Herr Kittelberger ist gestorben.

Ein engagierter Mensch ist völlig plötzlich und unerwartet zu einem Zeitpunkt aus dem Leben geschieden, der für das Ende noch nicht vorgesehen war. Das ist nicht zu verstehen und rational auch schwer zu fassen.

Persönlich kannte ich Herrn Kittelberger nicht sehr, wir hatten einige Berührungspunkte, als ich und meine Kinder in der Situation waren, in der sich seine Familie jetzt befindet. Dort habe ich ihn als vermittelnden auf Konsens bedachten Menschen kennengelernt. Ein weiteres Urteil auf die Person Kittelberger maßt mir nicht an.

Der politische Mensch Kittelberger war ein Profi durch und durch. Ein Profi, der wusste wie die Politik auch und insbesondere im Kleinen funktioniert. Ohne Professionalität kommt man nicht zu diesem Erfolg, zu dem er zu Lebzeiten kam.

Wie jeder politisch agierende Mensch vertrat er seine Meinungen in der Öffentlichkeit, von der er gewählt war. Diese Meinungen werden in einer pluralistischen Gesellschaft, das ist das Wesen dieser, diskutiert befürwortet, abgelehnt etc..

Da es auch andere politisch engagierte Menschen gibt, gibt es durchaus pluralistisch, andere politische Ideen und Meinungen von Menschen, die sich ebenfalls der öffentlichen Diskussion stellen wollen und müssen.

Es gibt auch Zeiten, in denen werden der Ton und die Argumente rauher, wie z.B. im Wahlkampf, bei Parteitagen, Demonstrationen und sonstigen demokratischen Instrumentarien und Werten, die von der Verfassung geschützt sind.

Der Kitt, der dieses System zusammenhält ist der Respekt. Der Respekt vor der Person, die hinter diesen demokratischen Meinungen und Ideen steht. Der Respekt vor unserer Demokratie. Der Respekt vor dem Andersdenkenden und vor dem Andersseienden.

Wenn Menschen jetzt dazu übergehen, den Tod eines engagierten demokratischen Mitbürgers zu instrumentalisieren, begeben sie sich auf eine Ebene mit Menschen, die dies in einer noch viel weitergehenden und radikaleren Form tun. Dies ist der gleiche Mechanismus, den eine Pegida, eine IS oder sonst auch wer benutzt. Das ist der Nährboden für Hass.

Respektieren wir das Andenken und das politische Vermächtnis eines Menschen, der sich eingelassen und eingebracht hat. Und vor allem,

respektieren wir seine Familie und Ihre Trauer!!!

Vier Jahre

Equipo de 4

5-1=4

Vier ist gerade. Sie ist die erste zusammengesetzte Zahl und damit die erste Nicht-Primzahl nach der Eins.

2+2=4
2*2=4
2 hoch 2 = 4

Eine vierseitige Fläche ist ein Viereck.

Ein geometrischer Körper mit vier Flächen ist ein Tetraeder.

Der Vier-Farben-Satz besagt, dass vier Farben ausreichen, um alle Flächen auf einer Landkarte so einzufärben, dass nirgends gleichfarbige Flächen aneinanderstoßen, wohingegen drei Farben dafür nicht genügen.

Eine weitere Besonderheit der Vier ist die Unmöglichkeit, eine algebraische Gleichung höheren Grades als vier mit Hilfe von Wurzelziehen sowie einfacher arithmetischer Grundoperationen aufzulösen. Der Mathematiker Niels Henrik Abel veröffentlichte im Jahr 1826 seinen Beweis hierzu.

Die Zahl hat je nach Zeitalter und Sprache unterschiedliche Glyphen:
Die römische Schreibung ist IV, die arabische ٤. In Urdu (Indien, Pakistan) ist es ۴, in Devanagari (Indien) ist es ४ und in Hebräisch ד. Es gibt in der heutigen lateinischen Schrift zwei Möglichkeiten für die Typografie: Die Vier mit Verbindungsstrich links oben mit dem Querbalken des Kreuzes und ohne.

