Nach einigen Begehungen, Ideensammlungen und Beratungen wird es konkreter mit der Spielleitplanung. Wie im Stadtrat beschlossen, soll die Gestaltung der Wiese zwischen Schwimmbad, Kirche und Schule als Starterprojekt der Gesamtplanung angegangen werden.

Dem Aufruf des Bürgermeisters, sich an Ort und Stelle zu treffen, um Wünsche und Ideen einzubringen, wie die Wiese und das hinter Hecken noch versteckte Spielfeld neben der Turnhalle zu einem Treff für alle Generationen werden kann, kamen zwischen 15 und 18 Uhr etwa 90 Wachenheimer aller Altersgruppen nach.

Die Crew des Saftlades betreute die jungen Kreativen und wertete ihre gebastelten und gemalten Ideen aus, die ausgewachsenen Ideengeber sammelten ihre Anregungen auf Kärtchen.

 

Die einzelnen Gruppen präsentierten anschließend ihre Resultate. BildDie gesammelten Werke bekommt nun ein Planer mit in die Sommerpause, um zu sehen, was auf der Fläche tatsächlich machbar und – nicht unwichtig – bezuschussbar ist.

Auch, wenn selbstredend nur ein kleiner Teil der Ideen umgesetzt werden kann, scheint sicher, dass die Zeiten einer relativ leeren Wiese zur Neige gehen. An gemeinsamen Gestaltungswillen fehlt es in Wachenheim jedenfalls nicht. 

Beim Skaterplatz, der in Wachenheim seit Jahren im planerischen Stillstand verharrt, scheint es endlich Bewegung zu geben. Bürgermeister Torsten Bechtel lädt im aktuellen Amtsblatt alle interessierten Skater ein, das Thema im Rahmen der Spielleitplanung anzusprechen. Da die Zielgruppen von Amtsblatt und Skaterplatz nicht unbedingt deckungsgleich sind, hier der Hinweis:

Das Treffen mit Herrn Theodor vom Beratungsbüro Kobra ist am Mittwoch, 15. Mai, um 17:30 Uhr im Rathaus.

Vor drei Jahren gab es schon einmal eine Befragung der Skater, die aber zu keinem greifbaren Ergebnis führte, wie bei Pipere, dem „kleinen Bruder“ des Wachtenblogs, nachzulesen ist. Diesmal sollten aber den Worten auch Taten folgen. Schließlich wurde in der Spielleitplanung bereits im März der Skaterplatz als kurzfristig umsetzbare Maßnahme eingestuft.

Mit Hilfe der Spielleitplaner kann es vielleicht wirklich gelingen, das größte Hindernis auf dem Weg zum Skaterplatz aus dem Weg zu räumen – nämlich einen Standort zu finden, der den Wünschen der Jugendlichen entspricht, ohne den Widerstand von Anwohnern hervorzurufen. Das ist wahrscheinlich ein Beweis dafür, dass ich eine unerschütterliche Optimistin bin – ich glaube wirklich, dass mit Hilfe neutraler Planungsexperten in Wachenheim ein Standort zu finden ist für eine Aktivität, die vielen etwas bringt, wenige aber belasten könnte.

Damit es bei dem Thema wirklich vorangeht, wäre es sicher hilfreich, wenn möglichst viele Skater zu dem Gespräch am Mittwoch kämen. Noch schlauer wäre es vielleicht, die Anwohner von potenziellen Standorten gleich mit einzuladen. So könnte – wieder optimistisch gedacht – statt möglicherweise verhärteter Fronten gleich ein gemeinsames Verständnis entstehen.

Nach diversen Begehungen mit Kindern und Jugendlichen gab es heute im Stadtrat einen Zwischenbericht zum Stand der Spielleitplanungen. Acht Kinder und Jugendliche stellten ausgewählte Orte vor, die sie sich angesehen hatten – inklusive Mängeln und Verbesserungsvorschlägen.

Bei der Spielleitplanung geht es, wie Frau Friede vom Planungsbüro Stadt und Natur und Herr Theodor vom Büro Kobra erläuterten, nicht darum, auf allen Freiflächen Spielplätze zu planen. Vielmehr geht es darum, möglichst viele Orte in Wachenheim so zu gestalten, dass sich Kinder und Jugendliche gerne dort aufhalten.

Frau Friede erklärte die Vorgehensweise der Planung und stellte einige kurzfristig umsetzbare Maßnahmen. Zu denen soll auch der Skaterplatz gehören. Doch für den gibt es trotz der Bemühungen von Nicola Räch immer noch keinen Platz, der nicht zu weit ab vom Schuss für die Jüngeren, aber nicht zu nah an lärmsensitiven Anwohnern liegt.  Entwickelt sich wie der S…markt zur unendlichen Geschichte.

Vieles ist noch nicht zu Ende geplant, es ging ja auch um einen Zwischenbericht. Festzuhalten bleibt, dass der ganze Prozess der Spielleitplanung die miteinbezieht, die es angeht. Bei der Altstadtplanung scheint es auch so zu funktionieren – und die soll dann auch noch mit der Spielleitplanung abgeglichen werden. Geht also doch.

