internen Teil länger gebraucht als geplant. Mal sehen, ob ich die Teilnehmer noch zusammen bekomme (ich Dussel hab‘ meine Mitschrift verräumt – Fehler oder Versäumnisse sind keine Absicht, bitte per Kommentar korrigieren): Stadtbürgermeister  Torsten Bechtel (CDU), für die Stadtratsfraktionen Rüdiger Goebel (CDU), Gisela Panzer (SPD), Stefan Pflüger (WL), Nicola Räch (FWG) und eine mir unbekannte Dame (von der FDP?), außerdem als wichtige Weinfest-Player Anne Euler (TouristInfo), Karl-Heinz (?) Manz (Weingut Manz),  Arnold Nagel (Verein für Tourismusförderung) und Annette  Weber (Sektkellerei).

Torsten Bechtel erläuterte den neu Hinzugekommenen, was bereits fürs Weinfest gesetzt ist und wo  noch Diskussionsbedarf besteht. Das Ernüchternde gleich vorweg: Die ganz große Renaissance des Burg- und Weinfestes mit einer mutigen Neukonzeption fällt flach. Statt  radikalem Neuanfang wird es inkrementelle Verbesserungen geben – aber auch einige kleine Rückschritte gegenüber dem, was schon diskutiert wurde.

Das Positive: Auf dem Rathausplatz wird  es lebendiger als in den vergangenen Jahren. Es wird vier Schubkarchstände geben – u. a. vom Weingut Stapf, den jungen Leuten um Patrick Räch, der Familie Pfingstgräf (Kooperation mit den Wachtenburg-Winzern). Ergänzt wird das Angebot durch zwei Essens-Stände (u. a. ein Germanengrill), ein „Confiseriestand“ wird noch gesucht. Auf einer Bühne soll es ein attraktives Musikprogramm geben,  das  die Standbetreiber allein ausgewählt haben. Zusagen gibt es schon von der Dürkheimer Rock- und Beatband „The Brights“ und eine weitere Combo, deren Namen ich als „Softacts“ abgespeichert habe (google kennt die nicht – wer kann helfen?). Weitere renommierte Gruppen sind wohl angefragt, da wusste aber niemand Genaueres.

Ein Wiedersehen gibt es mit der Sektkellerei (die eine hochwertigere Bestuhlung plant), dem Weingut Manz (die wieder einen Essenstand eines Schwetzinger Gastronomen beisteuert – wäre schön, wenn er diesmal optisch mehr hermacht), die Creperie Michel, der Dalberger Hof  (mein persönlicher Favorit) und zumindest an einem Wochenende die Familie Geibel, die 2010 mit kulinarischer Qualität in der Waldstraße überrascht hat. „Hinner der Kerch“ werden die Pfadfinder nicht nur als einziger Verein aktiv sein, sondern auch eine Gesamt-Wachenheimer Weinauswahl bereithalten. Der Hof der Pfarrei wird an beiden Sonntagen offen sein. Auch die „Kinderbelustigungsecke“ auf dem Parkplatz wird von den gewohnten Anbietern beschickt. Neu dabei ist am ersten Wochenende die Winzergenossenschaft – allerdings nur, weil die immer an Pfingsten stattfindende Wein- und Sektgala „zwangs-eingemeindet“ wird.

Leider haben sich auch ein paar Hoffnungen zerschlagen. Das Weingut Zimmermann wird doch nicht dabei sein in diesem Jahr. Den in der Community schon beschriebenen Plan, das Weingut Peter an einem Wochenende zu öffnen, hat Mathias Peter nicht bestätigt. Zwei Nicht-Weinguts-Höfe, deren Teilnahme im Raum stand, bleiben leider zu. Und da auch die Familie Bohl sich vom Betrieb des Bratwurststandes zurückzieht, könnte es mit den nicht-flüssigen Genüssen am Weinfest echt eng werden.  Mal ganz davon abgesehen, dass Vegetarier vielleicht vorab zu Hause essen sollten.

Zum Schluss ging es um das heiße Eisen: den Marktplatz an der St. Georgskirche. Hier hatten wir ja schon eine kontroverse Diskussion in der Community. Ausgangspunkt war ein Vorschlag von Stefan Pflüger, der (anders als die Gesamtplanung des Weinfestes) vielleicht sogar das Wort Konzept verdient: Er wollte den Marktplatz einheitlich mit hochwertigen Holzmöbeln und großen Schirmen bestücken. So sollte ein offener und einladender Eindruck im Sinne des „Toskanischen Marktplatzes“ entstehen. Das konnten sich auch alle Beteiligten gut vorstellen. Ich erinnere mit Schaudern an die weißen, mit verschiedenfarbigen Billig-Tischdecken verhüllten Monoblock-Plastikmöbel vom letzten Jahr.