Das lateinische Wort für vier ist quattuor, die zugehörige Ordnungszahl quartus (der vierte) und das Adjektiv quadrus (viereckig) fanden ins Deutsche Eingang bei Begriffen wie Quartal, Quartett oder Quadrat.

Das griechische Präfix für Vier τετρα- (tetra-) fand bei Fremdwörtern Gebrauch wie Tetralogie, Tetrarchie, Tetraeder oder Tetrachord.

Die Vier ist im Deutschen die einzige Zahl, deren Wert mit der Anzahl der Buchstaben ihres Zahlennamens übereinstimmt (sieht man davon ab, den Zahlennamen fünf mit ‚ue‘ statt ‚ü‘ zu schreiben). Das Gleiche gilt im Englischen (four).

Die in der Desoxyribonukleinsäure gespeicherte Information des Genoms allen irdischen Lebens ist in Triplett-Sequenzen codiert, die aus vier verschiedenen Grundeinheiten bestehen: den Nukleobasen Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C).

Die Tetrapoden, die vierfüßigen Landwirbeltiere, weisen grundsätzlich je vier Extremitäten auf, deren elementare Bedeutung die Fortbewegung ist. Einzelne Tetrapoden können alle oder manche Extremitäten rück- oder umgebildet haben wie zum Beispiel Schlangen, die keine lokomotionsfähigen Extremitäten mehr aufweisen oder der Mensch, bei dem die Vorderextremitäten nicht mehr für die Fortbewegung geeignet sind. Zu den Tetrapoden zählen Lurche (Amphibien), Kriechtiere (Reptilien), Säugetiere und Vögel.

Die Zahl 4 ist die Ordnungszahl des Erdalkalimetalls Beryllium im Periodensystem.

Die Relativitätstheorie von Albert Einstein postuliert eine vierdimensionale Raumzeit.

Viererzeichen
In der Orthopädie ist das Viererzeichen ein klinischer Test zur Funktionsprüfung des Hüftgelenks beim Menschen. Dabei wird im Liegen ein Bein quer zur Körperachse zu einer Vier angewinkelt.

Die griechischen Naturphilosophen sahen vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) als Grundbestandteile allen Seins: Die Vier-Elemente-Lehre wirkt bis in die heutige Zeit. Da es neben den vier Elementen vier Himmelsrichtungen, Jahreszeiten und Temperamente gibt, galt die Vier im Mittelalter als die Zahl des Irdischen, im Gegensatz zur Drei, der Zahl Gottes und der Trinität. Aus den rechnerischen Verbindungen dieser Zahlen Drei und Vier ergeben sich weitere im Christentum heilige Zahlen: Sieben und Zwölf. Aus dieser christlichen Zahlenlehre ergibt sich für die Musik die Auffassung, dass der 3/4-Takt als der Vollkommene gilt – früher dargestellt durch einen Kreis, während der 4/4-Takt als der unvollkommene, der irdische gilt, der bis heute in der musikalischen Notation durch einen Halbkreis, ein dem großen C ähnliches Zeichen angegeben wird. In der Zahlensymbolik steht sie unter anderem für das Kreuz. Sowohl in ihrer Darstellung kreuzt sie sich, als auch das Kreuz hat vier Ecken. Es steht somit für Tod und Leid generell. In der chinesischen Zahlensymbolik und auch in Korea und Japan gilt die Vier als Unglückszahl, da sie klanglich (chinesisch 四 sì) dem chinesischen Wort für Tode ähnelt (chinesisch 死 sǐ).

Quellen:
Wikipedia
Leben

Es war an einem Sonntagnachmittag im März vor drei Jahren als das Leben dreier Kinder aus Wachenheim zertrümmert wurde.

Zertrümmert wie die Halswirbelsäule ihrer Mutter bei diesem schlimmen Unfall vor drei Jahren, bei dem sich das Auto überschlug, in dem auch noch zwei der Kinder selbst saßen. Zwei Kinder, die sahen, wie Ihre Mutter blutüberströmt eingeklemmt war, wie sie aus dem Wagen herausgeschnitten wurde.