Gestern, am 24. Juli, wurde der etwas theoretisch daher kommende Begriff Spielleitplanung endlich mit Leben gefüllt. Gestern nämlich gab es eine erste Begehung der zu beplanenden Gemeinde. Zusammen mit Helga Berger vom Ingenieursbüro Stadt und Natur http://www.stadt-und-natur.de/ und Martin Theodor vom Beratungszentrum Kobra http://www.kobra-online.info/siteneu/ machten sich Bürgermeister Torsten Bechtel, Mitglieder des Arbeitskreises zur Spielleitplanung, interessierte Bürger und Kinder auf den Weg, um eine Bestandsaufnahme zu machen.

Besonders das Gebiet um Schulen und Schwimmbad wurde dabei begutachtet. Vor allem rund um die Schulen ruht hier einiges an ungenutztem oder bisher nicht nutzbarem Potenzial: das große Sportgelände hinter Grundschule und IGS ist nicht öffentlich nutzbar – von den Schulen wird es jedoch auch nur selten genutzt. Auf den Ascheflächen sprießt Botanik und die Weitsprunggrube zeigt eine beeindruckende Artenvielfalt heimischer Ruderalvegetation. Auch der Schulhof der Grundschule ist außerhalb der Schulzeiten für Kinder Tabu – das scheint andernorts nicht so geregelt zu sein. Das Kleinspielfeld hinter der Turnhalle ist in städtischen Besitz und theoretisch – außerhalb der Schulzeiten – jedermann zugänglich. Theoretisch. Natürlich ist das Gelände abgeschlossen und Schilder weisen darauf hin, dass das Betreten des Geländes für Unbefugte verboten ist. Dass sich Wachenheimer den Schlüssel zum Tor beim Hausmeister Herrn Bauer oder bei Bürgermeister Bechtel borgen können, wird auf keinem Schild erwähnt.

Oft wird unter Verweis auf den auch in Wachenheim grassierenden Vandalismus die Nutzung öffentlicher Flächen eingeschränkt. Und gerade hier hakt das Konzept der Spielleitplanung ein. Es setzt stark auf die Beteiligung derer, die es angeht: Kinder und Jugendliche und Bürger der Gemeinden. Die Idee ist, dass Anlagen, bei deren Planung man mitreden und mithelfen kann, später nicht schnöde städtische Anlagen sind, sondern dass auch ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für den Zustand entsteht.

Insgesamt steht als Zeil der Spielleitplanung ja nicht nur die Verbesserung der Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sondern insgesamt eine nachhaltige Weiterentwicklung von Gemeinden und die Etablierung von mehr Bürgerbeteilgung.

Frau Berger und Herr Theodor haben sich etliche Notizen und viele Fotos gemacht. Beim nächsten Rundgang, für den allerdings noch kein Termin feststeht, sollen dann die Kinder und Jugendlichen die Führung übernehmen und ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen.

Zusammen mit einer Verkehrsleitplanung kann diese Spielleitplanung Wachenheim viel bringen. Jedenfalls, wenn das Thema nicht auch in den Sog der Wachenheimer Parteipolitik mit den altbekannten Fronten gerät. Davon war bei der Begehung gestern erfreulicherweise noch nichts zu spüren.

Es gibt doch ein paar Dinge, bei denen die Bürger sich aktiv am politischen Prozess beteiligen können. So wie die Spielleitplanung. Dies ist ein Werkzeug für interessierte Bürger aktiv ihre Ideen in den zukunftsorientierten planerischen Prozess einbringen zu können.

Es geht hier nicht um den Supermarkt, sondern wie man aus dem Namen erkennen kann, um unseren Nachwuchs, bzw. die Planung der Infrastruktur für unsere Kinder und Jugendlichen. Dies geht weit über den (Nicht-)Bau einer Skaterbahn hinaus und kann wirklich für Wachenheim zukunftsweisend sein. Jedoch ist eine Überschneidung mit anderen städtebaulichen Prozessen nicht ausgeschlossen und sogar gewünscht.

Jeder und jede Interessierte, unabhängig von Partei oder sonstigen Institutionen, sind dazu aufgerufen sich und Ihre Kreativität einzubringen. So gibt es am 24.07.12 eine gemeinsame Begehung mit Treffpunkt am Rathaus, 10.00 Uhr.

Die erste Arbeitsgruppensitzung findet am 22.08.12, 20.00 Uhr, ebenfalls im Rathaus statt.

Einen Einblick kann man aus der beigefügten Präsentation gewinnen.

Präsentation SLP Wachenheim

Am 20. Juni lädt Bürgermeister Torsten Bechtel in die Stadthalle zur Auftaktveranstaltung der Spielleitplanung. Als unverbesserlicher Optimist (ich weiß, wer an dieser Stelle lauthals lacht) hoffe ich, dass damit mal ein konsensfähiges Thema in Wachenheim angepackt wird.

Mit viel Optimismus könnte dann auch der Skaterplatz mal wieder in Erinnerung gerufen werden, falls Skaten überhaupt noch gefragt ist. Oder ebbt die Skaterwelle schon wieder ab und die Stadt hat durchs Ausleben nachhaltiger Motivationsdefizite bei der Standortsuche für einen Skaterplatz einen Haufen Geld gespart? Wäre ja schon mal ein Thema für die Spielleitplanung.

Aufgerufen zur Mitarbeit am Konzept sind jedenfalls alle Wachenheimer.