Hurrah, jetzt ist auch das offzielle Wachenheim ein Stück weit im Social Web angekommen. Seit dem 3. April hat unser Heimatort eine neue Seite auf Facebook. Angelegt und mit Informationen gefüllt wird sie von dem Team der Tourist Information. Die Damen posten Ankündigungen, zum Beispiel für den Kräutermarkt am Sonntag (ich hoffe, wir sehen uns!),  und Lust-auf-mehr-machende Fotos von Wanderungen, Führungen, etc. Macht schon einen guten Eindruck, finde ich.

Was der Seite noch ganz dringend fehlt ist eine Fangemeinde. 94 Likes sind ja nicht schlecht für den Anfang. Aber wenn man bedenkt, dass allein der Deidesheimer Hof 415 likes hat und Bad Dürkheim schon mehr als 2.200 likes – da geht noch was!

Hier geht’s direkt zur Facebook-Seite.

So sieht der Kopf der neuen Wachenheimer Facebook-Seite aus.

So sieht der Kopf der neuen Wachenheimer Facebook-Seite aus.

Nach der absurden Verbandsgemeinderatssitzung vergangener Woche bin ich heute (bzw. gestern, wenn der Beitrag fertig ist)  fröhlich aus dem Sitzungssaal gekommen (obwohl ich vorher wieder Metallica gehört hatte). Mit großer Mehrheit hat gestern der Wachenheimer Stadtrat einen Schlussstrich unter ein unrühmliches – und eventuell noch teures – Kapitel der Stadtgeschichte gezogen. Der Satzungsbeschluss vom 18. Dezember 2008, der einen Supermarkt am Pfortenstück vorgesehen hatte, aber nie umsetzbar war, wurde aufgehoben. Danach wurde mit noch deutlicherer Zustimmung der Weg frei gemacht für eine Nutzung des Grundstücks, die sicherlich auf größere Gegenliebe bei der Wachenheimer Bevölkerung trifft: Etwa 15 Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus mit Gärten sollen entstehen, dazu eine 3.ooo Quadratmeter große, öffentliche Grünanlage an der Stadtmauer.

Zur Erinnerung und für all diejenigen, die den Supermarkt am Pfortenstück immer noch für realisierbar hielten: Der Bebauungsplan, der 2008 von FWG, SPD, FDP und einer CDU-Vertreterin per Sonderbeschluss gegen den schon damals deutlich erkennbaren Widerstand einer Mehrheit der Wachenheimer durchgedrückt wurde, trat nie in Kraft. Dazu hätte der Flächenutzungsplan geändert werden müssen. Dem hatte zwar der Verbandsgemeinderat zugestimmt (damals noch mit dem Hinweis, dass man Entscheidungen der Ortsgemeinden grundsätzlich nicht im Weg stehen wollte – diese Haltung hat sich vergangene Woche gründlich geändert ), doch die Planungsbehörden hatten die Änderung abgelehnt und auch einen Widerspruch der Verbandsgemeinde abgeschmettert. Grund war die mangelnde Beachtung des Denkmalschutzes an der historischen Stadtmauer.

Da Andreas Berger (FDP) genau wie seine Fraktionskollegin Kira Hinderfeld heute entschuldigt fehlte, gab es in der Aussprache der Stadträte diesmal keinen Hinweis, dass man den Flächenutzungsplan auf dem Klageweg hätte durchbringen können. Stattdessen ging es in der Diskussion des Antrags, den Satzungsbeschluss von 2008 aufzuheben, nur um finanzielle Schadensbegrenzung. Rolf Kley (SPD) fragte, ob die Aufhebung negative Folgen hinsichtlich der „Altlast städtebaulicher Vertrag“ haben könne. Dieser Vertrag wurde damals zwischen der Stadt Wachenheim – unter Federführung des damaligen Bürgermeisters Arnold Nagel (FWG) – und dem Möchtegern-Investor – der Hasslocher Firma Müller-Bau – geschlossen. Die Öffentlichkeit hat nie Details aus dem Vertrag erfahren. Dem Vernehmen nach ist darin festgeschrieben, dass die Kosten des Investors, zum Beispiel für selbst erstellte Gutachten (die positiv für das Bauvorhaben ausgingen), bei Nichtumsetzung des Bauvorhabens an der Stadt hängen bleiben können.

Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) beantwortete Kleys Frage: „Nach Meinung unsereres Rechtsanwalts Fischers nicht.“ Also werde die Situation für die Stadt durch den Aufhebungsbeschluss zumindest nicht schlimmer. „Nach Meinung der Investoren ist der städtebauliche Vertrag nie wirksam geworden“, so Bechtel weiter. Klang zunächst harmlos für mich – doch wenn in dem Vertrag festgeschrieben ist, dass die Gutachten-Kosten, die normalerweise von der Gemeinde getragen werden, von den Investoren übernommen werden – dann kann das Nicht-In-Kraft-Treten Wachenheim teuer zu stehen kommen.

Erstaunlich fand ich die Chuzpe von Altbürgermeister Nagel. Der Politiker, der den ungünstigen Vertrag im Geheimen abgeschlossen hatte, wollte nun von Torsten Bechtel eine Garantie, dass aus genau diesem Vertrag durch die heutige Abstimmung keine Nachteile entstehen könnten. Nagel wollte mit einem Verweis auf eine noch andauernde Analyse durch den Rechnungsprüfungausschuss Zeit gewinnen. Marcus Scholz, Mitglied dieses Ausschusses, hatte sich aber vorher bei Verbandsgemeindebürgermeister Udo Kittelberger (FWG) schlau gemacht und konnte berichten, dass die Analyse auf dem Weg sei. Außerdem wiesen Rolf Kley und der Fraktionsvorsitzende der Wachenheimer Liste, Lothar Sturm, unter fraktionsübergreifender Zustimmung darauf hin, dass der Rechnungsausschuss ohnehin nicht die notwendige juristische Prüfung vornehmen könne.

Auf die erneute Stellungnahme Bechtels „Wir haben mit unserem Rechtsanwalt mehrfach gesprochen, und die Aussage war immer, dass die Aufhebung des Satzungsvertrags unschädlich im Zusammenhang mit dem städtebaulichen Vertrag sei“ rief Nagel: „Glauben Sie doch nicht, dass dieser Vertrag in der Verwaltung entworfen wurde. Da saßen hochkarätige Juristen dran.“ Damit meint er wohl die Anwälte der Investoren, mit denen er damals verhandelt hat. Ich glaube, nur Arnold Nagel bringt es fertig, sein eigenes Versäumnis (keine offene Verhandlung mit den Investoren auf Augenhöhe, einseitige Auslegung des Vertrags mit potentiell gravierenden Nachteilen für die Stadt im Fall einer Nicht-Genehmigung) so darzustellen, als sei der politische Gegner daran schuld.

Alles Unken half jedoch nichts, das heutige Abstimmungsergebnis im Wachenheimer Stadtrat war eindeutig: Arnold Nagel und Annette Weber (beide FWG) stimmten dagegen, Rolf Kley (SPD) und Nicola Räch (FWG) enthielten sich, die neun anderen Räte stimmten dafür (die komplete Fraktion der Wachenheimer Liste , alle anwesenden CDU-Mitglieder sowie – wenn ich mich richtig erinnere – Hans-Jürgen Häfner von der SPD).

Nachdem mit diesem Beschluss „der Wille der Bevölkerung endlich umgesetzt und manifestiert“ war (Bechtel), stand nun eine alternative Bebauung des Pfortenstücks zur Abstimmung. Dabei beleuchtete der Bürgermeister wieder die Vorgeschichte: Nach Ablehnung des Supermarkts hatte Grundstückseigentümerin Bettina Bürklin-von Guradze einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Die Entwürfe seien sehr gemischt aufgenommen worden. Während die Pläne für die Wohnhäuser viele schöne Ideen enthalten hätten, habe der relativ große Hotelbau an der Weinstraße Widerspruch nicht nur bei den Wachenheimern, sondern vor allem bei der für Denkmalschutz zuständigen Generaldirektion kulturelles Erbe hervorgerufen.

Daher hätten Stadt und Eigentümerin – unterstützt von einem Berliner Planungsbüro – nochmal überlegt und präsentieren jetzt unter dem Motto „aller guten Dinge sind drei“ den heute zur Abstimmung stehenden Vorschlag. Am Pfortenstück sollen private Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus entstehen. Um die im gültigen Flächennutzungsplan vorgeschriebene touristische Nutzung zu gewährleisten, bleibt auf dem 1,2 Hektar großen Grundstück ein Viertel, nämlich eine 3.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Stadtmauer und Weinstraße, unbebaut und wird als öffentliche Grünanlage der Allgemeinheit zugänglich gemacht.  