Den dreien wurde dann noch etwas mehr aufgefrachtet. Der Unfall passierte in einem fremden Land, die Mama war fortan vom 4. Halswirbel an querschnittsgelähmt und kämpfte 4 Wochen um Ihr Leben. Die Kinder bekamen mit, wie bei Ihrer Mutter die Lage von Tag zu Tag schlechter wurde. Wie sie mehrfach operiert werden musste. Wie sie einen Lungenschock bekam, wie der Papa immer verzweifelter wurde. Das letzte Bild, das sie von ihrer Mama haben, wird immer das Bild einer Geschundenen sein, die bewegungsunfähig und mit einer Luftröhrenbeatmung in einem Bett einer Intensivstation eines Hospitals im südamerikanischen Niemandsland lag. Und die nur noch flüstern konnte. Das letzte Flüstern was diese Kinder von ihrer Mama hörten, war ‚Ich hab Dich lieb!‘

Nach diesem Flüstern wurden die Kinder weggebracht, nach Deutschland, der Opa holte sie ab, Papa musste bei Mama bleiben. Es war dann zwei Wochen später. Bei den Kindern klingelte das Telefon und Papa war dran. Papa, der seinen Kindern sagen musste, dass ihre Mama gestorben war. Per Telefon. Mama ist tot. Per Telefon.

Als Papa dann wieder zu Hause war, brachte er so eine große Holzkiste mit. Da war die Mama drin. Dieses Gefühl werden diese drei Kinder nie wieder vergessen. Da steht eine Holzkiste und da soll Mama drin sein? Schläft die, wie sieht sie aus? Aber da Mama nicht mehr wie früher aussah, durften die Kinder nicht von Mama Abschied nehmen, zumindest konnten sie sie nicht mehr sehen.

Die Holzkiste, die da aus fernen Landen kam, war nicht sehr schön. Und so begannen die Kinder, ach ja 5, 8 und 11 Jahre alt, die Größe zu zeigen und zu benutzen, die ihre Mutter ihnen mitgegeben hat. Sie gingen in dieses Geschäft in Bad Dürkheim, mit Papa und suchten eine neue Kiste aus. Sie bereiteten dann mit Ihrem Papa das große Abschiednehmen vor. Sie wussten sehr gut, was ihrer Mama gefallen hatte, und so bereiteten sie Ihr das Bett für die Ewigkeit. Der Kleine saß beim Abschiednehmen Papa auf der Schulter, als dieser die Abschiedsworte sprach. Sie gingen dann mit der Holzkiste und Papa zu diesem Erdbett, ohne alle anderen Leute, die bei diesem Abschiednehmen anwesend waren. Sie setzten sich an das Loch. Der große spielte dabei Gitarre und die drei und der Papa sangen Mama dieses Schlaflied in ihrer Muttersprache, das Mama so geliebt hatte. Und  entließen Mama in die Erinnerung.

Da waren die drei nun. Mama war eine Erinnerung. Sie waren von dieser dunklen und furchtbaren Traurigkeit erfüllt. Der Papa, der war auch keine große Stütze. Der war ja genauso traurig. Und der hatte soviel um die Ohren.

Der Kleine der musste dann in die Schule gehen. 1. Klasse. Einschulung. In der Kirche waren alle anderen Schulanfänger. Mit Mama und Papa. Nur er ohne Mama. Das in der Schule, na ja. Er hat nicht so richtig verstanden, warum er ausgerechnet jetzt Lesen, Schreiben und Rechnen lernen sollte. Er wollte doch nur Kind und klein sein. So wie es war, als Mama noch da war. Das war für alle etwas schwierig, insbesondere für die Lehrerin, aber was ist deren Ärger verglichen mit dem Paket, was dieser Bube zu tragen hatte. Dieser Kleine aber hat einen Spitznamen. Dieser Spitznamen ist der Spitzname eines Mannes, der aus dem gleichen Land kam, wie die Mutter des Kleinen. Dieser Spitzname steht für Unbeugsamkeit und Wille. Und manchmal ist ein Nomen doch Omen. Mit dieser Unbeugsamkeit und diesem unglaublichen Willen ist dieser Junge jetzt im Alter von 8 Jahren ein fröhliches und starkes Kind, das zwar noch immer seine Umwelt am laufen hält aber er ist wieder Kind. Ein Kind das 8 Jahre alt ist. Körperlich und geistig.