Der Perdefuß: Laut Stefan Pflügers Konzept sollten die Ausschankstellen vom Marktplatz verschwinden. Meiner Meinung nach wäre das ästhetisch ideal, aber nicht unbedingt praktisch für die Besucher. Darum schien es aber nicht wirklich zu gehen. Bei der sich entspinnenden Diskussion wurde spürbar, wie sehr das Burg- und Weinfest von Einzelinteressen geprägt ist.  Stefan Pflüger wurde unterstellt, lediglich den Umsatz des Schellack während des Weinfestes ankurbeln zu wollen. OK, ich kann Vorteile für das Schellack erkennen. Andererseits hat Stefan Pflüger aber in eigener Initiative Anbieter für die Möbel recherchiert, so dass wohl alles zum Anmieten bereit wäre.

Gleichzeitig wollte Mathias Peter buchstäblich keinen Zentimeter von seiner Position abweichen: Er wollte seinen Weinstand genau da, wo er immer war – mitsamt Zelt. In dem Arreal zwischen Kirche und Kapelle sah er keine Alternative – selbst  wenn vielleicht ein Caterer in die Kapelle kommen sollte. OK, da gab es auch ein praktisches Argument (Anlieferung per Auto unmöglich), aber mir schien es hier vor allem ums Prinzip zu gehen.

Bezeichnend fand ich die Äußerung, das Weingut Peter sehe keinen Bedarf für Veränderungen, weil das Geschäft am Weinfest nicht nur gut, sondern in den vergangenen Jahren immer besser laufe. So erfreulich ich das finde – es sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass es mit dem Weinfest insgesamt bergab gegangen ist. Letztlich steht Einzelinteresse gegen Gemeinwohl.

Im Ringen um einen Kompromiss wurde um Zentimeter gefeilscht. Vielleicht ließe sich Stefan Pflügers Konzept ja doch verwirklichen, wenn ein Stand ganz eng an die Kirche („vor die hässlich‘ Wand“ – evt. ein schöner neuer Location-Name) und einer statt der Creperie Michel auf den Behindertenparkplatz gestellt wird.

Die Entscheidung sollte bei einem Ortstermin fallen, der für Montag dieser Woche geplant war. Von den weiteren Entwicklungen habe ich nichts gehört – u. a. weil ich den größten Teil der vergangenen Woche in Berlin war (dazu bei Gelegenheit mehr – es hat sich gelohnt).

Und was wurde aus den vielen tollen Ideen, die bei der ersten Sitzung oder in unserer Community entstanden sind? Fast nichts. Der Radladen Bella Bici wird an einem der Wochenenden eine Tour mit Ziel Weinfest anbieten, und wir werden mit einigen Waldameisen-Eltern – wenn der Versicherungsschutz geklärt ist – auf der Bühne ein bis zwei Vorlesestunden für kleine Kinder bestreiten. Der ganze Rest – lebendige Burgstraße, Gaukler, Marching Bands, Gaudi-Schachturnier, Twitterwand, Grillstand, Wieder-Aufleben anderer Schubkarch-Gruppen – ist im Sande verlaufen.

Ein Kommentator, der leider nicht zur Namensnennung bereit ist, führte das auf eine Überschätzung von Web 2.0 zurück. Tatsächlich kommt das, was ich mir als Weinfest 2.0 erträumt habe, nicht zu Stande. Überschätzt habe ich dabei tatsächlich etwas – aber nicht die Mechanismen des Web 2.0. Communities, Blogs und andere soziale Medien sind keine Zauberei. Sie machen Vorhandenes sichtbar und erleichtern Wissensaustausch, Ideenentwicklung und Zusammenarbeit – wenn dies jeweils gewollt ist. Tun muss man es  immer noch selbst.

Was ich überschätzt habe ist die Bereitschaft der Wachenheimer, beim Weinfest selbst zum „Produser“ zu werden – also nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv beizutragen.  Ich war erstaunt, wie viel Unmut,  Pessimismus, Frust und Gleichgültigkeit Achim und mir bei unseren Gesprächen entgegen schlug. So konnten wir nur schwer oder gar nicht Mitstreiter für Weinstände, Vorlesestunden oder Schachturniere (da nehme ich Herrn Hüttner ausdrücklich aus – der wollte mitmachen, musste aber natürlich die Eltern seiner Schachkinder fragen)  finden.