Dieser Vorschlag erinnert mich an die die Zeit vor fünf, sechs Jahren, als sich mein Liebster mit zwei Freuden gegen den geplanten Supermarkt am Pfortenstück engagierte. Es wurde uns damals schnell klar, dass unser Ziel nicht eine Beibehaltung des Status‘ Quo sein könne – so schön der heutige Wingert an der Stadtmauer auch ist. Es ist gutes Recht der Eigentümerin, das Grundstück zu verkaufen, um andere Investitionen tätigen zu können. Wenn wir damals bei unserem Diskussionen in der Stadt nach alternativer Bebauung des Grundstücks gefragt wurden, haben wir kleine Wohnhäuser und einen Park vorgeschlagen. Und hörten immer wieder, wie unrealistisch das sei. Der damalige Bürgermeister Nagel betonte stets, bei Wohnbebaung müssten die Häuserfronten direkt an der Weinstraße stehen, und das sehe viel schlimmer aus als ein Supermarkt. Wenn ich überlege, wie oft die „Shock-and-Awe-Rhethorik“ Nagels schon angesichts der Realtität verpufft ist (vergleiche unmittelbar bevorstehende Rewe-Schließung), hoffe ich, dass sich auch seine Unkenrufe zum städtebaulichen Vertrag als haltlos erweisen. 

Statt Häuserfronten an der Weinstraße gibt es nun also eine 3.000 Quadratmeter große öffentliche Grünfläche, die sich an der Stadtmauer entlang zieht und im linken Teil auch den Abschluss zur Weinstraße bildet. Dadurch, so Bechtel, wird „der Bereich aufbewertet, die Stadtmauer bleibt öffentlich zugänglich und wird erlebbar“. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird das Anlegen dieser Freifläche sogar von der Generaldirektion kulturelles Erbe gefördert. Vielleicht ist dadurch tatsächlich die Gestaltung eines hübschen kleinen Parks möglich, von dem heute einige Male die Rede war.

Anders als sein Vorgänger Nagel, dessen Alleingänge nach meiner Wahrnehmung oft unter dem Motto „Regeln sind für andere“ standen, hat Bechtel die Behörden schon früh einbezogen. Die untere Planungsbehörde (Kreisverwaltung), die untere und obere Denkmalschutzbehörden und – wie Bechtel im Hinblick auf vergangene Woche betonte – auch die Grundstückseigentümerin haben bereits Zustimmung signalisiert. Im Dialog mit den Behörden erhielt Bechtel sogar den hilfreichen Hinweis, dass die jetzt geplante Bebauung des Pfortenstücks durche inen Aufstellungsbeschlusses auf den Weg gebracht werden kann.  Dieses vereinfachte Verfahren ermöglicht eine Innenentwicklung, bei der zum Beispiel der Flächennutzungsplan nicht geändert werden muss.

Die anschließende Debatte verlief kurz und konstruktiv. Lediglich eine Wachenheimerin im Publikum war enttäuscht, dass sie – so ist es in der Gemeindeordnung vorgeschrieben – keine Frage stellen könnte. Fraktionsvorsitzender Rolf Kley sagte für die SPD, man wolle den Plan mittragen, und hob positiv hervor, dass ein größerer Teil der grünen Lunge im Ort erhalten bleibe. Eventuelle Anmerkungen zu Gebäudehöhe (geplant ist eine Anlehung an umliegende Gebäude – ich glaube, in der Waldstraße) und Gartengestaltung werde man im Bauausschuss vorbringen.

Für die Wachenheimer Liste äußerte sich Lothar Sturm zustimmend und verwies auch auf den Bauausschuss zur Detailklärung. Walter Disteldorf brachte die sehr positive Haltung der CDU zum Ausdruck. Da die Gärten der Wohnhäuser an die öffentliche Fläche angrenzen sollten, wäre das zusammenhängende Grün noch größer. „Das ist eine gute Lösung, um aus dem Filetstück von Wachenheim etwas Schönes zu machen“, schloss Disteldorf.

