Politik ist in der Ausbildung eine Wissenschaft. Eigentlich eine Naturwissenschaft, da es in der Natur des Menschen liegt gesellig zu leben. Dort wo mehrere Individuen gesellig Leben, gibt es verschiedene Interessen, verschiedene Neigungen und vor allem Meinungen. Jeder hat zu allem und jedem eine Meinung. Diese Pluralität zu regeln ist Aufgabe der Politik. Die Menschen leben in einer natürlichen Art und Weise, also ist die Politik eine Naturwissenschaft. In jeder Naturwissenschaft gibt es Maßeinheiten.  Meter, Kilo, Volt, Gramm, Becquerel, etc. Den Maßeinheiten sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, da sie ja in letzter Konsequenz willkürlich gesetzt werden.

Nun hat mein bloggender Freund und Noch-Nachbar eine profunde journalistische Ausbildung, der er beruflich bei der Rheinpfalz nachgeht. Ich bin ein Freizeit- und Bauchblogger, der siehe oben, zu allem eine Meinung hat. Cordelia ist unsere wissenschaftliche und hochprofessionelle Bloggerin, die für ihre Arbeit, leider noch nicht für den Wachtenblog, tolle Preise gewinnt.

Nun haben wir drei im Laufe unseres Bloggens durch unsere offene, und manchmal nicht einfache, Art, ein paar Scharmützel gehabt mit Menschen, die sich durch unsere Berichte, Meinungen, Veröffentlichungen im Allgemeinen, etwas unleidlich, bzw. despektierlich behandelt fühlten. Oder, Vorsicht, uns absichtliches Foulspiel unterstellten, wahre Boshaftigkeit. Ich denke hier an die unsäglichen Maskulisken, die wegen eines Artikels, den Cordelia veröffentlichte, ‚Feminismus in Wachenheim‘, aus dem gesamten Bundesgebiet über unseren Blog herfielen. Ich denke an Herrn Morell, der uns, um nur ein Beispiel zu nennen, wegen vermeintlicher anonymer Berichterstattung mit einem Anwalt bekannt machte, etc. etc.

Nun schreibt Achim nicht nur für den Wachtenblog, manche denken jetzt sicher, er müsste auch mal etwas sinnvolles tun. Wie o.g. ist er Journalist für die Rheinpfalz, für die er diese Woche eine Glosse(ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift) schrieb, die sich mit den touristischen Übernachtungszahlen in Bad Dürkheim beschäftigte, die kurz vorher von Herrn Bürgermeister Lutz voller Stolz vorgestellt wurden. Achim recherchierte und fand heraus, dass ca 50% der angeführten Übernachtungen aus Übernachtungen im Gesundheitstourismussektor stammen. Also Übernachtungen aus Kur- und Klinikaufenthalten. Nun unterstelle ich, dass eine Kur medizinisch notwendig ist, wäre das nicht so, oje oje!! Aber bei einer Kur hat man eine Einflussmöglichkeit auf den Kurort. Ist man als ‚Kurer'(?!) nun Patient oder Tourist. Herr Lutz unterstellt also den ‚Kurern‘, oder kann man auch ‚Kurien‘ sagen ?!, dass sie Touristen seien, stellt sie also mit, verzeiht liebe Holländer, mit marodierenden Wohnwagenhorten, oder noch schlimmer, siehe Spiegel Online Scharmützel mit Herrn de Swaaf und Weingut Schneider Ellerstadt, mit in Bussen transportierten Rentern auf Kaffefahrt gleich. Zugleich bescheinigt Herr Lutz, Bürgermeister der Stadt Bad Dürkheim, dass wir eine Gesellschaft sind, die aus Gesundheitsschmarotzern besteht. Weil alle Kranken in Bad Dürkheim machen Urlaub. Und vor allem schwingt er wieder diese unsägliche Moralkeule des Böswillens und Kaputtredens auf die Leute, die eine kritische und andere Meinung haben.

Diese politische Urangst vor pluralistischen Meinungsäusserungen erfordert meines Erachtens eine Maßeinheit, oder mehrere, mit denen man die Größe der Moralkeule messen kann, womit wir wieder bei der Naturwissenschaft wären.

