Wir neigen nicht zum Überbloggen frischer Beiträge. In Abstimmung mit Frank muss aber diese Eilmeldung sein: Der Wachtenblog hat heute irgendwann gegen Mittag seinen 100.000sten Zugriff gehabt. Wir gratulieren uns!

Um den Anlass mit den Leserinnen und Lesern zu teilen, loben wir für die erste Kommentatorin und den ersten Kommentator ein Fläschchen Wein Edition Wachtenblog aus.

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Unser kleiner Blog erfreut sich allen Unkenrufen zum Trotz weiterhin ungebrochener, den Zahlen nach sogar steigender Beliebtheit. Und da wir inzwischen über 97.000 Zugriffe haben (unsere eigenen werden nicht mitgezählt, sonst wären es sicher schon über 200.000), könnten wir schon mal überlegen, ob wir den 100.000sten Zugriff nicht in irgendeiner Weise feiern sollten.

Wie heißt es in einem Song der Spielgemeinschaft Mittelhart? Ich brauch zum Feiern einen bess’ren Grund als Freitag. 100.000 Zugriffe wären schon mal ein Grund für einen Tasse Wein oder einen Fingerhut Bier. Eine Wachtenblog-Fete?

Ganz schön was los im Wachtenblog! Unsere Zugriffszahlen steigen an (vorgestern auf 312, gestern auf 251). Die Artikel zum Supermarkt – bzw. zum Umgang der Politiker mit dem Thema – werden engagiert und kontrovers kommentiert. Damit tut der Wachtenblog gerade mal wieder genau das, was er soll: Die Wachtenblogger machen ihre Sicht der lokalen Entwicklung öffentlich, und andere Bürger tragen ihre Sichtweise bei. So entsteht ein pluralistisches Meinungsbild.

Die Auseinandersetzung läuft hier keineswegs halbanonym, wie Volker Vogt in seinem Kommentar schreibt (Nachtrag 24.02., 23:45 Uhr: Er meinte damit wohl das Internet allgemein). Mit unserer Hausregel, dass Blogger und Kommentierer unter ihrem eigenen Namen agieren, sind wir eine Seltenheit in der deutschen Blogosphere. Ich will mir auch gar nicht vorstellen, welchen Ton wir in manchen Kommentaren hätten, wenn wir auf diese Regel verzichten würden!

Auch so habe ich beim Wachtenblog-Lesen die vergangenen Tage mal wieder gemerkt, dass Transparenz wichtig, aber nicht immer angenehm ist. Es kann halt auch Unschönes zum Vorschein kommen:

Persönliche Angriffe und Unterstellungen

Ich habe überhaupt nichts gegen deutliche Kritik. Franks Beitrag gefällt mir z. B. nicht nur, weil er mir mit seiner Schimpftirade aus dem Herzen gesprochen hat. Ich finde ihn trotz seiner Schärfe auch OK, weil er sich an den Verbandsgemeinderat ingesamt richtet – also nicht gegen einzelne Personen. Insgesamt scheint mir die zunehmende Agressivität der Beiträge ein Zeichen für die allgemeine Frustration ob der verfahrenen Lage. Was ich aber schwer akzeptieren kann sind Kommentare, die sich nicht zur Sache außern, sondern nur persönliche Angriffe auf andere Autoren sind (siehe Beiträge von Karl Auer (Nachtrag 24.02., 23:47 Uhr: diesen Kommentar haben wir inzwischen gelöscht, weil die angegebene Mailadresse nicht existiert. Da hat sich wohl jemand einen Kalauer erlaubt) und Volker Vogt). Wenn hier die Hausregel „kein Mobbing, kein Rufmord“ verletzt wird, müssen wir eingreifen.

Anspruch auf die alleinige Wahrheit

Blogs sind Meinungsmedien und kein Tageszeitungs-Ersatz. Die Artikel und Kommentare spiegeln die Ansichten ihrer Autoren wieder – und das ist gut so. Gerade ein so verzwicktes Thema wir der Supermarkt-Standort ist zu komplex, als dass nur eine Sichtweise richtig sein könnte. Die Wahrheit ist hier die Summe aus vielen einzelnen Perspektiven. Daher finde ich es nicht angebracht, hier von Richtigstellungen zu sprechen (zumal mir zu vielen dieser Behauptungen gleich wieder eine Gegenrede einfallen würde).  Herr Morell, Ihre Meinung ist hier genau so viel wert wie die der anderen Autoren – aber nicht mehr.