Die Kleine, die Ihrer Mutter so sehr ähnelt. Das macht sie sehr stolz, aber manchmal nervt sie das auch ein bisschen. Aber sie ist die ganz starke. Ihre Mama ging auf so eine Schule, die ein bisschen anders ist als die normale Schule. Dort gibt es viel Musikunterricht, so eine Art Tanzunterricht, Handarbeit. Sie ist auf so eine Schule gewechselt. Und sie marschiert. Sie hat gelernt Cello zu spielen, sie spielt Basketball. Am Anfang hatte sie Angst einzuschlafen, da musste Sie immer weinen. Aber irgendwann hat Papa angefangen vorzulesen. Geschichten, die mit Kindern zu tun hatten. Kinder deren Mama auch gestorben war, Geschichten in denen Kinder starben, Geschichten aus denen man lernen konnte. Nicht lernen, nicht traurig zu sein. Aber lernen, dass man traurig sein muss, damit die Traurigkeit vorbeigeht. Dass es Tränen gibt, die böse sind und dass es Tränen gibt, die gut sind. Nun sie hat viele gute Tränen geweint, meistens leise, so dass es der Papa nicht sehen und hören sollte. Aber egal. Auch bei Ihr ist der Nomen Omen, und Sie leuchtet wieder wie ein Licht.

Der Große. Hat einen Namen, der genau das bedeutet. Er hatte, da er der Große war und ist, immer viel zu tragen. Da auch sein Papa ihn als groß ansah und manchmal vergaß, dass er erst 11 Jahre alt war. Er musste sich viele Dinge anhören, die nicht so schön waren, aber er wollte das auch. Er wollte wissen. Und er bekam das Wissen. Und er machte seinen Weg auf die eigene Art. Wenn man seinen eigenen Ansprüchen genügt, ist man meist ein glücklicher Mensch. Und der Große setzte und setzt viel Energie ein, um seine Ansprüche zu erfüllen. Manchmal war es für Ihn schwierig über Gefühle zu reden, aber er hat gelernt, sie zuzulassen und zu zeigen. Und zu akzeptieren. Das hat den Kleinen gross gemacht. Aber so groß ist nicht gut für einen noch nicht Großen, weil man muss doch trotzdem ein Kind sein. Und so schnappte er sich die Gitarre, den Fußball, die Schulbücher und ein paar Freunde und machte sich auf den Weg. Und er ist angekommen in seiner Zeit, in seinem Alter.

Seit einiger Zeit hat Papa nun ein neues Leben und somit werden auch die drei Kinder ein ganz neues Leben haben. Und dieses Leben kann nur geführt werden und sein, weil es diese drei Kinder gibt. Die Kinder, die ihren Vater gestützt haben und stützen. Die ihm mit Ihrem Charakter und Ihrer Stärke, die manchmal sehr unangenehm für ihn waren und sind, selbst Stärke vermittelt haben.

Stärke sich als Kapitän einer Mannschaft aus Vieren zu behaupten, die die Vergangenheit im Herzen trägt und die Zukunft optimistisch annimmt.

Es ist sehr merkwürdig, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Ich bin  bestürzt und traurig über den Tod von Stefan Pflüger.  Großen Respekt habe ich vor seinem Engagement in der Wachenheimer Liste und vor dem, was er mit dem Schellack für den Ort geschaffen hat. Er wird fehlen, am Marktplatz und für Wachenheim. Meine Gedanken sind bei  seiner Familie. Ihr wünsche ich viel Kraft und den Beistand von Menschen, die sie aufzufangen vermögen.

Dieser Blogbeitrag  ist so merkwürdig zu schreiben, weil es dabei um eine Veranstaltung geht, an der auch Stefan Pflüger teilgenommen hat. Angesichts seines Todes scheint mir das, worum es an dem Abend ging, banal. Weil uns aber banale Dinge manchmal auch über schwere Zeiten retten können, und weil Frank ja schon nach den Ergebnissen gefragt hat, schreibe ich jetzt darüber.