Somit lege ich auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen als Blogger und interessierter und engagierter Bürger willkürlich und in aller Ernstlosigkeit folgende Urmaße der politischen Moralkeule fest:

Die kleinste aller Einheiten ist eine Morellium. Ein Morellium ist die Kompetenzabsprache: Der Kritisierende versteht nicht, und ist nicht in die Tiefe gegangen.

Fünf Morellia geben ein Morellion. Der Kritisierende will nicht verstehen, und ist nicht in die Tiefe gegangen.

Fünf Morellione geben ein Borrelium. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen und geht nicht in die Tiefe.

Fünf Borrelia geben eine Borreliose. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht in den Untergrund und nicht in die Tiefe.

Fünf Borreliosen geben einen Lutzus. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, aber argumentiert gegen den Bürgermeister.

Fünf Lutzi geben einen Lutziferus. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, argumentiert gegen den Bürgermeister, will alles nur schlechtreden.

Fünf Lutziferi geben eine Lutzikalypse. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, argumentiert gegen den Bürgermeister, redet alles nur schlecht, ist böswillig und argumentiert völlig verantwortungslos der Gesellschaft, sprich den potentiellen Wählern gegenüber.

So damit ist dies in der Politik ein für alle mal geregelt. Die Urmodelle dieser Maße befinden sich in den Tiefen der Weinkeller von Wachenheim und Bad Dürkheim. Die Systematik kann in der ‚Mehlmerschen Tafel der politischen Einheiten in der Fassung von 2011‘ nachgeschlagen werden.

Einsehbar auf dem Wachtenblog….

Advertisements

Hat jemand die Wettervorhersage für die nächsten Tage gehört? Brrrr! Und dabei friere ich doch jetzt schon. Oh, wie vermisse ich die mediterrane Sonne! Aufmerksame Wachtenblog-Leser werden es vermutet haben: Wir waren im Urlaub. Einen Autotag und eine Fährennacht südlich von hier war richtig tolles Wetter.

Bei der Gelegenheit bitte ich um Entschuldigung, dass wir den Sommerschlaf des Wachtenblogs nicht angekündigt haben. Für den Fall, dass auch gut organisierte Langfinger das Web 2.0 für sich entdecken, wollte ich keine Einladungen zum Einbrechen veröffentlichen. Aus der Besucherstatistik vermute ich, dass auch die meisten Wachtenblog-Leser Urlaub vom Internet hatten.

Jetzt sind wir also wieder da – und wundern uns seitdem immer wieder, wohin in der Toskana Deutschlands der Sommer entschwunden ist. Wenn man sich wochenlang mit wachsendem Erfolg eingeredet hat, dass 28 Grad im Haus eine prima Temperatur zum Einschlafen sind, dann fühlt sich das hier gerade wie Herbst an!

Zu meinem Unwillen über die Kühle passt ein Artikel, mit dem Spiegel Online im Juli das Sommerloch füllen wollte. Unter der Überschrift „Gesellschaftlicher Klimawandel – Warum cool sein total uncool ist“ postulierte Autor Tobias Becker die Abkehr von der Coolness als gesellschaftlichen Trend.

Er beruft sich dabei auf die Bremer Kunstprofessorin Annette Geiger, die unlängst den Sammelband „Coolness – Zur Ästhetik einer kulturellen Strategie und Attitüde“ herausgegeben hat. Darin beschreibt sie das Cool-Sein als eine der wichtigsten Kulturtechniken des 20. und 21. Jahrhunderts.

Auf individueller Ebene definiert sie Coolness die Kontrolle der Affekte. Man verbirgt Angst und Verletzlichkeit, aber auch Wut und Aggression, um Macht und Stärke zu auszustrahlen. Als Identitäts-stiftendes Merkmal sei Coolness traditionell für gesellschaftliche Randgruppen bedeutend: Durch cooles Verhalten grenzt man sich vom Mainstream ab, spielt nach eigenen Regeln und setzt der Ablehnung durch die anderen die eigene Unverletzbarkeit entgegen.

Angelika Geigers Buch analysiert vor allem die Umsetzung des Coolen in den hohen Künsten und der Popkultur. Da dies für Nicht-Kunstprofessoren nur mäßig spannend ist, fokussiert sich die Medienresonanz auf das Kapitel des Buches, das eine Trendwende beschreibt:  „Cool ist out – warum James Bond heute weinen muss“.