Heuchelei

Heuchlerisch ist für mich, wenn man sich in einem Kommentar gegen Unterstellungen, Diffamierungen und aggressiven Ton verwahrt – und gleichzeitig selbst mit diesen Stilmitteln arbeitet (da muss ich leider schon wieder Volker Vogt als bestes Beispiel nennen). Boris Morell macht es umgekehrt: Er fordert Fairness und Sachlichkeit ein – um im selben Kommentar mit Unterstellungen und persönlichen Angriffen zu arbeiten. Widersprüchlich finde ich auch die Bitte von Boris Morell, dass jeder Kommentierer offenlegt, durch welche Listenplätze, Beschäftigungs- oder Verwandtschaftsverhältnisse seine Meinung zum Supermarkt-Standort beeinflusst sein könnte. Schließlich behalten er und ein weiterer Kommentator ihre familiären Bande zum früheren Bürgermeister Arnold Nagel – einem Verfechter des Pfortenstück-Standorts – für sich.

Das Schweigen der Mandatsträger

Manchmal ist auch das interessant, was nicht passiert. Weder die Bürgermeister Torsten Bechtel und Udo Kittelberger noch die Mitglieder von Stadt- oder Verbandsgemeinderat beteiligen sich derzeit an der offenen Diskussion im Wachtenblog. Wie ich aus persönlichen Gesprächen weiß, lesen viele politischen Akteure zwar den Wachtenblog, schreiben aber keine Kommentare. Nur Andreas Berger macht hier regelmäßig eine löbliche Ausnahme. Auch wenn ich manchmal anderer Meinung bin, finde ich seine Beiträge sachlich,  konstruktiv und oft sehr kenntnisreich. Warum beteiligen sich die anderen Fraktionen nicht in ähnlicher Weise? Wer von den Bürgern in ein Amt gewählt wurde und sich – Frank hat die konkreten Worthülsen der Programme neulich aufgelistet – für die öffentliche politische Willensbildung einsetzt, der sollte die transparente Auseinandersetzung im Wachtenblog nicht scheuen.

Wie geht’s weiter? Hier hilft nur Dialog, nicht Diskussion

Verlassen wir mal die Ebene des Wachtenblogs. Irgendwie sollte es ja weitergehen in Wachenheim. Und da müssen wir meiner Meinung nach jetzt den Sprung von der Diskussion zum Dialog schaffen. Die Abgrenzung kommt aus der systemischen Organisationsentwicklung (siehe hier eine kurze Gegenüberstellung und eine längere Erläuterung). Die wichtigsten Unterschiede: Bei der Diskussion vertritt jede(r) seine Meinung. Ziel ist es, möglichst viel davon durchzusetzen. Es geht um Macht, absolute Wahrheiten, um Siegen oder Verlieren. Wie wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, kommen wir beim Thema Supermarkt-Standort mit dieser Methode nicht weiter. Bei einem Dialog steht das gemeinsame Ziel im Vordergrund. Alle Meinungen werden offen gelegt und erstmal nicht bewertet. Dadurch entsteht ein Gesamtbild der Situation. Auf der Basis arbeitet man eine Lösung aus, die entweder von allen (so ein Konsens ist natürlich ideal) oder zumindest von der Mehrheit akzeptiert wird. Dabei steht das Gemeinwohl im Vordergrund, nicht die einzelnen Interessen.

Die von Torsten Bechtel angekündigte Befragung der Bürger geht in diese Richtung, kommt aber meiner Meinung nach zu früh. Natürlich, das Thema ist schon mehr als genügend diskutiert worden. Aber ein Dialog hat eben noch nicht stattgefunden. Dazu könnte man eine Bürgerversammlung organisieren. Die müsste weit im Voraus angekündigt sein, damit möglichst viele Bürger teilnehmen können. Es sollten dort alle Interessenvertreter sprechen: die Fraktionen im Stadt- und Gemeinderat, die Planer, Anwohner, Immobilieneigentümer und ggf. Pächter der verschiedenen Standorte, Vertreter des Supermart-Betreibers Rewe (und ggf. andere Interessenten).

Vielleicht ist statt einer einzigen Veranstaltung auch ein längerer Prozess notwendig. An dessen Ende müssten sich alle Interessenvertreter auf die Alternativen verständigen, die zur Wahl stehen. Zu denen sollten dann die  Bürger befragt werden. Alternativ kann auch schon bei so einem Dialog eine Konsensentscheidung entstehen – aber das wäre in unserem Fall wohl sehr optimistisch.

Brauchen wir einen Bürgermeister oder einen Psychiater?