Zusammenfassend scheint es mir folgende Einstellungen zum Wachenheimer Burg- und Weinfest zu geben:

  • Die besonders großen und renommierten Weingüter ignorieren es – weil sie es nicht brauchen und ihnen die weitere Entwicklung des Weinfestes nicht wichtig genug ist.
  • Die überregional weniger bekannten Weingütern nutzen das Weinfest als wichtigen Teil ihres Jahresgeschäfts. Dafür beteiligen sie sich mit eigenen Ständen – sind aber nicht zu Kompromissen bereit.
  • Einzelne engagierte Familien (Geibel, Tempel) tragen mit persönlichem Aufwand attraktive Highlights bei.
  • Die Pfadfinder engagieren sich nach dem Motto „Jedes Jahr eine tagelange gute Tat“ – Chapeau!
  • Alle anderen Vereine sehen keinen Grund, sich zu engagieren – anders als z. B. beim Kräutermarkt, der aber auch nur an einem Tag ist und daher weniger Aufwand erfordert.
  • Die übrigen Wachenheimer Bürger engagieren sich nicht, konsumieren – und äußern sich nachher wahrscheinlich wieder enttäuscht über die nachlassend Qualität des Weinfestes.

Ich werde einfach jedem, der sich dieses Jahr über das Weinfest beschwert, mit einer Einladung zur Community drohen. Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr einen Anlauf zum Weinfest 2.0 unternehmen. Noch mal ganz klar: das Wesentliche dafür ist nicht, dass wir eine neuartige technische Plattform nutzen. Sondern dass alle Mitstreiter hinter einem gemeinsam und transparent erarbeiteten Konzept stehen, das dann konsequent umgesetzt wird. Dazu würde z. B. gehören, dass die Bands gemeinsam ausgesucht werden – auch wenn nicht alle dafür zahlen (da die Stadt die Bühne stellt, zahlen wir ja zumindest die Infrastruktur mit).

Jetzt bin ich zuerst mal gespannt auf dieses Jahr – vielleicht wird es ja wenigstens ein Weinfest 1.1!

Begeben wir uns von den großen und schlimmen Tragödien, und den pseudophilosophischen Gedanken am Sonntag, und von den Hoteldiskussionen und Städtebaustudenten,  in die profanen Tiefen des Alltags. Wobei, es geht hier im weitesten Sinne um unsere Kinder, also im engsten biologischen Sinn um unseren Sinn des Lebens. Aber jetzt ab in den Alltag!

Heute ging ich bei mir auf den Speicher und suchte ein altes Röhrenradio. Gefunden habe ich es nicht.

Es herscht dort Chaos. Alleine der Inhalt des Speichers lädt einen kompletten 7,5 Tonner LKW. Aber mit welchem Inhalt!! Kinderklamotten, Kinderspielzeug, Kindermöbel. All das was sich im Laufe der Jahre mit drei Kindern so ansammelt, für erhaltenswert angesehen wird, und dann in den Höhen des Speichers in Vergessenheit gerät. Werte, die die Vorstellungskraft übersteigen und einem die Tränen in die Augen treiben, rotten so langsam vor sich hin.

Hierüber erzählte ich meiner Herzensdame, und am Samstag waren wir zufällig bei Freunden, die gerade den Keller ausräumten. Nun unsere Generation X ist hier in Wachenheim die Generation, die Kinder so im Alter bis 16 hat. Zudem waren wir ja durchaus fruchtbar, siehe Artikel über die Wachenheimer Luft, sodass schon eine Heerschar Halbwüchsiger auf unseren Mist gewachsen ist.

Was tun mit dem ganzen so wertvoll wertlosen Krempel?

Nun, unsere Kurzen sind ja auch permanent klamm an Taschengeld. So hatte meine Herzensdame die Idee, dass die Kinder einen Flohmarkt ausrichten könnten, da tun sie was, bekommen nichts geschenkt und lernen fürs Leben, und sagte der Wachtenblog könnte dafür das Feld bereiten. Als Ausrichtungsplatz kam uns der Rathausplatz oder der Kirchplatz in den Sinn. Wobei mir der Kirchplatz aus gewissen Gründen besser gefällt, das hat so was biblisches, Handel im Tempel…

Also hier mein Aufruf an alle Eltern: Gehet hin, lockt eure Kinder mit dem Mammon, der zu verdienen ist und gebt uns Meldung über eure Bereitschaft, euren Kindern bei der Organisation zu helfen. Der Blog trommelt dann und versucht Unterstützung für die Kiddies einzuholen.