Am Montag, 11. April, ging es im Ratssaal um das Burg- und Weinfest 2011. Wie Frank schon vermutet hat, hielt sich der Andrang interessierter (und zur Beteiligung bereiter!) Bürger in Grenzen. Löbliche Ausnahme waren die Pfadfinder. Sie waren zu dritt gekommen: Phil Wendel, Maximilian Maurer (die beide auch in der Weinfest-Community aktiv sind) und ein mir unbekannter Mitstreiter. Außerdem waren Patrick Räch und Mathias Peter vom gleichnamigen Weingut dabei.

Mit einer Viertelstunde Verspätung durften wir in den Ratssaal – der Tourismusausschuss hatte für den internen Teil länger gebraucht als geplant. Mal sehen, ob ich die Teilnehmer noch zusammen bekomme (ich Dussel hab‘ meine Mitschrift verräumt – Fehler oder Versäumnisse sind keine Absicht, bitte per Kommentar korrigieren): Stadtbürgermeister  Torsten Bechtel (CDU), für die Stadtratsfraktionen Rüdiger Goebel (CDU), Gisela Panzer (SPD), Stefan Pflüger (WL), Nicola Räch (FWG) und eine mir unbekannte Dame (von der FDP?), außerdem als wichtige Weinfest-Player Anne Euler (TouristInfo), Karl-Heinz (?) Manz (Weingut Manz),  Arnold Nagel (Verein für Tourismusförderung) und Annette  Weber (Sektkellerei).

Torsten Bechtel erläuterte den neu Hinzugekommenen, was bereits fürs Weinfest gesetzt ist und wo  noch Diskussionsbedarf besteht. Das Ernüchternde gleich vorweg: Die ganz große Renaissance des Burg- und Weinfestes mit einer mutigen Neukonzeption fällt flach. Statt  radikalem Neuanfang wird es inkrementelle Verbesserungen geben – aber auch einige kleine Rückschritte gegenüber dem, was schon diskutiert wurde.

Das Positive: Auf dem Rathausplatz wird  es lebendiger als in den vergangenen Jahren. Es wird vier Schubkarchstände geben – u. a. vom Weingut Stapf, den jungen Leuten um Patrick Räch, der Familie Pfingstgräf (Kooperation mit den Wachtenburg-Winzern). Ergänzt wird das Angebot durch zwei Essens-Stände (u. a. ein Germanengrill), ein „Confiseriestand“ wird noch gesucht. Auf einer Bühne soll es ein attraktives Musikprogramm geben,  das  die Standbetreiber allein ausgewählt haben. Zusagen gibt es schon von der Dürkheimer Rock- und Beatband „The Brights“ und eine weitere Combo, deren Namen ich als „Softacts“ abgespeichert habe (google kennt die nicht – wer kann helfen?). Weitere renommierte Gruppen sind wohl angefragt, da wusste aber niemand Genaueres.

Ein Wiedersehen gibt es mit der Sektkellerei (die eine hochwertigere Bestuhlung plant), dem Weingut Manz (die wieder einen Essenstand eines Schwetzinger Gastronomen beisteuert – wäre schön, wenn er diesmal optisch mehr hermacht), die Creperie Michel, der Dalberger Hof  (mein persönlicher Favorit) und zumindest an einem Wochenende die Familie Geibel, die 2010 mit kulinarischer Qualität in der Waldstraße überrascht hat. „Hinner der Kerch“ werden die Pfadfinder nicht nur als einziger Verein aktiv sein, sondern auch eine Gesamt-Wachenheimer Weinauswahl bereithalten. Der Hof der Pfarrei wird an beiden Sonntagen offen sein. Auch die „Kinderbelustigungsecke“ auf dem Parkplatz wird von den gewohnten Anbietern beschickt. Neu dabei ist am ersten Wochenende die Winzergenossenschaft – allerdings nur, weil die immer an Pfingsten stattfindende Wein- und Sektgala „zwangs-eingemeindet“ wird.