Die größte Herausforderung ist dabei wahrscheinlich nicht, die Bürgerversammlung oder einen andern Dialogprozess zu organisieren, sondern zu verhindern, dass nur ein Schlagabtausch dabei herauskommt – so wie in Stadt- und Verbandsgemeinderat und jetzt auf dem Wachtenblog . Manchmal glaube ich, unsere Stadt braucht keinen Bürgermeister, sondern einen Psychiater. Und so etwas Ähnliches gibt es sogar: Mediatoren, die auf kommunaler Ebene bei Konflikten als neutrale Vermittler eingeschaltet werden, um zum Konsens zu finden (Info z. B. im Kommunalwiki der Heinrich-Böll-Stiftung).

Auch wenn die Stadt Wachenheim nicht gut bei Kasse ist – das Einschalten eines guten Mediators könnte sich rechnen. Es muss ja nicht gleich Heiner Geißler sein!

Richtfest für das Multifunktionsgebäude auf der Burg – Was da zukünftig alles bezuschusst zusammenkommt

Richtfest für das Multifunktionsgebäude auf der Burg – Doch kein Thronsaal für Schattner

Die Pizzeria ist weg – Endlich hat Wachenheim seinen zweiten Parkplatz

Jopi ist tot – Final curtain

Der Friedhof ist renoviert – Kommt Jopi?

Der Alte Galgen steht leer – Kein Leichenschmaus mehr?

Die C-Jugend des TUS ist wieder spitze – Tolle Jugendarbeit

SPD Wachenheim geht freiwillig von der politische Bühne – Manche sagen sie geht in den Untergrund

FDP entwickelt sich zur One Man Show – Dann geht der Berg(er) eben zum Propheten

CDU Wachenheim hat neuen Vorsitzenden – Gleichschaltung der Organe

WL – W oran L iegts

Morell zieht sich aus Zukunft zurück – 2012 geht die Welt doch unter

Bürklin will wieder bei Bürklin produzieren – Kolbenfresser im Kolb’schen Hof

Schattenmorelle – Nicht nur eine Kirschenart

Bechtel – Die grösste (Anlagen-)Baufirma der Welt

Riesling Spätlese Trocken – Wie immer ein Genuss

Wachtenblogger zieht um – Nicht anonym in den Untergrund

Supermarkt im Gewerbegebiet – Gewerbemarkt im Supergebiet

Supermarkt an der Schule – Früherziehung der Konsumenten

Supermarkt an der Pforte – Klingt nach Hämorrhoiden

Wartezeiten bei Kub-Czisi – Drive In Parkplatz wird bei Pizzeria gebaut

Wartezeiten für Hochzeiten steigen – Zu viele Scheidungen

Multi-Funktions-Stadthalle wird renoviert – Ausweichstadion für Mannheimer Adler

Neubaugebietserweiterungsplan – Wie heisst die grösste Baufirma der Welt

Skaterbahn ist wieder nicht gebaut – Warum nicht auf die Pforte

Hotel auf der Pforte – Oder doch im Kolb’schen Hof

Richtfest für das Multifunktionsgebäude auf der Burg – Rolltreppe zur Burg wird realisiert werden

Toilettensteuer in Wachenheim – Pecunia non olet im Multifunktionsgebäude auf der Burg

Kanalsanierung in der Bahnhofstraße – Pecunia olet

Felipe von Wachenheim begeistert – Weihnachten, Geburtstag und Fußballtraining besonders gelungen

Z – Die Zukunft ist die Zeit, die subjektiv gesehen der Gegenwart nachfolgt.
U – Unsinn, auch Aberwitz, Firlefanz, Nonsens, Schwachsinn

S – Stroh, siehe auch Strohmann oder als Redewendung wie ‚Stroh im Kopf‘, strohdumm
A – Anmaßung, auch Hybris und Arroganz
M – Mentalisierung, Fähigkeit das Verhalten der Menschen durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren

M – Machiavellismus, auch rücksichtslose Machtpolitik

E – Egozentrik, Einstellung bei der die eigene Person als ausschließlicher Bezugspunkt angesehen wird
N – Numen, auch göttliches Wesen oder göttliches Wirken

K – Kabale, oder das Ränkespiel, auch Intrige
U – Unikat, auch die Einzigartigkeit eines Objekts
N – Nepotismus, auch Verwandtenbegünstigung oder Vetternwirtschaft
F – Fatigant, auch ermüdend
T – Teleologie, auch Lehre der Zweckgerichtetheit, die Zweckursache liegt in den Dingen selbst

Die Wachtenblogger bedanken sich bei Ihren Lesern, die, sage und schreibe, mehr als 60.000 Mal auf unseren kleinen Blog zugegriffen haben.

