Die Ergebnisse der kleinen Umfrage zu der Qualität des Weinfestes waren eindeutig.

Fast 50% der Leser, die abgestimmt haben, fanden das Weinfest „gut, aber Potential nach oben!“ Zählt man die Leser hinzu, die das Weinfest „Super – nix ändern“ finden, ist das eine 3/4 Mehrheit für die beiden besten Noten.

Toll!

Umgekehrt gedacht, heisst das aber auch, dass 3/4 der Leser, die abgestimmt haben, das Wachenheimer Weinfest zumindest in Teilen für noch verbesserungswürdiger halten.

Hier ist ihre Meinung gefragt! In der angehängten Liste können sie gerne eintragen, was Sie an unserem Weinfest ändern würden. Auch über diese Punkte kann dann von den Lesern abgestimmt werden, sodaß sich ein sehr breites Spektrum ergeben kann !

Viel Spaß, ich freue mich darauf!

Die erste Impression, die sich dieses Jahr auf dem Wurstmarkt manifestierte, war eine Gruppe Dortmunder Jungs. Die Jungs hatten Trolleys dabei und betraten den WUMA über die gleiche Schneise, wie ich, d.h. vom Kurpark kommend, liefen wir an den Markständen vorbei, die allerlei Sinnvolles und weniger Sinnvolles für den Haushalt veräußern.

Vorm Bürstenstand fiel einem, schon etwas alkoholschawangeren, Dortmunder Jung auf, daß er noch einen Bedarf für zu Hause hätte:“Ich brauch noch ne Bürste, um meinen Hasenstall sauber zu machen!“ Sofort wurde mir wieder bewusst, aus welchem historischen Hintergrund, diese so schöne Kirmes entstanden ist. Das hat nichts mit Wein oder sonstigem zu tun, sondern eine profane Haushaltsmesse. Amazon fing ja schließlich auch mal mit Büchern an.

Beim Genuss meiner ersten Schorle, oder meines ersten Schorles, das ist auch so eine Sache, die ich nie verstehen werde, vielleicht kann da ein Leser aufklärend wirken, saß ich bei den Zäpplern, oder Schubkärchlern, einem Mann aus Forst gegenüber, der seinem offenen pfälzer Naturell entsprechend, sofort ein Gespräch mit mir anfing, von dem nicht zu ahnen war, in welche politische Dimension dieses führen würde.
Es fing locker damit an, daß er auf seinen ‚Schatz‘ wartete, mit dem er schon seit 17 Jahren unverheiratet zusammenlebt. Seine erste Verlobte bekam von ihm den Laufpass, nachdem er auf sie warten musste. Ich war durchaus gespannt, ob ich noch live an einer Trennung teilhaben konnte, aber diese Spannung hat sich dann zum Glück als unberechtigt herausgestellt.
Nachdem der gute Mann von mir erfahren hatte, dass ich Wachenheimer bin, erläuterte er mir den Unterschied zwischen Wachenheimer und Forster.

20 Minuten.

Also die Erläuterung dauerte keine 20 Minuten, sondern der Fußweg auf den WUMA von Forst aus sei eben 20 Minuten länger und dies sei das einzig wahre Unterscheidungsmerkmal des Wachenheimers zum Forster. Mein Einwand, daß die Wachenheimer ja mit dem Zug fahren können, da sie einen Bahnhof haben, brachte dann meinen Gesprächspartner so richtig in Fahrt, auch ohne Zug und Bahnhof. Alternative Trassenverläufe auf einer Serviette skizzierend, kamen Schimpftiraden über die Forster Kommunalpolitiker, die vor vielen Jahren zugelassen haben, daß Forst nicht an die Bahn angegliedert wurde. Er sprach dann in salbungsvoller Wurstmarkt-Sprache von ahnungslosen Feierabend-Politikern, die sich von irgendwelchen Lobbyisten den Kopf verdrehen liessen und die Zukunft Forsts versaubeutelt hätten. Dann kam die ultimative Argumentenkeule.

„Ihr habt ja genau diese Politiker. Die Scheiße mit dem Supermarkt ist auch unendlich.“

Ich trank meine Schorle leer, verabschiedete mich höflich. Und ging an den Bürstenstand.