Der Spiegel-Artikel verdeutlicht nach einem Gespräch mit der Wissenschaftlerin gleich einmal, was in und was out ist. Zum Beispiel Kino. James Bond wird nicht mehr abgeklärt und überlegenen von Sean Connery dargestellt, sondern innerlich zerrissen von Daniel Craig . Auch in der Shrek-Reihe ließe sich der Trend nachvollziehen – habe sich die Hauptfigur doch vom ekligen Einzelgänger zum liebevollen Familienvater gewandelt.

Geballte Abkehr von der Coolness will die Kunstprofessorin ausgerechnet bei der Fußball-WM beobachtet haben. Stimmt schon: Die deutsche Nationalmannschaft wurde nicht vom abgeklärten Leitwolf Ballack geführt, sondern vom eher schmächtigen Philip Lahm, auf dessen Homepage auch verstorbener Hasen gedacht wird. Brilliante Solisten wie Ronaldo, Rooney oder Ribery mussten früh nach Hause fahren. Die Mannschaft zählte, und der Torwart der siegreichen Spanier, Iker Casillas, vergoss beim Endspiel fast mehr Tränen als Schweiß.

Politisch wird die überkommende Coolness laut Angelika Geiger von Vladimir Putin vertreten, der gerne mal mit nacktem Oberkörper den gestählten Kämpfer gibt. Der trendige Gegenentwurf ist natürlich Familienmensch Barak Obama (der Artikel erschien vor der Spanienreise von Frau und Tochter…). In der Kunst seinen kalte Objekte eines Damien Hirst auf dem absteigenen Ast, gefragt sei Authenzität. Auch beim Möbeldesign: Kuscheltier-Sofas statt glatter Oberflächen. Dieser Sehnsucht nach dem Echtem habe Deutschland auch den Grand-Prix-Sieg von Lena Meyer-Landruth zu verdanken.

Und warum das Ganze? Collness sei heute nicht mehr Ausdruck von Individualität und Rebellion, sondern Mainstream. Gleichzeitig sei Draufgängertum nicht mehr angesagt – ein Effekt der Wirtschaftskrise. Wer unnahbar den eigenen Weg geht, ohne Rücksicht auf Verluste, der ende heute als armes Würstchen. Gefragt seien dagegen Charme, Warmherzigkeit, echte Gefühle. Wir suchen Weltenretter, bringen Bücher über Burnout und Krebs auf die Bestsellerlisten und kaufen laut Spiegel-Artikel Männermode eher, wenn sie von Jesus-ähnlichen Models vorgeführt wird.

Einige Wachenheimer schienen den Trend bisher verschlafen zu haben. Ich meine jetzt nicht die vielen männlichen Mitbürger, die keinerlei Ähnlichkeit mit Jesus aufweisen. Das ist schon OK so. Ich meine die Vandalen, die sich über alle Regeln unseres Gemeinwesens erhaben fühlen.

Da ist die vergangenen Monate ganz schön was zusammen gekommen: Über die zerstörten rosa Folien zur rosaroten Burg-Beleuchtung habe ich ja schon gebloggt. In der Hexennacht wurden auf dem Hof der Kurpfalzschule Spielgeräte beschädigt, deren Anschaffung der Förderverein mit viel Engagement ermöglicht hatte. Mehrmals haben die Vandalen den Friedhof heimgesucht. Der neuste Tummelplatz scheint die Villa Rustica zu sein. Da wurden jetzt mehrmals Zaunteile geklaut und Schautafeln verbogen.

Liebe Vandalen, Ihr findet das ja vielleicht cool. Aber genau das wird Euer Problem sein. Mit so etwas seid ihr nicht mehr angesagt, sondern steht kurz vor der sozialen Frühverrentung. Da müsst Ihr Euch etwas anderes einfallen lassen. Möbel bauen aus alten Kuscheltieren zum Beispiel, oder gefühlvolle Blogs schreiben. Welt retten geht auch. Die Wachenheimer Pfadfinder suchen Nachwuchs, da wärt Ihr besser aufgehoben als auf dem Friedhof. Und unter dem Motto „Jeden Tag eine gute Tat“ könnt ihr ja dann den Schaden wieder gut machen, den ihr angerichtet habt.