Leider haben sich auch ein paar Hoffnungen zerschlagen. Das Weingut Zimmermann wird doch nicht dabei sein in diesem Jahr. Den in der Community schon beschriebenen Plan, das Weingut Peter an einem Wochenende zu öffnen, hat Mathias Peter nicht bestätigt. Zwei Nicht-Weinguts-Höfe, deren Teilnahme im Raum stand, bleiben leider zu. Und da auch die Familie Bohl sich vom Betrieb des Bratwurststandes zurückzieht, könnte es mit den nicht-flüssigen Genüssen am Weinfest echt eng werden.  Mal ganz davon abgesehen, dass Vegetarier vielleicht vorab zu Hause essen sollten.

Zum Schluss ging es um das heiße Eisen: den Marktplatz an der St. Georgskirche. Hier hatten wir ja schon eine kontroverse Diskussion in der Community. Ausgangspunkt war ein Vorschlag von Stefan Pflüger, der (anders als die Gesamtplanung des Weinfestes) vielleicht sogar das Wort Konzept verdient: Er wollte den Marktplatz einheitlich mit hochwertigen Holzmöbeln und großen Schirmen bestücken. So sollte ein offener und einladender Eindruck im Sinne des „Toskanischen Marktplatzes“ entstehen. Das konnten sich auch alle Beteiligten gut vorstellen. Ich erinnere mit Schaudern an die weißen, mit verschiedenfarbigen Billig-Tischdecken verhüllten Monoblock-Plastikmöbel vom letzten Jahr.

Der Perdefuß: Laut Stefan Pflügers Konzept sollten die Ausschankstellen vom Marktplatz verschwinden. Meiner Meinung nach wäre das ästhetisch ideal, aber nicht unbedingt praktisch für die Besucher. Darum schien es aber nicht wirklich zu gehen. Bei der sich entspinnenden Diskussion wurde spürbar, wie sehr das Burg- und Weinfest von Einzelinteressen geprägt ist.  Stefan Pflüger wurde unterstellt, lediglich den Umsatz des Schellack während des Weinfestes ankurbeln zu wollen. OK, ich kann Vorteile für das Schellack erkennen. Andererseits hat Stefan Pflüger aber in eigener Initiative Anbieter für die Möbel recherchiert, so dass wohl alles zum Anmieten bereit wäre.

Gleichzeitig wollte Mathias Peter buchstäblich keinen Zentimeter von seiner Position abweichen: Er wollte seinen Weinstand genau da, wo er immer war – mitsamt Zelt. In dem Arreal zwischen Kirche und Kapelle sah er keine Alternative – selbst  wenn vielleicht ein Caterer in die Kapelle kommen sollte. OK, da gab es auch ein praktisches Argument (Anlieferung per Auto unmöglich), aber mir schien es hier vor allem ums Prinzip zu gehen.

Bezeichnend fand ich die Äußerung, das Weingut Peter sehe keinen Bedarf für Veränderungen, weil das Geschäft am Weinfest nicht nur gut, sondern in den vergangenen Jahren immer besser laufe. So erfreulich ich das finde – es sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass es mit dem Weinfest insgesamt bergab gegangen ist. Letztlich steht Einzelinteresse gegen Gemeinwohl.

Im Ringen um einen Kompromiss wurde um Zentimeter gefeilscht. Vielleicht ließe sich Stefan Pflügers Konzept ja doch verwirklichen, wenn ein Stand ganz eng an die Kirche („vor die hässlich‘ Wand“ – evt. ein schöner neuer Location-Name) und einer statt der Creperie Michel auf den Behindertenparkplatz gestellt wird.

Die Entscheidung sollte bei einem Ortstermin fallen, der für Montag dieser Woche geplant war. Von den weiteren Entwicklungen habe ich nichts gehört – u. a. weil ich den größten Teil der vergangenen Woche in Berlin war (dazu bei Gelegenheit mehr – es hat sich gelohnt).

Und was wurde aus den vielen tollen Ideen, die bei der ersten Sitzung oder in unserer Community entstanden sind? Fast nichts. Der Radladen Bella Bici wird an einem der Wochenenden eine Tour mit Ziel Weinfest anbieten, und wir werden mit einigen Waldameisen-Eltern – wenn der Versicherungsschutz geklärt ist – auf der Bühne ein bis zwei Vorlesestunden für kleine Kinder bestreiten. Der ganze Rest – lebendige Burgstraße, Gaukler, Marching Bands, Gaudi-Schachturnier, Twitterwand, Grillstand, Wieder-Aufleben anderer Schubkarch-Gruppen – ist im Sande verlaufen.