Die FWG hatte keine Wortmeldung. Bei der Abstimmung gab es kein Nein, und die einzigen beiden Enthaltungen kamen von Arnold Nagel und Annette Weber. Nicola Räch dokumentierte ihre abweichende Haltung – wie alle anderen Anwesenden – durch ein Ja. Schade, dass sie als Stimme der Vernunft in der FWG so oft auf verlorenem Posten kämpft.

Fraktionsübergreifend hat heute die Vernunft gesiegt im Wachenheimer Stadtrat, das ist ein Grund zum Feiern!

Trotzdem wäre Wachenheim nicht Wachenheim, wenn sich in die ungewöhnliche  Harmonie nicht doch noch wieder ein wenig Zwist gedrängt hätte. Unter „Verschiedenes“ fragte Lothar Sturm, wie lange die Stadträte Nagel und Häfner bereits die – von Bürklin-Wolf nicht authorisierten – Pläne für einen Supermarkt-Bau an der Ringstraße gekannt hätten. Während Nagel fragte „Muss ich das beantworten?“, sprang Kley seinem SPD-Kollegen bei: „Das ist Thema für die Verbandsgemeinde, nicht für die Stadt.“ Dem widersprach der Bürgermeister, schließlich habe der VG-Rat letzte Woche eine „neue Qualität in die Zusammenarbeit mit der Stadt gebracht“. Als Sturms Frage unbeantwortet blieb, bat er, das genauso zu protokollieren. Darauf Nagel: „Sie können auch protokollieren, dass Sie zu gegebener Zeit Antwort bekommen werden.“ Welch ein Cliffhanger für die nächste Folge der Seifenoper „Zank in Wachenheim“.

Change Management auf dem Dorf, spannende Pionierarbeit oder misslungener Versuch – was meinen wohl die Teilnehmer der Social Business Bustour zu unserem Weinfest 2.0 in Wachenheim?

Bei der  Weinprobe 2.0, die am 17. Oktober bei den Wachtenburg-Winzern stattfand, konnten die Social Media Experten einen Blick hinter die Kulissen werfen – und kamen dabei zu interessanten Schlussfolgerungen.

Ihre Reaktionen finden Sie im Burg-und-Weinfest-Blog.

Gestern waren die Social Media Experten der IBM Social Business JamCamp Bustour zur Weinprobe 2.0 in Wachenheim. Bei den Wachtenburg Winzern gab es gute Weine und spannenden Diskussionen rund um Web 2.0.

Mehr dazu auf dem Burg- und Weinfest-Blog.

War das ein herrliches Wochenendwetter! Die richtigen Bedingungen, damit Wachenheim sich wieder einmal von seiner besten Seite zeigen konnte. Besonders am Sonntag haben wir genossen, was engagierte Wachenheimer mit viel Phantasie und Einsatz auf die Beine gestellt haben. Und ich habe gemerkt, dass Berlin (wo ich letzte Woche mal wieder beruflich war) immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird – aber für mich nur die zweitschönste Stadt in Deutschland ist.

Wir begannen unsere Sonntagstour mittags beim Apfelhof Zimmermann. Wie an jedem ersten Oktoberwochenende pilgerten dort Wachenheimer, aber auch Besucher aus dem Rhein-Neckar-Delta und von deutlich weiter weg zu den Apfelprobiertagen. Das ist jedes Jahr ein Höhepunkt in unserem Wachenheim-Jahr: Man sitzt im Hof oder im baumbestandenen Garten und genießt allerlei Köstlichkeiten mit (Apfelpfannkuchen, Apfelbratwurst, Apfelflammkuchen) und ohne Apfel (Flammkuchen mit Münsterkäse, Fleischknepp mit Meerettichsauce, Kartoffelsuppe mit Pflaumenkuchen). Dazu hat man die Wahl zwischen Apfelsaft, Cidre oder doch einem Glas Wein. Und wer eher zur Kaffeezeit kommt, findet ein sagenhaftes Kuchenbuffet vor.

Besonders beeindrucken mich immer die vielen Helfer, die zusammen mit der Familie Zimmermann über den Hof wimmeln, voll beladene Tabletts bringen, Tische abräumen, Äpfel abwiegen, mit den Kindern spaßen – und dabei kein bisschen von der Hektik ausstrahlen, die man eigentlich bei so einem Hochbetrieb erwarten würde.