Spontan kommen mir auch die Pfadfinder in den Sinn, bei denen viele Mitglieder in dieser Alterschneisse sind, und bestimmt viel auf dem Speicher, bzw. im Keller haben, denkt  an das Jamboree und die Kässchen, da kann was rumkommen! Und man kann doch auch den Hirten ansprechen wegen des Platzes, oder Jungs und Mädels? Nicht immer nur Weihnachtsbäume.

Es würde mich für die Kinder und Jugendlichen freuen, wenn da etwas zu Stande kommen könnte und so viele wie möglich sich an der eventuellen Organisation beteiligten! Los geht’s!

Lasst es uns probieren!!

 

 

 

Dem Wachtenblog wird ja manchmal vorgeworfen, er sei negativ und mache die Lage in Wachenheim noch schlechter, als sie eh schon sei. Daher blogge ich jetzt mal frei nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber!“
Wir haben in der letzten Zeit ein wenig die jungen Pfadfinder unterstützt, da sie auf das Weltpfadfinder-Treffen reisen wollen, und dafür noch nicht genügend finanzielle Mittel haben. Cordelia hat die Weihnachtsbaum-Sammel-Idee gehabt, und Achim und ich haben schreibend ein wenig promoted!
Um so mehr freut es mich, dass die Aktion dieser jungen engagierten Menschen ein solcher Erfolg war. Desweiteren hoffe ich, daß das Vorhaben gelingt, und so viele Mädels und Jungs wie möglich die große Reise antreten können!!
Hier das Schreiben der sehr netten Truppe, anlässlich der durchgeführten Aktion:

„Zu erst einmal vielen Dank für die Unterstützung und die Blog-Beiträge!

Ebenso für die Idee zu dieser großartigen Aktion aus dem letzten Jahr und für den Anstoß zu einen Rheinpfalz Beitrag von Hr. Wagner.

Zu der Anzahl der Helfer: Wir waren 12 Leute, hauptsächlich meine Gruppe, die Sippe Adler, da wir das bei ersten Mal auch nur im kleinen Rahmen machen wollten. Vom Weingut Peter wurden wir, wie sooft, mit Trecker und Rolle unterstützt.

Das Spendenaufkommen lag bei rund 300 Euro.

Die kommenden Zeilen hat Max Maurer für uns geschrieben, ich finde sie passend und schicke sie deshalb mit:

„Von 10 Uhr bis 18 Uhr haben wir gutgelaunt mit einem Traktor + Rolle Weihnachtsbäume in Wachenheim eingesammelt. Wo sind die Bäume gelandet? Ein Teil der Weihnachtsbäume sind in den Containern „Am Alten Galgen“ gelandet. Eine ganze Rolle haben wir bei einem Ziegenbesitzer abgeladen, dessen Ziegen anscheinend mit Vorliebe die leckeren Weihnachtsbäume knabbern. Und ein kleiner Teil hat sich auf unserem Lagerplatz in einem kleinen Feuerchen aufgelöst, über dessen Glut wir danach bis 20 Uhr noch etwas gegrillt haben. Wir alle hatten sehr viel Spaß heute und haben große Lust auch nächstes Jahr den Leuten beim Entsorgen der Weihnachtsbäume unter die Arme (oder Zweige) zu greifen.“

In diesem Sinne, noch einen schönen Abend und Danke auch an deine Mitblogger!“

Wem die versteckten Hinweise in Amtsblatt, Zeitung und Wachtenblog entgangen sein sollten: Die Pfadfinder sammeln heute, 8. Januar, ab 10 Uhr die Weihnachtsbäume ein.

Wer das nadelnde Ding also nicht vergrillen, es zu Spazierstöcken schnitzen oder selbst an den Container transportieren will, sollte schleunigst die Kugeln abhängen und das botanische Gerippe gut sichtbar an die Straße stellen.

Die Pfadfinder freuen sich über eine kleine Spende.

Wer Fragen hat, kann auch während der Sammlung bei Philipp Wendel anrufen.

Was für eine wunderbare Weihnachtszeit! Ich hoffe, alle Wachenheimer – und auch die Wachtenblog-Leser von außerhalb – haben die Feiertage so genossen wie wir.