Ein Kommentator, der leider nicht zur Namensnennung bereit ist, führte das auf eine Überschätzung von Web 2.0 zurück. Tatsächlich kommt das, was ich mir als Weinfest 2.0 erträumt habe, nicht zu Stande. Überschätzt habe ich dabei tatsächlich etwas – aber nicht die Mechanismen des Web 2.0. Communities, Blogs und andere soziale Medien sind keine Zauberei. Sie machen Vorhandenes sichtbar und erleichtern Wissensaustausch, Ideenentwicklung und Zusammenarbeit – wenn dies jeweils gewollt ist. Tun muss man es  immer noch selbst.

Was ich überschätzt habe ist die Bereitschaft der Wachenheimer, beim Weinfest selbst zum „Produser“ zu werden – also nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv beizutragen.  Ich war erstaunt, wie viel Unmut,  Pessimismus, Frust und Gleichgültigkeit Achim und mir bei unseren Gesprächen entgegen schlug. So konnten wir nur schwer oder gar nicht Mitstreiter für Weinstände, Vorlesestunden oder Schachturniere (da nehme ich Herrn Hüttner ausdrücklich aus – der wollte mitmachen, musste aber natürlich die Eltern seiner Schachkinder fragen)  finden.

Zusammenfassend scheint es mir folgende Einstellungen zum Wachenheimer Burg- und Weinfest zu geben:

  • Die besonders großen und renommierten Weingüter ignorieren es – weil sie es nicht brauchen und ihnen die weitere Entwicklung des Weinfestes nicht wichtig genug ist.
  • Die überregional weniger bekannten Weingütern nutzen das Weinfest als wichtigen Teil ihres Jahresgeschäfts. Dafür beteiligen sie sich mit eigenen Ständen – sind aber nicht zu Kompromissen bereit.
  • Einzelne engagierte Familien (Geibel, Tempel) tragen mit persönlichem Aufwand attraktive Highlights bei.
  • Die Pfadfinder engagieren sich nach dem Motto „Jedes Jahr eine tagelange gute Tat“ – Chapeau!
  • Alle anderen Vereine sehen keinen Grund, sich zu engagieren – anders als z. B. beim Kräutermarkt, der aber auch nur an einem Tag ist und daher weniger Aufwand erfordert.
  • Die übrigen Wachenheimer Bürger engagieren sich nicht, konsumieren – und äußern sich nachher wahrscheinlich wieder enttäuscht über die nachlassend Qualität des Weinfestes.

Ich werde einfach jedem, der sich dieses Jahr über das Weinfest beschwert, mit einer Einladung zur Community drohen. Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr einen Anlauf zum Weinfest 2.0 unternehmen. Noch mal ganz klar: das Wesentliche dafür ist nicht, dass wir eine neuartige technische Plattform nutzen. Sondern dass alle Mitstreiter hinter einem gemeinsam und transparent erarbeiteten Konzept stehen, das dann konsequent umgesetzt wird. Dazu würde z. B. gehören, dass die Bands gemeinsam ausgesucht werden – auch wenn nicht alle dafür zahlen (da die Stadt die Bühne stellt, zahlen wir ja zumindest die Infrastruktur mit).

Jetzt bin ich zuerst mal gespannt auf dieses Jahr – vielleicht wird es ja wenigstens ein Weinfest 1.1!

Vor drei Jahren haben viele Menschen Gedanken geäussert. Hier sind einige zur Erinnerung:

Wenn die Trauer verflogen ist, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben

Lebbe geht weider

In tiefer Betroffenheit

Verena wird für immer in unseren Herzen sein

Wir denken an Dich, an die tollste Nachbarin, die wir uns wünschen konnten

Bleibe weiter stark

Ich werde Sie immer in Erinnerung behalten, so wie sie war. Nämlich eine große starke Frau mit einem Riesenherzen. Immer offen für alle. Sie wird Euch weiterhin viel Kraft geben.

Es wäre so schön, wieder einmal mit Verena walken zu gehen

Wir sind für Euch da! (Das war eine Prophezeiung. Anm. des Autors!!)