Die Apfelprobiertstube gibt mir auch jedes Jahr Gelegenheit, von dem bekannten Pfad namens Braeburn abzuweichen. Schließlich gibt es bei Zimmermanns 16 Apfelsorten zum kosten und kaufen: Kindheitserinnerungen wie Cox Orange und Boskopp, neuere Züchtungen wie Pinova und Topas, oder auch Ausgefallenes wie die Ananasrenette. So sind wir dann nach einem sehr leckeren Mittagessen – und vielen netten Gesprächen mit Wachenheimer Freunden – mit einem Drei-Kilo-Paket gemischter Äpfel nach Hause gelaufen.

Auf dem Heimweg haben wir noch gesehen, warum in den vergangenen Wochen so oft Besucher mit dem Suchbegriff „Dalberger Hof“ bei uns auf dem Burg-und-Weinfest-Blog landen: Die wollen sich wahrscheinlich nicht über die Juninächte in dem schönen Anwesen informieren, sondern interessieren sich für die aktuellen Öffnungszeiten. Seit dem letzten Augustwochenende betreiben die Besitzer des schönen Anwesens nämlich einen regelmäßigen Ausschank. Im September gab es einzelne Termine, und im Oktober soll der historische Hof – wenn’s nicht zu sehr regnet – an jedem Wochenende geöffnet sein. Den Ausschlag für die Entscheidung gab wohl der große Erfolg an den vergangenen beiden Weinfesten, über den wir uns ja auch immer wieder im Blog gefreut haben. Wie ich von Wolfgang Tempel hörte, möchte er ab kommendem Jahr von Frühling bis in den Herbst geöffnet haben. Das ist eindeutig eine Bereicherung der Wachenheimer Gastronomie-Landschaft!

Und damit die neue Webseite des Dalberger Hofs mal ein bisschen weiter nach oben rückt bei den Google-Ergebnisse, hier ein direkter Link von uns.

Über den Dalberger Hof haben wir dann glatt das Mühlgassen-Fest verpasst, das auch am Sonntag stattfand. Dieses Fest wird von Anwohnern der historischen Mühlgasse organisiert – und ist leider bisher jedes Jahr an uns vorbei gegangen. Daher kann ich nur ein paar Stichworte wiedergeben, die wir von begeisterten Besuchern gehört haben: Wunderbare Stimmung in der Gasse, mittelalterliche Kostüme, liebevoll aufgebaute Stände, phantastisches Kürbisgemüse. Vielleicht war ja ein Wachtenblog-Leser beim Mühlgassen-Fest und möchte seine Eindrücke per Kommentar schildern?

Vom Abend kann ich dann wieder etwas erzählen: Da hatte die Stadtmauer-Initiative zum Lichterfest am Diebesturm eingeladen. Wo wir noch vor zwei oder drei Jahren gegen einen Supermarkt am Pfortenstück demonstriert hatten, traf sich nun eine bunt gemischte Gruppe, um den unverdorbenen Blick auf die historische Stadtmauer zu genießen. Einziges neues „Bauwerk“, das aber auf „breiten Konsens in der Bevölkerung“ stieß, war der Wein- und Sektstand der Stadtmauer-Initiative. Die Weingüter Bürklin-Wolf, Peter und Zimmermann sowie die Sektkellerei Schloss Wachenheim hatten gespendet, der Erlös dient der Erhaltung der Stadtmauer.

Wie immer bei solchen Festen in Wachenheim standen die Menschen in fröhlichen Grüppchen beisammen, und wir trafen sogar noch die, die wir mittags beim Zimmermann vermisst hatten. Als die Sonne untergegangen war, folgten wir dem Nachtwächter zur Wanderung entlang der Stadtmauer. Jetzt weiß ich auch, woher die Grabenstraße ihren Namen hat (liegt natürlich nahe, hatte ich aber noch nie drüber nachgedacht – hier war der Graben außerhalb der Stadtmauer) und warum der Zehnthof einige Schießscharten-artige Fenster hat (hier lagerten die Steuerabgaben der Bürger, und die musten schon mal mit Waffengewalt verteidigt werden).