Am Montag, im Anschluss an die Tagung des Festausschusses, waren Standbetreiber und weitere Interessierte zu einem Ideenaustausch- und Informationsabend zum Wachenheimer Weinfest geladen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr war das Interesse an diesem Treffen viel größer. Herr Bechtel schloss daraus, dass beim Weinfest im letzten Jahr viel richtig gemacht wurde. Ich persönlich hätte jetzt eher daraus geschlossen, dass es im letzten Jahr nicht so gut gelaufen ist und dementsprechend viele gekommen waren, um Verbesserungsvorschläge los zu werden. Der Lauf des Abends zeigte, dass Herr Bechtel recht hatte, denn viele Vorschläge zur Verbesserung wurden nicht gemacht.

Auch der (im Vergleich zum letzten Jahr zwei Monate früher) angesetzte Termin (ursprünglich war sogar Dezember geplant), wirkt eigentlich wie der Wunsch nach Zeit um viele Veränderungen besprechen, planen und durchsetzen zu können, aber auch hier werden Bürger, die auf Weinfest 2.0 hoffen, enttäuscht.

Aber vielleicht ist das die Wachenheimer Mentalität. Wir sind Pfälzer, wir machen nichts hopla-di-hop. Und Veränderung braucht nun mal auch seine Zeit.

Aber diese Veränderung findet statt.

Nicht nur in einem zusätzlichen Tag, denn das Weinfest startet dieses Jahr schon an einem Donnerstag, sondern auch in der Auffächerung des Weinfests in viele kleine Weinfeste in der ganzen Stadt, die Wachenheim zum Leben erwecken und wenigstens einmal im Jahr den alltäglichen Trott aus den menschenlernen Straßen und Gassen blasen. In diesem Sinne gibt es in diesem Jahr auf dem Parkplatz des Burgstübl’s einen Weinfestausschank und auch in der Burgstraße will der Hof neben dem Stadtmauerweg seine Pforte für Weintrinker öffnen. Auch das Team von „Bernd in der Waldstraße“ wird diesmal wieder an beiden Wochenenden den gemütlichen Hof bewirten.

Ansonsten will man von den Plänen im letzten Jahr nicht viel abweichen. Der Rathausplatz wird wieder mit vier Ausschankstellen besetzt sein und man hörte auch schon bekanntklingende Bandnamen mit denen man im Gespräch sei. Auch im Umkreis der Kirche wird das Spiel das gleiche wie im letzten Jahr sein. Die Renaissance des Marktplatzes – letztes Jahr noch ausgiebig diskutiert – wurde in diesem Jahr mit keinem Wort erwähnt. „Hinner de Kerch“ gibt es auch keine großen Änderungen, nur soll bei dem Stand der Pfadfinder das musikalische Angebot noch erweitert werden.

Der schon im letzten Jahr von Cordelia gemachte Vorschlag einer Twitterwall – eine, von einem Beamer angestrahlte, Leinwand auf der Kurznachrichten über das Internet gepostet werden können – wird aktuell von unserem Bürgermeister auf Durchführbarkeit geprüft. Hier ist natürlich der Standort des Beamers und der  (Lein-)Wand und auch die Möglichkeit zur Moderation der Texte während dem Weinfest wichtig.

Eine weitere Verbesserung – ein Vorschlag der Gebrüder Räch – soll im Bereich der Security durchgeführt werden, da es im letzten Jahr doch auch aufgrund von aggressiven Verhaltens seitens dieser zu einem unerfreulichen Zwischenfall kam. Es wurde hier im Allgemeinen ein etwas passiveres Auftreten gewünscht, besonders auch in der Kleiderwahl (auf Deutsch: keine Bomberjacken und Springerstiefel).

Beim Thema Security kam im gleichen Atemzug das Thema Public Viewing auf, das vom Ordnungsamt eher nicht erwünscht ist. Trotzdem werden in den nächsten Wochen über sichere Möglichkeiten nachgedacht ein Public Viewing auf dem Rathausplatz zu veranstalten, dann natürlich mit dem Einverständnis des Ordnungsamts. Die Termine der beiden Deutschlandspiele, die sich mit dem Weinfest überschneiden, sind: Samstag der 09.06 um 20:45 Uhr gegen Portugal und Sonntag der 17.06 um 20:45 Uhr gegen Dänemark.

Im Allgemeinen gilt für das Weinfest: Wenn es Ihnen im letzten Jahr irgendwo gefallen hat, werden Sie auch in diesem Jahr dort sicher nicht enttäuscht werden. Und wenn Sie sich zwischen den vielen Angeboten (hier seien als Anlaufstellen noch Sektkellerei, Weingut Manz, Dalberger Hof und natürlich die Wachtenburg erwähnt) sich einfach nicht entscheiden können, schauen Sie einfach überall mal vorbei.