Nach Ende der auferlegten Schreibpause, bzw. des Zeitmangels, habe ich mir Gedanken gemacht, was denn meine persönlichen Ziele für den Wachtenblog sind. Die laue Sommernacht, die Kerze auf dem Terassentisch, der Blick auf die Burg und, last but not least, lassen die Bloggergedanken wieder schweifen. Und somit werde ich Sie über die Ideen und Projekte in loser Reihenfolge informieren.

Das erste spannende Projekt, das ich mir vorgenommen habe, ist ein Projekt, das auch die Leser, in diesem Fall auch Bürger,zumindest die uns gewogenen, was aber nicht von Notwendigkeit ist, mit einbinden soll und für mich und auch andere etwas völlig Neues darstellt.

Bei mir entwickelt sich zur Zeit ein tiefes Misstrauen gegen die Politik, bzw. zumindest gegen die Spitzenpolitiker, die von uns gewählt, über unser finanzielles Ach und Weh entscheiden. Dies Gefühl der Ohnmacht, das in einer Demokratie etwas später als in anderen Staatsformen einsetzt, ist was sehr Unangenehmes, und wenn ich an die Zukunft unserer Kinder denke, die mit Billionen von Euros Schulden auf den Weg geschickt werden, wird mir schlecht.

Nur möchte ich nicht über diese Ängste schreiben. Was mich beschäftigt ist das Werden des Homo Politicus. Was passiert von der ersten Idee eines politischen Engagements bis hin zur demokratischen Endstufe, wo auch immer die sein mag. Und zwar was passiert mit MIR?! Was passiert mit meinen Meinungen, Ideen, Idealen. Wer geht den Weg mit, wer verlässt Ihn? Was ist notwendig um politisch zu agieren? Was sind die Konditionen? Wie entsteht ein Parteiprogramm etc. etc.

Da ich nicht vorhabe wieder mit einem Studium zu beginnen, werde ich ganz einfach den Weg gehen, den die Verfassung für ein solches Vorhaben vorgibt.

Ich gründe mit Gleichgesinnten, was nicht in der politischen Haltung begründet ist, sondern allein im politischen Interesse, eine Partei.

Eine Gründung ohne jegliche Vorgaben, mit Ausnahme von extremistischen Gedankengut, das bleibt weg. Ein weisses Blatt, das mit Leben gefüllt werden soll. Wie ein Action Painting, oder eine Improvisation, man hat zwar das Instrument, das einen fasziniert, vom Klang, von der Optik und beschliesst, nicht nur eines zu bauen, sondern auch darauf zu spielen, ohne einen präferierten Musikstil zu haben oder zu kennen, man muss ihn entwickeln.

Und ich möchte mit dieser Partei diesen bei mir ausgelösten politischen Prozess durchlaufen.

Als ein Mensch, der jede Form von Dogma ablehnt und eine nicht ganz einfache Haltung zu Hierachien und Autoritäten hat, sicher eine spannende Geschichte.

Wie soll das aber laufen?

Es geht doch schon damit los, die ganzen Informationen zu sammeln. Was ist notwendig eine Partei zu gründen? Wieviele Leute, juristische Vorgaben, ein Parteiprogramm. Wo bekommt man die Information her?

Im Prinzip aktive operative politische Bildung, die ich für mich und andere Interessierte im Netz und in der Realität, nämlich in Wachenheim etablieren möchte.

Diese Aktiviät Social Media 2.0, wie meine liebe Freundin Cordelia immer sagt, ähnlich zum Weinfestblog, sowohl im Netz als auch im wahren Leben stattfinden lassen. Über die ersten Infos, über die ersten Diskussionen, über das Entwickeln des Parteiprogrammes, etc. etc. möchte ich Sie auf dem Wachtenblog informieren und daran teilhaben lassen, was in diesem aussergewöhnlichen politischen Leben passieren wird.

Ich bin sehr gespannt, ob mir dieses ambitionierte Vorhaben gelingen wird und ob sich einige Mitinteressierten finden werden, diesen aufregenden Weg zu gehen.

Also bis zur ersten Info, der Definition einer Partei und den Bedingungen, bzw. Voraussetzungen einer Parteibildung, bitte ich Sie zu überlegen, ob Sie mich auf diesem spannenden Weg begleiten wollen.

Sich und andere besser politisch besser zu verstehen. Ich freue mich darauf!!