Der krönende Abschluss kam dann wieder am Diebesturm: ein Feuerwerk, sogar als Dialog. Erst wurde der Diebesturm von überdimensionalen Wunderkerzen gekrönt, dann schoss ein leuchtender Pfeil vom Turm in den benachbarten Wingert, wo schließlich ein fulimnantes Feuerwerk startete. Mit etwas Phantasie – wovon es am Sonntag ja reichlich in Wachenheim gab – konnte man sich das Spektakel als Feuerwerk-gewordenen Kampf zwischen Stadt-Verteidigern und Angreifern von außerhalb vorstellen. Ein Schelm, wer dabei an den Hasslocher Bauunternehmer Müller denkt. Der hat sich – wie neulich zu erfahren war – wohl immer noch nicht ganz verabschiedet von der Idee, wegen der geplatzten Baupläne in genau diesem Wingert Schadensersatz von der Stadt zu verlangen  ;-).

Politik ist in der Ausbildung eine Wissenschaft. Eigentlich eine Naturwissenschaft, da es in der Natur des Menschen liegt gesellig zu leben. Dort wo mehrere Individuen gesellig Leben, gibt es verschiedene Interessen, verschiedene Neigungen und vor allem Meinungen. Jeder hat zu allem und jedem eine Meinung. Diese Pluralität zu regeln ist Aufgabe der Politik. Die Menschen leben in einer natürlichen Art und Weise, also ist die Politik eine Naturwissenschaft. In jeder Naturwissenschaft gibt es Maßeinheiten.  Meter, Kilo, Volt, Gramm, Becquerel, etc. Den Maßeinheiten sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, da sie ja in letzter Konsequenz willkürlich gesetzt werden.

Nun hat mein bloggender Freund und Noch-Nachbar eine profunde journalistische Ausbildung, der er beruflich bei der Rheinpfalz nachgeht. Ich bin ein Freizeit- und Bauchblogger, der siehe oben, zu allem eine Meinung hat. Cordelia ist unsere wissenschaftliche und hochprofessionelle Bloggerin, die für ihre Arbeit, leider noch nicht für den Wachtenblog, tolle Preise gewinnt.

Nun haben wir drei im Laufe unseres Bloggens durch unsere offene, und manchmal nicht einfache, Art, ein paar Scharmützel gehabt mit Menschen, die sich durch unsere Berichte, Meinungen, Veröffentlichungen im Allgemeinen, etwas unleidlich, bzw. despektierlich behandelt fühlten. Oder, Vorsicht, uns absichtliches Foulspiel unterstellten, wahre Boshaftigkeit. Ich denke hier an die unsäglichen Maskulisken, die wegen eines Artikels, den Cordelia veröffentlichte, ‚Feminismus in Wachenheim‘, aus dem gesamten Bundesgebiet über unseren Blog herfielen. Ich denke an Herrn Morell, der uns, um nur ein Beispiel zu nennen, wegen vermeintlicher anonymer Berichterstattung mit einem Anwalt bekannt machte, etc. etc.

Nun schreibt Achim nicht nur für den Wachtenblog, manche denken jetzt sicher, er müsste auch mal etwas sinnvolles tun. Wie o.g. ist er Journalist für die Rheinpfalz, für die er diese Woche eine Glosse(ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift) schrieb, die sich mit den touristischen Übernachtungszahlen in Bad Dürkheim beschäftigte, die kurz vorher von Herrn Bürgermeister Lutz voller Stolz vorgestellt wurden. Achim recherchierte und fand heraus, dass ca 50% der angeführten Übernachtungen aus Übernachtungen im Gesundheitstourismussektor stammen. Also Übernachtungen aus Kur- und Klinikaufenthalten. Nun unterstelle ich, dass eine Kur medizinisch notwendig ist, wäre das nicht so, oje oje!! Aber bei einer Kur hat man eine Einflussmöglichkeit auf den Kurort. Ist man als ‚Kurer'(?!) nun Patient oder Tourist. Herr Lutz unterstellt also den ‚Kurern‘, oder kann man auch ‚Kurien‘ sagen ?!, dass sie Touristen seien, stellt sie also mit, verzeiht liebe Holländer, mit marodierenden Wohnwagenhorten, oder noch schlimmer, siehe Spiegel Online Scharmützel mit Herrn de Swaaf und Weingut Schneider Ellerstadt, mit in Bussen transportierten Rentern auf Kaffefahrt gleich. Zugleich bescheinigt Herr Lutz, Bürgermeister der Stadt Bad Dürkheim, dass wir eine Gesellschaft sind, die aus Gesundheitsschmarotzern besteht. Weil alle Kranken in Bad Dürkheim machen Urlaub. Und vor allem schwingt er wieder diese unsägliche Moralkeule des Böswillens und Kaputtredens auf die Leute, die eine kritische und andere Meinung haben.