Auf dem Wurstmarkt wurde ich in der Warteschlange zum Urinal, ich glaube der Eintritt kostet €0,50, Zeuge des folgenden Gespräches zwischen zwei mittelschwer betrunkenen Bürgern der USA:

What the hell is this queue for?

Well, it is for the toilet.

What are they paying for?

You have to pay a toilet fee, that you’re allowed to piss!!

What?!?! I am a free born citizen of a free nation, taking care for a free world. I protect the freedom of their country. I have a human right to piss for free! Oh fuck this country is crazy.

Der Ansatz unserer US-Freunde ist nicht schlecht. Die Schausteller bezahlen ein riesiges Feuerwerk, machen gigantische Wein-Umsätze. Muss man den Wein, den man getrunken hat, entsorgen, muss man nochmals dafür bezahlen, also beträgt doch der bereinigte Schorle-Preis zwischen €4, – und €4,50.

I have a dream. And I still have a dream. Free piss for free citizens of the free world!!

Jetzt haben wir’s sogar schon ins Amtsblatt geschafft. Nicht mit dem Wachtenblog, sondern mit dem Weinfest 2.0. Torsten Bechtel hat mit einer kurzen Notiz unsere Online-Community vorgestellt.

Mittlerweile haben sich dort 24 Wachenheimer vernetzt, um gemeinsam an einer Renaissance des Burg- und Weinfestes zu arbeiten. Darunter sind Winzer, Pfadfinder, ein Musiker, ein Gastronom, interessierte Bürger, Stadträte sowie der jetzige und der frühere Bürgermeister.

Einige interessante Diskussionen laufen schon, erste Ideen wurden entwickelt und zum Teil schon angegangen. Ich möchte natürlich regelmäßig aus der Community berichten und die Werbetrommel rühren. Primäre Plattform wird allerdings nicht der Wachtenblog sein. Um ein neutrales Medium zu haben, das sich ganz auf das Weinfest 2.0 konzentiert, habe ich einen neuen Blog gegründet: http://burgundweinfest.wordpress.com/

Genau zu diesem Blog brauche ich Ihre und Eure Hilfe, liebe Leser: Für den Titel des Blogs brauche ich ein möglichst stimmungsvolles Foto vom Burg- und Weinfest. Das Foto, das im Moment im Blog steht, stammt von der Webseite der Tourist-Info. Entweder bräuchte ich dieses Foto in besserer Auflösung (und die Erlaubnis des Rechteinhabers, es zu verwenden). Oder jemand von Euch/Ihnen stellt mir ein schöneres Foto zur Verfügung.

Anforderungen: Abgebildete Menschen sollten mit der Veröffentlichung einverstanden (oder nicht erkennbar) sein. Und es muss ein sehr breiter, flacher Ausschnitt möglich sein (siehe Blogtitel).

Über Rückmeldungen per Kommentar oder Mail (siehe Impressum ;-)) freue ich mich sehr. Wer weiß, vielleicht wird unser Weinfest 2.0 noch berühmt? Auf Twitter ist es jedenfalls schon.

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte!

Viel Spaß beim Schauen…

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Gestern hatten wir den Kinder-Nachmittag auf dem WuMa. Meine drei Racker und ich bummelten in Ruhe über den Markt. Da sie lange Schule hatten, machten wir ein frühes Abendessen, bzw. spätes Mittagessen. Jeder durfte sich was raussuchen, so kam es zu Dampfnudel mit Vanille-Zimt-Soße, Prager Schinken, Bratwurst und co. Die Frau am Dampfnudelstand war so nett allen drei Kindern eine leckere Riesenwaffel zu schenken, was auch begeistert angenommen wurde.

Nach diesem Essenfassen und einer Riesenrad-Fahrt, bei der sich der WuMa von oben überraschend leer präsentierte, gingen wir nach Hause, um von unserem Logenplatz im Garten das Feuerwerk zu betrachten. War ja als ‚Italienisches‘ angekündigt. Abgesehen von der kurzen Dauer konnte ich nichts italienisches, auch kein italienisches Flair, entdecken und war ein wenig enttäuscht. Aber es kann ja nicht immer größer werden.

Ach und auf dem T-Shirt eines wohl Hardcore-Markt-Besuchers sah ich noch den bisherigen Spruch des Festes:

‚Man ist nicht betrunken, solange man sich am Boden festhalten kann!‘ Das kann man ja mal am kommenden Wochenende ausprobieren…

Bis dahin!