Wenn die Erde einen Menschen verliert, gewinnt der Himmel einen Engel

Danke, dass wir Dich kennenlernen durften

Wir sind furchtbar traurig, daß wir nie wieder ihr fröhliches Lachen hören werden

Ich wünsche Dir und Deinen Kindern viel Kraft

Sie wird immer bei Euch sein, achtet auf die Zeichen

Versucht jeden Augenblick Eures Lebens zu nutzen, zu lieben und zu geniessen. Es ist ein Geschenk Gottes

Angriff ist die beste Verteidigung

Argentina will cry for you

Verena hat einen Raum wirklich mit Sonne geflutet

Wer gestorben ist, ist nicht tot. Nur fern. Nur wer vergessen wird, ist tot.

Querida Vere. Si bien elegi estas hermosas palabras de Borges que hablan de la ausencia para despedirme de vos, tambien quiero reflexionar sobre „tu ausencia – presencia que seguiremos viendo“: Porque te seguiremos viendo y sintiendo siempre en nuestro corazón en las amiguas nostalgias por nuestra tierra, en el goce de los placeres del paladar y del espiritu, en tu pupilla reflejada en cada una de tus fotografías, en la sonrisa franca de Max, en los luminosos ojos de Luz, y en el caracter desenfafdado y aventurero de Felipe. Y tu ausencia nos rodeara como una energía, que nos dará fuerzas para seguir adelante, para reconciliarnos con el destino, acompanando a tus hijos y viendolos crecer.

TROST FINDET MAN IM HIMMEL. AUF DER ERDE ERWARTET MAN BEISTAND!

Danke an alle, die Ihn in den letzten drei Jahren geleistet haben und immer noch leisten.

Im Gedenken an unsere Vere.

Als Frau. Als Mutter. Als Freundin.

Frank, Max, Luz, Ché

Das wird jetzt ein trauriger Blogbeitrag: Diego Alaimo, der Besitzer der Wachenheimer Eisdiele, ist tot. Die Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht.

In unserer Familie war er eigentlich nur unter dem Namen seines kleinen Cafés bekannt: Angelo. Das passte aber auch zu gut. Schließlich hat er den Wachenheimern himmlischen Eisgenuss beschert. Außerdem hat der freundliche weißhaarige Herr stets mit Engelsgeduld abgewartet, bis sich unsere Mädels für eine seiner leckeren Eissorten (oder auch zwei) entschieden hatten. 

Ich weiß gar nicht, ob er sich vorstellen konnte, welchen Effekt die bloße Nennung seines „Künstlernamens“ auf Wachenheimer Kinder hat.  Wenn der Sonntagnachmittag sich mal wieder zieht wie Kaugummi, dann bringt das magische Wort „Angelo“ unsere Mädels zum Strahlen – und in Bewegung. Im vergangenen Sommer motivierte die Aussicht auf ein Eis beim Angelo unsere Jüngste zu ihrer ersten Mini-Wanderung ganz ohne Buggy. An dem Tag war der Chef im Laden, und unsere Kleine erzählte ihm stolz, dass sie den ganzen Weg quer durch den Ort gelaufen sei. Ich bilde mir ein, dass er ihr dafür eine extra große Eiskugel gegeben hat. Mir hat mein Eis an dem Tag jedenfalls auch besonders gut geschmeckt.

Mein Mitgefühl gilt jetzt der Familie von Herrn Alaimo. Wir werden ihn vermissen, und ich bin mir sicher, dass die Erinnerung an ihn in ganz vielen Wachenheimer Herzen wachgehalten wird.

Für Verena und Max und Luz und Ché

Trost findet man im Himmel.

Auf der Erde erwartet man Beistand.

Danke all denen, die in den letzten beiden Jahren diesen geleistet haben und dazu beitrugen, dass es Equipo de 4 schon so gut geht, wie es heute der Fall ist. Ohne dass wir je vergessen haben, was Verena für uns gewesen ist und immer sein wird.

Und Dank all denen, die verstehen, dass wir weiterhin Beistand brauchen und auch weiterhin bei uns stehen werden.

Frank Mehlmer