Diese politische Urangst vor pluralistischen Meinungsäusserungen erfordert meines Erachtens eine Maßeinheit, oder mehrere, mit denen man die Größe der Moralkeule messen kann, womit wir wieder bei der Naturwissenschaft wären.

Somit lege ich auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen als Blogger und interessierter und engagierter Bürger willkürlich und in aller Ernstlosigkeit folgende Urmaße der politischen Moralkeule fest:

Die kleinste aller Einheiten ist eine Morellium. Ein Morellium ist die Kompetenzabsprache: Der Kritisierende versteht nicht, und ist nicht in die Tiefe gegangen.

Fünf Morellia geben ein Morellion. Der Kritisierende will nicht verstehen, und ist nicht in die Tiefe gegangen.

Fünf Morellione geben ein Borrelium. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen und geht nicht in die Tiefe.

Fünf Borrelia geben eine Borreliose. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht in den Untergrund und nicht in die Tiefe.

Fünf Borreliosen geben einen Lutzus. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, aber argumentiert gegen den Bürgermeister.

Fünf Lutzi geben einen Lutziferus. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, argumentiert gegen den Bürgermeister, will alles nur schlechtreden.

Fünf Lutziferi geben eine Lutzikalypse. Der Kritisierende versteht nicht, will nicht verstehen, kann nicht verstehen, geht nicht in den Untergrund, nicht in die Tiefe, argumentiert gegen den Bürgermeister, redet alles nur schlecht, ist böswillig und argumentiert völlig verantwortungslos der Gesellschaft, sprich den potentiellen Wählern gegenüber.

So damit ist dies in der Politik ein für alle mal geregelt. Die Urmodelle dieser Maße befinden sich in den Tiefen der Weinkeller von Wachenheim und Bad Dürkheim. Die Systematik kann in der ‚Mehlmerschen Tafel der politischen Einheiten in der Fassung von 2011‘ nachgeschlagen werden.

Einsehbar auf dem Wachtenblog….

Jetzt haben wir’s sogar schon ins Amtsblatt geschafft. Nicht mit dem Wachtenblog, sondern mit dem Weinfest 2.0. Torsten Bechtel hat mit einer kurzen Notiz unsere Online-Community vorgestellt.

Mittlerweile haben sich dort 24 Wachenheimer vernetzt, um gemeinsam an einer Renaissance des Burg- und Weinfestes zu arbeiten. Darunter sind Winzer, Pfadfinder, ein Musiker, ein Gastronom, interessierte Bürger, Stadträte sowie der jetzige und der frühere Bürgermeister.

Einige interessante Diskussionen laufen schon, erste Ideen wurden entwickelt und zum Teil schon angegangen. Ich möchte natürlich regelmäßig aus der Community berichten und die Werbetrommel rühren. Primäre Plattform wird allerdings nicht der Wachtenblog sein. Um ein neutrales Medium zu haben, das sich ganz auf das Weinfest 2.0 konzentiert, habe ich einen neuen Blog gegründet: http://burgundweinfest.wordpress.com/

Genau zu diesem Blog brauche ich Ihre und Eure Hilfe, liebe Leser: Für den Titel des Blogs brauche ich ein möglichst stimmungsvolles Foto vom Burg- und Weinfest. Das Foto, das im Moment im Blog steht, stammt von der Webseite der Tourist-Info. Entweder bräuchte ich dieses Foto in besserer Auflösung (und die Erlaubnis des Rechteinhabers, es zu verwenden). Oder jemand von Euch/Ihnen stellt mir ein schöneres Foto zur Verfügung.

Anforderungen: Abgebildete Menschen sollten mit der Veröffentlichung einverstanden (oder nicht erkennbar) sein. Und es muss ein sehr breiter, flacher Ausschnitt möglich sein (siehe Blogtitel).

Über Rückmeldungen per Kommentar oder Mail (siehe Impressum ;-)) freue ich mich sehr. Wer weiß, vielleicht wird unser Weinfest 2.0 noch berühmt? Auf Twitter ist es jedenfalls schon.