Bei der morgendlichen Lektüre des Spiegel Online stolperte ich über einen Artikel, der sich mit der Aussage einiger Politiker beschäftigt, dass Einwanderer zukünftig einen IQ Test ablegen sollen, damit nicht mehr nur humanitäre Gründe eine Einwanderung nach Deutschland ermöglichen sollen.

Den Gedanken finde ich sensationell und plädiere für diesen IQ Test, der auch für Politiker, insbesondere Kommunalpolitiker durchgeführt werden sollte. Besonderen Wert muss bei diesem Test auf das kleine Einmaleins, das richtige Aufsagen des Alphabets, und den Quotienten für soziale Intelligenz gelegt werden. So können dann Finanzierungen, Investitionen, Kommunikation und Diskussionsfähigkeit optimiert werden.

Da vor Jahren die Universität in Dublin einen IQ Test für den gesamten EU Raum machte, der zum Ergebnis hatte, dass Deutschland einen durchschnittlichen IQ von 107 hat und damit einen Spitzenplatz einnimmt, mit Holland zusammen, Frankreich hatte 94, schlage ich vor, dass Politiker mit einem geringeren IQ als 107 aus der Politik ausgeschlossen werden, oder in Ihr Heimat-Bundes-Land-Ort-etc… zurückgeschickt werden sollten, oder eben nach Frankreich.

Und sie sollten um Gottes Willen keine Politik mehr machen.

Werter Herr de Swaaf!

Vielen Dank für Ihren Kommentar bei unserem Wachtenblog bezüglich Ihres Artikels über die Tourismus-Region Pfalz im Spiegel Online.

Ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um Ihnen noch zu zwei Punkten Ihres Kommentares meine Meinung zukommen zu lassen.

Zum einen das Thema Photos. Meiner Meinung nach sollte das Bildmaterial zu einem Artikel genauso recherchiert sein, wie die anderen Inhalte eines Artikels, da Sie der Verfasser und damit der Verantwortliche des Gesamtartikels sind. Wo die Bilder her kommen ist daher sekundär, diese müssen aber passen, da Sie sich immerhin mit den Massenweinproben und den Rentnern in Ihrem Artikel auf diese beziehen.

Das Zweite ist die von Ihnen erwähnte Hexenjagd auf Herrn Schneider. Auch hier muss ich Sie mit in die Verantwortung für die enorm aufbrandende Kritik am Weingut Schneider nehmen. Einige Formulierungen in Ihrem Artikel erregen den Anschein, Sie hätten die Meinung von Herrn Schneider in Bezug auf die Region und die Weinqualität seiner Winzer-Kollegen weitergegeben. Dass dies, wenn man die Geschichte der Winzer in unserer Region ein bisschen kennt, und die Geschichte des Weingutes Schneider, zu heftigsten Reaktionen führt, war absehbar. Sie haben Ihre Meinung unter dem Mantel des Weingutes Schneider verbreitet. Und da Herr Schneider mit seinen außergewöhnlichen Methoden enormen Erfolg hat, achtet man sehr genau auf das, was Herr Schneider macht. Da kam Ihr Artikel als Nestbeschmutzung unter Winzerkollegen rüber.

Ich habe gestern sehr lange mit Herrn Schneider telefoniert und er erklärte mir, auch das was Sie mir in Ihrem Kommentar sagten, die Inhalte und die Art des Artikels waren Herrn Schneider nicht bekannt. Das Ungemach, das auf Herrn Schneider hereingebrochen ist, und das mit den Inhalten in Ihrem Artikel zusammenhängt, tut mir sehr leid. Über die Inhalte meines Artikels werde ich mich, so sind Herr Schneider und ich beim Telefonat verblieben, mit Herrn Schneider bei einem persönlichen Treffen auseinandersetzen.

Auch ich betone nach dem gemeinsamen Telefonat, dass es Herrn Schneider fernlag, schlecht über die Pfalz und seine Winzerkollegen, bzw. deren Weine zu reden und er sehr über die Art und Weise Ihres Artikels und das Bild, das von Ihm vermittelt wurde, betroffen war.

Noch eines auf den Weg. Es scheint mir ob ihrer Reiseplanung in der Wein-Pfalz so, als seien Sie ein typischer grauhaariger Massentourist. Man fährt nach Spanien, knallt sich am Strand von Lloret in die Sonne, ballert Sangria, meint man kennt Spanien und verbreitet seine Weisheiten über das „echte“ Spanien in der Welt.