Ich finde, für Wachenheim ist es ein spezielles Weihnachten. Nicht nur, weil es wohl nicht mehr weißer werden kann als dieses Jahr. Das Besondere fing schon im Advent an – mit den „Wachenheimer Sternstunden“. Die Idee der Initiatorinnen Christiane Wolf, Gabriele Popp, Isabel Lübke und Christel Heilig: Sie luden alle Wachenheimer ein, sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen. Als Symbol wählten sie Herrnhuter Sterne,  ein traditionsreiches Produkt der Herrnhuter Brüdergemeinde, einer evangelischen Freikirche.

Die Geschichte der Herrnhuter Sterne begann vor fast 200 Jahren in einem Internat, das Kinder von Missionaren beherbergte. Dort bauten die Schüler in der Vorweihnachtszeit gemeinsam die Sterne zusammen – deren anspruchsvolle Geometrie sie zuvor im Mathematikunterricht durchgenommen hatten. Da auch aus den Internatskindern viele Missionare hervorgingen, trugen sie nicht nur ihre Relgion, sondern auch die Sterne in die Welt.

Jetzt bin ich als Buddhistin ziemlich resistent gegen christliche Missionierung. Abgesehen davon, dass der Buddhismus atheistisch ist, sind sich aber viele Werte beider Religionen recht ähnlich. Daher ignorieren wir auch das Weihnachtsfest nicht – und unsere Kinder kennen nicht nur Wunschzettel, sondern auch die Weihnachtsgeschichte. Vor diesem Hintergrund schätze ich die Idee der Wachenheimer Sternstunden sehr, sich unter dem Zeichen des Herrnhuter Sterns mit dem Inhalt des Weihnachtsfest zu beschäftigen.

Zumal davon auch ein Signal zur Einigkeit in Wachenheim ausgehen sollte. Das zeigt sich zum einen durch das einheitliche Symbol – allein heute auf meinen Rückweg vom Rodeln habe ich elf der etwa 50 Sterne in Wachenheim gesehen. Viel mehr wurde das auch deutlich durch die begleitenden Aktionen, den eigentlichen Sternstunden. Von der Begegnung alter und junger Menschen im Bürgerspital über Treffen in der Nachbarschaft bis zur Plätzchentauschbörse in der Kulturey.

Nächstes Jahr geht die Aktion weiter – zum einen mit einem festlichen Ausklang im Bürgerspital am 9. Januar, zum anderen mit einer Neuauflage im Advent 2011. Vielleicht werfen wir dann auch unseren Grundsatz „keine elektrische Weihnachtsbeleuchtung“ über Bord und bestellen einen Stern. Mit unserem Buddha wird er sich wohl schon vertragen.

Noch etwas ist besonders an diesem Weihnachten in Wachenheim: Die Pfadfinder haben meinen Vorschlag im Wachtenblog aufgegriffen und führen diesen Winter erstmals eine Weihnachtsbaumsammlung durch. Yippieh!

Über die vergangenen Jahre haben wir alle möglichen Wege erprobt, die festliche Botanik zu den Containern am alten Galgen zu bringen: zu Fuß hinter sich herschleifen (die Arme werden immer länger), ins Auto packen (die letzten Nadeln haben wir im Sommerurlaub aus dem Kofferraum gesammelt), auf den Schlitten schnallen (bei Tiefschnee tut es dem Schlitten nicht gut). Auch die Entsorgung über die Biotonne oder den Grill ist nicht wirklich praktisch. So bin ich den Pfadfindern sehr, sehr dankbar, dass wir den Baum jetzt nur noch vor die Haustür bringen müssen!

Wer mitmachen will: Den Baum am Samstag, 8. Januar, ab 10 Uhr sichtbar (hmm,  wie sonst?) an die Straße stellen. Und die Pfadfinder mit einer kleinen oder größeren Spende für ihre gute Tat belohnen (direkt beim Sammeln oder per Überweisung). Wichtig ist das aus zwei Gründen: Zum einen können sie Unterstützung gebrauchen, um zu einem weltweiten Pfadfinder-Lager fahren zu können (siehe Wachtenblog-Gastbeitrag im November). Zum anderen sollte sich die Aktion für die jungen Leute so lohnen, dass es sich als dauerhaftes Angebot etabliert.

Auf dass diesen Winter zwei neue Weihnachts-Traditionen in Wachenheim beginnen!