Das ist Ignoranz, und schwacher Journalismus dazu.

Heute beim Lesen des Spiegel Online tat mein Herz einen freudigen Sprung. Ein Reisebericht über die Pfalz, insbesondere die Weinstrasse, in dem zudem auch Wachenheim erwähnt wird. Schon nach dem ersten Absatz stieg mir die Zornesröte ins Gesicht.

Die Pfalz zwischen Bockenheim und Schweigen sei eine überbewertete Ferienlandschaft, die nur Reben böte und langweiligen Woi mit Worscht. Zudem bediene man nur Klischees, was jedoch immerhin Hunderttausende Touristen, Leute ohne Ahnung, die lediglich schlechten Wein trinken und sich an betonierten betonierten Winzerwegen ergötzen, ins Land treibt. Der Autor, Herr de Swaaf, nannte nur zwei konkrete Gegenbeispiele, zum einen das Weingut Markus Schneider aus Ellerstadt und unseren wachenheimer Hambel-Metzger.

Über unseren Hambel, braucht man nicht viel Worte zu verlieren. Die Qualität ist aussergewöhnlich, aber es gibt nicht nur Saumagen in vielen Variationen beim Hambel, sondern auch sehr leckere andere Angebote, allerdings auch „nur“ Worscht, keine Gegend für Vegetarier eben.

Über die Weine des Weingutes Markus Schneider möchte ich doch ein paar mehr Worte verlieren. Es gibt für mich kein Weingut in der Pfalz, übrigens liegt Ellerstadt nicht an der Weinstrasse, dessen Weine überbewerteter sind, als die von Schneider in Ellerstadt. Er hat zwei drei hervorragende Einzellagen, der Rest der Weine, insbesondere die im Artikel angesprochenen Verschnitte,  sind überteuert, überbewertet und werden von anderen pfälzer Spitzenwinzern weit hinter sich gelassen. Zudem kommen viele Weine, die von Schneider gemacht werden, so munkelt man ob der vielen Tankwagen, die Wein zum Weingut bringen, von anderen Lagen und Winzern, sodass man sich fragt, ob da eine neue Genossenschaft entstünde.

Aber Markus Schneider ist ein Marketing-Genie.

Seine Weine heissen nicht Ellerstadter Haumichtot Riesling Spätlese trocken, sondern Ursprung, Black Print, Tohuwabohu usw. Äusserst wirksam für z.B. Journalisten von Spiegel Online, die keine Ahnung von Wein haben, aber Schlagworte brauchen um die Leserschaft zu beeindrucken, und was tolles auf den Tisch stellen, wenn Sie zum Sushi essen eingeladen haben. Dann bleiben diese in Ellerstadt hängen und dringen aber nicht in das Kernland des Weines vor. Forster Pechstein, Wachenheimer Gerümpel, Wachenheimer Belz, einige der renommiertesten Weine überhaupt, Weingüter wie Bürklin und Wolf, Zimmermann, Mosbacher etc sind anerkannte Spitzenwinzer, die Weissweine der Weltklasse herstellen, sind eine andere Liga als das Weingut Schneider. Herr Schneider ist allerdings einer der ersten jungen Winzer, der die Macht der Medien und seine tollen  Marketing Ideen dazu genutzt hat, sich extrem erfolgreich am Weinmarkt zu positionieren.

Es geht jedoch nicht darum die Weine Herrn Schneiders schlecht zu machen. Es geht auch nicht darum, ob Herr de Swaaf Sushi isst, es geht um die Weinstrasse und die Pfalz als Feriengebiet. Unzählige Burgen, ursprüngliche Dörfchen, das grösste zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, historische Stätten, Spitzenrestaurants, in der Natur wohnen und nahe schöne Städte besuchen, tolles Essen und Trinken und noch tolleres Wetter und noch viel tollere Menschen machen die Pfalz zu einem einzigartigen Flecken Erde.

Das einzige was der Pfalz fehlt, ist das Meer! Keiner ist perfekt. Wir arbeiten daran.

Dies zu erkennen setzt aber voraus, das zu tun, was Herr de Swaaf augenscheinlich nicht getan hat. Er hat nicht in die Tiefe geblickt, sondern er ist bei den Klischees hängen geblieben und bei denen, die diese Klischees pflegen, weil sie sich von Ihnen abheben wollen.